Was kocht Hanna
Fancy Comfort Food für jeden Tag – Das Kochbuch mit 80 einfach guten Rezepten: easy, saisonal, alltagstauglich und super tasty
Autor/-in: Hanna RederVerlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Hanna kocht einfach gut!
Was kocht Hanna am liebsten? Easy & tasty „Jeden-Tag-Küche“. Aus wenigen, guten und saisonalen Zutaten zaubert die beliebte Szeneköchin im Handumdrehen Gerichte, die flexibel und nachhaltig sind und immer ein besonderes … [weiterlesen]
Preis: € 27,90
Begründung der Jury:
Sie schafft den Spagat, den nur wenige schaffen: Sie schreibt so, dass Anfänger:innen sich trauen, und gleichzeitig so, dass Fortgeschrittene denken: „Ok wow – darauf bin ich noch nicht gekommen!“. Die Gerichte sind zugänglich und haben zugleich einen kleinen Twist: Kressesauce, Kokostopping, knuspriger Reis, Blauschimmel, Senfsaat. Fancy Comfort Food nennt sie es. Passt.
Highlights? Spargelpäckchen mit frittierten Kapern und rohem Eigelb, Kohlrabisalat mit Mohn, Tomaten-Pflaumen-Salat mit frittierter Senfsaat, Windbeutel mit Earl-Grey-Ganache. Ich schmecke die Gerichte beim Lesen.
Annika Krügers Fotografie passt wunderbar dazu: sonnig, dynamisch, ungekünstelt. Die Bilder wirken spontan – und sind doch sorgfältig komponiert. Das Layout ist hochmodern und trotzdem warm, fast ein bisschen nostalgisch. Übersichtlich, liebevoll, abwechslungsreich. Ein Buch, das ich gern aufgeschlagen lasse.
Das Buch ist wie eine Einladung zum Kochen – ohne Regelwerk, dafür mit Charme, Bauchgefühl und Neugier. Und dann diese Playlist! Hanna – wir kennen uns nicht, aber ich möchte SO gern mit dir kochen. Ich weiß einfach: Das wird gut.
Bereits das Durchblättern der sehr persönlichen Einführung mit Fotos macht Laune, die Rezepte dann richtig Lust: Im Frühling Spargel in Backpapier zu wickeln und mit frittierten Kapern und Salzzitrone zu garnieren, ist stimmig.
Die Rezepte überzeugen durch viele gute Ideen bei maximal machbarer Umsetzung, sowohl was den Einkauf der Zutaten als auch die Kochfertigkeiten betrifft. Schön auch die kuratierte Playlist per QR-Code zum Scannen und Hören. Denn Kochen ohne Musik kommt bei ihr ebenso wie bei mir sehr selten vor. I like.
Besonders praktisch sind die Informationen vor jedem Rezept: Zubereitungszeit, Ruhezeit, Fermentierzeit, benötigte Utensilien – alles wird kompakt vorab erklärt und sorgt für Planbarkeit. Ein charmantes Detail ist die Musikplaylist, die per QR-Code erreichbar ist. Hygge wäre vor ein paar Jahren das passende Wort gewesen – ein schönes, warmes, haptisch ansprechendes Werk.
Bei ihrem kulinarischen Ritt durch die Jahreszeiten stechen vor allem die Gemüse- und Salatvarianten hervor, etwa Kohlrabi mit Mohn oder Tomaten-Pflaumen-Salat mit frittierter Senfsaat. Andere Gerichte – etwa Kartoffeln mit Kräuterquark – dürften selbst für Laien zu banal sein. Und Freundinnen und Freunde von Fisch und Fleisch kommen fast gar nicht auf ihre Kosten.
Erfrischend ist neben ihrem Faible für Zitrone in allen Varianten, dass sie die Leserinnen und Leser immer wieder mit praktischen Tipps zum Improvisieren überrascht.
Simple is Best
Einfach aussergewöhnliche Rezepte
Autor/-in: Ralph SchellingVerlag: AT Verlag
Wie man Menschen verwöhnt, die schon alles haben, weiß Ralph Schelling. Der Private Chef reist zu seiner betuchten Klientel auf der ganzen Welt und bekocht sie. Sein Herz gehört der lokalen Alltagsküche, die er mit Innovation, viel Aroma und einer … [weiterlesen]
Preis: € 36,00
Begründung der Jury:
Die Rezepturen sind klar strukturiert und nicht nur für Einsteiger und Einsteigerinnen perfekt – sie benötigen weder aufwendigen Einkauf noch Profizubehör. Allein bei Bildern und Layout hätte ein bisschen mehr Liebe gutgetan. Ambitioniertere Hobbyköchinnen und Hobbyköche dürften für einige Gerichte schon ihre eigenen Lieblingsrezepte haben, sich aber vielleicht daran erinnern, was einfach – und gut – ist.
Die Reiselust, gepaart mit Ruhe- und Rastlosigkeit, zieht sich auch durch das Werk. Viele Farben, verschiedene Schriftgrößen und -typen, quirlige und etwas zu oft diffuse Fotos sowie zahlreiche Anglizismen zeugen vom internationalen Abenteuer der Entstehung. Sehr hilfreich sind die Tipps zu jeder Rezeptur, die Variationen ermöglichen und Spielraum lassen. Außerdem merkt man schnell, dass hier ein Profi am Werk ist; viele Ideen lassen sich direkt in ein imaginäres, mondänes Bistrot transportieren.
Die Zutatenlisten sind angenehm kurz – zugleich tauchen aber Produkte wie Hojicha-Tee, Jasminessenz oder Kombupulver auf, die nicht überall leicht zu bekommen sind. An manchen Stellen hätte ich mir bei Klassikern ein mutigeres Abbiegen gewünscht, vor allem in „Big Plates“. Fleischbällchen mit Kartoffelbrei, Kotelett mit Rosmarinkartoffeln, geschmorte Kalbsbäckchen – alles lecker, aber vertraut. Richtig spannend wird es in „Small Plates“: Pesce Crudo mit Orange und Salzkapern, Gemüsebällchen mit Green Herb Sauce oder die Faux Gras – eine vegetarische Interpretation von Foie Gras.
Sehr charmant sind die kleinen persönlichen Anekdoten, die das Buch durchziehen und ihm Wärme verleihen. Mein Favorit: die Quick Tortilla aus Chips statt Bratkartoffeln. Schneller geht’s nicht.
Markus Pritzis Bilder lassen uns Ralph beim Kochen über die Schulter schauen, die Bildsprache hat keine gestellte Hochglanzanmutung – sie macht schlicht Lust, sofort selbst loszulegen. Ein charmantes, weitgehend alltagstaugliches Kochbuch mit einem Hauch Luxusküche. Wermutstropfen: die fehlenden Zeitangaben.
Geschmack und Technik verlangen teils spezielle Zutaten und Zeit, sodass sich das Buch nur bedingt als „einfach“ für breite Haushalte empfiehlt. Optisch und erzählerisch, mit Anekdoten von seinen Reisen, bietet das Buch eine hübsche Profiästhetik, verliert dabei aber bisweilen die Praxisnähe und konkrete Menüführung, wie Hobbyköche sie sich wünschen.
Eat Yourself Healthy
Rezepte für ein neues Lebensgefühl. Inklusive 2-Wochen-Kickstarter-Plan, 50 Hacks und 120 Rezepte für eine gesündere Ernährung
Autor/-in: Jamie OliverVerlag: DK Verlag Dorling Kindersley
Starte dein gutes Leben mit Jamies Kochbuch über gesunde Ernährung, in dem es um das "mehr" geht: mehr Geschmack, mehr Freude, mehr Energie, mehr Schlaf!In diesem außergewöhnlichen Kochbuch erwarten dich 120 fabelhafte Rezepte, die nicht nur Energie … [weiterlesen]
Preis: € 32,00
Begründung der Jury:
Sehr sympathisch: die pragmatischen Abkürzungen. TK-Gemüse, Hülsenfrüchte aus der Dose, eingelegte Paprika – Jamie zeigt, wie man auch mit einfachen Mitteln und wenig Zeit großartig kochen kann. Manche Gerichte wirken durch Vollkorn und Hülsenfrüchte zunächst etwas schwer, werden aber mit Kräutern, frischem Gemüse und Säure clever balanciert.
David Loftus fängt die Rezepte in seinem typischen Stil ein: klar, reduziert, wunderschön in weichem Licht. Das Kapitelprinzip (morgens–mittags–abends–Wochenende–Desserts & Drinks) funktioniert hervorragend.
Angetan haben es mir gerade die kleinen Ideen: Röstbrot, Sardinen und Tomatensalat mit Paprika aus dem Glas. Oder hartgekochte Eier, die durch Einlegesud zur Geschmacksexplosion werden. Karotten-Gazpacho mit Weintrauben und Feta – oder das Thai-Fisch-Curry in zehn Minuten.
Cleveres Detail: Jedes Kapitel startet mit dem schnellsten Rezept.
Das Buch selbst ist warm, bunt und gut strukturiert, weitgehend ohne erhobenen Zeigefinger. Wer es komplett liest, erhält präzise Nährwertangaben der Grundrezepte, untermalt von aufmunternden Gesundheitstipps wie „Bewegt euch“, „Finger weg vom Alkohol“ oder „Schlaft gut“. Wer sich ganz einlässt und sogar den Zwei-Wochen-Speiseplan mitmacht, wird an die Hand genommen und erhält einfache, gesunde Rezepte mit echtem Mehrwert für Wohlbefinden und Gesundheit.
Allerdings, das muss ich zugeben, bieten seine Rezepte für Frühstück, Mittag und Abend sowie die Getränke meist neue Geschmackserlebnisse. Gewohnt gut nachvollziehbar und unkompliziert sind sie auch aufgeschrieben.
Ob nun aber Kreationen wie ein cremiges Turbo-Omelette mit Cannellini-Bohnen aus der Dose und Parmesan oder das Happy Fish Pie aus gefrorenen Fischfilets wirklich besonders gesund sind und die erwünschten Resultate bringen, ist nicht nachvollziehbar.
Warum aber nicht? Wer also vertraut und gute Vorsätze hat, nur zu.
Die Gerichte sind sehr einfach gehalten, mit klaren mediterranen und asiatischen Einschlägen. Der Fokus liegt vor allem auf Obst und Gemüse. Die Rezepte sind gut strukturiert, mit übersichtlicher Zutatenliste und Zubereitungszeit – wobei letztere für Kochanfängerinnen und Kochanfänger wohl kaum einzuhalten sein dürfte.
Von Null auf Lecker
Besser kochen, besser essen! | Über 100 Lieblingsrezepte und Basiswissen zu Saucen, Gewürzen, Aufbewahrung und mehr
Autor/-in: Manuel StruckVerlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Manuel Struck, der beliebte Content Creator und Profikoch, den meisten besser bekannt als chateau.briand, hat mit sehr viel Herzblut eine anschauliche, leicht verständliche und innovative Kochschule geschrieben. Sie ist für alle geeignet, die gerade … [weiterlesen]
Preis: € 21,99
Begründung der Jury:
Vorbereitung, Equipment, Lagerung, Basiszutaten: alles drin. Die Garverfahren-Tabelle ist ein kleines Geschenk. Ich frage mich allerdings, warum nirgends Zeitangaben stehen – gerade Ungeübten hilft diese Orientierung.
Jo Kirchherrs Fotos sind klassisch, sauber, aufgeräumt – vielleicht ein bisschen zu zurückhaltend? Sie transportieren nicht so ganz die nahbare, lockere Energie, die Manuel in seinen Videos ausstrahlt.
Ein gutes Einstiegswerk, stabil, hilfreich, zugänglich, mit vielen Anleitungen für Grundsaucen und Basics in der Zubereitung. Was mir gerade nach dem Titel fehlt, sind ein paar „Oh wow, so habe ich das noch nie gemacht“-Momente in Rezepten wie Panzanella, Käse-Hack-Lauch-Suppe, Königsberger Klopse mit Bete-Salat oder Scholle Finkenwerder Art.
Aber gut – vielleicht liegt das daran, dass ich nicht mehr zur Zielgruppe der ganz neuen Köch:innen gehöre…
Zusätzlich vermittelt Struck Wichtiges zu Grundausstattung, Food-Fachbegriffen und dem Umgang mit Kochutensilien, etwa zum Messerschleifen. Zwischen den Rezepten finden sich farblich unterschiedliche Basics-Sparten, die gelegentlich etwas verwirrend sein können. Andererseits erleichtern die präzisen Rezeptangaben und klaren Fotostrecken das Nachkochen. Beim Lesen entsteht immer wieder der Wunsch, sich von Manuel einmal im Restaurant bekochen zu lassen.
Die Rezepte sind gut strukturiert, aber insgesamt sehr konventionell. Neben vielen deutschen Wohlfühlklassikern wie deftigem Schweinebraten, Scholle und Gänsekeulen gibt es auch Pfirsichsalat, Malfatti oder asiatische Kürbis-Pasta.
Schade ist, dass es keine QR-Codes zu seinen Insta-Reels gibt, die das Nachkochen erleichtern würden. Das Buch ist nichts (mehr) für erfahrene Hobbyköchinnen und Hobbyköche, aber umso mehr für alle, die es werden wollen.
Die werden dann allerdings von ihrem Farfalle-Nudelsalat mit getrockneten Tomaten und Feta enttäuscht sein. Mich jedenfalls holt das Buch nicht ab – auch nicht die Fotografie oder die grell-grüne, unruhige Aufmachung.
Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends
Über 100 neue Rezepte für jede Tageszeit
Autor/-in: Steffen HensslerVerlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Egal, ob du morgens wenig Zeit hast, ein schnelles Mittagessen brauchst oder nach Feierabend keine Lust auf stundenlanges Kochen verspürst – mit dem neuen Band "Hensslers Schnelle Nummer – morgens, mittags, abends" zauberst du in Minuten köstliche … [weiterlesen]
Preis: € 29,90
Begründung der Jury:
Frank von Wiedings Fotos sind reduziert, klar, ein bisschen hochglanzig – sie funktionieren gut, aber sie haben weniger Persönlichkeit als Hensslers übliche Bühnenpräsenz.
Die Rezepte führen einmal quer durch alle Gelüste: deutsche Klassiker, Reispapier-Frühstück, drei Versionen Avocado, saftige Burger, scharfe Asien-Küche, Knuspriges aus dem Ofen: salzig, frisch, deftig, knusprig, süß. Dabei ohne Anspruch auf Perfektion, aber mit maximalem Spaß.
Ich hab sogar ein paar Seiten markiert: Burrata-Sandwich mit Pfirsich, Spargel vom Blech mit Sesam & Koriander, Kopfsalat mit Passionsfrucht – alles richtig gute Ideen.
Große Klappe – und sogar noch was dahinter…
Die Tendenz geht klar in Richtung Comfort Food: Sattessen, Bodenständigkeit, gutes Gewissen durch Genuss – Clean Eating oder Fine Dining sind hier nicht gefragt. Warum allerdings Butter Chicken abends, Smash Burger mittags und spanische Tortilla morgens serviert werden sollen, obwohl der Aufwand ähnlich hoch ist, bleibt ein Rätsel.
Ebenso „Mittags“: Für Blumenkohl mit Butterkäse oder einen Hamburger braucht kaum jemand eine Anleitung. Ganz abgesehen davon, dass ein Patty mit Paprikapulver nicht bei hoher Hitze in der Pfanne angebraten werden sollte.
Dafür gibt es einige eingängige One-Pot-Gerichte, die für Laien interessant sein könnten. Zudem erschließt sich nicht, was der Unterschied zu „Abends“ sein soll – denn dort geht es nahtlos weiter mit einer Mischung aus ähnlichen Gerichten, meist mediterran oder asiatisch angehaucht.
Und dann kommt noch hinzu: Es sieht nicht mal lecker aus auf den Fotos. Kurz: Die – zugegeben – Blitzgerichte mögen zwar einfach sein und die Zubereitung im Sinne des Rezepts gelingen. Doch schmecken tun sie deswegen noch lange nicht.
Denn fürs Kichererbsencurry als einziges Gewürz einfach ein Currypulver empfehlen? Ich weiß ja nicht …
Nur für absolute Beginner – oder Nicht-Köche, die sich das erste Mal in ihrem Leben an Lebensmittel herantrauen und ihr Repertoire von Pasta mit Pesto erweitern wollen.


