Simply Wine
Mit 66 Fragen zum Weinkenner – der etwas andere Wein-Guide
Autor/-in: Carsten HennVerlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Bestsellerautor Carsten Henn kann nicht nur kulinarische Kriminalromane, er schreibt auch kriminell gut über Wein: In seinem neuen Weinbuch schenkt der renommierte Weinjournalist und Weinbauer sein fundiertes fachliches Know-how einzigartig praktisch … [weiterlesen]
Preis: € 22,99
Begründung der Jury:
Die Fragen sind in neun Themenblöcke gegliedert – „Das kleine Wein-Mal-Eins“ macht den Anfang und bietet eine strukturierte Einführung in die Welt des Weins. Die Fragen sind klug gewählt, die Antworten kurz, prägnant und à point formuliert. Besonders mag ich das letzte Kapitel – „Insiderwissen“. Dort stellt Carsten Henn richtig spannende Fragen wie zum Beispiel Nr. 60: „Schmeckt man den Klimawandel?“ oder Nr. 61: „Was ist Pét Nat?“.
Durch den Fragenstil kann sich jeder in seinem ganz eigenen Tempo „portionsweise“ Weinwissen aneignen. Eine echte Empfehlung für alle, die sich mit Wein noch nicht wirklich auskennen, Lust haben, sich damit zu beschäftigen, daraus aber keine Wissenschaft machen möchten.
Gut gegliedert in neun übergeordnete Themen (Insiderwissen, Herstellung, Essensbegleitung, Weinkauf …) werden die Fragen in leicht verdaulichen Portionen beantwortet: mal kurz auf einer Seite, mal ausführlicher auf fünf. Immer locker, oft humorvoll, nie zynisch. Die Illustrationen von Leo Leowald lockern das Ganze stilistisch treffend auf. Tabellen zu Restzucker oder Trinktemperaturen sind sinnvoll – und könnten gerne zahlreicher sein. Auch vereinfachte Karten und grafische Herstellungsübersichten wären hilfreich gewesen.
Dennoch: Der Titel hält, was er verspricht, und bietet auch Fortgeschrittenen zahlreiche historische Fun Facts und kluge Nebensätze. Ein starkes, unterhaltsames Grundlagenbuch.
Die Herangehensweise, das Thema nicht wie eine Enzyklopädie aufzubauen, sondern als Frage-Antwort-Spiel zu strukturieren, ist ausgesprochen geschickt. Sie nimmt Berührungsängste, verkürzt Lernwege und erleichtert vor allem Neulingen den Einstieg, die noch gar nicht wissen, welche Themen die Weinwelt umfasst. Da man solche Bücher selten am Stück liest, ist die klare Gliederung ein großer Vorteil – man kann zwischen den Themen springen, ohne den roten Faden zu verlieren.
Ein weiterer Pluspunkt ist das handliche Taschenbuchformat – ideal für unterwegs, wenn man Wartezeiten mit Lektüre überbrücken möchte.
Champagner – das Buch
Herstellung Genuss Kultur
Autor/-in: Peter JauchVerlag: AT Verlag
In der Champagne herrscht seit einiger Zeit Aufbruch-Stimmung. Die junge Generation hat begonnen, nachhaltigen Weinbau zu betreiben. Einige ihrer Vertreterinnen und Vertreter stellen auch eigenen Champagner her. Und was machen die großen Hersteller? … [weiterlesen]
Preis: € 65,00
Begründung der Jury:
Am Ende bleibt das Bild einer großartigen Landschaft mit wunderbaren Weinen. Die letzten Seiten widmet Jauch seinen Kostnotizen – und auch die lesen sich so spannend wie ein Roman.
Das Buch ist in drei Themenblöcke gegliedert.
Unter „Erzähltes“ erhält der Leser fundierte Background-Informationen über Champagner – die Theorie dahinter. Gut zusammengestellt, nicht zu viel und nicht zu wenig, und sehr hilfreich, um Champagner besser verstehen und einordnen zu können.
Das Kapitel „Erlebtes“ rückt Champagner auf charmante Weise ins Licht und macht ihn aus verschiedenen Perspektiven erlebbar. Peter Jauch interviewt Winzer, Händler, Sommeliers/Sommelièren und Vertreter großer Champagnerhäuser – dadurch entsteht das Gefühl, echtes Insiderwissen zu bekommen.
Unter „Getrunkenes“ werden 43 Champagne-Winzer und -Häuser mit ihren verschiedenen Pricklern vorgestellt. Eine persönliche, gut kuratierte Auswahl von Peter Jauch, die eine gelungene Mischung bietet, um Champagner unterschiedlichster Machart kennenzulernen.
Eigentümer, Journalisten, Genießer und Sommeliers kommen zu Wort und sorgen für abwechslungsreiche Perspektiven. Zusätzlich erklärt Jauch die wichtigsten Punkte rund um Anbau, Herstellung und Geschmack einer kleinen Auswahl verschiedener Champagner.
Das Ergebnis ist ein Porträt des Produkts – edel ausgestattet und ergänzt durch hochwertige Fotografien.
Am stärksten ist das Werk in den über 50 Interviews – ein guter Mix aus Sommellerie, Küche, Presse, Handel und Produzenten. Warum Riedel Glas als einzige Marke acht Seiten erhält, bleibt allerdings fraglich. Verkostet wurde quer durch die Preisklassen: von günstig (Monopole Heidsieck) bis luxuriös (Krug), von Geheimtipp-Winzern (Moussé, Bougy) über Promi-Labels (Brignac, Miraval) bis zu den großen Häusern, mit fast vollständigem LVMH-Line-up. Für ein Kompendium fehlen jedoch wesentliche Namen: Salon, Selosse, Egly-Ouriet, Jacquesson, Dufour oder La Closerie.
Die Verkostungsnotizen sind solide, die empfohlenen Food-Pairings reichen von uninspiriert (Pizza, Pasta, Käse) bis charmant (Popcorn, Currywurst, Estragonrisotto mit Matcha). Großartig hingegen ist die grafische Gestaltung mit vielen eindrucksvollen Fotos. Eine Landkarte oder eine detaillierte Inhaltsübersicht hätte dem hochwertigen Coffee-Table-Format zusätzlich gutgetan.
Wein
Der kompakte Guide zu Auswahl und Genuss. Verstehen, entdecken und kombinieren mit dieser übersichtlichen und praktischen Einführung
Autor/-in: Charlotte KristensenVerlag: Prestel
Junges Weintalent bietet in diesem neuen Guide einen frischen Blick auf die Welt des Weins und alles, was man dazu wissen mussOb als Aperitif nach einem langen Arbeitstag, als Begleitung eines Abends mit Freunden oder als Krönung eines guten Essens: … [weiterlesen]
Preis: € 22,00
Begründung der Jury:
Vermittelt wird ein umfassendes Wissen: Durch den logischen Aufbau und das handliche Format lässt sich das Buch gut in den Alltag integrieren. Die Beispiele zur Kombination von Speisen und Wein sind bewusst allgemein gehalten; zu den vorgeschlagenen Gerichten gibt es gleich passende Rezepte dazu.
Als Quereinsteigerin kann sich Kristensen gut in ihre Leser hineinversetzen und schafft es, auf unterhaltsame Weise zu informieren.
Die Mischung aus Zeichnungen, Fotografien und Infografiken bringt Abwechslung und Nähe zur Autorin und ihrer Leidenschaft für Wein und Genuss. Viel wirkt handgemacht, gelegentlich jedoch etwas schlicht. Unterm Strich ein engagierter, sympathischer Einstieg in die Weinwelt, die der Quereinsteigerin so ans Herz gewachsen ist. Einfach, aber nie belanglos.
Von der Weinherstellung geht es weiter zu Steckbriefen der wichtigsten Rebsorten. Auf einer Seite wird jeweils die Rebsorte kurz und knackig vorgestellt, auf der gegenüberliegenden findet sich ein Beispielwein samt charakteristischer Aromen. Um die Themen etwas aufzulockern, werden einzelne Inhalte in Frage-und-Antwort-Form vermittelt – prägnant und ohne langatmige Kapitel.
Recht umfangreich fällt das Kapitel zum Food-Pairing aus. Abgerundet wird das Buch durch Servicethemen wie Lagerung und Servieren von Wein. Insgesamt ist der Stil eher nüchtern gehalten. Für alle, die gerade erst ins „Wein-Game“ einsteigen und kein extravagantes Fachbuch suchen, ist es sicher eine solide Wahl. Allerdings könnte das Thema Wein heute durchaus moderner aufbereitet sein.


