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Die besten Kochbücher für skandinavische Rezepte

2025
Hej!Blick ins Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.5

Hej!

Auf nach Schweden! Meine Lieblingsrezepte

Autor/-in: Verlag: Brandstätter Verlag

Als die damals 20-jährige Zora Klipp einen Roadtrip in den Norden macht, ist dies der Beginn einer großen Liebe zu Schweden, die ihr Leben auf den Kopf stellt: Zurück in Hamburg kündigt sie ihren Job und verbringt ein Jahr als Au-Pair im Land der … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Dieses Buch strahlt bereits beim ersten Durchblättern eine entspannte Ruhe aus, die jeder sofort mit Schweden verbindet. Wer unkomplizierte schwedische Rezepte – traditionell und auch mal abgewandelt – liebt, wird mit diesem Buch große Freude haben. Köttbullar, Mandeltorte, Fischsuppe und dazwischen Fotos von roten Holzhäusern, blühenden Bäumen und idyllischen Seen: Man bekommt sofort Lust, loszulegen und alles nachzukochen.
Die Rezepte sind einfach beschrieben, begleitet von ansprechenden Fotos und durchaus auch für Kochanfänger geeignet. Und wenn es – wie bei der Herstellung der bekannten Zimtschnecken – doch mal ein bisschen kompliziert wird, hilft eine genaue Wickelanleitung weiter.
Einziges Manko: Bei den Rezepten fehlen die Zeitangaben. Um noch tiefer in die von Zora Klipp so geliebte schwedische Wärme, Gelassenheit und Leichtigkeit einzutauchen, hätte ich mir noch ein paar mehr heimelige Fotos und Hintergrundinformationen zu den Rezepten gewünscht.
Schon das Cover dieses Buches ist ein kleines Fest für die Sinne: leuchtende Farben, großzügiges Layout, klare Fotografie. Hej! – die strahlende Zora Klipp begrüßt bereits auf dem Buchtitel ihre Leser. Das wirkt sehr einladend! Sie zeigt in ihrem neuen Buch ihre Lieblingsrezepte aus Schweden.
Die Gerichte im Buch sind echtes Comfort Food – bodenständig, familientauglich, überwiegend einfach – und doch mit jener Prise Raffinesse, die aus Alltagsküche kleine Glücksmomente macht. Mir wird schnell klar: Viele davon werden zu meinen Lieblingsrezepten werden.
Die Rezepte reichen von unkomplizierten Fisch- und Fleischgerichten über saisonale Gemüsegerichte bis hin zu köstlichen Backideen. Wer kann schon einem saftigen Zimtschneckenkuchen widerstehen? Auch wer wenig Zeit hat, findet hier Inspiration jenseits des Gewohnten wie bspw. Blauschimmelkäse-Pasta mit Walnüssen und Blaubeeren oder Sellerie mit Haselnüssen, Mayo und Kerbel. Die Rezepte sind dank der guten Rezeptanleitungen einfach nachzukochen.
Ein paar persönliche Einblicke in das schwedische Familienleben, in Essgewohnheiten, Feste und saisonale Rituale hätten dem Buch zusätzliche kulturelle Tiefe verliehen. Gerade weil „Hej“ so charmant den familiären Esstisch ins Zentrum rückt, wäre ein stärkerer Bezug zur Alltagskultur eine wunderbare Ergänzung gewesen.
Zora Klipp war am Ende, steckte fest als junge Köchin in der Großstadt, Stresspuls bis zum Anschlag. Kurz vorm Ausbrennen zog sie die Reißleine. Die Frage „War das jetzt schon alles?“ wurde zu drängend. Also brach sie auf – raus aus starren Strukturen und durchgeschufteten Wochenenden, mit kaum mehr als einer Reisetasche nach Schweden. Ein Jahr als Au-pair, ein Jahr, das ihr Leben – und die kulinarische Welt – verändert hat. Daraus entstand „Hej!“: eine Sammlung der Rezepte, die sie durch die Jahreszeiten begleitet haben und die sie kreativ weitergedacht hat.
Dem Buch gelingt ein bemerkenswerter Spagat. Es zeigt die Raffinesse der schlichten schwedischen Hausmannskost, fernab der archaischen, hier kaum nachkochbaren New Nordic Cuisine, die Moos und Rinde und endemische Beeren sammelt, fermentiert und räuchert. „Hej!“ ist Hygge pur, mit poetischen Bildern und auf den Punkt gewürzten Gerichten: Kabeljau in Eiersauce, Waldpilzpasta mit Hagebuttenmarmelade, Korv Stroganoff, Köttbullar in mehreren Varianten, Blauschimmelkäse-Pasta mit Walnüssen und Heidelbeeren, Topinambursuppe, Grünkohlsalat. Feste wie Santa Lucia, Midsommar und das Krebsfest sind eingebunden, auch Fika hat ein eigenes Kapitel.
Puristen könnten bemängeln, dass den Köttbullar etwa das klassische Piment fehlt oder dass Parmesan und Gorgonzola in Schweden untypisch sind. Doch macht gerade diese Offenheit die Gerichte für Nicht-Schweden kochbar. Ist Kochen nicht immer die Suche nach Alternativen?
Hinter allem liegt jedoch mehr. Der sanft umarmende Charme des Schwedenidylls hat einen doppelten Boden: Er ist untrennbar mit Klipps eigener Geschichte verknüpft, der sie mit fünfzehn Jahren Abstand neu begegnet. Dass sie hochschwanger erneut nach Schweden reist und sich so auch fotografieren lässt, zeigt Mut und Offenheit. Diese Nahbarkeit, die Rezepte aus den Händen der Gastfamilie, machen „Hej!“ besonders. Echte Hygge – mit Tiefe und doppeltem Boden.
Ein Urlaub vor 15 Jahren führte dazu, dass die sympathische Fernsehköchin ihr altes Leben zurückließ und als Au-Pair im schwedischen Älmhult arbeitete. Texte und Bildsprache nehmen uns auf authentische Art mit in diese Zeit und die damals schätzen gelernten schwedischen Gerichte. Die durchweg einfach gehaltenen und spannenden Gerichte machen Lust aufs Nachkochen.
Zoras schwedische Lieblingsrezepte sind geprägt von vielen Familienurlauben und ihren Au-pair-Aufenthalten. Das Buch gliedert sich in drei klassische Kapitel: Vorspeisen, Festtagsessen & deftige Klassiker sowie Desserts, Torten & Gebäck. Ergänzt wird das Ganze durch ein kleines Kapitel über Eingemachtes.
Das Buch ist handlich und optisch ansprechend gestaltet, mit stimmungsvollen Fotos der schwedischen Landschaft und der Autorin vor Ort am Fjord. Klassische Häuser im Ochsenrot, Dünen und Fischerboote zeigen typisch schwedische Motive. Die Foodfotos sind im „Urban Style“ gehalten.
Fast alle Rezepte spiegeln die skandinavische Art zu kochen gut wider, etwa Kabeljau mit Eiersauce, verschiedene Hotdog-Varianten oder gebeizter Lachs mit Sauerkirschen.
Im Kapitel „Schwedisches Festessen“ zeigt Zora Klassiker wie Hering in Dillsauce mit Pellkartoffeln in brauner Butter oder das traditionelle Krebsessen rund um Midsommar.
Die Rezepte sind sehr leicht nachzukochen; es werden keine schwer erhältlichen Zutaten verwendet. Fast alle Gerichte eignen sich auch für Koch-Einsteiger, und die Anleitungen sind einfach und gut verständlich.
In einigen Rezepten findet sich allerdings wenig typisch Schwedisches, etwa in der Kartoffelpfanne, dem Ofenhuhn mit Wurzelgemüse oder der Gemüsequiche. Diese Gerichte könnten ebenso in Kochbüchern anderer Länderküchen stehen. Auch Olivenöl, Parmesan und Gruyère werden häufig verwendet – hier gäbe es durchaus schwedische Alternativen.
Fazit: Ein frisches, unkompliziertes Kochbuch.
Grünes SmørrebrødBlick ins Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.4

Grünes Smørrebrød

Nordisch, vegan und voller Geschmack. 80 Rezepte für pflanzliche Brotzeit. Ideen für belegte Brote und die Brotzeitplatte. Brotzeit vegan mal anders!

Autor/-in: Verlag: Stiebner

Die dänische Smørrebrød trifft auf zeitgemäße pflanzliche Küche: Kirsten Skaarup präsentiert in diesem Buch 80 raffinierte Rezepte, die das traditionelle, belegte Brot kreativ, nachhaltig und ohne tierische Produkte neu erfindet. Mit saisonalen … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Die Schwedin Kirsten Skaarup stellt uns 80 vegane Rezepte für die Brotzeit vor. Unterstützung erhält sie dabei von prominenten skandinavischen Spitzenköchen – allen voran dem Drei-Sterne-Koch Rasmus Kofoed und dem Smørrebrød-Experten Adam Adam. So viel Fachkompetenz lässt auf fundiertes Wissen hoffen.
Schwedische Küche wird häufig mit Hering assoziiert. Hier gibt es gleich zu Beginn eine vegane Alternative aus gepickelter Aubergine oder Austernpilzen. Eine tolle Idee, umgesetzt in sehr facettenreichen Rezepten, etwa „Hering“ mit Zwiebelschiffchen und Caviart.
Der nächste „Fake“: in Erbsenmehl panierte Pastinakenscheiben als Backfisch – dazu eine Remoulade mit viel Gemüse, Essig, Gewürzen und pflanzlicher Mayo. Großartig.
Auch die Crab Cakes, zubereitet aus Kichererbsen, Palmherzen und Artischocken, überzeugen. Im Kapitel Salate findet sich ein „Hummersalat“ aus Palmherz, Apfel und Sellerie, und Roggenbrote werden mit geräucherter Kartoffel belegt …
Ein schier unerschöpflicher Strom an kreativen Rezepten erwartet den Leser. Sie sind raffiniert, dabei aber nicht überladen und selten kompliziert. Beim Lesen hatte ich sofort Lust, viele Gerichte nachzukochen – ein größeres Kompliment kann man einem Kochbuch kaum machen.
Zum Schluss gibt es noch ein Kapitel über schwedische Brote zum Selberbacken. Ohne diese Basis wäre Smørrebrød nur halb so authentisch.
Sehr gute, ganzseitige Foodfotos ergänzen die klar strukturierten Rezepte, und die Gerichte wirken ausgesprochen appetitlich.
Fazit: Ein Buch, das große Lust auf Smørrebrød macht – ganz ohne tierische Zutaten zu vermissen.
Wären Stullen musikalische Kompositionen, wäre das deutsche Butterbrot vielleicht ein stumpfer Hardrock-Song: schlicht, ohne Schnickschnack. Das dänische Smørrebrød dagegen: „Bohemian Rhapsody“ auf Roggen – kunstvoll verflochten, kontrastreich, überraschend. Hochstapelnde Poesie in exakt abgestimmten Schichten.
Die dänische Autorin Kirsten Skaarup denkt das ikonische Gericht neu – konsequent pflanzlich. Ihr Ansatz: kein Verzicht, sondern Verwandlung. Sie liefert Ideen, die sich mal an den fleischig-fischigen Originalen orientieren, mal ganz eigene Wege gehen: In Essig mazerierte Aubergine – genauso aromatisch wie Hering. Lebenspastete aus Linsen, Sonnenblumenkernen, Walnuss, Zitrone und Tamari statt Leberpastete. Rote-Bete-Hummus, Grünkohltatar mit Kapern und knusprigen Chips, karamellisierte Topinambur mit Zitronenmayo. Dazu Brotrezepte und Aufstriche wie Tahinibutter mit Estragon oder marokkanische Nuss-Nougat-Creme.
Smørrebrød ist in Dänemark fast Religion. Doch während das Museum der Tradition bislang für Nicht-Fleischesser weitgehend geschlossen blieb, öffnet Skaarup es für neue Gäste. Sie beweist: Pflanzlich kann genauso tief, salzig, sinnlich schmecken – und manchmal freier.
Das wahre Smørrebrød kennt keine Grenzen, nur guten Geschmack. Skaarup zeigt, dass veganes Smørrebrød kein Kompromiss ist, keine Entbehrung, der Wesentliches fehlt. Indem die Dänin das kulinarische Kunstwerk auf Roggen „begrünt“, haucht sie der Tradition neues Leben ein und legt des Smørrebrøds Kern frei: die Fortsetzung einer alten Idee – das Spiel mit Texturen, das Gleichgewicht von Säure und Fett, Salzigkeit, Süße, Tiefe, Weich und Knusprig.
Das Ganze, im Buch fein ziseliert angerichtet, ist fast schon visuelle Poesie. Toll auch: Die Autorin liefert Unbedarften Hinweise, wo man Zutaten wie Algenkaviar, Yuzu kosho, Sancho oder Bergamotte bekommt. Auch wenn viele Aufstriche sich vorbereiten lassen, bleiben die Rezepturen ambitioniert – eher etwas für Achtsame mit Sinn für Präzision, Geduld und Gestaltung, denen das Besondere selbst bei der Stulle wichtig ist.
Kirsten Skaarup führt uns mit „Grünes Smørrebrød – Nordisch, vegan und voller Geschmack“ in eine neue, pflanzenbasierte Interpretation des dänischen Brotzeit-Klassikers.
Dieses Kochbuch ist für mich ein Paradebeispiel für grenzenlose Kreativität. Sage und schreibe 80 belegte Brote werden hier in allen denkbaren, rein pflanzlichen Kombinationen zum Nachkochen angeboten. Im ersten Moment fühlt man sich fast überfordert, was man denn zuerst probieren soll.
Inhaltlich bietet das Buch eine unglaublich breite Palette: aromatische Aufstriche wie Fenchel-Mandel-Aufstrich mit Minze, cremige Salate, ausgefallene Kombinationen mit Gemüse wie geschmorter Chicorée mit Haselnüssen und Datteln, süße Kreationen wie Feigensandwich mit Blaubeeren und vieles mehr. Die Kombinationen klingen sorgfältig durchdacht und ausgewogen. Die verwendeten Zutaten erstrecken sich von einfach und vertraut bis hin zu ausgefallen und extravagant (Yuzu kosho, Sancho oder Bergamotte) – allerdings nicht immer nordisch.
Die sehr ästhetischen Fotografien von edel arrangierten Kompositionen animieren zum Nachahmen dieser kleinen Kunstwerke.
Das Buch beeindruckt, visuell und inhaltlich. Es ist zweifelsohne eine tolle Inspirationsquelle für Experimentierfreudige, weniger geeignet für Liebhaber minimalistischer Klassiker.
Bevor man bei diesem Buch mit der Rezeptumsetzung beginnt, sollte man sich erst einmal die Auflistung der benötigten Zutaten anschauen. Bergamotte, Sake, Reispapier, Tahini, Yuzu – mit „nordisch“ und „regional“, wie auf Titel und Buchrücken angegeben, hat das eher wenig zu tun.
In den Rezepten erschweren Verweise auf andere Seiten das entspannte Abarbeiten. Die teilweise sehr kleine Schrift, dunkle Hintergründe und das ein oder andere verschwommene Foto machen das Ganze nicht einfacher.
Dafür entschädigt eine äußerst abwechslungsreiche, pflanzenbasierte Rezeptauswahl: falscher Fisch aus Auberginen, Palmherzen werden zu Hummer und Austernseitlinge zu Huhn im Hühnersalat. Mir sind jedoch die Mengangaben zu ungenau – eine Handvoll Erbsen, ein kleines Stück Blumenkohl, und wie viel ist eine Dose Tomaten?
Eine schöne Idee sind die immer wieder eingestreuten Porträts von innovativen Köchen und deren Lieblingsstullenvarianten. Alles in allem ein kreatives Buch, das viele Inspirationen und Entfaltungsmöglichkeiten für Smørrebrød-Liebhaber – und alle, die es werden wollen – bereithält.
„Nordisch, vegan und voller Geschmack“ verspricht der Titel – und zumindest die beiden letzten Attribute treffen zweifellos zu. Nordisch hingegen ist überwiegend der dänische Begriff für Butterbrot, „Smørrebrød“, denn bei „Süßkartoffeln mit knusprigem Tofu und Miso-Creme“ (S. 121) oder „Hummus mit Roter Bete und Mandeln“ (S. 106) könnte man sich auch in anderen Gegenden wähnen. Die Fotografien sind ansprechend gemacht, die Rezepte überwiegend einfach umzusetzen.
Die besten Rezepte SchwedensBlick ins Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 8.0

Die besten Rezepte Schwedens

60 köstliche Klassiker

Autor/-in: Verlag: Gerstenberg Verlag

Smörgåsbord bedeutet wörtlich „Brot- und Buttertisch“, an diesem genießt man gemeinsam Hering, Räucherlachs, Roastbeef, mit Krabben gefüllte Eier, gekochte Kartoffeln und natürlich Köttbullar, Hackbällchen. Das dazu gereichte Knäcke- und … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Hier wird der Leser mitgenommen auf eine Reise in die schwedische Esskultur – ganz ohne Selbstdarstellung der Autorin, dafür mit jeder Menge Infos zu den typischen Zutaten und kulinarischen Bräuchen. Jedes Kapitel wird von ein paar erklärenden Worten eingeleitet, und auch die Rezepte enthalten durchweg interessante Hintergrundinformationen.
Übersichtliche Zutatenlisten, Zubereitungsschritte und Zeitangaben versprechen auch für Kochanfänger ein unkompliziertes Umsetzen der durchweg traditionellen Rezepte. Die Rezeptbezeichnungen sind auf Schwedisch aufgeführt, die deutsche Übersetzung steht klein darunter. Dasselbe wiederholt sich im Zutatenregister, was eine Suche eher erschwert.
Die Fotos gefallen mir sehr. Sie strahlen die typisch schwedische Unbekümmertheit aus: hier mal ein paar Kleckse, da mal ein paar Krümel. Eher rustikal gehalten und dadurch durchweg authentisch. Dazwischen kleine Illustrationen und heimelige Landschaftsfotos.
Der Titel ist hier Programm: Es geht um 60 köstliche Klassiker, ums Essen, Feiern und Genießen in Schweden.
Ein durch und durch schwedisches Buch. Man spürt, dass die Autorin in Schweden lebt und ihre Rezepte authentisch sind.
Das Buch startet mit zwei Seiten über wichtige Zutaten, gefolgt vom ersten Kapitel: Smörgåsbord, dem klassischen schwedischen Midsommer- oder Weihnachtsbuffet.
Vier Heringsvarianten und der Gravad Lax werden mit ansprechenden Fotos und präzisen Rezepten vorgestellt. Der Sprottensalat, in einer Konservendose kreativ in Szene gesetzt und mit schwedischem Ansjovis verfeinert, ist Schweden auf den Punkt.
Kraut- und Rote-Bete-Salat sind großartige Rezepte, da sie mit Mayonnaise, Senf, saurer Sahne, Buttermilch und Dill zubereitet werden – perfekt zu Köttbullar. Die runden Frikadellen selbst werden unter anderem mit süßem Senf und Preiselbeeren gemacht. So isst Schweden!
In der Mitte des Buches folgt ein umfangreiches Kapitel über Fika, die schwedische Kaffeepause. Die Kardamomschnecken sind ein Klassiker. Dazu gibt es etwa Schwedische Punschrollen – ein aufwendiges Rezept mit Arrak und Marzipan. Dem Hotdog wird hier leider nur ein einziges Rezept gewidmet – schade!
Im Kapitel Festessen finden sich der Julschinken mit süßer Senfkruste und eine schwedische Käsequiche, natürlich mit Västerbottensost! Die Flusskrebssuppe hingegen setzt beim Auffüllen auf viel Wasser und wenig Krustentierfond – bedauerlich.
Sehr gelungen ist das abschließende Kapitel über Grundrezepte: Buttermilchbrot, schwedisches Knäckebrot oder die Dillsenfsauce. Letztere kommt sogar ganz ohne Mayonnaise oder Crème fraîche aus – dafür mit etwas Espresso. Das macht Lust aufs Nachkochen!
Fazit: Authentische schwedische Rezepte auf hohem Niveau.
Wie der Titel treffend verspricht, handelt es sich bei diesem Buch um eine gelungene Zusammenstellung schwedischer Klassiker (Janssons Frestelse, S. 43, oder Lussekatter, S. 109). Die Gerichte sind ansprechend fotografiert und verständlich erklärt. Etwas irritierend sind die fett und in Großbuchstaben gedruckten Zwischentexte, die sich schwer lesen lassen und einem das Gefühl geben, gerade angeschrien zu werden.
Ingrid Hofstra gibt in ihrem Buch „Die besten Rezepte Schwedens“ einen überzeugenden Einblick in die traditionelle schwedische Küche. Auf rund 60 bodenständigen Gerichten zeigt sie, wie unkompliziert und schmackhaft nordische Küche sein kann. Begleitend erfährt der Leser Spannendes über Traditionen und geschichtliche Hintergründe der schwedischen Esskultur. Wer kennt schon den schwedischen Kohlrouladen-Tag oder die Prinsesstårta, die das Highlight jeder schwedischen Geburtstagsfeier ist? Spannend!
Die Rezeptsammlung verbindet bekannte Klassiker wie Köttbullar und Graved Lax mit eher unbekannten Gerichten wie Flygande Jakob, einem traditionellen schwedischen Hähnchencurry. Auch Eigenkreationen wie vegetarische Kohlrouladen mit Halloumi bringen Abwechslung ins Repertoire. Die Gerichte überzeugen vor allem durch Alltagstauglichkeit und einfache Umsetzung – ideal für die Feierabendküche.
Bemerkenswert ist der ungewöhnlich hohe Anteil an Backrezepten: Im Kapitel Fika, im eigenen Abschnitt „Süßes Schweden“ und bei den Grundrezepten finden Backfreunde reichlich Inspiration. Hierbei fehlt jedoch eine konsequente Sorgfalt bei den Angaben: Zubereitungszeiten (mit oder ohne Gehzeit) sind inkonsistent, und Angaben zu Mehltypen bzw. Mehlsorten fehlen teilweise.
Das Layout wirkt modern und stylisch. Das blasse Blau des Covers wirkt jedoch etwas zurückhaltend und weniger einladend.
Alles in allem ist es ein empfehlenswertes Buch für alle, die die schwedische Küche kennenlernen möchten und gern unkompliziert kochen.
Und also blickte Ingrid Hofstra in Richtung Zora Klipp und fragte den Rezensenten: „Was hat sie, was ich nicht habe? Warum bekommt sie deutlich mehr Punkte als ich? Ich habe doch ebenso die besten Rezepte Schwedens zusammengetragen – Festliches, Einfaches, Machbares, Leckeres. Schlichte, oft traditionelle Wohlfühlküche – als machbarer Gegensatz zur überfeinerten Archaik der New Nordic Cuisine, schön präsentiert.“
Und er sagte: „Nun, damit bist du angetreten, und du hast auch einiges versammelt: Gravad Lax, Köttbullar, sauer eingelegten Matjes sowie den ‚Fliegenden Jakob‘, dieses Hähnchencurry mit Bananen – und ebenso Lussekatter, Kanelbullar ... Auch der schwedischen Kult-Kaffeepause Fika hast du einigen Raum und viele Rezepte gewidmet.
Doch wenn man geschmierte Stullen und Kult-Tacos beiseitenimmt, sind Koch- und Backrezepte am Ende gleichauf in der Zahl. So wirkt dein Buch unentschieden. Deine Salatsaucen sind schwer von Mayo, die du in der Produktkunde – warum auch immer – zu den Milchprodukten zählst. Mal gibst du die Gehzeit für Hefeteige an, mal nicht. Und es bleibt dein Geheimnis, was Corn Ribs, in BBQ-Sauce mariniert und mit Jalapeño-Mayo serviert, Roastbeef und dänische (!) Remouladensauce zu schwedischen (!) Klassikern erhebt.
Und was man mit einem Register soll, in dem man unter Fisch keinen Lachs, aber „Taco-Freitag“ findet, musst du mir auch noch mal erklären. Und Kohlrouladen findet man nicht unter K wie Kohl, aber unter B wie Balsamicocreme?
Dein Buch ist grafisch herausragend schön gestaltet, deine Fotos sind anmutig. Zugleich sind deine kurzen Erzähltexte eng in schwarze, fette Versalien gesetzt – wer mag längere Texte so lesen? In denen hätte ich aber gern mehr von dir erfahren, ebenso wie noch deutlich mehr zum Leben in Schweden.
Du hast ein wunderschönes, teils typografisch erschlagenes Buch geschaffen, mit Erwartbarem, Bewährtem und einigen feinen Überraschungen wie Kohlrouladen mit Halloumi und Bohnen oder Süßkartoffelrösti mit Bacon, Ziegenfrischkäse und Preiselbeermarmelade. So bleibt ein solides Werk, das so viel mehr hätte werden können – nicht zuletzt persönlicher.“

Weitere Kochbücher zum Thema Skandinavien aus den früheren Jahren:

2025