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Die besten Bücher über Wein

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Simply Wine
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.4

Simply Wine

Mit 66 Fragen zum Weinkenner – der etwas andere Wein-Guide

Autor/-in: Verlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe

Bestsellerautor Carsten Henn kann nicht nur kulinarische Kriminalromane, er schreibt auch kriminell gut über Wein: In seinem neuen Weinbuch schenkt der renommierte Weinjournalist und Weinbauer sein fundiertes fachliches Know-how einzigartig praktisch … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Das kleine, handliche Buch „Simply Wine“ beantwortet in 66 Fragen alles Grundlegende, was man aus der Welt des Weins wissen sollte, um sich ein solides Basiswissen anzueignen. Mit einer sympathischen Einleitung nimmt Carsten Henn dem weinunkundigen Leser die Hemmungen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Die Fragen sind in neun Themenblöcke gegliedert – „Das kleine Wein-Mal-Eins“ macht den Anfang und bietet eine strukturierte Einführung in die Welt des Weins. Die Fragen sind klug gewählt, die Antworten kurz, prägnant und à point formuliert. Besonders mag ich das letzte Kapitel – „Insiderwissen“. Dort stellt Carsten Henn richtig spannende Fragen wie zum Beispiel Nr. 60: „Schmeckt man den Klimawandel?“ oder Nr. 61: „Was ist Pét Nat?“.
Durch den Fragenstil kann sich jeder in seinem ganz eigenen Tempo „portionsweise“ Weinwissen aneignen. Eine echte Empfehlung für alle, die sich mit Wein noch nicht wirklich auskennen, Lust haben, sich damit zu beschäftigen, daraus aber keine Wissenschaft machen möchten.
Carsten Henn kann schreiben – und wie. Der Bestsellerautor, bekannt für kulinarisch inspirierte Krimis und Geschichten, kennt sich zudem bestens mit Wein aus und ist seit Jahren für Vinum und den Gault-Millau-Weinführer tätig. Reicht das, um Einsteigerinnen und Einsteiger in nur 66 Fragen umfassend ans Thema Wein heranzuführen? Dicke. Ob man am Ende wirklich ein „Weinkenner“ ist, hängt von der Definition ab – doch das Buch legt dafür eine hervorragende Grundlage.
Gut gegliedert in neun übergeordnete Themen (Insiderwissen, Herstellung, Essensbegleitung, Weinkauf …) werden die Fragen in leicht verdaulichen Portionen beantwortet: mal kurz auf einer Seite, mal ausführlicher auf fünf. Immer locker, oft humorvoll, nie zynisch. Die Illustrationen von Leo Leowald lockern das Ganze stilistisch treffend auf. Tabellen zu Restzucker oder Trinktemperaturen sind sinnvoll – und könnten gerne zahlreicher sein. Auch vereinfachte Karten und grafische Herstellungsübersichten wären hilfreich gewesen.
Dennoch: Der Titel hält, was er verspricht, und bietet auch Fortgeschrittenen zahlreiche historische Fun Facts und kluge Nebensätze. Ein starkes, unterhaltsames Grundlagenbuch.
Carsten Henn ist es gelungen, ein kurzweiliges Buch über eines der schönsten, aber vielleicht auch komplexesten Themen der Genusskultur zu schreiben. Sich mit Wein auszukennen, ist bereichernd – aber der Einstieg fällt oft schwer. Kaum glaubt man, etwas verstanden zu haben, tauchen neue Fragen auf. Daher muss ein Weinbuch Leserinnen und Leser beständig bei der Stange halten.
Die Herangehensweise, das Thema nicht wie eine Enzyklopädie aufzubauen, sondern als Frage-Antwort-Spiel zu strukturieren, ist ausgesprochen geschickt. Sie nimmt Berührungsängste, verkürzt Lernwege und erleichtert vor allem Neulingen den Einstieg, die noch gar nicht wissen, welche Themen die Weinwelt umfasst. Da man solche Bücher selten am Stück liest, ist die klare Gliederung ein großer Vorteil – man kann zwischen den Themen springen, ohne den roten Faden zu verlieren.
Ein weiterer Pluspunkt ist das handliche Taschenbuchformat – ideal für unterwegs, wenn man Wartezeiten mit Lektüre überbrücken möchte.
„In 66 Fragen zum Weinkenner“ möchte Carsten Henn seine Leserschaft bringen – ein gewagter Claim, der die Gefahr eines stilistischen Korsetts birgt. Doch der Autor schafft es auf Buchlänge, seinen unterhaltsamen Stil mit kompaktem Wissen zu unterfüttern. Die Fragen reichen von klein („Was ist Pét-Nat?“) bis groß („Was ist Wein?“) und bauen mit lebensnahen Situationsbeschreibungen Barrieren ab („Wie sage ich es dem Sommelier?“, „Wie läuft ein Besuch auf einem Weingut ab?“). Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht zu keinem Zeitpunkt, was beim Thema Wein auch ein hoffnungsloses Unterfangen wäre. Dadurch entstehen aber Räume, die erlauben, bei bestimmten Themen in die Tiefe zu gehen oder interessante Gedankenausflüge zu nehmen – haben Sie sich etwa noch nie gefragt, ob die Sache mit dem eigenen Weingut doch klappen könnte?
Carsten Henns Buch macht Spaß. Daran besteht kein Zweifel. In 66 Fragen – oder besser gesagt: in 66 kurzen Antworten darauf – beleuchtet er das Thema Wein von allen Seiten. Man erfährt, worüber die Branche spricht, und einiges über die Arbeit im Weinberg und im Keller. Launig schreibt Henn über die Erziehung der Rebstöcke, über das geheimnisvolle Konzept des „Terroirs“ und über verschiedene Korkenzieher. Henns Zugang ist niederschwellig; er versucht, das Thema möglichst breit und verständlich zu erklären. Das gelingt ihm auch. Allerdings hat diese Vorgehensweise ihren Preis: In vielen Punkten wird nur an der Oberfläche gekratzt, manches bleibt – zugegeben notwendigerweise – gänzlich ausgespart. So gesehen ist das Buch zwar amüsant, vom „Weinkenner“ (wie der Untertitel suggeriert) ist man nach der Lektüre aus meiner Sicht aber noch weit entfernt.
Champagner – das Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.1

Champagner – das Buch

Herstellung Genuss Kultur

Autor/-in: Verlag: AT Verlag

In der Champagne herrscht seit einiger Zeit Aufbruch-Stimmung. Die junge Generation hat begonnen, nachhaltigen Weinbau zu betreiben. Einige ihrer Vertreterinnen und Vertreter stellen auch eigenen Champagner her. Und was machen die großen Hersteller? … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Mit Champagner. Das Buch hat Peter Jauch sich ein Denkmal gesetzt. Das mag pathetisch klingen, doch es gibt zum Thema Champagner kaum ein anderes derart umfassendes und aktuelles Werk. Nachdem die Champagne als Region, ihre Rebsorten und ihre Eigenheiten beschrieben sind, kommen die Menschen zu Wort. Jauch hat sie in Gespräche verwickelt und spricht mit ihnen über ihre Leidenschaft: den Champagner. Es sind Menschen, die in der Welt des Champagners zu Hause sind – Leute wie Olivier Krug von Krug, Frédéric Rouzaud von Louis Roederer oder Lucie Pereyre de Nonancourt von Laurent-Perrier. Auch Sommeliers und Händler kommen zu Wort.
Am Ende bleibt das Bild einer großartigen Landschaft mit wunderbaren Weinen. Die letzten Seiten widmet Jauch seinen Kostnotizen – und auch die lesen sich so spannend wie ein Roman.
Das Champagner-Buch von Peter Jauch hat einen amtlichen Umfang und wirkt auf den ersten Blick fast einschüchternd – so viel scheint es über die feinsten Perlen zu erzählen. Doch schon nach wenigen Zeilen merkt man, wie angenehm und zugänglich der Schreibstil ist; man findet sofort hinein.
Das Buch ist in drei Themenblöcke gegliedert.
Unter „Erzähltes“ erhält der Leser fundierte Background-Informationen über Champagner – die Theorie dahinter. Gut zusammengestellt, nicht zu viel und nicht zu wenig, und sehr hilfreich, um Champagner besser verstehen und einordnen zu können.
Das Kapitel „Erlebtes“ rückt Champagner auf charmante Weise ins Licht und macht ihn aus verschiedenen Perspektiven erlebbar. Peter Jauch interviewt Winzer, Händler, Sommeliers/Sommelièren und Vertreter großer Champagnerhäuser – dadurch entsteht das Gefühl, echtes Insiderwissen zu bekommen.
Unter „Getrunkenes“ werden 43 Champagne-Winzer und -Häuser mit ihren verschiedenen Pricklern vorgestellt. Eine persönliche, gut kuratierte Auswahl von Peter Jauch, die eine gelungene Mischung bietet, um Champagner unterschiedlichster Machart kennenzulernen.
Hier geht es nicht nur um ein Getränk – Champagner ist eine Lebenseinstellung. Deshalb spricht Peter Jauch mit einer bunt gemischten, internationalen Auswahl von Champagner-Botschaftern und lässt sie die Geschichte rund um die prickelnden Delikatessen aus dem Pariser Becken erzählen. Wer könnte besser darüber berichten als Menschen, die sich Tag für Tag mit Champagner beschäftigen?
Eigentümer, Journalisten, Genießer und Sommeliers kommen zu Wort und sorgen für abwechslungsreiche Perspektiven. Zusätzlich erklärt Jauch die wichtigsten Punkte rund um Anbau, Herstellung und Geschmack einer kleinen Auswahl verschiedener Champagner.
Das Ergebnis ist ein Porträt des Produkts – edel ausgestattet und ergänzt durch hochwertige Fotografien.
Wie schon bei seinem Gin-Band gliedert Peter Jauch auch „Champagner – Das Buch“ in drei Teile: Erzähltes (inklusive Geschichte und Herstellung), Erlebtes und Getrunkenes.
Am stärksten ist das Werk in den über 50 Interviews – ein guter Mix aus Sommellerie, Küche, Presse, Handel und Produzenten. Warum Riedel Glas als einzige Marke acht Seiten erhält, bleibt allerdings fraglich. Verkostet wurde quer durch die Preisklassen: von günstig (Monopole Heidsieck) bis luxuriös (Krug), von Geheimtipp-Winzern (Moussé, Bougy) über Promi-Labels (Brignac, Miraval) bis zu den großen Häusern, mit fast vollständigem LVMH-Line-up. Für ein Kompendium fehlen jedoch wesentliche Namen: Salon, Selosse, Egly-Ouriet, Jacquesson, Dufour oder La Closerie.
Die Verkostungsnotizen sind solide, die empfohlenen Food-Pairings reichen von uninspiriert (Pizza, Pasta, Käse) bis charmant (Popcorn, Currywurst, Estragonrisotto mit Matcha). Großartig hingegen ist die grafische Gestaltung mit vielen eindrucksvollen Fotos. Eine Landkarte oder eine detaillierte Inhaltsübersicht hätte dem hochwertigen Coffee-Table-Format zusätzlich gutgetan.
Neugierige Anfänger*innen finden in „Champagner“ ein sehr schön gestaltetes Coffeetable-Buch mit solidem Warenkundeteil und einem recht ungeordneten, aber weit gefassten Blick in die Champagne. Für Fortgeschrittene fehlt es leider an Tiefgang. Aus dem Anspruch heraus, die Champagnerwelt von möglichst vielen Seiten zu betrachten, wurden über 50 Interviews mit Menschen aus Champagnerhäusern, Handel, Sommellerie oder dem Weinjournalismus geführt. Leider sind diese oft repetitiv und lesen sich streckenweise wie PR-Texte, nur wenige Aussagen werden hinterfragt. Große Trends und Entwicklungen wie die Winzerchampagner-Bewegung oder die Biodynamie kommen nur in vereinzelten Interviewfragen vor und werden nicht in einen größeren Kontext gesetzt. Die Magie, die das Getränk an sich verkörpert, springt nur selten über.
Wein
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 7.4

Wein

Der kompakte Guide zu Auswahl und Genuss. Verstehen, entdecken und kombinieren mit dieser übersichtlichen und praktischen Einführung

Autor/-in: Verlag: Prestel

Junges Weintalent bietet in diesem neuen Guide einen frischen Blick auf die Welt des Weins und alles, was man dazu wissen mussOb als Aperitif nach einem langen Arbeitstag, als Begleitung eines Abends mit Freunden oder als Krönung eines guten Essens: … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Von der Herstellung bis zum Genuss behandelt Charlotte Kristensen alle zentralen Themen rund um die edlen Tropfen. Eine solche „Gebrauchsanleitung“ für ein Leben mit Wein kann – und sollte – jeder einmal gelesen haben. Das Buch ist liebevoll gestaltet, mit einem farbenfrohen Layout, das abwechslungsreich durch hilfreiche Zeichnungen und ästhetische Fotografien ergänzt wird.
Vermittelt wird ein umfassendes Wissen: Durch den logischen Aufbau und das handliche Format lässt sich das Buch gut in den Alltag integrieren. Die Beispiele zur Kombination von Speisen und Wein sind bewusst allgemein gehalten; zu den vorgeschlagenen Gerichten gibt es gleich passende Rezepte dazu.
Als Quereinsteigerin kann sich Kristensen gut in ihre Leser hineinversetzen und schafft es, auf unterhaltsame Weise zu informieren.
Unkompliziert, spielerisch und mit einer angenehmen Leichtigkeit steigen wir mit der WSET-zertifizierten Weinpädagogin Charlotte Kristensen in die Weinwelt ein. Gut strukturiert führt uns die Britin und Wahl-Londonerin von Basics über Anbaugebiete und Rebsorten bis hin zu gelungenen Food-Pairings. Für jede und jeden ist etwas dabei: von asiatischer Entenkeule bis Auberginen-Curry. Rubriken wie „Wein zu Hause“ und „Wein unterwegs“ liefern praktische Tipps für die Anwendung des Weinwissens. Sprachlich bleibt Kristensen locker, schwungvoll und stets verständlich – Easy Consumption mit Side-Stories und Hands-on-Tipps. Manche Aspekte hätten etwas mehr Tiefgang vertragen.
Die Mischung aus Zeichnungen, Fotografien und Infografiken bringt Abwechslung und Nähe zur Autorin und ihrer Leidenschaft für Wein und Genuss. Viel wirkt handgemacht, gelegentlich jedoch etwas schlicht. Unterm Strich ein engagierter, sympathischer Einstieg in die Weinwelt, die der Quereinsteigerin so ans Herz gewachsen ist. Einfach, aber nie belanglos.
„Wein“ von Charlotte Kristensen ist ein kompaktes Handbuch für Einsteiger*innen. Dass es die Weinwelt recht schubladenhaft und wenig differenziert einordnet, mag selbsternannte Kenner erzürnen, bietet aber eine niedrigschwellige Grundorientierung für die unerfahrene Zielgruppe. Diese stört sich auch nicht daran, dass Kristensen auf überfordernde Ausführungen über Bordeaux-Subregionen oder Bodenformationen verzichtet und freut sich stattdessen über die verständliche Sprache und eine Rubrik wie „Kleines Geld, große Wirkung“, in der preisgünstige Alternativen zu überhypten Spitzenregionen genannt werden. An manchen Stellen geht das Weglassen allerdings zu weit: In der deutschen Buchausgabe wäre ein Blick auf die knifflige deutsche Qualitätspyramide hilfreich gewesen. Auch der Foodpairing-Guide ist so allgemein gehalten, dass sich der Nutzwert in Grenzen hält.
Das Buch richtet sich an Einsteigerinnen und Einsteiger und vermag diesen kurz und prägnant einen ersten Eindruck zu vermitteln. Die Texte lesen sich kurzweilig und machen Spaß, aber dem Buch fehlt die rote Linie. Man sollte nicht versuchen, es vom Anfang bis zum Ende zu lesen – zu leicht wird man abgelenkt. Die Bilder ergeben keine harmonische Bildsprache, die Grafik verwirrt häufig. Nimmt man das Buch aber immer wieder für ein paar Seiten zur Hand, macht es wirklich Spaß, vor allem jene Passagen, in denen die Rebsorten beschrieben werden. Summa summarum ein leicht verständliches, aber auch leicht oberflächliches Einstiegswerk. Inhaltlich sehr gut, in Sachen Fotografie und Grafik jedoch mit Luft nach oben.
Die britische Autorin Charlotte Kristensen gibt mit diesem kompakten Guide eine grundlegende Einführung in die Welt des Weins. Einmal komplett von vorne: wie man Wein verkostet, welche Weinsprache verwendet wird und wie sich Aromen präzise beschreiben lassen. Ein illustriertes Aromenrad hilft dabei, die passenden Vokabeln zu finden.
Von der Weinherstellung geht es weiter zu Steckbriefen der wichtigsten Rebsorten. Auf einer Seite wird jeweils die Rebsorte kurz und knackig vorgestellt, auf der gegenüberliegenden findet sich ein Beispielwein samt charakteristischer Aromen. Um die Themen etwas aufzulockern, werden einzelne Inhalte in Frage-und-Antwort-Form vermittelt – prägnant und ohne langatmige Kapitel.
Recht umfangreich fällt das Kapitel zum Food-Pairing aus. Abgerundet wird das Buch durch Servicethemen wie Lagerung und Servieren von Wein. Insgesamt ist der Stil eher nüchtern gehalten. Für alle, die gerade erst ins „Wein-Game“ einsteigen und kein extravagantes Fachbuch suchen, ist es sicher eine solide Wahl. Allerdings könnte das Thema Wein heute durchaus moderner aufbereitet sein.

Weitere Kochbücher zum Thema Wein aus den früheren Jahren:

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