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Die besten Kochbücher für Rezepte aus Portugal und Spanien

2025
Das Buch der Pintxos
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.2

Das Buch der Pintxos

Absolut alles über die baskischen Tapas

Autor/-in: Verlag: Christian

Dies ist die kulinarische Kulturgeschichte der baskischen Tapas. Mit viel Liebe zum Detail hat die Autorin Marti Buckley die 70 besten Pintxos-Rezepte zusammengestellt, Anekdoten gesammelt, Historisches ausgegraben und Gastronom*innen besucht. Viele Rezepte … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Dieses Kochbuch hat eine klare Mission, das wird schnell klar: Es möchte seinen Leser:innen das Konzept der in Nordspanien typischen kleinen Gerichte namens Pintxos näherbringen – und das auf eine umfassende und auch durchaus unterhaltsame Art und Weise. Darauf lässt schon der Hinweis auf dem Titel schließen, das Buch enthalte „absolut alles“ über die baskischen Tapas. Das Buch will also deutlich mehr sein als eine reine Rezeptesammlung – es geht hier um eine Hommage an das Baskenland, die Freude am geteilten Essen und die damit verbundene Tradition der Pintxos, erzählt chronologisch seit den 1920ern. Sogar die Rezepte innerhalb der Kapitel sind nach Entstehungszeit sortiert, und man erfährt zu jedem Pintxo den genauen geschichtlichen Hintergrund. Die Aufmachung und die Erzählweise sind hierbei noch deutlich unterhaltsamer, als anfangs gedacht (schön etwa: die 10 Pintxo-Gebote). Wirklich besonders wird das Buch allerdings dank seiner grafischen Raffinesse: Muster, Farben, Schriften und Bilder ergeben ein kreatives Gesamtkunstwerk, das auch unabhängig vom Thema eine große Freude für an Foodstyling und Gestaltung Interessierte ist. Und mit den Pintxos-Rezepten selbst dürfte sich den meisten eine ganz neue kulinarische Welt eröffnen.
Das Buch der Pintxos von Marti Buckley macht seinem Untertitel alle Ehre: „Absolut alles über die baskischen Tapas“. Und so ist es auch. Fast schon kulturwissenschaftlich nähert sich die Autorin diesem sehr speziellen Thema und beleuchtet und umschreibt die einzelnen Stile, Herstellungsweisen und Verzehrkontexte akribisch.
Neben den einzelnen traditionellen Pintxos, deren Herstellung und Geschichten, zeichnet sich das Buch auch durch einen Freigeist in der Gestaltung eigener Pintxos sowie deren Zusammenstellung mit Getränken und Anlässen aus.
Es eignet sich nicht nur als Kochbuch, sondern auch als Leselektüre und Überblick bzw. Einblick in die Küche der baskischen kulinarischen Kultur. Es bleibt bis zum Schluss spannend, da es sich bei den Pintxos zwar um traditionelle und fest verankerte Kleinigkeiten handelt, das Besondere aber auch die Niedrigschwelligkeit und Kreativität jedes einzelnen Pintxos ist.
Ein paar Abstriche mache ich bei der ästhetischen Umsetzung. Zwar im gängigen Papier- und Matt-Stil, liest es sich nicht so flüssig und auf einen Blick, sondern irritiert etwas durch Nebenschauplätze, Grafiken, Schautafeln und die eigentlichen Rezepte.
Ich fand es jedoch sehr spannend zu lesen.
Bevor ich das Buch über die Pintxos in den Händen hielt, dachte ich, dass ich weiß, was Pintxos sind. Marti Buckley ist mit dem Anspruch angetreten, das ultimative Buch über Pintxos zu schreiben. Und es ist ihr gelungen, verständlich zu machen, dass Pintxos mehr sind als eine kleine Speise zu einem Getränk in einer Bar, sondern ein Lebensgefühl.
Zwischen den Rezepten werden Bars vorgestellt und kleine Anekdoten erzählt. Bei jedem Rezept erfährt man, wann diese Kreation entwickelt wurde, wo man sie essen sollte und was man dazu trinkt. Leider ist die Schrift sehr klein, und man muss sich etwas anstrengen, das zu lesen.
Alles Wissenswerte zu den Pintxos ist in einem umfangreichen Einführungsteil, aber auch in den Rezeptkapiteln zu finden. Dabei wird kein Detail ausgelassen, wie beispielsweise die „6 W des Brotschneidens“ im Kapitel der Brot-Pintxos. So ist eine sehr umfassende Sammlung von Informationen rund um das Thema entstanden.
Die grafische Gestaltung ist sehr modern und fröhlich bunt. Man merkt, dass auf ein durchgängiges Gesamtkonzept aus Fotos, Zeichnungen und Typografie geachtet wurde. Mit diesem Buch dürfte jede Information, die es zum Thema Pintxos gibt, abgedeckt sein, und es macht Laune, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen.
Wenn Elena und Juan Mari Arzak aus der gleichnamigen Gourmet-Institution das Vorwort schreiben und die Identität der baskischen Pintxoskultur verhandelt wird, sind die Erwartungen hoch. Und das Buch liefert. Ohne romantische Verklärung arbeitet sich die Autorin durch die komplette Pintxos-Klaviatur, vom klassischen Gilda bis zu den kleinen Fine-Dining-Gerichten aus den Gassen San Sebastiáns. Die ausführliche Einleitung zur Geschichte und Abgrenzung zu Tapas ermüdet zwar stellenweise und hat Längen, trägt aber der Pintxos-Entwicklung des letzten Jahrhunderts Rechnung. Das Layout macht das Werk kurzweilig, auf den Rezeptseiten mit ihren vielen Metadaten und Infoboxen aber auch etwas unübersichtlich und wild. Die reduzierte, farblich abgestimmte Rezeptfotografie fügt sich dagegen stimmig ein, und die Porträts der Pintxos-Bars zwischen den Rezeptkategorien sind eine schöne Ergänzung. Der ambitionierte Spagat zwischen Sachbuch und Kochbuch gelingt, und das Versprechen, „absolut alles über die baskischen Tapas“ zu vermitteln, wird auf jeden Fall eingelöst.
Dass hier Orange dominiert und andere grelle Farben im sehr unruhigen Layout verwendet werden, ist schade. Mit Sicherheit sind die Pintxos-Rezepte bei der Umsetzung ein Genuss, die Sinnlichkeit kommt aber angesichts der Aufmachung nicht rüber. Diese Pintxos-Kulinarikbibel mit ihrem Sammelsurium an historischen Abrissen, Bar-Tipps, Warenkunde und anekdotischen Hintergrundgeschichten wirkt wirr und verkopft zugleich. Am besten sind tatsächlich die Originalrezepte, die Köchinnen und Köche aus dem Baskenland und den Gourmetmetropolen Bilbao und San Sebastián verraten. Sie sind für mich der eigentliche Gewinn – allerdings scheitert man vermutlich hierzulande, weil bei dieser Produktküche die benötigte Qualität von Fisch und Meeresfrüchten schwer zu finden ist.
Die Küche von Andalusien
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.0

Die Küche von Andalusien

Köstliche Rezepte von Spaniens schönstem Landstrich

Autor/-in: Verlag: Gerstenberg Verlag

Die acht Provinzen Andalusiens locken mit enorm abwechslungsreicher Landschaft und vielfältigem kulturellem Erbe. Vom dem hoch aufragenden Bergmassiv Sierra Nevada über traumhafte Strände an Mittelmeer und Atlantik bis zur beeindruckenden maurischen … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Dankbarerweise feiert Maria Jose Sevilla hier mal explizit die Cocina de Andalucía, die im Norden Spaniens oft belächelt wird. Beim Blättern und bei den knappen, aber präzisen Einleitungssätzen für die Kapitel wird schnell klar, wie raffiniert, historisch komplex und vor allem reich an heimischen Obst- und Gemüsesorten sowie an Fisch und Meeresfrüchten diese Regionalküche ist. Jenseits der Einführung nervt die bekannte Kochbuch- und Fernsehautorin nicht weiter mit Ausflügen in die Warenkunde, Herstellerbesuche oder sonstige Abschweifungen. Der Fokus liegt rein auf den gut beschriebenen Rezepten, die schön, aber unaufgeregt fotografiert sind. Es enthält viele Klassiker, aber auch Neuentdeckungen – daher ein Muss für Andalusien-Liebhaber wie mich.
Der Anspruch des Buches sei es, zu zeigen, dass die andalusische Küche weit mehr zu bieten hat als Tapas – so heißt es im Klappentext. Und nach der Lektüre lässt sich feststellen: Dieses Vorhaben ist mehr als geglückt. Die erfahrene Spanien-Kennerin María José Sevilla schafft es, die von so vielen verschiedenen Kulturen wie den Römern und Maurern geprägte Küche Südspaniens spürbar zu machen und ihre Besonderheiten herauszustellen. So lernt man die Zutaten kennen, welche die Region ausmachen – etwa Olivenöl, das in Andalusien sogar in Gebäck und Süßspeisen großzügig zum Einsatz kommt. In den einordnenden Texten zu den Rezepten teilt die Autorin mit viel Liebe ihren persönlichen Bezug zu den Gerichten; an vielen Stellen lässt sich ein eigener, moderner Twist der traditionellen Speisen erkennen. Selbst für alle, die die Küche Andalusiens schon gut kennen, hält das Buch damit einiges Neues bereit. Und alle, die sich ihr erst annähern, werden – auch dank der authentischen, stimmungsvollen Bilder – auf den Geschmack kommen.
Die Rezepte in dem Kochbuch von María José Sevilla sind klar strukturiert: Tapas, Brot und Gebäck, Gemüse, Fisch, Fleisch und Süßes. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche, und so gibt es zu jedem Kapitel eine kleine Einführung und ansonsten Rezepte mit Rezeptfotos. Schön ist, dass dieses Kochbuch eine umfangreiche Rezeptsammlung ist und Lust aufs Ausprobieren macht. Ergänzt wird das durch ein umfangreiches Register, das Rezepttitel und Zutaten auflistet.
Die präsentierten Gerichte sind ein spannender Mix aus klassisch – wie Paella – und modern – wie Bauchfleisch vom roten Thun mit Orangensauce. Dabei gibt es auch keine Scheu vor Zutaten wie Rotbarbe oder Ochsenschwanz.
Mit diesem Kochbuch bekommt man einen guten Überblick über die Küche der Region Andalusien.
Die Küche von Andalusien von Maria José Sevilla ist ein eher klassisch gehaltenes Kochbuch mit vielen verschiedenen Rezepten, in traditioneller Aufmachung und schlüssig aufgebaut in gängige Kategorien.
Dazu gibt es allerhand Informationen und Anekdoten, gespickt mit Illustrationen und Landschaftsaufnahmen.
Die sehr vielseitige und spannende, von vielen verschiedenen Kulturen und Religionen beeinflusste Küche bietet sich in ihrer Bandbreite an, als Vorlage für ein Kochbuch zu dienen. Dieser Aufgabe wird das Buch gerecht und macht neugierig.
Ein klein wenig fehlt mir die Neuinterpretation und Einbindung der neueren Umsetzungen der andalusischen Küche.
Alles in allem ein schönes Buch, das hält, was es verspricht.
Wer sich auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch Andalusien freut, muss bei diesem Buch erst etwas Geduld mitbringen, wird dann aber belohnt. Die ersten Kapitel erklären pflichtschuldig, was Tapas sind; die Hochglanzfotografie wirkt dabei etwas steril, und die Rezepte starten erwartbar mit den üblichen Verdächtigen wie Gazpacho und einfachen Tapas-Klassikern. Aber nach den ersten 50 Seiten zeigt das Werk sein eigentliches Potenzial: Es geht – kulinarisch gesehen – ins andalusische Hinterland, es tauchen unbekanntere Zubereitungen auf, die über das Standardrepertoire hinausgehen und Fernweh wecken. Die informativen Rezepteinleitungen geben wertvollen Kontext und Tipps; das Layout der Zubereitungsschritte könnte aber etwas klarer strukturiert sein. Insgesamt ein solides Basiswerk für alle, die sich etwas ernsthafter mit andalusischer Küche auseinandersetzen wollen.
Viva España
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.0

Viva España

Traditionelle Rezepte aus Spanien

Autor/-in: Verlag: ars vivendi

Spaniens verborgene Köstlichkeiten – authentische Rezepte zum GenießenAbseits der Tapas-Bars und Restaurants der geschäftigen Städte Spaniens entdeckt man eine ganz andere kulinarische Welt. Von den Bergregionen im Landesinneren über die eigenständigen … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Eine Australierin, die ein Buch über die spanische Küche schreibt und dabei auch noch einen gewissen Vollständigkeitsanspruch formuliert? Das mag zunächst skeptisch stimmen, doch Emma Warren hat in den vielen Jahren, die sie in Spanien gelebt und gearbeitet hat, genügend iberische Kulinarik aufgesaugt, um genau das mit Bravour zu tun. Schon das Vorwort betreibt konsequentes Erwartungsmanagement und fordert mehr Olivenöl und die Extra-Meile bei der Zutatenbeschaffung. Leidenschaft und Authentizität statt fauler Kompromisse! Die moderne, farbenfrohe Gestaltung kommt ohne Ibero-Kitsch aus, die reduzierte Rezeptfotografie setzt stimmungsvolle Akzente. Inhaltlich geht „Viva España“ weit über die üblichen Tapas-Klassiker hinaus und präsentiert auch unbekanntere und gleichermaßen kreative Gerichte wie Entenbrust mit gebackenen Kirschen, Orangenzeste und Sherry-Essig. Die Zubereitungen sind ausführlich, wenn auch im Layout etwas gedrängt. Nur kleine Unsauberkeiten lassen einen hier und da stolpern. Was nach der Lektüre bleibt: der unbedingte Wunsch, in den nächsten Flieger nach Spanien zu steigen. Oder in der Küche das Olivenöl bereitzustellen.
So traditionell die Rezepte dieses Kochbuchs laut Titel sein sollen, so modern und auffällig ist die Aufmachung. Im Innern des Buches geht es bunt weiter – es wechseln sich Zeichnungen und sehr ästhetische, mit satten Farben fotografierte Rezeptbilder ab. Die Optik lässt auf jeden Fall Lust auf Spanien aufkommen, jetzt zum Inhalt. Geografisch bedient sich Emma Warren in ihrem Buch an Rezepten vom spanischen Festland und auch von den Inseln; vor allem mallorquinische Gerichte finden sich an mehreren Stellen. Im Laufe des Buches erfährt man viel über die spanische Lebensart und die damit verbundenen kulinarischen Traditionen. Dazu passt, dass die Kapitel nicht nach Saisons oder Menüfolge gegliedert sind, sondern nach geselligen Anlässen strukturiert wurden (schön: „Genussvolle Sonntage“ oder „Feiern an der frischen Luft“). Daneben gibt das Buch detaillierte Einblicke in spanische Warenkunde. Die Rezepte – von Tapas bis Süßspeisen – sind dann auch so traditionell, wie der Titel verspricht. Ein schön gestaltetes, gut verständliches Buch für alle, die in die Welt der spanischen Klassiker eintauchen wollen.
Viva España von Emma Warren gibt einen sehr schönen und umfangreichen Überblick über die spanische Küche.
Das Buch ist sehr schön gestaltet, mit tollen Fotos, und besticht auch durch die Bandbreite an Rezepten.
Die kurzen Einführungen und Einordnungen der dargestellten Gerichte geben einen einfachen und schnellen Überblick über Spaniens Küche und machen Vorfreude auf das Rezept.
Auffällig war leider, dass das Buch nicht gut gerochen hat – eventuell lag es an meinem Exemplar. Das hat den Lese- und Kochgenuss etwas beeinträchtigt.
Schön finde ich, dass die Gerichte nahbar und niedrigschwellig sind und man auch als Hobbyköchin oder -koch einen schnellen Einstieg in die Küche findet.
Ein insgesamt schönes Buch!
Für viele gilt Spanien noch immer als Land der Bauernküche – in „Viva España“ klingt dies optisch in der recht rustikalen Food-Fotografie des Buches ebenfalls an. Genau deswegen – und gegen das gängige Image – hätte man aber hier und da auch mehr auf die modernen, leichteren, verspielteren Tendenzen in dieser Küche setzen können. Jenseits von Jamón, Bohnen und Pimientos de Padrón. So bleibt es eine bodenständige Produktküche, bei der das Nachkochen zu Hause bisweilen wegen der Frische und Qualität von etwa Sardinas und Navajas a la Plancha (gegrillte Schwertmuscheln) schwer werden könnte. Trotzdem: tolle Sammlung der traditionellsten Rezepte, die gut beschrieben sind und erprobtermaßen funktionieren.
In Viva España hat Emma Watson eine große Sammlung traditioneller spanischer Rezepte zusammengetragen. Viele davon sind sehr interessant, aber es ist schade, dass man das Gericht auf den sehr dunklen Fotos nicht gut erkennen kann. Als schwierig empfinde ich die Zusammenstellung der Rezeptkapitel, die Situationen beschreiben. Damit sind Kapitel entstanden, deren Rezeptsammlungen schwer nachvollziehbar sind. Das Brathähnchen mit Chorizo-Füllung steckt im Kapitel „Einfache Mahlzeiten für den Tag“. Für meinen Geschmack hätte es auch bei „Genussvolle Sonntage“, „Winterwohlfühlgerichte“ oder „Feiern an der frischen Luft“ aufgeführt werden können. Das macht es schwierig, sich inspirieren zu lassen, was man nachkochen möchte.
Positiv sind das umfangreiche Register, in dem Zutaten und Rezepttitel aufgelistet sind, und die Sammlung von Grundlagenrezepten.
Verliebt in Lissabon
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 7.8

Verliebt in Lissabon

Rezepte aus der Stadt des Lichts

Autor/-in: Verlag: Hölker Verlag

Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Alfama, ein entspanntes Picknick mit Blick auf den Tejo oder ein Glas Vinho Verde in einer urigen tasca – all das macht einen Besuch in Lissabon unvergesslich.
Lass dich von der einzigartigen Atmosphäre … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Die Aufmachung macht so richtig Lust auf Lissabon, die Fotos sind Stimmungsbomben, sodass man fast lieber sofort aufbrechen würde, als anzufangen zu kochen. Denn gerade die so einfach erscheinenden Backwaren, mit denen der Tag beginnt, etwa bolas de berlim und pastéis de nata, erfordern mehr als nur Geschick. Richtige Könner sind hier gefragt. Leichter wird’s wieder bei den Mittags-, Strand-/Bar- sowie Abend-Rezepten. Aber bei solch anregenden Bildern und den gut erklärten Gerichten nimmt man die Herausforderung gerne an, auch weil man ja nicht immer einfach in den Flieger nach Lissabon steigen kann.
Das Erfolgsduo Anne-Katrin Weber und Wolfgang Schardt lädt ein auf eine kulinarische Reise in die portugiesische Hauptstadt – das klingt erstmal vielversprechend. Und das daraus entstandene Kochbuch ist beim Durchlesen dann auch ebenso schlüssig und pointiert wie die vorherigen der beiden. Das Charmante an dem Buch: Das Duo begibt sich darin mit den staunenden Augen zweier Besucher:innen auf Entdeckungstour durch Lissabon. Wirkliche Locals, so zumindest legen es die Texte nahe, sind die Autorin und der Fotograf nämlich auch nicht, so entdecken alle gemeinsam – Leser:innen und Macher:innen. Die Kapitel orientieren sich dabei am kulinarischen Verlauf eines Tages – von Café und Croissant à portuguesa am Morgen bis zum Pink-Port-Sangria als Ausklang nach dem Abendessen. Die textliche Einordnung der Rezepte ist prägnant und kurzweilig, die lebendigen Stadtaufnahmen runden die Rezeptesammlung gelungen ab und machen Lust auf die portugiesische Küche und einen baldigen Trip nach Lissabon. Als Vorbereitung darauf ist wohl das kleine kulinarische Wörterbuch gedacht – ein schönes Detail am Ende des Buches.
Wer nach dem Portugal-Trip das Urlaubsfeeling kulinarisch verlängern möchte, findet in diesem Buch genau das: Rezepte, die das Fernweh bedienen und einen im Geiste weiter durch die Straßen Lissabons schlendern lassen. Aber wie den vielen Restaurants in Lissabon, die hauptsächlich Touristen als Zielgruppe haben, fehlt dem Buch doch das letzte Quäntchen Authentizität, das die rustikale portugiesische Küche so besonders macht. Die Rezepturen werden merklich eingedeutscht, sowohl bei der etwas konservativeren Verwendung von Olivenöl und Knoblauch als auch bei Zubereitungen mit Fischfilets statt ganzer Fische mit Kopf und Gräte. Selbst bei ikonischen Gerichten wie Bacalhau à Brás wird vom Originalrezept abgewichen. Dazu kommen kleine sprachliche Unsauberkeiten, bei denen Portugiesisch mit Spanisch vermischt wird, und eine etwas eintönige Azulejo-Romantik in der Bildsprache. Am Ende bleibt es aus meiner Sicht ein schönes Souvenir-Kochbuch für Touristen; der authentischen Küche Portugals und seiner Esskultur wird es aber nicht bis zum Ende gerecht.
Anne-Kathrin Weber gliedert die vorgestellten Gerichte in ihrem Buch nach fünf Phasen des Tages: morgens, vormittags, mittags, nachmittags am Strand und abends. So steigern sich die Gerichte von sehr einfach – wie Kräuteromelette – über Brotsuppe mit Ei und Koriander bis zu Schweinefleisch und Muscheln nach Alentejo-Art. Neben ganz klassischen Rezepten der portugiesischen Küche wie Pastéis de Nata oder Stockfischkroketten finden sich mit Quetschkartoffeln mit Käse und Zwiebeln auch eher moderne Trendgerichte.
Wer Kochbücher mit sehr vielen Fotos schätzt, ist hier richtig. Auf mich wirkt das Buch wie ein Bildband, ergänzt um Rezepte. Schade ist, dass von 50 Rezepten nur 34 mit einem Foto vom fertigen Gericht illustriert werden – und hier auch nur eher einfache Gerichte wie belegte Brote, Aufläufe und Salate. Stimmungsvolle Aufnahmen von Lissabon oder einzelnen Zutaten überwiegen. Vorbildlich gestaltet sind das Rezept- und das Zutatenregister.
Verliebt in Lissabon von Anne-Katrin Weber und Wolfgang Schardt ist – ähnlich wie das Buch Porto – eine Sammlung an Lieblingsrezepten und -orten.
Die Speisen sehen schmackhaft aus, sind sehr zugänglich und niedrigschwellig umsetzbar – genau die Dinge, die man hier erwarten würde. Die Stadtfotografien sind stimmungsvoll eingefangen, und alles in allem ist das Buch wenig überraschend. Auch hier hätte ich mir einen moderneren oder kritischeren Blick gewünscht; der Inhalt selbst ist jedoch stimmig und lecker umgesetzt.
Es bleibt nicht so wirklich etwas in Erinnerung nach der Lektüre, und mir fehlt auch der wirklich persönliche Bezug.
Die Rezeptauswahl ist aber durchaus spannend und macht Lust auf die Stadt und ihre Speisen.
Porto - Das Kochbuch

Ø 7.6

Porto - Das Kochbuch

Authentische Rezepte und Impressionen aus Portugals faszinierender Hafenstadt - ausgezeichnet mit dem International Travel BookAward 2025

Autor/-in: Verlag: Südwest

So schmeckt PortoBegeben Sie sich mit Sylvie Da Silva auf eine kulinarische Expedition und entdecken Sie eine Stadt mit vielen Gesichtern und einem unwiderstehlichen Charme – genau wie ihre Küche!Mit über 50 traditionellen und modernen Rezepten, authentischen … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Das Buch von Sylvie Da Silva stellt die Hafenstadt Porto kulinarisch vor und gibt dabei einen umfassenden Überblick über die bodenständige portugiesische Küche. Die Rezepte sind sehr authentisch und gut nachvollziehbar. Von den Petiscos – also Kleinigkeiten wie Stockfischkrapfen und flambierter Chorizo – über deftige ländliche Küche mit Schweinegulasch, Blutwurst und Kutteln oder Meeresküche mit vielen Stockfischrezepten spannt sich der Bogen bis zu den Desserts wie Milchreis, Bratäpfeln in Portwein oder den berühmten Pastéis de Nata.
Wer nur ein portugiesisches Kochbuch haben möchte, ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Grundsätzliche Informationen zur portugiesischen Küche, zu kulinarischen Mitbringseln und ein kulinarisches Grundvokabular runden das ab. Einziger Wermutstropfen ist, dass kein Rezeptregister vorhanden ist.
Porto von Sylvie Da Silva ist eine Rezeptesammlung, aber auch ein ganz persönliches Buch über die Stadt und ihre kulinarischen Besonderheiten. Es eignet sich – neben einer sehr persönlichen Auswahl an Spezialitäten der Stadt – auch als Reisevorbereitung und persönliche Einführung in die Stadt selbst.
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Schweinesandwich von Guedes seinen Weg in das Buch gefunden hat – war es doch auch Mitauslöser für das Pulled-Pork-Sandwich in meinem damaligen Restaurant Bistro Spajz.
Ein wenig fehlt mir hier der moderne Twist und der roughere Touch, den die Stadt ebenfalls in sich trägt – aber als persönlicher Blick und als Sammelsurium ist es ein schönes Exemplar, das nicht unbedingt überrascht.
Sylvie da Silvas Buch verspricht einen tiefen Einblick in die Küche Nordportugals – und löst dies auch weitgehend ein. Die Begriffsklärungen, historischen Hintergründe und exemplarischen Zubereitungen zeigen eine fundierte Auseinandersetzung mit der Region, auch wenn die Übersetzung aus dem Französischen manchmal etwas steif daherkommt. Die Rezepte selbst sind herrlich straight: knapp formuliert, authentisch-einfach und ohne falsche Kompromisse. Olivenöl, Knoblauch und Co. kommen in original-portugiesischen Proportionen daher, Zutaten werden nicht eingedeutscht. Das erfordert allerdings ein gewisses Vorstellungsvermögen und Vorwissen. Wer noch nie portugiesisch gegessen hat, könnte bei den groben Mengenangaben und knapp formulierten Zubereitungen ins Schwimmen geraten. Die Fotografie transportiert den teilweise schroffen Vibe Portos wunderbar; handwerklich hätte man aber noch mehr herausholen können: Das Layout wirkt stellenweise etwas lieblos, ein Register fehlt.
Authentisch, zugänglich, nahbar – diese Merkmale strahlt das Kochbuch schon auf den ersten Blick aus. Der Eindruck bestätigt sich, wenn man das Interview mit der Autorin am Anfang liest. Darin erzählt sie auf sympathisch-bodenständige Art von ihren liebsten Gerichten und davon, wie sie sich als in Frankreich aufgewachsene Portugiesin von Kindheit an die Küche Portugals auf ihre eigene Art erschlossen hat. Wie der Titel sagt, haben wir es nicht mit einem reinen Kochbuch zu tun, vielmehr handelt es sich um einen kulinarischen Reiseführer über Porto. Ähnlich viel Raum wie die Rezepte nehmen somit auch geschichtlicher Hintergrund, Restaurantempfehlungen, Tipps für Mitbringsel sowie gastronomisches Wissen und Vokabular rund um die Hafenstadt ein. Ergänzt werden diese Ausführungen durch authentische Fotos aus dem urbanen Geschehen. Die Rezeptauswahl ist großteils nicht sehr aufwändig und damit gut nachkochbar. Bei der Auswahl wurde ein erkennbarer Fokus auf Fisch (erwartbar: diverse Rezepte mit Kabeljau) und Meeresfrüchte gelegt, häufig auch in der für Portugal typischen Kombination mit Fleisch. Ein niedrigschwelliges, modernes Buch darüber, was Porto kulinarisch ausmacht.
Essen möchte ich alles. Die Gerichte sind nicht nur appetitlich präsentiert – vor allem reihen sie sich ein in einen wirklich schönen Bildband über die morbid-schöne Stadt Porto. Doch dann frage ich mich zwangsläufig: Soll ich wirklich Stockfischkrapfen zu Hause frittieren, Chourico flambieren oder das stadtbekannte Sandwich „Sande de Pernil“ zubereiten, für das ich aber zu Hause einen ganzen Schweinebraten zubereiten muss, um mir dann ein paar dünne Scheiben auf ein Brötchen zu legen? Beim Durchblättern packt mich vor allem die Reiselust und nicht so sehr die Kochlust. All das will ich direkt vor Ort in der portugiesischen Hafenstadt probieren. Mir dünkt, dass man in der eigenen Küche daran nur scheitern kann. Daher verstehe ich das Buch „Porto – Authentische Rezepte und Impressionen aus Portugal“ eher als einen kulinarischen und durchaus gelungenen Reiseführer. Schließlich werden hier die Essgewohnheiten erklärt, ebenso wie das wichtigste Kulinarik-Vokabular, und am Ende werden auch die Lieblingsrestaurants der Autorin empfohlen.

Weitere Kochbücher zum Thema Spanien & Portugal aus den früheren Jahren:

2025