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Die besten Kochbücher für indische Küche

2025
MonsoonBlick ins Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.6

Monsoon

Original indisch kochen. Eine Reise für alle Sinne: indische Kochkultur gepaart mit persönlichen Geschichten. 80 traditionelle Rezepte

Autor/-in: Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley

In jedem Gericht eine Prise Lebensfreude!• Frauenpower pur! Das neue Kochbuch der preisgekrönten Köchin und Frauenrechtlerin Asma Khan• Authentisch & aromatisch: 80 traditionelle Rezepte mit Wissen und Techniken für kreative Aromenkombinationen• … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Indien in ein einziges Kochbuch zu pressen, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Aber Asma Khan findet einen wunderschönen Bogen. Sie erzählt uns vom Monsun, von den Jahreszeiten, den Gerüchen, auch den Erinnerungen, die an die Küche ihrer Kindheit geknüpft sind. Dieser Erzählung möchte man gerne folgen und beginnt zu blättern.
Was mich anspricht: Das Buch ist nicht kompliziert. Trotzdem hat es Tiefe und Raum für viele Details. Die sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen – so beginnt die Reise zu den indischen Jahreszeiten – dann eine Abhandlung über Zutaten und Techniken. Ich habe den Eindruck: Ja, so könnte original indisch kochen gelingen. Dann die Fülle der Gerichte! Das Buch ist so reichhaltig an Rezepten, von denen ich noch nie gehört habe.
Das Buch hat Atmosphäre: warm, weich, fast poetisch. Die Fotos und die Gestaltung sind Mitschuld daran. Besonders gefallen haben mir die luftigen und beinahe sinnlichen Zwischentexte, die sich wie Gedichte zwischen die Gerichte schieben. Trotz aller Poesie lerne ich hier auch viel über Indien.
„Monsoon“ ist kein Nachschlagewerk über die indische Küche, aber nah dran. Es ist auch ein Lehrbuch, zugleich ein sehr persönliches Werk, das mich mitnimmt in diese oft unbekannte Welt.
„Monsoon“ von Asma Khan ist ein außergewöhnlich strukturiertes und zugleich warmes indisches Kochbuch, das Einsteiger*innen wie Fortgeschrittene gleichermaßen abholt. Khan ordnet ihre Rezepte nach den sechs indischen Jahreszeiten und bezieht die sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen ein, die bei jedem Gericht ausgewiesen sind – ein konzeptionell starker und selten so konsequent umgesetzter Ansatz.
Die einleitenden Kapitel vermitteln in großer Detailtiefe authentische Grundlagen: von der Herstellung von Ingwer-Knoblauch-Paste, Ghee oder Chutneys bis zum richtigen Rösten von Gewürzen oder Anbraten von Zwiebeln. Zwei Varianten von Garam Masala und präzise Hinweise zu Hitze, Reihenfolgen und Basiszubereitungen zeigen Khans Anspruch, Leser*innen wirklich zu befähigen. Die Rezepte sind klar geführt, die meisten bebildert, ergänzt durch einzelne atmosphärische Indienfotos.
„Monsoon“ ist ein tiefes, authentisches und lehrreiches Kochbuch, das Technik, Kultur und Aromatik elegant verbindet und mit neuen Ideen wie saisonalen Menüs einen hohen Mehrwert bietet.
Das dritte Kochbuch von Asma Khan, der Inhaberin des Londoner Restaurants „Darjeeling Express“ mit rein weiblichem Team, eine der bekanntesten Köchinnen Großbritanniens, inzwischen auch international angesehen – auch aufgrund ihres Engagements für Frauen und Immigrantinnen, wofür sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat.
Über die Autorin ließe sich noch vieles schreiben, doch jetzt zu „Monsoon“: Für das Buch hat sich die Autorin ein ganz spezielles Konzept einfallen lassen, bei dem die Rezepte auf den Wandel der indischen Jahreszeiten abgestimmt sind, der zwei zusätzliche Jahreszeiten umfasst – den Monsun, Asma Khans liebste Jahreszeit, und die Trockenzeit. Man erfährt viel Persönliches und Interessantes vom Leben mit den sechs Jahreszeiten, für Nicht-Inder anschaulich erklärt. Genauso wie die sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen, die bei der harmonischen Zusammenstellung der Menüs im Buch eine entscheidende Rolle spielen.
Es gibt sehr vieles, was mir besonders gut gefällt: dass man in „Grundzutaten & Techniken“ weit mehr hilfreiche Infos erhält als in vielen anderen indischen Kochbüchern; dass Asma Khan so viel Wert darauflegt, nicht nur das Wie, sondern auch das Warum zu erläutern – für Anfänger wie Erfahrene gleichermaßen interessant; dass es zu jedem einzelnen Rezept eine einleitende persönliche Geschichte, Infos oder Tipps gibt, die im Gegensatz zu manch anderen Büchern wirklich lesenswert sind; dass das freundliche, gedeckte Farbschema entspannend wirkt; dass Food Waste ein Thema ist, auf das immer wieder eingegangen wird; und dass ich in diesem Buch auf Rezepte stoße, die ich so in noch keinem anderen (meiner über 50 indischen Kochbücher) gesehen habe.
Spannend sind u. a.: Aubergine mit Mohn, herzhafte Linsenpfannkuchen mit roter Bete, Omelett-Curry, Kalkutta-Backfisch, rotes Wassermelonen-Curry, Tawa-Toastie, gefüllte Bittermelone, pikanter Orangensalat, Zucchini-Paratha, Bananenküchlein, Safran-Mohn-Kulcha (Brötchen) …
Ein sehr persönliches Kochbuch für Menschen, die von einem Kochbuch mehr erwarten als Rezepte – wobei diese alleine schon die Anschaffung wert sind.
„Treten Sie ein in eine Welt voller Farben und Düfte“, möchte einem dieses Buch sagen, wenn man es aufschlägt. Asma Khan schafft es, einen mit persönlichen Geschichten und Familienrezepten sanft durch die indischen Jahreszeiten zu leiten. Leicht findet man sich zwischen den schön bebilderten Rezepten, den Hintergründen und Geschichten zurecht, die einen weiblichen Blick auf eine Küchentradition bieten, die sonst schnell überfordern kann. Auch wenn manche Texte etwas verträumt wirken, hat man durchweg das Gefühl, bei einer warmherzigen, weisen Frau zu Gast zu sein, von der man unbedingt das Kochen lernen möchte, während sie einem erzählt, wie es damals war – während des Monsuns in Südindien oder damals oder damals …
„Monsoon“ gliedert die Rezepte nach den sechs indischen Jahreszeiten und nach ayurvedischen Geschmacksrichtungen. Das ist einerseits komplex und macht das Zurechtfinden schwierig, andererseits vermittelt es einen guten Eindruck davon, was in Indien wann Saison hat.
Besonders gefällt mir, dass zwischen den Rezepten Menüs angeboten werden, die die indische Esskultur anschaulich widerspiegeln.
Die Einführung in Grundzutaten und Techniken ist fundiert, was das Kochen sichtlich erleichtert.
Das Buch hält sein Versprechen einer authentisch indischen Küche durch ungewöhnliche Rezepte wie Wassermelonen-Curry und durch eine insgesamt stimmige Gestaltung.
Köstliches Indien
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.2

Köstliches Indien

80 Rezepte, die jedes Essen zu einem Fest machen

Autor/-in: Verlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe

„Ein Festessen ist eine wunderbare Möglichkeit, sich an einem Tisch zusammenzufinden und das Leben gemeinsam zu genießen. Mit den Rezepten in diesem Buch möchte ich diese Freude mit Ihnen teilen.“ (Chetna Makan) Diese Sammlung von großartigen … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Jeder, der schon mal die Tanzeinlagen in einem Bollywood-Klassiker gesehen hat oder vielleicht sogar auf einer indischen Hochzeit war, der weiß, wie opulent sich Indien manchmal geben kann. Mit Chetna Makans „Köstliches Indien“ hält man jetzt so eine indische Hochzeit, so einen Bollywood-Klassiker als Kochbuch in den Händen.
Der Untertitel verspricht „80 Rezepte, die jedes Essen zu einem Fest machen“, und ja, es geht festlich, bunt, schwelgerisch zu in diesem außergewöhnlichen Buch. Die Fotografien sind eine Augenweide, die Gestaltung gelungen. Es wirkt warm und festlich. Nur: Festessen haben es ja an sich, dass sie meistens eben nicht mit links gelingen, sondern Aufwand und Geduld bedeuten.
Chetna hat eine gute Balance gefunden: Ja, man kann sich mit diesem Buch ein Wochenende lang einschließen und hat am Sonntagabend ein festliches indisches Mahl. Aber es geht auch eine Nummer kleiner und einfacher: Die Freitagabend-Takeaways haben mir besonders gut gefallen; die kleinen Snacks, frittierte Zwiebeln mit Kichererbsen, sehen richtig lecker aus.
Erst am Ende wird es wirklich festlich, mit dem Auberginen-Erdnuss-Masala, dem Chili-Knoblauch-Hähnchen und den unglaublichen (manchmal auch unglaublich süßen!) Desserts.
Ein richtig schönes Buch – für alle, die indische Küche mögen, aber nicht immer drei Stunden in der Küche stehen wollen. Ein Kochbuch, das inspiriert, ohne zu überfordern.
„Köstliches Indien“ von Chetna Makan ist ein zugängliches, vielseitiges Kochbuch, das indische Aromen mit moderner, alltagstauglicher Handschrift verbindet. Die 80 Rezepte sind nach Anlässen gegliedert – von „Freitagabend Takeaway“ bis „Sonntagsbrunch“ – ein intuitiver, zeitgemäßer Ansatz, der den Einstieg erleichtert.
Makan betont die Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten und erklärt den überwiegend vegetarischen Fokus aus ihrer Familienküche heraus, was dem Buch Glaubwürdigkeit und eine klare Ausrichtung gibt. Neben aromatischen Alltagsgerichten zeigt sie erneut ihre Stärke im Dessertbereich, etwa mit einer Schoko-Karamell-Torte mit Kardamom. Die Fotografie von Nassima Rothacker ist stimmungsvoll und appetitanregend, die meisten Gerichte sind bebildert. Das Layout ist übersichtlich, ein doppelt geführtes Register erleichtert die Orientierung.
„Köstliches Indien“ bietet vertraute und neue Impulse, bleibt authentisch und macht Lust aufs Nachkochen – ein verlässliches, sympathisches Buch für alle, die indische Küche zeitgemäß erleben möchten.
Ihr sicheres Gespür für Gewürz- und Aromakombinationen brachte Chetna Makan 2014 ins Halbfinale der britischen Kult-Backshow „The Great British Bake Off“. Seitdem schreibt sie Koch- und Backbücher – dies ist ihr achtes.
Auf den ersten Blick wirkt es etwas einfach, bescheiden, das Layout schlicht und übersichtlich, manche Rezepte ein bisschen kurz, das Buchformat etwas zu klein. Man könnte das Buch leicht unterschätzen – und das habe ich auch.
Man blättert durch: Ja, das kenne ich, sowas Ähnliches habe ich schon mal gemacht, klingt alles (zu?) einfach …
Und dann nimmt man das Buch nochmal zur Hand, wenn es konkret ans Kochen geht. Und man richtig hinschaut. Und plötzlich klingt alles gut. Richtig gut.
Weil Einfachheit auch den großen Vorteil hat, dass es im Alltag machbar ist. Und man vielleicht sogar die Zutaten im Haus hat. Und das Essen im Glücksfall schnell auf dem Tisch steht.
Mund auf – und Überraschung! – es schmeckt kein bisschen einfach. Im Gegenteil: würzig, aromatisch, nach mehr. Weil Chetna Makan Rezepte schreibt, die ausgezeichnet funktionieren. So geht Comfort Food auf Indisch.
Auch das Themenkonzept ist clever: Wir alle brauchen kleinere und größere Feste im Alltag. Unter „Freitagabend-Takeaway“ findet man beliebte Takeaway-Gerichte zum Selberkochen, vom „Snacks“-Kapitel bin ich absolut begeistert, unter „Schnelles Glück“ wird man fündig, wenn Zeitnot herrscht – aber dank Chetna ohne Kompromisse beim Geschmack (Blumenkohl-Masala und Dal mit Mango schmecken toll!). Die Gerichte fürs „Picknick“ sind mit Bedacht ausgewählt und originell, und sogar die Rezepte für die „Festtafel“ lesen sich zwar zeitaufwendiger, aber dennoch unkompliziert.
Es zieht sich wie ein roter Faden durchs Buch: Die allermeisten Gerichte lassen sich völlig unaufwendig zubereiten – nur genug Zeit sollte man einplanen. Vor allem, wenn man sich in den Kopf gesetzt hat, den gesamten „Sonntagsbrunch“ zu kochen – einfach, weil er so gut klingt und garantiert glücklich macht. Danke dafür!
Das Konzept des Buches, die vielfältigen Gerichte als festliches Essen zu erzählen, wirkt etwas holprig – vielleicht auch, weil die Gelegenheiten von „faulen Freitagabenden“ bis zur „Festtafel“ reichen. Das Buch bietet jedoch eine bunte Sammlung indisch inspirierter Rezepte, bei denen immer wieder die britische Wahlheimat der Autorin durchblitzt. Richtig nach Indien entführt einen das Buch nämlich nicht. Eher hat man den Eindruck, man sitze zum leckeren und reichhaltigen Brunch im Hause einer Londoner Köchin. Und wie ein Brunch irgendwie dazwischensteht, weiß man auch bei dem Buch nicht wirklich, wo man es einordnen soll. Ob das bei den Lust machenden Gerichten am Ende wichtig ist, allerdings auch nicht.
Das Buch ist für den britischen Markt geschrieben und nimmt stark Bezug auf die britisch-indische Takeaway- und Fusion-Küche, was eine gewisse Distanz entstehen lässt.
Es überzeugt mit gut geschriebenen Rezepten wie dem Dal mit Mango und Tadka. Die Würzungen variieren und beruhen nicht nur auf Garam Masala.
Das Konzept, aus jedem Essen ein Fest aus mehreren Gerichten zu machen, wird gut umgesetzt und macht wirklich Lust darauf, Essen mit Freunden zu teilen.
Manche Gerichte sind nur auf doppelseitigen Bildern abgebildet, was die visuelle Orientierung nicht sehr einfach macht.
Deftig vegetarisch - IndienBlick ins Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 7.9

Deftig vegetarisch - Indien

Indische Küche: authentisch, aromatisch, köstlich

Autor/-in: Verlag: Becker Joest Volk Verlag

Indisch kochen – traditionell, vegetarisch, einfach gut.
In ihrem neuen Buch aus der mehrfach ausgezeichneten Reihe „Deftig vegetarisch“ widmet sich Anne-Katrin Weber der facetten­reichen Welt der indischen Küche – einer der traditionsreichsten … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Deftig vegetarisch – geht das überhaupt? Den Fotos nach zu urteilen: ja, voll! Die Gerichte sehen einfach zum Reinbeißen aus, vollmundig und reichhaltig.
Das Buch beginnt mit Gewürzkunde, sehr ausführlich. Find ich gut – braucht man vielleicht, wenn es vegetarisch ist und trotzdem deftig. Was noch auffällt: Das Buch ist nicht nur deftig, auch sehr luftig. Dank des Großformats muss man die Rezepte nicht mit der Lupe lesen. Danke für diesen Service! Es freut alle, die ein Kochbuch nicht für den Coffeetable brauchen, sondern wirklich mal ein Rezept daraus nachkochen möchten.
Und die Rezepten selbst? Überzeugend alltagstauglich. Viele Klassiker, vieles überraschend simpel, anderes mit ein bisschen mehr Pfanne-und-Topf-Einsatz. Aber immer präzise erklärt und mit Zutaten, die man nicht in drei Spezialläden zusammensuchen muss.
Ein Buch, das sich nicht mit viel Schischi und Atmosphärischem aufhält, eher mit hochgekrempelten Ärmeln zeigt, was im Indischen geht: Vegetarisch kann richtig satt machen und bestimmt auch glücklich. Ein echter Gewinn für alle, die gerne herzhaft essen – ohne Fleisch.
„Deftig vegetarisch: Indien“ setzt die Reihe von Anne-Katrin Weber und Wolfgang Schardt verlässlich fort: klare Rezeptführung, präzise Angaben, hohe Alltagstauglichkeit. Der Markt für vegetarische Indien-Kochbücher ist groß, dennoch gelingt es diesem Band, eigene Akzente zu setzen. Weber schildert in der kurzen Einleitung Eindrücke ihrer Indienreise, im Buch selbst kommentiert sie die Gerichte fachlich – wie sie im Land verortet sind oder was ihre Besonderheit ausmacht.
Die Kapitel folgen einer klassischen Struktur mit Currys, Gemüsegerichten, Streetfood, Desserts und hilfreichen Basics wie Pickles, Raitas oder Gewürzmischungen. Trotz der Fülle an Konkurrenz bietet das Buch spürbar neue Impulse, etwa gefüllte Eier-Fladenbrote aus Kolkata, einen Grünen-Bohnen-Salat mit Kokos, Chili und Cashews oder ein Eier-Kokos-Curry. Die Foodfotografie von Wolfgang Schardt ist sorgfältig und appetitanregend; die ergänzenden Reisebilder stammen von Weber selbst. „Deftig vegetarisch: Indien“ ist ein verlässliches, vielseitiges und angenehm frisches Indienkochbuch für alle, die klare, gut umsetzbare Rezepte schätzen.
Zugegeben, die traditionell vegetarisch geprägte indische Küche macht es einem leicht, ein Kochbuch zu schreiben, bei dessen Lesen man Lust bekommt, mit Gemüse, Hülsenfrüchten und Gewürzen zu kochen. Trotzdem bietet das Buch einen grundsoliden Einstieg in die bunten Geschmackswelten Indiens. Die Rezepturen bleiben dabei einfach, praktikabel und sind leicht nachzukochen. Das ist ein absoluter Pluspunkt dieses Buches. Neben indischen Klassikern werden auch immer wieder Zutaten in europäisch „übersetzte“ Gerichte kombiniert, etwa Grüner Salat mit Paneer und Ananas oder Ofenkürbis mit Kichererbsen und Granatäpfeln. Auch wenn die Ausführungen zur kulinarischen Kultur auf dem Subkontinent für ein erstes Verständnis ausreichen, hätten noch mehr Hintergrundinformationen zu diesem vielfältigen Kosmos dem Buch gutgetan.
Das neueste Buch aus der Serie „Deftig vegetarisch“ entstand nach einer ausgedehnten Reise der Autorin durchs „Land der tausend Gewürze“. Es enthält eine kurze Einführung, eine Vorstellung der typischen Gewürze und Hülsenfrüchte, fünf ausführliche Rezeptkapitel sowie ein Rezept- und Zutatenregister. Hier hätte ich mir mehr Warenkunde und vielleicht auch mehr persönliche Berichterstattung gewünscht – und auch ein bisschen mehr Hintergrund, dafür dass das Buch als „kulinarischer Reiseführer durch Indien“ angekündigt wird.
Wolfgang Schardts wunderschöne Fotos tragen das Ihre zu dem kulinarisch facettenreichen Bild bei, das Frau Weber mit ihrer bunten Auswahl vegetarischer Rezepte zeichnet: Südindische Dal-Suppe, Rote-Bete-Curry, Gemüse-Korma, Paneer-Variationen, eine schöne Auswahl verschiedener Snacks und Streetfood wie knusprig gefüllte Kartoffelküchlein. Auch Süßes kommt nicht zu kurz: Safranjoghurt mit Passionsfruchtsauce, Gulab Jamun, Pistazien-Limetten-Kulfi …
Mit dem Kapitel „Indische Basics“ schließt das Buch ab. Hier geht es um alles, was eine indische Mahlzeit vollständig macht: Pickles, Chutneys, Raitas, selbst hergestellten Paneer, Brote und Reisbeilagen. Ein Kochbuch mit Rezepten, die Kochanfängern Appetit auf eine vielleicht noch unbekannte Küche machen, an dem aber auch geübte Köchinnen und Köche, die gerne indisch kochen, Spaß haben werden.
Die durchgängige Bildsprache und das ansprechende Layout machen es leicht, das Buch gern zur Hand zu nehmen. Allerdings zeigt sich ein deutlicher Schwachpunkt in der Darstellung der Anleitungen: Diese sind als Fließtext gehalten, was die Lesbarkeit beim Kochen erschwert und den roten Faden leicht verlieren lässt.
Die versprochene Authentizität der Rezepte wird zudem nicht ganz eingehalten, da häufig Zutaten durch Alternativen ersetzt werden. Auch der Begriff „deftig“ bleibt im Kontext der indischen Rezepte unklar und wird inhaltlich nicht wirklich eingelöst.

Weitere Kochbücher zum Thema indien aus den früheren Jahren:

2025