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Die besten Kochbücher für einfache und schnelle Küche

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Was kocht Hanna
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.7

Was kocht Hanna

Fancy Comfort Food für jeden Tag – Das Kochbuch mit 80 einfach guten Rezepten: easy, saisonal, alltagstauglich und super tasty

Autor/-in: Verlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe

Hanna kocht einfach gut!
Was kocht Hanna am liebsten? Easy & tasty „Jeden-Tag-Küche“. Aus wenigen, guten und saisonalen Zutaten zaubert die beliebte Szeneköchin im Handumdrehen Gerichte, die flexibel und nachhaltig sind und immer ein besonderes … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Bei Instagram folge ich Hanna Reder schon länger – endlich macht sie ein Buch. Und zwar eins, das ebenso jung, unkompliziert und echt ist wie sie.
Sie schafft den Spagat, den nur wenige schaffen: Sie schreibt so, dass Anfänger:innen sich trauen, und gleichzeitig so, dass Fortgeschrittene denken: „Ok wow – darauf bin ich noch nicht gekommen!“. Die Gerichte sind zugänglich und haben zugleich einen kleinen Twist: Kressesauce, Kokostopping, knuspriger Reis, Blauschimmel, Senfsaat. Fancy Comfort Food nennt sie es. Passt.
Highlights? Spargelpäckchen mit frittierten Kapern und rohem Eigelb, Kohlrabisalat mit Mohn, Tomaten-Pflaumen-Salat mit frittierter Senfsaat, Windbeutel mit Earl-Grey-Ganache. Ich schmecke die Gerichte beim Lesen.
Annika Krügers Fotografie passt wunderbar dazu: sonnig, dynamisch, ungekünstelt. Die Bilder wirken spontan – und sind doch sorgfältig komponiert. Das Layout ist hochmodern und trotzdem warm, fast ein bisschen nostalgisch. Übersichtlich, liebevoll, abwechslungsreich. Ein Buch, das ich gern aufgeschlagen lasse.
Das Buch ist wie eine Einladung zum Kochen – ohne Regelwerk, dafür mit Charme, Bauchgefühl und Neugier. Und dann diese Playlist! Hanna – wir kennen uns nicht, aber ich möchte SO gern mit dir kochen. Ich weiß einfach: Das wird gut.
Hanna scheint ganz nach meinem Typ gestrickt zu sein: unverkopft, undogmatisch, intuitiv und nicht snobby – genau so sind auch ihre Rezepte. „Warum eine gute Zitrone manchmal wichtiger ist als ein teurer Mixer“, schreibt sie im Vorwort – das ist hier der sympathische Ansatz.
Bereits das Durchblättern der sehr persönlichen Einführung mit Fotos macht Laune, die Rezepte dann richtig Lust: Im Frühling Spargel in Backpapier zu wickeln und mit frittierten Kapern und Salzzitrone zu garnieren, ist stimmig.
Die Rezepte überzeugen durch viele gute Ideen bei maximal machbarer Umsetzung, sowohl was den Einkauf der Zutaten als auch die Kochfertigkeiten betrifft. Schön auch die kuratierte Playlist per QR-Code zum Scannen und Hören. Denn Kochen ohne Musik kommt bei ihr ebenso wie bei mir sehr selten vor. I like.
Verstehen, ausprobieren, schmecken. Dieses Buch ist eine Einladung zum Machen – entlang der Jahreszeiten, die das Buch gliedern. Es ist ein schmaler Grat zwischen Verlorengehen in einem Rezept und die Lücken mutig füllen lernen. Aber hier funktioniert es. Der Eigenanteil beim Kochen ist dadurch gefühlt höher – der Mut wächst. Es funktioniert auch deshalb, weil die Autorin gute Tipps vorwegschickt, die aus ihrer Privatküche statt aus der Profiküche kommen. Etwa, dass man grundsätzlich etwas länger anbraten sollte, als man denkt, um tatsächlich Röstaromen zu erzeugen. Die Bilder, die Texte – alles wirkt nahbar. Sogar eine persönliche Musik-Playlist dazu findet sich im Buch. Der Schwierigkeitsgrad der Rezepte ist außerdem meist niedrig – gerade am Anfang bei den kleinen Küchenhelfern von Chutney bis Pickles. Am Ende des Buchs ist vor allem die gelassene Mischung aus Rüben- und Bohnengerichten, gemischt mit festlich Geschmortem und beeindruckenden vegetarischen Festessen wie Kürbis Wellington, sehr gelungen.
Hanna Reder ist ausgebildete Köchin und Rezeptentwicklerin – und das ist jeder Seite anzumerken. Das Buch ist einfach nach Jahreszeiten strukturiert, persönlich geschrieben und voller Liebe zum Detail. Das wiederkehrende Thema „Gefühl“ überträgt sich spürbar in die Rezepte. Visuell dominiert nach meinem Eindruck eine 70er-Jahre-Optik; dahinter stehen klar strukturierte, zugängliche und zeitgemäße Gerichte.
Besonders praktisch sind die Informationen vor jedem Rezept: Zubereitungszeit, Ruhezeit, Fermentierzeit, benötigte Utensilien – alles wird kompakt vorab erklärt und sorgt für Planbarkeit. Ein charmantes Detail ist die Musikplaylist, die per QR-Code erreichbar ist. Hygge wäre vor ein paar Jahren das passende Wort gewesen – ein schönes, warmes, haptisch ansprechendes Werk.
Hanna Reders Küche will nicht beeindrucken, sondern „berühren“. Und tatsächlich merkt man der gelernten Köchin an, dass sie nicht nur ihre Rezepte, sondern auch ihre Liebe zu Produkten, Kochen und Esskultur weitergeben will.
Bei ihrem kulinarischen Ritt durch die Jahreszeiten stechen vor allem die Gemüse- und Salatvarianten hervor, etwa Kohlrabi mit Mohn oder Tomaten-Pflaumen-Salat mit frittierter Senfsaat. Andere Gerichte – etwa Kartoffeln mit Kräuterquark – dürften selbst für Laien zu banal sein. Und Freundinnen und Freunde von Fisch und Fleisch kommen fast gar nicht auf ihre Kosten.
Erfrischend ist neben ihrem Faible für Zitrone in allen Varianten, dass sie die Leserinnen und Leser immer wieder mit praktischen Tipps zum Improvisieren überrascht.
Simple is Best
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.3

Simple is Best

Einfach aussergewöhnliche Rezepte

Autor/-in: Verlag: AT Verlag

Wie man Menschen verwöhnt, die schon alles haben, weiß Ralph Schelling. Der Private Chef reist zu seiner betuchten Klientel auf der ganzen Welt und bekocht sie. Sein Herz gehört der lokalen Alltagsküche, die er mit Innovation, viel Aroma und einer … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Soulfood statt Sterneküche: Als Private Chef reist Ralph Schelling um die Welt und kocht für die Reichen und Schönen – und vor allem fürs Herz. Der Name seines ersten Kochbuchs „Simple is Best“ ist Programm: einfache Rezepte mit mediterranem Einschlag und großem Wohlfühlfaktor. Vom Joghurt mit Fenchelpollen über allerlei Snacks bis zu Pasta Vongole, geschmorten Kalbsbäckchen und Tofu-Espuma.
Die Rezepturen sind klar strukturiert und nicht nur für Einsteiger und Einsteigerinnen perfekt – sie benötigen weder aufwendigen Einkauf noch Profizubehör. Allein bei Bildern und Layout hätte ein bisschen mehr Liebe gutgetan. Ambitioniertere Hobbyköchinnen und Hobbyköche dürften für einige Gerichte schon ihre eigenen Lieblingsrezepte haben, sich aber vielleicht daran erinnern, was einfach – und gut – ist.
Reisen, Träumen, Kochen. Privatkoch Ralph Schelling entführt uns mit seinem Buch im Nullkommanichts aus dem Alltag und macht Lust auf einfache und außergewöhnliche Lieblingsrezepte – stilistisch offen, aber mit Tendenz zur mediterranen Küche. Man wird direkt angesprochen, an die Hand genommen und zum Mitmachen inspiriert. Besonders gut funktioniert das in Kombination mit dem Instagram-Account des Private Chefs, denn dort sieht man, wo auf der Welt überall gekocht wird.
Die Reiselust, gepaart mit Ruhe- und Rastlosigkeit, zieht sich auch durch das Werk. Viele Farben, verschiedene Schriftgrößen und -typen, quirlige und etwas zu oft diffuse Fotos sowie zahlreiche Anglizismen zeugen vom internationalen Abenteuer der Entstehung. Sehr hilfreich sind die Tipps zu jeder Rezeptur, die Variationen ermöglichen und Spielraum lassen. Außerdem merkt man schnell, dass hier ein Profi am Werk ist; viele Ideen lassen sich direkt in ein imaginäres, mondänes Bistrot transportieren.
Die Rezepte in diesem Buch sind manchmal fast hyperreduziert: Anchovis auf einem Teller anrichten. Ist das überhaupt ein Rezept? Und wer bitte schön erwartet im Kochbuch eines Privatkochs eine Pasta mit Tomatensauce? Aber wer sich darauf einlässt, wird positiv überrascht durch nuancierte Aromen und kleine Küchentricks, die das Ergebnis drastisch verändern. Kapern und Anchovis in die Tomatensauce statt Salz – und sie am Ende pürieren?! So simple, so genial. Der vielgereiste Autor verbindet jedes Rezept außerdem mit persönlichen Anekdoten zum Ursprung oder zur Inspiration – man folgt ihm dabei, seine Vorstellung von „Modern Comfort Food“ mit Leben und Belegen zu füllen, sowohl thematisch als auch kulinarisch. Vom Geschmack warmer Bagels in New York bis zu Kondensmilch-Shots seiner Kindheit in der Schweiz. Während die Speisen einfach und schnell umzusetzen sind, werden sie komplex durch die Geschichten. Die dynamische Fotografie unterstreicht diesen Twist-Effekt.
Ralph Schelling ist vielgereister Schweizer Spitzenkoch und als Privatkoch für internationale Stars unterwegs. Trotz dieses glamourösen Umfelds liegt sein Fokus auf etwas ganz Bodenständigem: Geschmack. Genau darum dreht sich sein erstes Buch: Gerichte, die glücklich machen.
Die Zutatenlisten sind angenehm kurz – zugleich tauchen aber Produkte wie Hojicha-Tee, Jasminessenz oder Kombupulver auf, die nicht überall leicht zu bekommen sind. An manchen Stellen hätte ich mir bei Klassikern ein mutigeres Abbiegen gewünscht, vor allem in „Big Plates“. Fleischbällchen mit Kartoffelbrei, Kotelett mit Rosmarinkartoffeln, geschmorte Kalbsbäckchen – alles lecker, aber vertraut. Richtig spannend wird es in „Small Plates“: Pesce Crudo mit Orange und Salzkapern, Gemüsebällchen mit Green Herb Sauce oder die Faux Gras – eine vegetarische Interpretation von Foie Gras.
Sehr charmant sind die kleinen persönlichen Anekdoten, die das Buch durchziehen und ihm Wärme verleihen. Mein Favorit: die Quick Tortilla aus Chips statt Bratkartoffeln. Schneller geht’s nicht.
Markus Pritzis Bilder lassen uns Ralph beim Kochen über die Schulter schauen, die Bildsprache hat keine gestellte Hochglanzanmutung – sie macht schlicht Lust, sofort selbst loszulegen. Ein charmantes, weitgehend alltagstaugliches Kochbuch mit einem Hauch Luxusküche. Wermutstropfen: die fehlenden Zeitangaben.
Ralph Schellings Simple is Best präsentiert – ganz wie im Titel versprochen – keine Luxusküche mit teuren Zutaten, sondern viele gelungene, mediterran geprägte Rezepte aus der Welt eines Private Chefs. Manche Rezepte sind alltagstauglich und einfach nachzukochen, meist aber sind sie sehr aufwendig.
Geschmack und Technik verlangen teils spezielle Zutaten und Zeit, sodass sich das Buch nur bedingt als „einfach“ für breite Haushalte empfiehlt. Optisch und erzählerisch, mit Anekdoten von seinen Reisen, bietet das Buch eine hübsche Profiästhetik, verliert dabei aber bisweilen die Praxisnähe und konkrete Menüführung, wie Hobbyköche sie sich wünschen.
Eat Yourself Healthy
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 7.6

Eat Yourself Healthy

Rezepte für ein neues Lebensgefühl. Inklusive 2-Wochen-Kickstarter-Plan, 50 Hacks und 120 Rezepte für eine gesündere Ernährung

Autor/-in: Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley

Starte dein gutes Leben mit Jamies Kochbuch über gesunde Ernährung, in dem es um das "mehr" geht: mehr Geschmack, mehr Freude, mehr Energie, mehr Schlaf!In diesem außergewöhnlichen Kochbuch erwarten dich 120 fabelhafte Rezepte, die nicht nur Energie … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Jamie Oliver steht seit Jahrzehnten für Lust am Kochen, frische Zutaten und die Mission, gutes Essen für alle zugänglich zu machen. Dieses Buch verspricht gesunde Küche, die Spaß macht – und genau das hält es. Neben Rezepten gibt es Tipps zum Alltag, zur Ernährung und sogar zum Schlaf.
Sehr sympathisch: die pragmatischen Abkürzungen. TK-Gemüse, Hülsenfrüchte aus der Dose, eingelegte Paprika – Jamie zeigt, wie man auch mit einfachen Mitteln und wenig Zeit großartig kochen kann. Manche Gerichte wirken durch Vollkorn und Hülsenfrüchte zunächst etwas schwer, werden aber mit Kräutern, frischem Gemüse und Säure clever balanciert.
David Loftus fängt die Rezepte in seinem typischen Stil ein: klar, reduziert, wunderschön in weichem Licht. Das Kapitelprinzip (morgens–mittags–abends–Wochenende–Desserts & Drinks) funktioniert hervorragend.
Angetan haben es mir gerade die kleinen Ideen: Röstbrot, Sardinen und Tomatensalat mit Paprika aus dem Glas. Oder hartgekochte Eier, die durch Einlegesud zur Geschmacksexplosion werden. Karotten-Gazpacho mit Weintrauben und Feta – oder das Thai-Fisch-Curry in zehn Minuten.
Cleveres Detail: Jedes Kapitel startet mit dem schnellsten Rezept.
Für viele Menschen verschiebt sich mit der Zeit der Fokus Richtung Gesundheitsbewusstsein. Für Jamie Oliver und sein Team Anlass genug, ein umfangreiches Kochbuch zum Thema Healthy Food zu schreiben. Sehr eindrücklich beginnt es mit einer Widmung an einen kürzlich verstorbenen Arzt und Fernsehmoderator – ein Vordenker für gesunde Ernährung. Sofort ist man emotional im Thema.
Das Buch selbst ist warm, bunt und gut strukturiert, weitgehend ohne erhobenen Zeigefinger. Wer es komplett liest, erhält präzise Nährwertangaben der Grundrezepte, untermalt von aufmunternden Gesundheitstipps wie „Bewegt euch“, „Finger weg vom Alkohol“ oder „Schlaft gut“. Wer sich ganz einlässt und sogar den Zwei-Wochen-Speiseplan mitmacht, wird an die Hand genommen und erhält einfache, gesunde Rezepte mit echtem Mehrwert für Wohlbefinden und Gesundheit.
Schon längst fragt man sich, was Jamie Oliver eigentlich nicht kann. Scheinbar jede Kochrichtung – ob simple, veggie, italienisch, Air Fryer oder One-Pot-Gerichte – und nun auch Ernährungsberatung. Sein neuestes Werk mit „gesunden Rezepten für ein neues Lebensgefühl, inklusive 2-Wochen-Kickstarter-Plan“, hat vielleicht eher ein Glaubwürdigkeitsproblem, weshalb es mich nicht überzeugt. Die Tipps – „trinken, trinken, trinken“ sowie „bewegt euch“ und „Finger weg vom Alkohol!“ – sind altbekannt.
Allerdings, das muss ich zugeben, bieten seine Rezepte für Frühstück, Mittag und Abend sowie die Getränke meist neue Geschmackserlebnisse. Gewohnt gut nachvollziehbar und unkompliziert sind sie auch aufgeschrieben.
Ob nun aber Kreationen wie ein cremiges Turbo-Omelette mit Cannellini-Bohnen aus der Dose und Parmesan oder das Happy Fish Pie aus gefrorenen Fischfilets wirklich besonders gesund sind und die erwünschten Resultate bringen, ist nicht nachvollziehbar.
Warum aber nicht? Wer also vertraut und gute Vorsätze hat, nur zu.
„Eat yourself healthy“ ist ein sehr gut strukturiertes, informatives Buch, das Rezepte mit Ernährungstipps verbindet. Wer es kauft, liest und benutzt, kennt alle Leitplanken und kann ihnen mit unterschiedlichsten Gerichten folgen. Wer hätte gedacht, dass der Autor sogar eine Zusatzausbildung in diesem Bereich hat? Am Ende ist es ein englisches Kochbuch, denn so manche Zutat ist Standard im britischen Repertoire, hier aber schwer zu bekommen. Mich hat vor allem das Kochtempo der Rezepten irritiert. Während der Lachs brät, soll die Zucchini geschnitten werden. Um den Couscous kümmert man sich danach – der Joghurt-Dip soll parallel entstehen. Von 1- bis 6-Personen-Rezepten ist alles dabei – da gilt es, wachsam zu sein für den Einkauf. Für eine Zielgruppe, die einfache, schnelle und gesunde Gerichte aus einer Quelle mit Reputation und Bekanntheit sucht, ist das Buch dennoch gut geeignet als Einstieg in eine neue Ernährungsroutine.
Mit seinem neuesten Werk versucht sich Jamie Oliver an einem Spagat zwischen Gesundheitsfibel und Kochbuch. Doch viele Tipps sind aus meiner Sicht an Banalität kaum zu übertreffen – etwa, dass eine Einkaufsliste hilfreich ist, Obst und Gemüse aus dem Tiefkühlregal gesund sind, Sauerteig- besser als Industriebrot ist oder übermäßiger Alkoholkonsum schadet.
Die Gerichte sind sehr einfach gehalten, mit klaren mediterranen und asiatischen Einschlägen. Der Fokus liegt vor allem auf Obst und Gemüse. Die Rezepte sind gut strukturiert, mit übersichtlicher Zutatenliste und Zubereitungszeit – wobei letztere für Kochanfängerinnen und Kochanfänger wohl kaum einzuhalten sein dürfte.
Von Null auf Lecker

Ø 7.3

Von Null auf Lecker

Besser kochen, besser essen! | Über 100 Lieblingsrezepte und Basiswissen zu Saucen, Gewürzen, Aufbewahrung und mehr

Autor/-in: Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag

Manuel Struck, der beliebte Content Creator und Profikoch, den meisten besser bekannt als chateau.briand, hat mit sehr viel Herzblut eine anschauliche, leicht verständliche und innovative Kochschule geschrieben. Sie ist für alle geeignet, die gerade … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Manuel Strucks Buch holt auch absolute Anfänger:innen ab, ohne belehrend oder herablassend zu wirken. Die Rezepte führen durch Suppen, Kartoffelgerichte, Pasta, Klassiker und Desserts – immer mit einer kleinen, mediterranen Brise.
Vorbereitung, Equipment, Lagerung, Basiszutaten: alles drin. Die Garverfahren-Tabelle ist ein kleines Geschenk. Ich frage mich allerdings, warum nirgends Zeitangaben stehen – gerade Ungeübten hilft diese Orientierung.
Jo Kirchherrs Fotos sind klassisch, sauber, aufgeräumt – vielleicht ein bisschen zu zurückhaltend? Sie transportieren nicht so ganz die nahbare, lockere Energie, die Manuel in seinen Videos ausstrahlt.
Ein gutes Einstiegswerk, stabil, hilfreich, zugänglich, mit vielen Anleitungen für Grundsaucen und Basics in der Zubereitung. Was mir gerade nach dem Titel fehlt, sind ein paar „Oh wow, so habe ich das noch nie gemacht“-Momente in Rezepten wie Panzanella, Käse-Hack-Lauch-Suppe, Königsberger Klopse mit Bete-Salat oder Scholle Finkenwerder Art.
Aber gut – vielleicht liegt das daran, dass ich nicht mehr zur Zielgruppe der ganz neuen Köch:innen gehöre…
Der Anspruch dieses Buches ist groß: besser kochen, besser essen – so der Untertitel. Der Titel hingegen lässt eher ein Basiswerk vermuten. Tatsächlich verfolgt das Buch beide Ansätze und funktioniert damit gut für eine breite Zielgruppe. Viele bekannte Gerichte und Rezepturen finden sich auf den über 200 Seiten des Profikochs und Food-Influencers; selten wird zu reinen Eigenkreationen ausgeschert. Das schafft Vertrauen und erleichtert den Einstieg.
Zusätzlich vermittelt Struck Wichtiges zu Grundausstattung, Food-Fachbegriffen und dem Umgang mit Kochutensilien, etwa zum Messerschleifen. Zwischen den Rezepten finden sich farblich unterschiedliche Basics-Sparten, die gelegentlich etwas verwirrend sein können. Andererseits erleichtern die präzisen Rezeptangaben und klaren Fotostrecken das Nachkochen. Beim Lesen entsteht immer wieder der Wunsch, sich von Manuel einmal im Restaurant bekochen zu lassen.
Als ausgebildeter Koch hat Manuel Struck das Handwerk von der Pike auf gelernt. Bisher teilt er sein Wissen bei Instagram, nun kommt sein erstes Kochbuch. Es ist ein Startset für alle, die für Leib und Seele kochen lernen wollen, und führt von den wichtigsten Techniken über Grundsaucen und Fonds bis hin zur Pastaproduktion.
Die Rezepte sind gut strukturiert, aber insgesamt sehr konventionell. Neben vielen deutschen Wohlfühlklassikern wie deftigem Schweinebraten, Scholle und Gänsekeulen gibt es auch Pfirsichsalat, Malfatti oder asiatische Kürbis-Pasta.
Schade ist, dass es keine QR-Codes zu seinen Insta-Reels gibt, die das Nachkochen erleichtern würden. Das Buch ist nichts (mehr) für erfahrene Hobbyköchinnen und Hobbyköche, aber umso mehr für alle, die es werden wollen.
Besser kochen, besser essen. Das klingt nach einer Kochschule – und das ist dieses Buch meiner Einschätzung nach auch. Von A wie Apfelrotkohl bis Z wie Zucchini-Hack-Pasta sind hier Klassiker versammelt. Wer eine braune Soße machen möchte, bekommt hier keinen Short-Cut, auch wenn dennoch viele schnelle und einfache Rezepten im Buch sind. Die Tücke liegt im Detail. Wie groß ist ein großer Topf und wie viel Flüssigkeit beinhaltet er? Und gebe ich diese dann komplett in die Königsberger Soße? Es ist also doch gar nicht so leicht, absolut gelingsichere Rezepte für absolute Einsteiger:innen zu formulieren. Trotzdem ist das Buch ein schönes Grundkochbuch für alle, die auch Wissen rund um das Kochen brauchen – etwa wie man Messer schleift und welche Pfannen man unbedingt in der Küche haben sollte, um gut zu arbeiten. Mit diesem Buch kann man also am Ende bestimmt besser kochen, wenn auch nicht immer schnell und einfach.
Braucht es wirklich noch ein Kochbuch, das einem Hokkaido-Suppe mit Kürbiskernöl, Königsberger Klopse mit Rote-Bete-Salat und Hühnersuppe mit Buchstabennudeln erklärt? Maximal uninspirierte Rezepte, ohne Twists bei den Zutaten und Aromen, nicht mal bei der Kochtechnik. Für Einsteiger maximal geeignet, die gerade erst entdeckt haben, dass man nicht nur digital leben und Insta scrollen, sondern auch tatsächlich analog kochen kann.
Die werden dann allerdings von ihrem Farfalle-Nudelsalat mit getrockneten Tomaten und Feta enttäuscht sein. Mich jedenfalls holt das Buch nicht ab – auch nicht die Fotografie oder die grell-grüne, unruhige Aufmachung.
Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends

Ø 6.8

Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends

Über 100 neue Rezepte für jede Tageszeit

Autor/-in: Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH

Egal, ob du morgens wenig Zeit hast, ein schnelles Mittagessen brauchst oder nach Feierabend keine Lust auf stundenlanges Kochen verspürst – mit dem neuen Band "Hensslers Schnelle Nummer – morgens, mittags, abends" zauberst du in Minuten köstliche … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Steffen Henssler – TV-Koch mit stets losem Mundwerk, brennenden Pfannen und kulinarisch großer Klappe. Sein neues Buch trägt genau diese Energie – das Layout ist knallig und modern. Die Kategorisierung in morgens, mittags, abends macht es leicht, nach passenden Rezepten zu suchen.
Frank von Wiedings Fotos sind reduziert, klar, ein bisschen hochglanzig – sie funktionieren gut, aber sie haben weniger Persönlichkeit als Hensslers übliche Bühnenpräsenz.
Die Rezepte führen einmal quer durch alle Gelüste: deutsche Klassiker, Reispapier-Frühstück, drei Versionen Avocado, saftige Burger, scharfe Asien-Küche, Knuspriges aus dem Ofen: salzig, frisch, deftig, knusprig, süß. Dabei ohne Anspruch auf Perfektion, aber mit maximalem Spaß.
Ich hab sogar ein paar Seiten markiert: Burrata-Sandwich mit Pfirsich, Spargel vom Blech mit Sesam & Koriander, Kopfsalat mit Passionsfrucht – alles richtig gute Ideen.
Große Klappe – und sogar noch was dahinter…
Durch die Einteilung des Buches in die drei wichtigsten kulinarischen Tageszeiten findet man sich schnell zurecht. Hensslers Schnelle Nummer ist eine starke Marke, an der kaum jemand vorbeikommt, und das spiegelt sich auch im Buch wider. Mit typischen Klassikern sowie gepimpten, modernen, internationalen Kreationen entsteht ein breites, vielfältiges Angebot. Bei über 100 Rezepten ist die Chance hoch, persönliche Favoriten zu entdecken.
Die Tendenz geht klar in Richtung Comfort Food: Sattessen, Bodenständigkeit, gutes Gewissen durch Genuss – Clean Eating oder Fine Dining sind hier nicht gefragt. Warum allerdings Butter Chicken abends, Smash Burger mittags und spanische Tortilla morgens serviert werden sollen, obwohl der Aufwand ähnlich hoch ist, bleibt ein Rätsel.
Beim Titel bin ich schon fast raus – das ist nicht mein Humor. Aber die Struktur des Buchs ist gut und funktional. Nur schade, dass das Register die Rezepte nochmal alphabetisch spiegelt. Ein echtes Zutatenregister wäre hilfreich, und die Aubergine im Kühlschrank findet so eher nicht ihren Weg in die Parmigiana di Melanzane. Die sehr einfache Sprache im Buch schafft eine große Zugänglichkeit des Inhalts. Ratlos macht mich allerdings die Zusammenstellung der Gerichte, bei der mir der rote Faden fehlt – abgesehen von der Schnelligkeit der Umsetzung. Von Beilagen („das geilste Gemüse der Welt“) über komplette Mahlzeiten (Schweinefilet mit Zucchini und Kartoffel) bis zu Rezepten mit dem gewissen Profi-Kniff (konfiertes Eigelb) – wo will das Buch hin? Für wen will es sein? Das Buch möchte Kochen machbar machen für die Menschen, die Steffen Henssler aus dem Fernsehen kennen – das ist ein hohes und ehrenwertes Ziel, das ich sehr respektiere. Ich hoffe, es gelingt – ich halte das Buch dafür geeignet.
Bei Steffen Hensslers neuestem Werk fragt man sich, für wen es gedacht ist. In der Kategorie „Morgens“ gibt es beispielsweise Rezepte für Spiegelei und gekochte Eier – aber auch Brioche mit Tatar und Osietra-Kaviar.
Ebenso „Mittags“: Für Blumenkohl mit Butterkäse oder einen Hamburger braucht kaum jemand eine Anleitung. Ganz abgesehen davon, dass ein Patty mit Paprikapulver nicht bei hoher Hitze in der Pfanne angebraten werden sollte.
Dafür gibt es einige eingängige One-Pot-Gerichte, die für Laien interessant sein könnten. Zudem erschließt sich nicht, was der Unterschied zu „Abends“ sein soll – denn dort geht es nahtlos weiter mit einer Mischung aus ähnlichen Gerichten, meist mediterran oder asiatisch angehaucht.
Ich muss sagen, Hensslers schnelle Nummer kommt ziemlich ideenlos daher. Die Gerichte für morgens, mittags und abends kennt man schon – und echt jetzt? Ein weiches Ei als Frühstücksvorschlag und die Anleitung dazu, wie man das kocht und abschreckt? Das google ich auch.
Und dann kommt noch hinzu: Es sieht nicht mal lecker aus auf den Fotos. Kurz: Die – zugegeben – Blitzgerichte mögen zwar einfach sein und die Zubereitung im Sinne des Rezepts gelingen. Doch schmecken tun sie deswegen noch lange nicht.
Denn fürs Kichererbsencurry als einziges Gewürz einfach ein Currypulver empfehlen? Ich weiß ja nicht …
Nur für absolute Beginner – oder Nicht-Köche, die sich das erste Mal in ihrem Leben an Lebensmittel herantrauen und ihr Repertoire von Pasta mit Pesto erweitern wollen.

Weitere Kochbücher zum Thema Einfach & schnell aus den früheren Jahren:

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