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Die besten Kochbücher für einfache und schnelle Küche

202220212020
ONE
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.7

ONE

Geniale One Pot Gerichte

Autor/-in: Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley

Jamie Olivers Versprechen: Die Hälfte seiner Rezepte soll pro Person höchstens 2,50 Euro kosten. 70% der Gerichte stuft er als alltagstauglich ein und 65% sind fleischlos oder fleischarm. Beispiele sind Champignon-Carbonara-Pasta, Tomaten-Gnocchi mit grünem Spargel und Pesto, Salat aus gerösteten Karotten, geschmorte Hähnchenkeulen mit Bacon, Kichererbsen-Shakshuka und und honigglasierte Schweinerippchen.

Begründung der Jury:

Erneut beweist Jamie Oliver, dass er weiß, was er tut. In “One” ist ihm die perfekte Darstellung einfacher Gerichte für den Alltag gelungen. Bereits die simple Übersicht über Rezept und Zutaten lädt auch die größten Kochmuffel ein, sich mit dem Handwerk zu beschäftigen. Selbst nach so vielen Kochbüchern lässt auch dieses Exemplar auf keiner Seite die Liebe vermissen. Sowohl die Darstellung der Zutaten wie auch die Umsetzung der Fotografie macht Lust auf jedes einzelne Rezept. Dieses Buch gehört, wie auch viele andere des Autors, in jedes Kochbuchregal.
Ein-Topf-Gerichte versprechen wenig Aufwand und wenig Abwasch. Jamie Oliver hat dieses Kochbuch seiner Number One (seiner Frau Jools) gewidmet. Auf rund 300 Seiten gibt es einfache, leckere Rezepte. Die Fotografie ist routiniert ansprechend, die Rezepte ordentlich und detailliert, wie man es von Jamie Oliver erwarten darf. Hier fühle ich mich abgeholt. Die Rezepte verstehe ich sofort und denke: Morgen koche ich die Hühnersuppe mit Mais, übermorgen das Cajun-Hähnchen aus dem Ofen …
Jamie wieder. Er kann’s halt. Die über 120 Rezepte sind nicht nur simpel, sondern zum großen Teil auch familientauglich und vollwertig: Glorreiche Gemüsetortilla, Krasse Cannelloni, Knuspriger Kartoffelkuchen, Honigglasierte Rippchen, ganze fünf Shakshuka-Varianten und fix gefüllte Fladenbrote. Ein eigenes Kapitel ist dem Vorratskochen gewidmet: Zubereitet wird eine Grundlage mit jeweils 4-6 Ideen für Reste. Auch die Desserts können sich sehen lassen und am Ende gibt’s noch Ernährungstipps. Layout und Bildsprache sind klar und ästhetisch. Die Rezeptfotos sind so mundwässernd gut, dass man hineinkriechen möchte in die Gerichte. Noch ein paar Zahlen: 50% der Rezepte sollen höchstens 2,50 Euro pro Portion kosten, 65% sind vegetarisch und 100% werden in genau 1 Kochgeschirr gegart. Knaller!
In One zeigt Jamie Gerichte, die ausschließlich in einer Pfanne, einem Topf, oder einer Auflaufform gekocht werden. Damit macht er schon mal die Fans von wenig Abwasch und einfacher Küche glücklich. Respekt. Wirklich toll ist, daß alle Zutaten am linken Seitenrand mit einem Foto abgebildet sind. Das ist super für alle Einsteiger. Jamie bedient sich dabei u.a. an Zutaten, die gleich reihenweise fertig aus dem Supermarkt kommen. Gefremdelt habe ich mit gekochtem Reis aus der Tüte und gekochten Früh-Kartoffeln aus der Büchse. Viele Rezepte starten mit seinen Favorits, wie Olivenöl, Knoblauch, Lauchzwiebel (muss man nicht schälen), Bacon, körnigem Frischkäse und of course Parmesan. Für Erstleser eines Oliver Buches ist das sicher eine ganz spannende und coole Kochwelt. Für uns, die wir schon ein paar seiner Bücher im Regal haben, variiert der Meister nur geschickt seine Standardzutaten. Kohlenhydrate stehen ebenfalls hoch im Kurs. Ich persönlich hätte mir mehr Gerichte mit „schlanken“ Zutaten gewünscht. Aber wer weiß, vielleicht kommt ihm diese Erleuchtung beim nächsten Buch. Und das kommt bestimmt! Fazit: Ein vielseitiges Kochbuch. Ein Buch für Einsteiger & Fortgeschrittene, für Fans. Mit einfachen und raffinierten Rezepten.
Schnell. Gut. Kochen. – So kochen Spitzenköch*innen zu Hause
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 7.5

Schnell. Gut. Kochen. – So kochen Spitzenköch*innen zu Hause

Expressgerichte, Foodsünden und Familienrezepte – mit Cornelia Poletto, Haya Molcho, Lucki Maurer, Maria Groß und vielen mehr

Autor/-in: Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag

Journalistin und Kochbuch-Autorin Stefanie Hiekmann hat dieses Werk mit Gerichten für den Alltag geschrieben. Garniert hat sie es mit Interviews, die sie mit Spitzenköchinnen und -köchen über ihre privaten Kochgewohnheiten geführt hat. Mit dabei sind u.a. Haya Molcho, Roland Trettl, Jan Hartwig und Cornelia Poletto. Zu den Rezepten zählen warmer Spargelsalat mit Parmesan und getrockneten Tomaten, Erbsen-Kokos-Suppe und Pizza BBQ-Style mit Mais, Kindeybohnen und Hackfleisch.

Begründung der Jury:

Stefanie Hiekmann hat mit ihrem Buch eine Brücke zwischen Sternegastronomie und Kochbegeisterten geschaffen. Die Ratschläge der Kochelite sorgen neben der wirklich guten und schnellen Zubereitung meist auch für eine günstige Umsetzung mit einem Minimum an Zutaten. Das Buch verliert sich nicht in zu viel Blabla, sondern vermittelt mit jeder neuen Seite interessante Gedanken. Sowohl im Layout wie auch im Design merkt man, dass Liebe und Leidenschaft in das Buch geflossen sind. Dabei dienen die gut strukturierten Seiten nicht der Selbstdarstellung, sondern konzentrieren sich durchweg auf das Essenzielle. Egal ob Anfänger*in oder Fortgeschrittene*r, man geht um einige kulinarische Wissensbausteine reicher aus diesem Buch hervor: Rezepte, inspiriert von den Besten, gepaart mit genialen Küchenhacks. Dieses Buch ist eine clevere Investition und gehört in den Bücherschrank aller Kochinteressierten.
In diesem Buch wird die Koch-Elite aus Deutschland und Österreich in Interviews zu ihren privaten Vorlieben am Herd befragt. Es gibt Antworten zu persönlichen Lieblings-Rezepten abseits ihrer berühmten Restaurants: Wie kochen die Chefs zu Hause, was muss unbedingt im Kühlschrank sein, was kann auf die Schnelle zubereitet werden, wenn Besuch kommt, was sind die Familien-Klassiker? Ob Lucki Maurer, Roland Trettl, Haya Molcho oder Johannes King und Cornelia Poletto: Bei allen Portraits spürt der Leser, hier wird der Mensch interviewt. Es ist sehr erfrischend, mal nicht den Star aus Kitchen Impossoible oder The Taste auf der Bühne zu sehen, sondern mit Rezepten für die Familie und Freunde. Die Rezepte, die allerdings nicht von den Interviewten stammen, sondern nur von ihnen inspiriert sind, bedienen sich neben einiger frischer Zutaten auch fertiger Zutaten aus dem Handel, sei es jetzt Miso & Soya, oder Tomaten & Bohnen in Dosen.
Fazit: Ein ungewöhnliches Kochbuch im lockeren Plauderton.
Spitzenidee! Einfach mal losziehen und Spitzenköchi:innen fragen, was die denn so zu Hause kochen. So geben unter anderem Haya Molcho, Cornelia Poletto, Maria Groß, Paul Ivic und Roland Trettl Einblick in ihre Vorratshaltung, verraten nützliche Küchentricks, erzählen von ihren Lieblingsgerichten und was auf den Tisch kommt, wenn spontan Besuch kommt. Rausgekommen ist eine bunte, spannende Sammlung von sehr persönlichen Interviews. Davon inspiriert hat Stefanie Hiekmann ungewöhnliche und zugleich zugängliche Gerichte entwickelt wie Asia-Bolognese, Stullen Deluxe, Guacamole-Pasta, schnelles Lachs-Sashimi, geschmorte Miso-Aubergine, gefüllte Bao Buns. Mit diesem Buch in der Hand vergeht die Zeit wie im Flug.
Die Idee ist gut: Spitzenköche verraten, wie sie zu Hause schnell und unkompliziert kochen. Eigentlich wunderbar unterhaltend und auch sehr persönlich. Die Titel der Rezeptrubriken wie Pizza Party und Pasta Party und auch das Layout erinnern jedoch an Kundenzeitschriften im Lebensmitteleinzelhandel. Schade ist, dass die Rezepte nicht von den interviewten Spitzenköchinnen und -köchen selber kommen.
Hensslers schnelle Nummer 2
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 7.5

Hensslers schnelle Nummer 2

Das geilste Kochbuch der Welt

Autor/-in: Verlag: Gräfe und Unzer Autorenverlag ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH

Nach dem Riesenerfolg mit dem ersten Band seiner „Schnellen Nummer“, folgt nun der zweite Teil von Hensslers Kochbuch. Sein Versprechen ist geblieben: Wenige Zutaten, wenig Zeit, trotzdem viel Geschmack. Beispiele sind die Avocado-Ziegenkäse-Stulle, Parmesan-Zucchini-Suppe, Feta-Melonen-Salat, italienische Garnelen-Brot-Pfanne, Ofen-Bete mit Burrata oder Rumpsteak „Greek Style“.

Begründung der Jury:

Färbt der sich die Haare? Benutzt er Mascara? Das sind die Fragen, die mir durch den Kopf gingen, als ich das Cover mit Steffen Henssler sah. Die Rezeptfotos im Inneren sind dafür eher ungeschminkt und direkt. Die Rezepte sind originell und dennoch bodenständig, insgesamt ist das Buch gut strukturiert, allerdings typografisch etwas überdesignt. Es gibt Zwischenseiten, auf denen Henssler zu sehen ist, wie er lustige Gesichter macht. Mit den QR-Codes neben den Rezepten kann man ihn sich auch aufs Handy holen und beim Kochen zusehen.
Maximal fünf Zutaten, in 15 minutes ready to eat und dazu noch ein Video zu jedem Gericht. Das ist schon bärenstark und macht Steffen Henssler so schnell kaum einer nach. Seine Schwerpunktkapitel zeigen Rezepte von gefüllten Broten, über Fisch & Sea Food bis hin zu Fleisch und Pasta. Vegan und vegetarisch wirken eher etwas hölzern. Die Zutaten sind in seinen Rezepten nicht brav säuberlich aufgelistet, sondern geschickt in eine 2. Headline integriert. Das gefällt. Die Foodfotos sind ganzseitig in schnörkelloser Präsentation. Fazit: Wieder ein echter Henssler, der den Zeitgeist trifft. Große Klappe, aber sympathischer Hamburger Jung.
Das geilste Kochbuch der Welt, behauptet Steffen Henssler. Weil alle Rezepte in 15 Minuten mit 5 Zutaten gekocht sind - plus ein paar Dingen aus dem Vorrat. Deswegen startet das Buch auch mit einer Liste von benötigten Grundzutaten (bis auf Teriyakisauce und Alufolie hätte ich alles da). Der Rezepte-Mix ist abwechslungsreich und bunt: Mettbrötchen Teriyaki Style, Avocado-Pommes, Malediven-Tuna, Käsespätzle, Hawaii-Burger, Blitz Tiramisu. Ich bin jedoch skeptisch, ob die 15 Minuten immer einzuhalten sind. Vielleicht schafft man es, wenn man wirklich motiviert und gut vorbereitet ist. Das Layout ist etwas unruhig: viele Stockbilder, viele Schriftgrößen. Set-Styling und Bildsprache überzeugen mich auch nicht ganz. Dafür gibt’s zu jedem Rezept ein Video. Und 10 Punkte für den schlechtesten Witz: Der Vegane Burger ist ein Brötchen ohne alles. Haha.
In Hensslers neuem Werk ist leider nicht der Untertitel des Buch Programm („das geilste Kochbuch der Welt“), sondern wohl eher die “Schnelle Nummer”. Das zeigt sich auch in den fotografischen Darstellungen der Gerichte, die auf mich wie Fließbandarbeit wirken. Der Ansatz, das Digitale mit dem Analogen über QR-Codes zu vereinen, ist zwar löblich, legt aber offen, dass sowohl die eine als auch die andere Darstellung ausbaufähig ist. Denn wer mit offenen Fragen aus dem schriftlichen Teil hervorgeht, wird oft auch ohne zufriedenstellende Antwort aus dem Video zurückgelassen. An was man dabei allerdings nicht vorbeigeht, ist die Weiterleitung in den Hensslerischen Shop, der einem bei der Verwendung der QR-Codes förmlich aufgezwungen wird. Die Rezepte sind durchaus einfach und schnell und es ist für jeden etwas dabei. Insgesamt wirkt das Buch auf mich jedoch leider wie ein weiterer Posten aus dem Henssler-Merchandise und lässt die Liebe hinter der Entstehung vermissen.
Einfach und köstlich – vegetarischBlick ins Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 7.0

Einfach und köstlich – vegetarisch

Lieblingsrezepte für jeden Tag

Autor/-in: Verlag: Becker Joest Volk Verlag

„Einfach und köstlich“ ist eine erfolgreiche Kochsendung mit Sternekoch Björn Freitag im WDR. In seinem Kochbuch zeigt er unkomplizierte Rezepte ohne Fleisch. Beispiele der deutsch- und italienisch inspirierten Gerichte sind Kräuter-Käse-Frittata, Kürbiscremesuppe, Kohlrabi-Kartoffel-Bällchen, Sauerkraut-Tortelloni in Pilzsud, vegetarische Carbonara mit Zucchini und Pecorino und Karotten-Nuss-Kuchen.

Begründung der Jury:

Ein schnörkelloses, ansprechendes Kochbuch, das aufgeteilt ist in Familienküche, Feierabendküche, Sommerküche, Festliche Küche, Internationale Küche und Heimatküche. Ich habe den Eindruck, Björn Freitag und sein Verlag möchten mit dieser Bandbreite möglichst viele Leser für ihr Buch interessieren. Die ganzseitigen Fotos machen Appetit auf’s Nachkochen. Björn Freitag stellt alle Teile seiner Gerichte selber her. Das ist sehr lobenswert, besonders in einer Welt, in der wir im Supermarkt alles fertig kaufen können. Es gibt einige raffinierte Rezepte, wie Kohlrabi-Kartoffelbällchen in Senfsauce und Portobello Champignons mit Rotkohlsalat gefüllt.
Ein Butterbrot mit Radieschenscheiben und schnöder Kresse ist aus meiner Sicht allerdings eher kein Rezept, sondern ein Seitenfüller. Fazit: Ein Kochbuch für den Alltag, aber auch für besondere Gelegenheiten. Alle Gerichte sind gut nachzukochen.
Was der einst jüngste Sternekoch Deutschlands Björn Freitag seit über 10 Jahren beim WDR kocht, hat viele Fans und seinen Schwerpunkt in der Küche Nordrhein-Westphalens. So zeigt das Buch, wie man mit Klassikern wie Wirsingrouladen, Kartoffelsuppe oder verlorenen Eiern mit Senfsauce wunderbar auf Fleisch verzichten kann. Doch auch international inspirierte Rezepte fehlen hier nicht: Risoni mit Birne und Gorgonzola-Schaum, Smörrebröd mit Räucherfrischkäse, Preiselbeeren und Radieschen oder Sommerrollen sollen der Zielgruppe Mut machen, ausgetretene Pfade zu verlassen. Die Rezepte sind alltagstauglich und im besten Sinne einfach lecker. Die Bildsprache ist freundlich und klar. Insgesamt fehlt es mir sowohl optisch als auch kulinarisch etwas an Leichtigkeit und Lässigkeit.
Mit seinem Buch gelingt Björn Freitag eine solide Sammlung einfacher und wirklich guter Gerichte. Dabei verliert der Sternekoch keine großen Worte und nimmt die Leser*innen bereits nach einem sehr übersichtlichen Vorwort direkt mit zu seiner analogen Rezeptdatenbank. Hier setzt er auf eine gelungene Abwechslung aus Klassikern der vegetarischen Küche und einigen kreativen Überraschungen. Vor allem aus seinen raffinierten Foodpairings können Leser*innen profitieren und sie als direkten Mehrwert in die eigene Küche transportieren. Die Fotografie ist okay. Alles in allem finden sich hier sowohl Rezepte für Anfänger*innen wie auch Fortgeschrittene. Damit ist das Buch eine interessante Inspiration für die vegetarische Küche.
Die Rezepte in diesem Buch sind gut zu verstehen, wobei nicht alle schnell und einfach zu kochen sind. Außer auf dem Titel taucht Björn Freitag in dem Buch eigentlich nicht auf. Und so man fragt sich, wer am Herd stand: Freitag oder sein Co-Autor Thomas Mudersbach? Das Buch ist nüchtern gestaltet, die Rezepte sind routiniert durchfotografiert. Hier mal ein Kraut, dort mal ein Sonnenblumenkern neben dem Teller, der wiederum gern auf oder neben einer gefalteten Leinenserviette liegt. Das wirkt auf mich eher lieblos und austauschbar.
Gar es ohne Bares!

Ø 6.6

Gar es ohne Bares!

Das kreative Kochbuch für alle mit kleinem Geldbeutel und wenig Zeit - Vom Autor der erfolgreichen SPIEGEL-Kolumne „Kochen ohne Kohle“ - Ein SPIEGEL-Buch

Autor/-in: Verlag: Penguin

Spiegel-Redakteur Sebastian Maas will beweisen, dass gutes Essen keine Frage des Geldes sein muss. Zu seinen Rezepten zählen ein Umami-Bratreis, japanische Gemüsepfannkuchen, Quetschkartoffeln mit Kräuterdip, ein süßer Apfel-Grieß-Auflauf, cremiges Linsen-Dal, gerösteter Kurkuma-Blumenkohl und rote Bete aus dem Ofen oder japanische Nudelsuppe mit Angeber-Ei und Pilzen.

Begründung der Jury:

Die Rezepte aus diesem Buch sollen pro Portion max. 3 Euro kosten. Alle Zutaten stammen aus Discountern. Die Rezeptfotos hat Spiegelautor Sebastian Maas in seiner „abgerockten Küche“ selbst geschossen. Klingt jetzt vielleicht nicht besonders sexy, doch das Konzept ist stimmig. Und es greift ein höchst aktuelles Problem auf: Viele und vor allem junge Menschen denken, sie können es sich nicht leisten, frisch und gesund zu kochen. Können sie eben doch! Auch das Buch ist mit seinen 14 Euro sehr günstig und hat mit 29 Rezepten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch dank der persönlichen Anekdoten, gut verständlichen Rezepttexten und haufenweise nützlichen Tipps zu Zubereitung, Resteverwertung, Einkaufsplanung und Vorratshaltung. Und kulinarisch sexy wird’s dann doch noch: Beim Nachkochen der „runtergerechneten“ internationalen Gerichte. Beispiele dafür sind der Grilled Cheese-Sandwich mit Blitztomatensuppe, Gnocchi, Ramen, Okonomyaki, Overnight Oats, Focaccia… Alles Vegetarisch übrigens. Einen Extra-Punkt gibt’s für die Message. Denn hier schlägt der Inhalt die Bildsprache.
In diesem ungewöhnlichen Kochbuch finden sich Rezepte für 1 bis maximal 3€ pro Teller. Es ist im Taschenbuch-Format erschienen und spricht eine Leserschaft an, die ein kleines Budget hat und die kaum Koch-Erfahrungen hat. Ein engagiertes, ja ausgesprochenen soziales Projekt. Die Zutatenliste ist entsprechend meistens überschaubar. Einige Zutaten sind bereits fertig gekocht in Dose oder Glas erhältlich, sodass der Zeitaufwand für die Gerichte zwischen 15 und 40 Minuten liegt. Der Autor erklärt gut die einzelnen Zubereitungs-Schritte. Alles Rezepte sind gut verständlich und werden mit unprätentiösen Bildern gezeigt werden. Die Gerichte sehen völlig normal aus. Genau auf die Zielgruppe zugeschnitten. Fazit: Das Buch präsentiert sich sehr geerdet. Sebastian Maas zeigt mit großem Respekt, dass eine frische, selbst gemachte Mahlzeit, mit kleinstem Budget im heutigen Deutschland möglich ist und lecker schmeckt.
Der Autor kommt direkt und sympathisch rüber. Den Schriftzug auf dem Titel hat er vermutlich selbst gemalt, mit einem Filzstift, der noch in der Küchenschublade lag. In nettem Plauderton werden WG- und studententaugliche Rezepte erklärt, die Fotos sind schlicht, das passt dazu. Was Kochtechnik und Warenkunde betrifft, erfährt man hier nebenbei mehr als in so manchem Hochglanzkochbuch. Kein optischer Leckerbissen, aber eine gute Geschenkidee für den kleinen Geldbeutel.
Dieses Buch versetzt mich beim Lesen in Momente meiner WG-Zeiten zurück. Zwar wird erklärt, wie günstige Zutaten miteinander harmonieren, welche Garmethoden und Tricks sich zum Verarbeiten anbieten, dennoch fehlt mir die nötige Raffinesse, aus Einfachem etwas Köstliches zu kochen. Das Layout ist im Vergleich zu typischen "einfachen & schnellen” Kochbüchern eher unstrukturiert. Die Kostenübersicht erweist sich zwar auf den schnellen Blick als praktisch, doch in der aktuellen Situation ändern sich die Verbraucherpreise von Monat zu Monat. Sowohl das Buch als auch die Rezepte sind etwas für die kleine Brieftasche. Die Fotos wirken eher wie schnell aus der Hüfte geschossen.