Die besten Kochbücher für griechische und türkische Rezepte
Sebze – Gemüse auf Türkisch
Mein vegetarisches Kochbuch – ein Fest für alle Sinne!
Autor/-in: Özlem WarrenVerlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Eine bemerkenswerte Sammlung von 85 köstlichen vegetarischen Rezepten aus dem Herzen der Türkei. Sebze bedeutet auf Türkisch „Gemüse“ und ist ein Kochbuch, für das sich die erfahrene Food-Autorin Özlem Warren vom reichen, jahrtausendealten kulinarischen … [weiterlesen]
Preis: € 34,00
Begründung der Jury:
Warren zeigt eine türkische Gemüseküche, die sich nicht rechtfertigen muss, keine Kompromisse eingeht, sondern selbstbewusst ihre jahrhundertealte Tradition feiert. Ihre Rezepte sind eine Offenbarung: die Filo-Schnecken mit Zucchini und salzigem Feta, die pochierten Eier in Knoblauchjoghurt mit Pul Biber, der grüne Linsensalat mit Walnüssen, der mit Weinblättern als Löffel gegessen wird.
Das ist keine adaptierte Küche für westliche Gaumen – das ist das echte kulinarische Erbe Anatoliens.
Sam A. Harris’ Fotografie fängt diese Authentizität ein – sinnlich, aber nie inszeniert. Warren ermutigt zum Improvisieren, bietet vegane und glutenfreie Alternativen, erzählt von Straßenständen und Familientischen.
Die elf Kapitel – von Frühstück über Meze bis zu Süßem – sind klug strukturiert, die Gestaltung auf festem Papier ein Genuss.
Was dieses Buch unterscheidet: Es belehrt nicht, es lädt ein. Warren öffnet die Tür zu ihrer Heimat und lässt uns teilhaben an einer Küche voller Wärme und Großzügigkeit.
Das moderne Layout mit einem Touch Orient und die großartige, emotionale Fotografie fangen die Wärme der türkischen Gastfreundschaft perfekt ein, ohne je überladen zu wirken. Dazwischen verwebt Warren liebevoll persönliche Geschichten und Kindheitserinnerungen, die dem Buch eine wunderbare Tiefe verleihen.
„Sebze“ ist eine Bereicherung in der an vegetarischer Länderküche nicht gerade armen Kochbuchlandschaft! Ein Buch mit Seele, das Hobbyköchinnen und Hobbyköchen die authentischen Aromen der Türkei auf unwiderstehliche Weise näherbringt.
Meine griechische Dorfküche
Die Rezeptgeheimnisse der Großmütter
Autor/-in: Elissavet PatrikiouVerlag: Südwest
Unverfälschtes GriechenlandSchon als Kind verbrachte die Autorin Elissavet Patrikiou alle Sommerferien im 500-Seelen-Dorf ihrer Mutter Anastasia. Inmitten dieser Berglandschaft leben wunderbare, starke Frauen und jede von ihnen verbindet sie mit dem … [weiterlesen]
Preis: € 26,00
Begründung der Jury:
Die Gliederung nach Dorfstrukturen – Garten, Bäckerei, Tante-Emma-Laden, Taverne, Glaube und Tradition – ist fast schon poetisch. Die Rezepte selbst sind von bestechender Einfachheit: der ausgebackene Blumenkohl mit Joghurt und Paprikaöl, Warwaras legendäre Sesamkringel, Irinis berühmtes Tzatziki, Sofias Halva mit Grieß. Man riecht förmlich den Oregano aus Anastasias Garten, schmeckt die Sehnsucht nach Heimat in jedem Gericht.
Das Kapitel über orthodoxe Fastentraditionen zeigt die enorme Vielfalt pflanzlicher griechischer Küche – Linsensuppen, gefüllte Weinblätter, Halva mit Traubensirup. Hier geht es ums Miteinander, nicht um Dogmen.
Patrikious eigene Geschichte – die vertriebene Großmutter aus der Türkei, die Mutter als Gastarbeiterin, sie selbst zwischen den Kulturen – durchzieht das Buch wie ein roter Faden aus Wurzellosigkeit und Ankommen. Was hier entsteht, ist von einer Herzlichkeit und Echtheit, die selten geworden ist in der Kochbuchwelt. Ein Buch voller Sehnsucht, Stolz und unendlich viel Herz.
Beim Lesen fühlt man sich mitten ins Dorf versetzt – als säße man selbst mit am Küchentisch. Die Rezepte sind schlicht und ehrlich, oft mit wenigen Zutaten, aber voller Geschmack und Seele – wie die Spinatpita von „Mama Anastasia“, wunderbar buttrig und unvergleichlich köstlich.
Man spürt die Dankbarkeit der Autorin, dass dieser Ort ein Teil von ihr ist. Das Buch vereint ein nostalgisches Zuhause-Gefühl mit großer Wertschätzung für die Frauen und ihr Leben an diesem besonderen Ort – fotografisch beeindruckend festgehalten und zugleich modern umgesetzt.
Ein kleiner Wermutstropfen ist die etwas matte Bildsprache. Man hätte den Gerichten und den liebevoll porträtierten Yia-Yias etwas mehr von der strahlenden Sonne Griechenlands gewünscht. Auch die Jagd nach Spezialitäten wie Petimezi oder Kefalotiri könnte zur Herausforderung werden, unterstreicht aber den authentischen Charakter des Buches. Die mitunter eigenwillige Kapitelordnung verzeiht man dank des exzellenten Registers schnell (so z. B. viele Gebäcke im Kapitel „Glaube + Tradition“ und nicht in „In der Bäckerei“).
Ein Buch voller Seele, das die klassische griechische Hausmannskost in ihrer reinsten Form feiert. Die Zubereitung ist unkompliziert; die größte Hürde ist vielleicht das Beschaffen mancher Schätze. Ob man die Seele einer griechischen Großmutter mitkocht, sei dahingestellt – aber es schmeckt ganz wunderbar danach.
Kaliméra
Sommerküche aus Griechenland
Autor/-in: Alina Sawallisch • Susanne SawallischVerlag: Hölker Verlag
Sommer auf dem Teller!∙ Aromatische Rezepte mit mediterranen Zutaten∙ Einfach zuzubereiten – ideal für den Sommer∙ Lebensfreude und Urlaubsfeeling auf jedem Teller∙ Erfolgreiche Fortsetzung der beliebten Länderküche im Hölker VerlagErlebe … [weiterlesen]
Preis: € 30,00
Begründung der Jury:
Die Gliederung nach Obstsorten – Zitrone, Orange, Granatapfel, Weintraube, Feige, Olive – funktioniert wunderbar und macht Lust aufs Blättern.
Die Rezepte sind unkompliziert und einladend: Halloumispieße mit Zitronenmarinade, gebackene Auberginen mit Tahini-Joghurt, Pasta mit Rucola und Feigen.
Alina Sawallischs Gestaltung und Stephanie Willings sommerliche Fotografie schaffen eine stimmungsvolle Urlaubsatmosphäre.
Doch hier liegt auch die Grenze des Buches: Es bleibt an der sonnigen Oberfläche.
Was fehlt, ist die Tiefe, die entsteht, wenn man mit einer Küche verwurzelt ist, wenn Rezepte Familiengeschichte tragen, wenn hinter jedem Gericht mehr steht als ein gelungener Sommertag. Die Sawallischs schauen als Privilegierte auf Griechenland – sie konnten sich ein Haus kaufen, können zwischen Hamburg und Euböa pendeln.
Diese Perspektive macht das Buch zu dem, was es ist: schöne Urlaubslektüre mit guten Rezepten, aber ohne die Seele, die entsteht, wenn Kochen nicht Lifestyle ist, sondern Heimat.
Im Mittelpunkt stehen frische, leichte Sommergerichte, ergänzt durch kurze Porträts sowie Anregungen für die Speisekammer und eine kleine Auswahl an Drinks. Und spätestens nach einer Bougatsa mit Orangencreme lässt sich der griechische Sommer förmlich nachschmecken.
Die Gliederung nach Obstsorten wie Zitrone oder Feige (Ausnahme: Olive) ist ein persönlicher und origineller Ansatz, der auf die Früchte aus dem Garten der Autorinnen zurückgeht. Dies führt jedoch zu einer überwiegend vegetarischen und sehr obstlastigen Auswahl. Die bewusste Fokussierung auf 50 Rezepte macht das Buch übersichtlich, auch wenn man sich angesichts der ansprechenden Gerichte mehr Vielfalt wünschen würde. Die stimmungsvolle, sommerliche Fotografie fängt das griechische Lebensgefühl gut ein, bedient sich dabei aber teils bekannter Ästhetiken.
Während Kochanfänger voll auf ihre Kosten kommen, könnten erfahrene Köche neue Herausforderungen vermissen. Das Buch löst sein Versprechen einer einfachen, modernen griechischen Küche ein und ist eine Bereicherung für alle, die ohne großen Aufwand mediterranes Flair genießen möchten.
Sofra
Die neue türkische Gemüseküche
Autor/-in: Yelda YilmazVerlag: DuMont Buchverlag
Die türkische Küche ist eine bunte Fusionsküche mit mediterranen, orientalischen und asiatischen Einflüssen. Knackiges Gemüse, proteinreiche Hülsenfrüchte, Kräuter wie Petersilie, Dill und Minze, aromatische Gewürze und jede Menge gutes Olivenöl … [weiterlesen]
Preis: € 32,00
Begründung der Jury:
Yilmaz’ Rezepte funktionieren für jeden Anlass: für die vegane Enkelin genauso wie für den Großvater, der mehr Gemüse essen sollte. Ihre Fotografie – lässig, warm, einladend – und das verspielte Design machen jede Seite zum Genuss. Sie erklärt die türkischen Namen, erzählt von Einflüssen aus allen Himmelsrichtungen, lässt spüren, was Essen bedeutet: Verbindung, Familie, Heimat.
Die Rezepte sind gelingsicher und unkompliziert, die Zutaten überall erhältlich. Dass dieses Buch rein pflanzlich ist, tritt in den Hintergrund. Im Vordergrund steht die Fülle, die Freude, die Großzügigkeit dieser Küche. Ein Buch, das berührt und begeistert. (Und für wen vegan zu ambitioniert ist, der kann die Rezepturen jederzeit vegetarisch anpassen.)
Die ästhetischen Bilder – warm, einladend und mit natürlichem Licht fotografiert – begleiten schnelle wie auch aufwendigere Gerichte. Detaillierte Anleitungen für selbstgemachte Teigwaren ermöglichen je nach Alltagssituation die Wahl zwischen eigener Herstellung und praktischer Abkürzung.
Stellvertretend für die Experimentierfreude und die Vielseitigkeit steht das Dessert-Kapitel: von einer Schoko-Tahin-Karamell-Tarte über No-Churn-Mais-Eiscreme bis hin zu einem Cheesecake mit Sauerkirschsaft-Gelee. Wo soll man da nur anfangen?
Diese Gemüseküche spielt mit fast allen Gemüsesorten, mit herzhaften Aromen, Farben und Texturen, vor allem aber mit einer ordentlichen Portion Geschmack. „Gefüllte Zwiebeln mit Safran“, „Döner Tacos“ (natürlich mit Pilzen statt Fleisch) oder auch die „Weißen Bohnen mit Artischocken“ sind kleine, schnell zubereitete Aromabomben. Das alles vegan, mit pflanzlichem Joghurt, pflanzlicher Butter oder Milch, aber ohne sonstige Ersatzprodukte.
Übrigens: Zum „süßen Ende“ überrascht Yelda Yilmaz mit einem „Baklava-Semifreddo“ und vielen weiteren Köstlichkeiten. Allein ihr „Milchreis aus dem Ofen“, in Wasser und Pflanzendrink gegart, ist geschmacklich sehr eindimensional.
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2025•

