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Die besten Kochbücher zum Fermentieren

2025
Koji Miso Shoyu Tempeh
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.7

Koji Miso Shoyu Tempeh

Asiatische Fermentation mit heimischen Zutaten – Anleitungen und Rezepte

Autor/-in: Verlag: AT Verlag

Der Edelpilz Koji wird in Japan seit Jahrhunderten zur Fermentation von Lebensmitteln verwendet und verleiht ihnen eine Vielfalt von Aromen. Gesundheitliche Aspekte, kulturelle Identität und ein nachhaltiger Lebensstil lassen fermentierte Lebensmittel … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Das Buch verspricht „asiatische Fermentation mit heimischen Zutaten“ – und das gelingt hervorragend.
Es bietet eine fundierte Einführung in Techniken und Equipment, ergänzt durch ein ausführliches Glossar und einen übersichtlichen Guide zu den verwendeten Produkten. So wird der Einstieg in die fortgeschrittene Fermentation leicht gemacht.
Besonders hervorzuheben ist der Zero-Waste-Ansatz, der zur vollständigen Verwertung anregt.
Die Bebilderung ist solide und unterstützt die Erklärungen auf sehr gutem Niveau.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass die Rezeptanregungen etwas knapp ausfallen, aber insgesamt bildet das Buch in den asiatischen Fermentationstechniken sehr gut aus.
Dies ist ein herausragendes Werk über die großen Fermente der asiatischen Küche, neu gedacht unter dem nachhaltigen Anspruch, überwiegend regionale und leicht verfügbare Zutaten zu verwenden. So bleibt die Umsetzung alltagstauglich und zugleich nachhaltig, ohne an Authentizität zu verlieren. Der Leser wird sehr klar und verständlich durch die komplexen Prozesse geführt, unterstützt durch ästhetische Fotografien und sorgfältig ausgearbeitete Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die selbst anspruchsvolle Abläufe nachvollziehbar machen. Wertvolle Hinweise ergänzen den umfangreichen Grundlagenteil, die anschließenden Rezepte greifen das Gelernte sinnvoll auf und denken den Ansatz bis zum fertigen Gericht weiter. Trotz der thematischen Tiefe eignet sich das Buch sowohl für Einsteiger als auch für Fermentationsbegeisterte und verbindet Praxisnähe mit fachlicher Klarheit. Ein hervorragend aufgebautes Fermentationsbuch, das Anspruch und Zugänglichkeit überzeugend vereint.
Während hierzulande fast alles auf milchsäurebasierter Fermentation beruht, öffnet dieses Buch die Tür zu Japans Koji-Welt – und das mit beeindruckender fachlicher Tiefe. Die hochwertige Produktion unterstreicht den Anspruch, und der „Deep Dive“ in die japanische Fermentationskultur ist einerseits etwas nerdig, bleibt aber andererseits dank klarer Erklärungen auch für Neulinge nachvollziehbar. Besonders stark sind die an europäische Gegebenheiten angepassten Rezepte, die viele klassische Fermente erstaunlich originalgetreu gelingen lassen. Die Zielgruppe mag klein sein, doch sie wird hier auf hohem Niveau abgeholt.
Der Name ist Programm: Es geht um asiatische Fermentation – wobei Sibylle Hunger dabei auf heimische Zutaten setzt. Der klare Fokus liegt auf allem, was mit Koji möglich ist. Das macht dieses Buch perfekt für all jene, die ambitioniert genug sind, um sich dem edlen Schimmelpilz zu widmen. Inhaltlich geht es in die Tiefe, ohne anstrengend zu werden: Die – oft durchaus anspruchsvollen – Techniken und Vorgänge sind klar und verständlich beschrieben. Ebenso überzeugend zeigt die Autorin, was man mit all den Shoyu-Varianten, Tamaris und Tempehs in der Küche so alles zubereiten kann – von Tofu-Miso-Mayo und cremigem Zitronen-Salatdressing bis zu Koji-Huhn mit fermentierten Kartoffeln und Miso-Bratapfel mit Amazake-Vanillesauce.
Fermentation, gerade wenn es über Sauerkraut hinausgeht, ist für Neulinge oft ein Schritt ins Ungewisse, mit vielen Fragen und Hemmschwellen. Koji, Miso, Shoyu, Tempeh macht den Einstieg so einfach wie möglich, indem es auf ganzer Linie Leichtigkeit ausstrahlt: Die lichtdurchflutete Bildwelt setzt einen luftigen Gegenpol zur stereotyp eher dunklen Fermente-Kammer. Durchdachte und ästhetische Grafiken strahlen Detailverliebtheit aus. Und das Gesamtdesign erreicht höchstes Kochbuch-Niveau. Auch die inhaltliche Aufarbeitung des Themas folgt der Prämisse: „Mach’s den Lesern leicht“. Es ist die auf dem Klappentext angekündigte „Einladung“ in eine anfangs fremde Welt. Alles an diesem Buch ist einladend und darauf bedacht, ein technisches Thema federleicht und Lust machend erkundbar zu machen.
Fermentieren. Rezepte und Techniken für Geschmack, den man nicht kaufen kann
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.1

Fermentieren. Rezepte und Techniken für Geschmack, den man nicht kaufen kann

Kimchi, Kombucha, Miso und mehr. Fundiertes Wissen einfach erklärt

Autor/-in: Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley

Das 1x1 rund um die Fermentation• Fundiertes Fachwissen vom Fermentations-Experten: „@chef.sam.black“ Sam Cooper verrät erstmals sein Wissen für die eigene Küche• Einfach erklärte Techniken & die wichtigsten Basics – anschaulich & … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Hinter dem nüchternen Cover verbirgt sich ein Wissensschatz, der meisterhaft auf dem schmalen Grat zwischen kompakter Dosierung und gewissenhafter Aufbereitung wandelt. Die Einleitung über Mikroben und Methodik ist eine Blaupause für eine ernst gemeinte Wissensbasis, und auch der Praxisteil lässt quasi keine Fragen offen. Keine Fermentationsart wird ausgelassen, und jede Kategorie enthält gerade so viele Beispiele, dass das Prinzip klar wird – ohne dass Beispiele redundant werden. Dazu: kluge Querverweise und Exkurse, die Herleitung von wiederkehrenden Grundprinzipien und die Hinweise auf konkrete Anwendungsfälle in der Küche. Fermentieren strahlt Bescheidenheit aus und liefert dabei eine makellose Grundausstattung an Fermentationswissen, auf das sich danach spielerisch aufbauen lässt.
Der Koch, Gärtner und Fotograf Sam Cooper beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Fermentation und hat mit diesem Buch ein überzeugendes Grundlagenwerk veröffentlicht. Die Einführung in die Welt der Mikroben ist klar, verständlich und mit angenehm schlichten Illustrationen bebildert. Der praktische Teil ist übersichtlich strukturiert und nach den Hauptakteuren – Bakterien, Hefepilze und Schimmelpilze – in drei Kapitel unterteilt. Sehr praktisch: Für die Ferment-Rezepte macht Cooper viele spannende Variations- und Serviervorschläge. Vanilleeis mit schwarzem Knoblauch, Feigenblatt-Kombucha, Salsa Roja mit Lakto-Tomaten – das macht neugierig!
Das Buch von Sam Cooper ist ein umfangreiches Fachbuch für alle, die sich nicht nur mit praktischen Abläufen, sondern auch mit den zugrunde liegenden Gärprozessen und Mikroorganismen beschäftigen möchten. Zwar werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt, dennoch ist die Darstellung gehoben und richtet sich eher an Leserinnen und Leser, die sich intensiver mit der Materie befassen wollen. Optisch beeindruckt das Buch mit atmosphärischen Fotografien, verständlichen Grafiken und einem ansprechenden Layout. Dieser visuelle Anspruch wirkt gelegentlich dominierend, wodurch Seiten weniger wie klassische Arbeitsseiten und mehr wie ästhetische Collagen erscheinen. Vor jeder Rezeptkategorie wird die jeweilige Art der Fermentation kurz erläutert, erst danach folgen die entsprechenden Rezepte, geordnet nach Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen. Diese Struktur baut Wissen schlüssig auf und erleichtert den Übergang von einfachen zu komplexeren Prozessen. Insgesamt ein visuell ansprechendes und inhaltlich detailliertes Werk, das trotz des Anspruchs gut lesbar bleibt.
Die überarbeitete Neuauflage dieser „Bibel“ trägt ihren Titel völlig zurecht: Wie das große Vorbild liest sie sich nicht leichtfüßig weg, sondern entfaltet ihre Stärke in der Fülle an Wissen und Eindrücken. Textreich, gründlich und global spannt das Buch den Bogen über Fermentationstechniken aus aller Welt und versammelt eine Reihe außergewöhnlicher, sorgfältig formulierter Rezepte. Die Fotografie ist hervorragend und begleitet das Werk atmosphärisch, lädt aber eher zu einem ausgedehnten Lesetag auf der Couch als zum spontanen Küchenexperiment ein. Das folgt dann später.
Dieses Buch funktioniert vor allem als gründliches Lehrwerk: eine sehr ausführliche Einführung in die Grundlagen der heimischen Fermentation, begleitet von Zeichnungen statt Fotos (die manchmal nützlicher wären). Die anschließenden Rezepte sind ordentlich umgesetzt und sinnvoll nach Bakterien-, Hefe- und Schimmelpilzfermentation sortiert. Hilfreich ist die Fermentationsfeuerwehr am Ende, die Lösungsansätze und Vermeidungsstrategien für typische Probleme liefert. Insgesamt bleibt die Stimmung jedoch lehrbuchhaft – solide, sauber erklärt, aber ohne den Funken, der echte Begeisterung für die Fermentation entfacht.
Fermentiert
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.1

Fermentiert

Rezepte für fermentierte Lebensmittel und wie man damit kocht

Autor/-in: Verlag: Christian

Dieses Buch bringt Fermentation direkt in deine Küche. Mehr als 80 Rezepte führen von den Grundlagen bis zu kreativen Gerichten: klassische milchsauer gereifte Fermente wie Kimchi, Sauerkraut, Lakto-Tomaten oder Essig stehen neben komplexeren Varianten … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Dieses Werk überzeugt durch ästhetisches Design, einen klaren, einsteigerfreundlichen Aufbau und eine angenehm persönliche Tonalität. Die Autoren erklären komplexe Fermentationsprozesse sehr genau und verständlich, ohne lästige Fülltexte zu verwenden. Einige Schritte sind etwas knapp bebildert, daher wären zusätzliche Fotos aus der Praxis hilfreich gewesen. Insgesamt ist die Erläuterung jedoch sehr gut gelungen. Die Struktur führt durchdacht von einfachen zu anspruchsvollen Projekten und deckt eine breite Palette an Techniken ab. Besonders zu erwähnen ist das abschließende Kapitel, das fermentierte Grundrezepte mit passenden Gerichten verknüpft und so den praktischen Nutzen deutlich erhöht. Ein Buch, das Spaß macht, motiviert und kurzweilig an das Thema der Fermentation heranführt.
Das Erstlingswerk der zwei selbsternannten „Fermentationsnerds“ Christoph Marx und Lennart Wiese ist eine Bereicherung für alle, die sich mit dieser Eigenbezeichnung identifizieren können – aber auch für Anfängerinnen und Anfänger. Nach ein paar Grundlagen geht es gleich rein in die Praxis, von simplen Dingen wie Salzzitronen und Sauerkraut bis zu Holunderblüten-Miso aus selbst gemachtem Gerstengraupen-Koji. Der Fokus auf saisonale Zutaten aus der Region ist dabei ebenso erfreulich wie der auf Nachhaltigkeit – etwa beim Käserinden- oder Kaffeesatz-Garum. Gerichte mit manchen dieser Fermente runden das Buch ab, zum Beispiel Grünkohl mit Sonnenblumenkern-Tahini und fermentierter Senfsaat oder Radicchio mit Zwetschgen-Essig und Lakto-Heidelbeeren. Sie sind raffiniert, aber nicht allzu komplex und dadurch gut nachkochbar.
fermentiert kommt schnell zur Sache und wird dann richtig wild: Das passt zum Autodidakten-Duo Marx und Wiese, die ihren privaten „Spleen“ zum Buch gemacht haben. Eine kurze Einführung, dann einmal quer durch die Praxis aller Fermentationstypen und eine Reihe anspruchsvoller Rezepte zum Abschluss. fermentiert setzt ein gewisses Basiswissen voraus, liefert dann aber eine Schatzkiste voll konkreter und spannender Anwendungen, die von den Autoren als lohnenswert empfunden wurden. Dieser starke Zug zur direkten Umsetzung macht dieses Buch zu einem Guide für all jene, die nicht mehr theoretisieren, sondern machen wollen. Kleine Anekdoten schaffen Persönlichkeit, und die Topshot-Fotografie vermittelt das Gefühl, direkt in die Gärtöpfe zu schauen. Schlicht gelayoutet, mit Fokus auf möglichst viel Umsetzungspotenzial. Ein Buch von Tüftlern für Macher.
Das Buch gefällt durch eine konsistente und ansprechende Gestaltung mit schönen Bildern, die auch das Handwerk des Fermentierens zeigen. Allerdings könnten die handwerklichen Schritte und Arbeitsabläufe teilweise noch ausführlicher bebildert sein.
Positiv hervorzuheben sind die gute Technik-Erklärung sowie die guten Anleitungen, wie zuhause mit überschaubarem Equipment-Einsatz komplexere Fermente wie Black Garlic oder Garum realisiert werden können.
Das Buch verspricht „Rezepte für fermentierte Lebensmittel und wie man damit kocht“ – und erfüllt diesen Anspruch: Die Rezepte sind kreativ und fordern die Kochfähigkeiten der Leser:innen.
Ein klar nerdiger Zugang prägt dieses Buch: Die Autoren steigen kaum bei den Grundlagen ein, sondern führen direkt in eine breite Rezeptauswahl. Das macht Spaß für alle, die schon erste Erfahrungen gesammelt haben und nach neuen Ideen suchen. Wer allerdings ganz am Anfang steht, könnte sich nach meinem Eindruck stellenweise allein gelassen fühlen. Die Rezepte selbst sind zuverlässig, die Fotografien über weite Strecken monoton. Insgesamt ein inspirierender Rezept-Fundus für Fortgeschrittene, sicher kein Leitfaden für Neulinge.
fantastisch fermentiertBlick ins Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 7.9

fantastisch fermentiert

Was wilde Fermentation alles kann und über 60 Rezepte für Vorratsglas und Kochtopf

Autor/-in: Verlag: Löwenzahn Verlag in der Studienverlag Ges.m.b.H.

Kimchi ist wortwörtlich in aller Munde. Aber hast du dich schon mal gefragt, was da neben abgefahrenen Geschmackserlebnissen sonst noch dahintersteckt? Jep. Uralte Techniken, unzählige Variationen, ganz viele Mikroorganismen und ein fixer Platz in traditionellen … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Alma Corina Blum bietet einen unkomplizierten Einstieg in die Fermentation für jedermann. Der ausführliche Grundlagenteil vermittelt nicht nur Techniken, sondern erklärt verständlich, warum einzelne Schritte notwendig sind, was das grundlegende Verständnis vertieft. Die farbenfrohen, charakterstarken Fotografien wecken die Lust aufs Fermentieren und verleihen dem Buch eine inspirierende Atmosphäre. Besonders positiv ist, dass die Autorin dazu ermutigt, Alternativzutaten zu verwenden und die Rezepten kreativ auszuleben. Für Einsteiger ist das Werk gut geeignet, da es überwiegend mit einfachen Methoden arbeitet, auch wenn manche Rezepte den Einsatz spezieller Utensilien erfordern. Einige Abschnitte werden sehr umfangreich beschrieben, was den Lesefluss stellenweise bremst, doch der persönliche und charmante Stil führt dennoch sympathisch durch den Inhalt. Insgesamt ein praxisnaher Einstieg voller Wissen und gelungener Rezepte.
An diesem farbenfrohen Buch von Alma Corina Blum macht nicht nur die frische, junge Optik Spaß. Die Fermentista erklärt mit Witz und Sachverstand die Grundlagen und motiviert zu eigenen Versuchen. Die meisten der Rezepte basieren auf Milchsäurefermentation und eignen sich perfekt für all jene, die am Anfang ihrer Fermentier-Laufbahn stehen. Neben den Anleitungen für die Fermente selbst liefert das Buch auch einfache Rezepte für Suppen, Salate und Hauptspeisen. So zeigt es auf gelungene und sehr zugängliche Art, was für eine Bereicherung Fermente wie Bärlauchblätter-Kimchi, Miso-Knoblauch oder Karotten mit Kerbel und rosa Pfeffer in der Küche sein können.
Der Einstieg in die Fermentation gelingt hier mit dem Gefühl, von einer kundigen Freundin an die Hand genommen zu werden: Der Ton ist leicht, die Fakten sitzen. Bisweilen bleibt das Buch etwas an der Oberfläche, liefert aber genug Wissen, um erste sichere Schritte ins Thema zu setzen. Vor allem nimmt es auch klassische Ängste. Die Rezepte sind alltagstauglich und bieten nach jedem Marktbesuch neue Ansatzideen. Fotografisch ist es kein Leckerbissen für Anspruchsvolle, aber insgesamt ein nützlicher und ermutigender Begleiter für den Einstieg in die wunderbare Welt der Fermentation.
Die Alliteration im Titel ist kein Zufall: Alma Corina Blum spielt gerne mit Worten. Das ist das Erste, was auffällt, wenn man in fantastisch fermentiert reinliest: ihre fantasievolle, unkonventionelle Schreibe. Blum beschränkt sich dabei inhaltlich auf einfach umsetzbare Home-Kitchen-Fermentationsarten und spart Kombucha, Tempeh, Koji und andere, etwas komplexere Ansätze der Fermentation komplett aus. Damit ist das Buch eher als sanfter Einstieg in einen Teilbereich eines größeren Felds zu verstehen. Viele Kimchi-Rezepte und eine Reihe weiterer einfacher Anwendungen illustrieren die Praxis. Die Fotos sind sehr ästhetisch, die Designsprache und Strukturierung hingegen eher nüchtern und basic, was den Lesefluss im Theorieteil etwas bremst. Durch die mutige, individuelle Sprachstilistik strahlt fantastisch fermentiert dennoch viel Persönlichkeit aus.
Das Buch ist klar auf Einsteiger ausgerichtet und konzentriert sich ausschließlich auf Lacto-Fermentation. Damit bleibt der thematische Horizont eher begrenzt, was fortgeschrittene Fermentationsfans etwas vermissen lässt.
Dennoch punkten die Rezepte mit alltagstauglicher Umsetzung und sehr verständlichen Anleitungen, sodass Anfänger hier wirklich gut an die Hand genommen werden.
Auch Design und Bildsprache sind solide und ansprechend gestaltet. Insgesamt ein gutes Einsteigerbuch, das seine Versprechungen erfüllt.
Die Fermentier-BibelBlick ins Buch

Ø 7.2

Die Fermentier-Bibel

Grundlagen, Techniken und über 100 Rezepte, um Lebensmittel natürlich länger haltbar zu machen

Autor/-in: Verlag: riva

Tauche ein in die uralte Tradition des FermentierensLust auf Sauerkraut, Kefir oder Kombucha? Sandor Ellix Katz, auch bekannt als der »König des Fermentierens«, zeigt dir, wie du Gemüse, Obst, Milchprodukte, Getreide und Getränke auf natürliche … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Die überarbeitete Neuauflage dieser „Bibel“ trägt ihren Titel völlig zurecht: Wie das große Vorbild liest sie sich nicht leichtfüßig weg, sondern entfaltet ihre Stärke in der Fülle an Wissen und Eindrücken. Textreich, gründlich und global spannt das Buch den Bogen über Fermentationstechniken aus aller Welt und versammelt eine Reihe außergewöhnlicher, sorgfältig formulierter Rezepte. Die Fotografie ist hervorragend und begleitet das Werk atmosphärisch, lädt aber eher zu einem ausgedehnten Lesetag auf der Couch als zum spontanen Küchenexperiment ein. Das folgt dann später.
Sandor Ellix Katz hat eine Mission, die er schon vor Jahrzehnten angetreten hat. Und diese Mission ist nicht nur kulinarischer Natur – sie umfasst ein ganzes Weltbild. So liest sich auch dieses Buch, teils wie eine wissenschaftliche Arbeit, teils wie ein Manifest. Im Kern geht’s aber – natürlich – um Fermentation. Und es fühlt sich an, als habe Sandor Katz einmal seinen Kopf und sein Bilderarchiv ausgeschüttet und in ein Buch gegossen, das vor allem durch sehr große Inhaltstiefe und einen fundamentalen Wissensschatz besticht, der von gut aufbereiteten Basics bis zu vielen selbst erprobten Rezepten reicht. Leider folgen Design und die Qualität der Bilder nicht demselben Qualitätsanspruch, was Die Fermentier-Bibel etwas aus der Zeit gefallen wirken lässt. Weil aber auch die Person Sandor Katz (und sein Schnurrbart) eine gewisse Zeitlosigkeit umweht, wirkt das Werk auf kuriose Weise in sich stimmig, obwohl es dem Anspruch an ein kulinarisches Standardwerk nicht gerecht wird. Und den muss man bei einer „Bibel“ erwarten dürfen.
Dieses Buch bietet eine außergewöhnliche Bandbreite an Fermentationsformen von Miso über Käse bis Sauerteig. Die Vielfalt ist groß, wodurch der Fokus gelegentlich leicht verschwimmt. Die einleitenden Kapitel zu biologischen und kulturgeschichtlichen Grundlagen liefern wertvolles Hintergrundwissen. Die Rezepte sind übersichtlich, detailliert und mit Insidertipps versehen und behandeln auch ungewöhnliche Varianten und praktische Fragen. Zusätzliche Bilder bei komplexeren Schritten hätten das Verständnis erleichtert. Für vertieft Interessierte ein wertvolles Nachschlagewerk, Einsteiger mit rein praktischer Erwartung stoßen eher an Grenzen.
Dieses Softcover-Buch basiert auf einem überarbeiteten Klassiker der alternativen Foodaktivisten-Szene: Mit „Wild Fermentation“ prägte Sandor Ellix Katz 2003 die US-amerikanische Fermentier-Bewegung. Durch den persönlichen, meinungsstarken Schreibstil und die vielen – nicht immer besonders ästhetischen – Schnappschüsse von Workshops und Reisen wirkt es manchmal fast wie eine Autobiografie. Die Texte zu den Grundlagen sind äußerst fundiert, die 100 Rezepte oft eher generelle Anleitungen zu einer Vielzahl an Methoden mit diversen Vorschlägen zu möglichen Zutaten. Die Bandbreite ist dadurch enorm und berücksichtigt Fermentier-Traditionen aus aller Welt. Manchmal wären allerdings etwas mehr Klarheit im Layout und konkrete Angaben hilfreich. Wer es gerne genau mag, ist durch Zutatenangaben wie „1 Bund Frühlingszwiebeln oder 1 Zwiebel oder 1 Stange Lauch oder ein paar Schalotten (oder mehr!)“ sicher schnell mal etwas überfordert. Lesenswert ist dieses Werk eines leidenschaftlichen Fermentier-Fans, der sich auch philosophischen und gesellschaftlichen Aspekten dieser Kulturtechnik widmet – aber allemal.
„Bibeln“ wecken eine gewisse Skepsis – und sie ist hier durchaus berechtigt. Die Gestaltung ist schlichtweg unattraktiv, die Bilder sind weder ansprechend noch konsequent eingesetzt und wirken oft kontextlos.
Lange Fließtexte in kleiner Schrift machen das Lesen nicht einladend.
Inhaltlich ist das Buch fundiert und mit vielen Quellen belegt, aber die Vermittlung der Techniken bleibt auf textliche Beschreibung beschränkt: Es fehlen Bilder zu den Arbeitsschritten, was es schwer macht, die Prozesse einfach nachzuvollziehen.
Insgesamt bleibt die wissenschaftliche Substanz hinter einer wenig ansprechenden Aufmachung versteckt, sodass das Buch nicht wirklich Freude macht.

Weitere Kochbücher zum Thema Fermentation aus den früheren Jahren:

2025