Die besten Kochbücher für osteuropäische Küche
Das Polen-Backbuch
Über 100 Rezepte von herzhaft bis süß, altbewährt und modern interpretiert: Rustikale Brote, knusprige Bagel, saftige Kuchen, üppige Torten und vieles mehr
Autor/-in: Laurel KratochvilaVerlag: Prestel
Polnische Backkunst neu entdecktIn ihrem neuen Backbuch begibt sich die Bäckerin Laurel Kratochvila auf die Suche nach ihren polnisch-jüdischen Wurzeln und stellt über 100 süße und herzhafte Rezepte zusammen, die die Vielfalt der polnischen Backtradition … [weiterlesen]
Preis: € 34,00
Begründung der Jury:
Die Intros zu den Rezepten machen das Buch lebendig und geben eine persönliche Note. Unaufgeregtes Layout und ehrliche Fotografie unterstreichen sehr gut die Bodenständigkeit der polnischen Backkunst, denn exotische und extravagante Backwerke findet man hier weniger, dafür Comfort-Naschwerk vom Feinsten: Puddingstreusel mit Himbeeren, Rugelach mit Aprikose und Schokolade oder auch mal herzhafte Köstlichkeiten wie Sauerkirsch-Kolatschen mit Schafskäse oder tatarische Teigtaschen. Ob altbewährt oder modern interpretiert: Die Endergebnisse sind köstlich.
Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die das Backen lieben!
Sie erzählt von Auswanderern und ihren Rezepten, von religiösen Festen und Alltagsgebäck, von den Bagels, deren Ursprung sich Polen und Litauen gerne mal streitig machen (aber das bleibt unter uns), und die in New York zu Ikonen wurden.
Jedes Rezept trägt eine Geschichte – Mohnstangen, Challa, Plunder mit Pfifferlingen und Rauchkäse, Fleischpastetchen, Baba au Rhum. Die Arbeitsschritte sind sorgfältig erklärt, handwerklich fundiert, manchmal mit Sauerteig und langer Teigreife.
Was dieses Buch aber wirklich hervorhebt, ist seine visuelle Sprache: die knalligen Farben, die großen Schriften, der Mut zu Neon – das ist kein zurückhaltendes Backbuch, das ist ein Statement.
Die Fotografie von Małgosia Minta lenkt nicht ab, sie feiert. Ein Hauch Retro, ohne nostalgisch zu werden. Kratochvila lässt Traditionen wiederaufleben, die fast vergessen waren, macht sie zugänglich, lebendig. Geschichte wird hier nicht nur erzählt, sondern gebacken – und schmeckt wunderbar.
Osteuropa auf dem Tisch – und wir lieben es.
Kapusta
Osteuropäische Gemüseküche. Von Polen über Tschechien bis Belarus. Leckere Rezepte aus der traditionellen osteuropäischen Küche
Autor/-in: Alissa TimoshkinaVerlag: DK Verlag Dorling Kindersley
Osteuropäische Küche – köstlich wie nie• Zeitgemäß und lecker: Einfache Gemüsegerichte aus Osteuropa• Ein Kochbuch voller Geschmack, Geschichte und Bedeutung• Fermentieren und Einmachen: Alles über osteuropäische Küchentraditionen• … [weiterlesen]
Preis: € 29,95
Begründung der Jury:
Das Gerüst des Kochbuchs fußt auf den fünf beliebtesten Gemüsesorten in Osteuropa: Kohl, Karotten, Kartoffeln, Rote Bete und Pilze. Wer hier ein vegetarisches Kochbuch vermutet, irrt: Auch Fleischgerichte sind dabei, diese lassen sich jedoch problemlos veganisieren. Die Gerichte sind zum Teil vertraut, zum Teil sanft neu gedacht. Trotz eingebauter moderner Raffinessen bleibt die Seele der Gerichte jedoch ursprünglich und erdig (etwa der Schokoladenkuchen mit Roter Bete oder die Buchweizenpfanne mit Kimchi). Ich vermisse etwas mehr an Süßspeisenauswahl, dafür gibt es zwei extra Kapitel: eins für Teigtaschen und eins fürs Fermentieren. Es sind einfache, bodenständige Rezepte darin, die allesamt leicht nachzukochen sind.
Die Bildsprache ist sinnlich, ehrlich und ein wenig melancholisch. Ich schätze es, wie die Autorin die kulinarische DNA der Osteuropäer reflektiert, ohne dabei langweilig zu werden. Essen als Sprache der Einheit – dieser Gedanke bleibt hängen.
Timoshkina, russisch-britische Historikerin und Mitbegründerin von #CookForUkraine (die Kampagne sammelte fast 2,5 Millionen Pfund), konzentriert sich auf die fünf wichtigsten Gemüse Osteuropas: Kohl, Rote Bete, Kartoffeln, Karotten und Pilze.
Jedes bekommt sein eigenes Kapitel, jedes wird in seiner ganzen Vielfalt gefeiert – als Suppe, Küchlein, Auflauf, geschmort.
Hinzu kommt ein Kapitel über Teigtaschen in all ihren regionalen Variationen sowie eines über Sauergemüse und Eingemachtes – Fermentationstechniken, die fast vergessen waren.
Timoshkinas Familiengeschichte – ukrainisch-jüdisch, polnisch, russisch, weißrussisch – durchzieht das Buch wie ein roter Faden.
Die Rezepte sind puristisch, unverfälscht, manchmal rustikal: Kohlrouladen, Pierogi, Borschtsch, Buchweizenpfannkuchen.
Die Fotografie mag nicht hochglänzend sein, aber sie fängt genau diese Behaglichkeit ein, diese Wärme, die von Omas Küche ausgeht.
Wer Raffinesse und moderne Interpretation sucht, wird hier vielleicht nicht fündig – aber wer Authentizität schätzt, bekommt genau das, was draufsteht: ehrliche osteuropäische Gemüseküche mit Herz und Seele.
Aber jetzt mal alle Vorurteile weg und ab in die Küche! Denn dieses Buch hat viele gute Seiten und zeigt, wie es auch anders gehen kann. Wie wäre es mit „Veganem Borschtsch mit Pilzen und Backpflaumen“, „Kohlrouladen mit Champignons und Perlgraupen in Sauerrahmsauce“ oder einem fantastischen „Rote-Bete-Eintopf mit Mangold und Feta“?
Okay, die Bildsprache mit Spitzendeckchen, Rüschenblusen, Tellern aus den 70ern und gedeckten Farben ist nicht ganz zeitgemäß, aber traditionell – so wie die wirklich vielen und teils traditionellen Rezepturen aus eben diesen Landesteilen. Osteuropäische DNA und Geschichte durch und durch. Es wird fermentiert und eingemacht, aber auch einfach schnell aufgetischt. Dieses Buch macht Spaß, diese Küchenkultur zu entdecken. Leider erst auf den zweiten Blick.
Albanien. Das Kochbuch
Wo mediterrane Frische auf orientalische Vielfalt trifft. Über wahre Gastfreundschaft und die Freude am Essen
Autor/-in: Thomas OrtlerVerlag: Christian
Albanien – wo Geschichte auf Genuss trifft. Dieses Kochbuch enthüllt die authentische, mediterrane Küche Albaniens, wo Tradition und Moderne verschmelzen: Von frisch gebackenem Brot, hausgemachtem Käse und Joghurt bis zu Gerichten vom offenen Feuer … [weiterlesen]
Preis: € 29,99
Begründung der Jury:
Das Buch bietet viel Lesestoff. Es sind Reisegeschichten, die über Kultur und die kulinarische Vielfalt Albaniens erzählen. Die Texte sind sehr ehrlich, persönlich, manchmal mit einer Prise Humor und manchmal mit einer Prise Tiefsinn.
Kraftvoll und eindringlich ist die Fotografie von Udo Bernhard. Man betrachtet die stillen Landschaften, die von einer entschleunigten Welt zeugen, schaut in die Augen der Menschen voller Gastfreundschaft und riecht förmlich den Duft des Schmortopfs, der auf dem offenen Feuer gart. Es ist dem Fotografen ein Stück weit gelungen, die Seele dieses Landes einzufangen. Großartig!
Der Aufbau des Buches nach Regionen des Landes passt zum Konzept einer kulinarischen Reise durch Albanien. In jedem Kapitel findet man die traditionellen Rezepte aus der jeweiligen Region. Die Rezepte sind meist authentisch, rustikal und puristisch. Zwar erfordern manche Rezepte etwas Kocherfahrung (ein selbstgemachter Byrek-Teig oder Eingeweide-Wurst könnten für einen Kochanfänger etwas herausfordernd werden), vieles ist jedoch leicht umzusetzen. Eine gute Ergänzung bildet hier das Kapitel „Toms albanische Küche für daheim“ – albanisch inspirierte Rezepte, unkompliziert und zugleich raffiniert wie „der schnellste Apfelstrudel der Welt mit Kataifi-Teig“.
Das folkloristisch anmutende Cover ist ein Hingucker und wirkt sehr lebendig.
Ein empfehlenswertes Buch für diejenigen, die sich für fremde Länderküchen begeistern, etwas Neues in der Küche wagen möchten und gerne lesen.
Was er mitbringt, liest sich wie ein kulinarisches Roadmovie. Über 70 authentische Rezepte, eingebettet in persönliche Begegnungen und Geschichten, die berühren.
Ortler hat vor Ort gekocht, gefeiert, gestaunt – in den Bergen, an der Küste, in kleinen Fischerhäusern wie dem Restaurant Te Naili, wo Klodiana riesige Karpfensteaks hackte, mit einem Stein wie der erste Homo habilis ihre Knoblauchpaste zubereitete, Fischrogen clever ins Gericht integrierte und mit Pflaumenmus eine raffinierte süßsaure Note kreierte.
Die Rezepte spiegeln die Vielfalt des Landes: mediterrane Fischsuppe mit Paprika-Note im Balkan-Stil, gefüllte Paprika, die sich wunderbar vorbereiten lassen, Börek mit geschmortem Wildschwein, Qifqi (frittierte Reisbällchen aus Gjirokastra) und als süßer Abschluss: Tiramisu Trileche, eine Verschmelzung aus italienischem Tiramisu und albanischem Drei-Milch-Kuchen.
Ortler schreibt mit Herz, Udo Bernharts atmosphärische Fotografien fangen die Stimmungen ein – die Dampfschwaden, die Gesichter, die Landschaften.
Albanien bewegt sich zwischen Tradition und Aufbruch, und genau das schmeckt man in jedem Gericht. Ein Buch, das Brücken baut und Welten verbindet.
Dieses Buch will gelesen und die Rezepte entdeckt werden. Egal ob „Forellen-Ceviche“, Hühnersuppen aus verschiedenen Landesteilen oder – ja – auch mal in „Ziegenhaut fermentierter Joghurt“. Dieses Buch steckt voller Liebe und voller Fotos von albanischen Frauen, allesamt Köchinnen mit Herz. Und ihre Gerichte halten sie stolz in die Kamera. Wunderbar!


