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Die besten Kochbücher für griechische und türkische Rezepte

2025
Sebze – Gemüse auf Türkisch
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.7

Sebze – Gemüse auf Türkisch

Mein vegetarisches Kochbuch – ein Fest für alle Sinne!

Autor/-in: Verlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe

Eine bemerkenswerte Sammlung von 85 köstlichen vegetarischen Rezepten aus dem Herzen der Türkei. Sebze bedeutet auf Türkisch „Gemüse“ und ist ein Kochbuch, für das sich die erfahrene Food-Autorin Özlem Warren vom reichen, jahrtausendealten kulinarischen … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Özlem Warren ist keine Anfängerin – zwanzig Jahre hat sie der türkischen Küche gewidmet, unterrichtet weltweit, schreibt für die New York Times. Und man merkt es: Sebze atmet Expertise und tiefe Verwurzelung.
Warren zeigt eine türkische Gemüseküche, die sich nicht rechtfertigen muss, keine Kompromisse eingeht, sondern selbstbewusst ihre jahrhundertealte Tradition feiert. Ihre Rezepte sind eine Offenbarung: die Filo-Schnecken mit Zucchini und salzigem Feta, die pochierten Eier in Knoblauchjoghurt mit Pul Biber, der grüne Linsensalat mit Walnüssen, der mit Weinblättern als Löffel gegessen wird.
Das ist keine adaptierte Küche für westliche Gaumen – das ist das echte kulinarische Erbe Anatoliens.
Sam A. Harris’ Fotografie fängt diese Authentizität ein – sinnlich, aber nie inszeniert. Warren ermutigt zum Improvisieren, bietet vegane und glutenfreie Alternativen, erzählt von Straßenständen und Familientischen.
Die elf Kapitel – von Frühstück über Meze bis zu Süßem – sind klug strukturiert, die Gestaltung auf festem Papier ein Genuss.
Was dieses Buch unterscheidet: Es belehrt nicht, es lädt ein. Warren öffnet die Tür zu ihrer Heimat und lässt uns teilhaben an einer Küche voller Wärme und Großzügigkeit.
Ein wunderbares Kochbuch, das tief in die türkische Gemüseküche eintaucht und zugleich eine persönliche wie auch kulinarische Geschichte erzählt. Die Autorin lädt mit sympathischen Tipps zum Experimentieren und Entdecken ein und zeigt, wie vielseitig und zugänglich die türkische Alltagsküche sein kann. Die Rezepte reichen von schnellen Gerichten bis zu aufwendigeren Speisen und sind klar beschrieben. Besonders hervorzuheben ist die ästhetische Food-Fotografie mit ihren warmen Farben, Natürlichkeit und Atmosphäre vermittelt. Die Auswahl fällt schwer: Blechbörek mit Zwiebeln und Kartoffeln oder Pide nach Trabzon-Art mit Käse und Eigelb? Den Anfang machten schließlich Zucchini und Karotten mit Knoblauch und Walnüssen in Joghurt, dazu balon ekmek – einfaches Ballonbrot, das perfekt dazu passte. Ein Buch, in dem man am liebsten alles gleich nachkochen möchte.
„Sebze“ überzeugt schon haptisch als sehr hochwertig produziertes Buch und widmet sich der türkischen Gemüseküche in einer angenehm zugänglichen, vegetarischen Form. Die warme, atmosphärische Fotografie trägt weit über die Gerichte hinaus und wird durch stimmungsvolle Szenen aus dem türkischen Alltag ergänzt. Besonders nützlich sind die begleitenden Hinweise zu jedem Rezept – von Kombinationstipps über schnellere Varianten bis hin zu Vorkochoptionen. Zutaten und Erklärungen bleiben stets einfach und nachvollziehbar, während die Rezeptvielfalt auch weniger bekannte regionale Gerichte einbezieht.
Heute ist der perfekte Tag für dieses vegetarische Kochbuch. Draußen ist es grau und regnet, hier drinnen scheint Seite für Seite die Sonne. („Sebze“ heißt übersetzt Gemüse, lerne ich dabei.) Die türkische Autorin Özlem Warren lebt und liebt „ihre“ Küche (bestimmt noch mehr, nachdem sie in den USA und dem Vereinigten Königreich war), erzählt, dass man sich in der türkischen Kultur schon seit Jahrhunderten um Nachhaltigkeit und Zero Waste bemüht, und übersetzt sympathisch, was uns erwartet. Und obwohl ich Team Overnight Oats bin, wird es bei mir am Wochenende ihre pochierten Eier nach türkischer Art geben. Die Fotos sind einfach wunderschön – von Close-ups zum Reinsetzen bis sinnlich und atmosphärisch. Und um mir ein bisschen Sommer mitten im Winter zu sichern, koche ich ihre Marmelade aus getrockneten Feigen und esse sie mit frisch gebackenen Sesamkringeln.
Özlem Warrens „Sebze“ ist eine Liebeserklärung an die vegetarische Seele der Türkei. Mit viel Herz und Sachverstand präsentiert sie eine authentische Küche, die von Natur aus saisonal, gesund und nachhaltig ist. Die Rezepte sind eine Offenbarung: Ob die formidable Auberginen-Lasagne für den großen Hunger oder die geniale Eigenkreation Kürbis-Walnuss-Baklava als leichtere Alternative – die Anleitungen sind stets klar und alltagsnah konzipiert.
Das moderne Layout mit einem Touch Orient und die großartige, emotionale Fotografie fangen die Wärme der türkischen Gastfreundschaft perfekt ein, ohne je überladen zu wirken. Dazwischen verwebt Warren liebevoll persönliche Geschichten und Kindheitserinnerungen, die dem Buch eine wunderbare Tiefe verleihen.
„Sebze“ ist eine Bereicherung in der an vegetarischer Länderküche nicht gerade armen Kochbuchlandschaft! Ein Buch mit Seele, das Hobbyköchinnen und Hobbyköchen die authentischen Aromen der Türkei auf unwiderstehliche Weise näherbringt.
Meine griechische Dorfküche
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.5

Meine griechische Dorfküche

Die Rezeptgeheimnisse der Großmütter

Autor/-in: Verlag: Südwest

Unverfälschtes GriechenlandSchon als Kind verbrachte die Autorin Elissavet Patrikiou alle Sommerferien im 500-Seelen-Dorf ihrer Mutter Anastasia. Inmitten dieser Berglandschaft leben wunderbare, starke Frauen und jede von ihnen verbindet sie mit dem … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Selten trifft ein Kochbuch emotional so direkt: Die Autorin verspricht die „Rezeptgeheimnisse der Großmütter“ – und löst dieses Versprechen mit beeindruckender Authentizität ein. Die Porträts der griechischen Großmütter beim Kochen und Genießen sind fotografisch exzellent umgesetzt und verleihen dem Buch eine große Wärme. Die Rezepte reichen von einfachen Snacks bis zu herzhaftem Soulfood, begleitet von gut dosiertem Kontext und sehr klaren Erklärungen. Wer Griechenland liebt, findet hier einen Schatz – und wer diesen Schatz findet, wird Griechenland danach lieben.
Dieses Buch ist pure Liebe. Patrikiou, selbst Fotografin, fängt nicht einfach Bilder ein – sie fängt Seelen ein. Wenn man die Gesichter der „Dorfköniginnen“ von Vathylakkos betrachtet, spürt man ihre Lebensgeschichten, ihre Würde, die Geheimnisse, die sie Elissavet anvertraut haben. Hier wird Kochen zum Akt der Liebe und des Erinnerns.
Die Gliederung nach Dorfstrukturen – Garten, Bäckerei, Tante-Emma-Laden, Taverne, Glaube und Tradition – ist fast schon poetisch. Die Rezepte selbst sind von bestechender Einfachheit: der ausgebackene Blumenkohl mit Joghurt und Paprikaöl, Warwaras legendäre Sesamkringel, Irinis berühmtes Tzatziki, Sofias Halva mit Grieß. Man riecht förmlich den Oregano aus Anastasias Garten, schmeckt die Sehnsucht nach Heimat in jedem Gericht.
Das Kapitel über orthodoxe Fastentraditionen zeigt die enorme Vielfalt pflanzlicher griechischer Küche – Linsensuppen, gefüllte Weinblätter, Halva mit Traubensirup. Hier geht es ums Miteinander, nicht um Dogmen.
Patrikious eigene Geschichte – die vertriebene Großmutter aus der Türkei, die Mutter als Gastarbeiterin, sie selbst zwischen den Kulturen – durchzieht das Buch wie ein roter Faden aus Wurzellosigkeit und Ankommen. Was hier entsteht, ist von einer Herzlichkeit und Echtheit, die selten geworden ist in der Kochbuchwelt. Ein Buch voller Sehnsucht, Stolz und unendlich viel Herz.
Eine wunderschöne Rezeptsammlung der Dorffrauen, die die Geheimnisse ihrer Alltagsküche teilen. Ausdrucksstarke Porträts und zahlreiche lebendige Bilder des Dorflebens begleiten die Erzählungen über Vergangenheit, Gemeinschaft und das heutige Leben dieser Frauen. Sehr schön sind die auf einzelne Orte bezogenen Kapitel, die das Buch zu einer kleinen Reise durch das Dorf machen.
Beim Lesen fühlt man sich mitten ins Dorf versetzt – als säße man selbst mit am Küchentisch. Die Rezepte sind schlicht und ehrlich, oft mit wenigen Zutaten, aber voller Geschmack und Seele – wie die Spinatpita von „Mama Anastasia“, wunderbar buttrig und unvergleichlich köstlich.
Man spürt die Dankbarkeit der Autorin, dass dieser Ort ein Teil von ihr ist. Das Buch vereint ein nostalgisches Zuhause-Gefühl mit großer Wertschätzung für die Frauen und ihr Leben an diesem besonderen Ort – fotografisch beeindruckend festgehalten und zugleich modern umgesetzt.
Elissavet Patrikiou legt mit „Meine griechische Dorfküche“ mehr als ein Kochbuch vor – es ist eine Liebeserklärung an die einfachen, ehrlichen Aromen ihrer Heimat. Mit viel Herz zelebriert sie die schlichte Perfektion guter Grundprodukte und schafft ein sehr persönliches Werk, das von den Geschichten der Frauen in den Dörfern lebt. Die Rezepte sind wunderbar alltagstauglich, unkompliziert und sprechen Kochanfänger wie erfahrene Genussmenschen gleichermaßen an.
Ein kleiner Wermutstropfen ist die etwas matte Bildsprache. Man hätte den Gerichten und den liebevoll porträtierten Yia-Yias etwas mehr von der strahlenden Sonne Griechenlands gewünscht. Auch die Jagd nach Spezialitäten wie Petimezi oder Kefalotiri könnte zur Herausforderung werden, unterstreicht aber den authentischen Charakter des Buches. Die mitunter eigenwillige Kapitelordnung verzeiht man dank des exzellenten Registers schnell (so z. B. viele Gebäcke im Kapitel „Glaube + Tradition“ und nicht in „In der Bäckerei“).
Ein Buch voller Seele, das die klassische griechische Hausmannskost in ihrer reinsten Form feiert. Die Zubereitung ist unkompliziert; die größte Hürde ist vielleicht das Beschaffen mancher Schätze. Ob man die Seele einer griechischen Großmutter mitkocht, sei dahingestellt – aber es schmeckt ganz wunderbar danach.
Als großer Griechenlandfan bin ich sofort eingetaucht in die Geschichte, die die Autorin und Fotografin Elissavet Patrikiou erzählt. Das Essen in den Bergdörfern hat nämlich tatsächlich eine ganz andere Qualität und Authentizität als das in den Touri-Ecken an der Küste. Dank der vielen persönlichen, liebevollen Anekdoten und lebendigen Rezeptfotos habe ich gleich Bilder im Kopf, Gerüche und Aromen in der Nase und auf der Zunge. Ich mag auch die Rezepte, die eben genau so simpel sind, wie es sich für dort gehört: etwa der Krautsalat, das Tzatziki oder der Auberginensalat mit Feta. Mehr braucht es für mich gar nicht, um gut griechisch gegessen zu haben. Beim Nachtisch schwanke ich zwischen Milchreis mit Granatapfel und Aprikosenkompott mit Mastix-Eis. Von dem Gewürz hatte ich vorher noch nie gehört und überlege, es mir mal zu bestellen – für noch mehr Griechenland zu Hause. Efcharistó = Danke für diesen schönen Kurztrip!
Kaliméra
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 8.1

Kaliméra

Sommerküche aus Griechenland

Autor/-in: Verlag: Hölker Verlag

Sommer auf dem Teller!∙ Aromatische Rezepte mit mediterranen Zutaten∙ Einfach zuzubereiten – ideal für den Sommer∙ Lebensfreude und Urlaubsfeeling auf jedem Teller∙ Erfolgreiche Fortsetzung der beliebten Länderküche im Hölker VerlagErlebe … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Ein Ferienhaus auf Euböa, ein üppiger Obstgarten, zwei Frauen, Mutter und Tochter, die ihre Liebe zu Griechenland teilen – klingt wie der Beginn eines Sommerromans. Und genau das ist dieses Buch: leicht, sonnig, unbeschwert.
Die Gliederung nach Obstsorten – Zitrone, Orange, Granatapfel, Weintraube, Feige, Olive – funktioniert wunderbar und macht Lust aufs Blättern.
Die Rezepte sind unkompliziert und einladend: Halloumispieße mit Zitronenmarinade, gebackene Auberginen mit Tahini-Joghurt, Pasta mit Rucola und Feigen.
Alina Sawallischs Gestaltung und Stephanie Willings sommerliche Fotografie schaffen eine stimmungsvolle Urlaubsatmosphäre.
Doch hier liegt auch die Grenze des Buches: Es bleibt an der sonnigen Oberfläche.
Was fehlt, ist die Tiefe, die entsteht, wenn man mit einer Küche verwurzelt ist, wenn Rezepte Familiengeschichte tragen, wenn hinter jedem Gericht mehr steht als ein gelungener Sommertag. Die Sawallischs schauen als Privilegierte auf Griechenland – sie konnten sich ein Haus kaufen, können zwischen Hamburg und Euböa pendeln.
Diese Perspektive macht das Buch zu dem, was es ist: schöne Urlaubslektüre mit guten Rezepten, aber ohne die Seele, die entsteht, wenn Kochen nicht Lifestyle ist, sondern Heimat.
Was auf dem Papier nach einem riskanten Konzept klingt – zwei Auswanderinnen möchten zeigen, dass die griechische Küche besser ist, als Hamburger Restaurants glauben machen –, funktioniert erstaunlich gut. Der Garten der Autorinnen gibt dem Buch eine liebevoll gedachte Struktur; die Rezepte sind nach den jeweils geernteten Früchten gegliedert. Jede Rubrik enthält kurze Geschichten, interessante Hintergründe und persönliche Erlebnisse, die gemeinsam mit den luftigen Sommerfotos ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Die Gerichte selbst sind leicht, die Zutatenlisten überschaubar und alles sonnig-frisch und appetitlich fotografiert.
Das Buch arbeitet mit einfachen Zutaten und Gerichten und nutzt den Reichtum an griechischem Sommergemüse und Obst auf überzeugende Weise. Die Zutatenlisten bleiben übersichtlich, die Rezepte bewegen sich „von Baum zu Baum“ und orientieren sich am natürlichen Rhythmus des Gartens. Obwohl es sich um den eigenen Garten der Autorin handelt, entsteht eine deutliche Urlaubsatmosphäre – unterstützt durch die Inszenierung der Gerichte am Pool und durch zahlreiche Aufnahmen aus Garten und Insel.
Im Mittelpunkt stehen frische, leichte Sommergerichte, ergänzt durch kurze Porträts sowie Anregungen für die Speisekammer und eine kleine Auswahl an Drinks. Und spätestens nach einer Bougatsa mit Orangencreme lässt sich der griechische Sommer förmlich nachschmecken.
Dieses Buch heißt mich ausgesprochen freundlich willkommen, und es kommt kurz etwas Neid auf, dass die zwei Hamburger Autorinnen einen Traum leben, der meiner sein könnte: auswandern, sonnengereiftes Obst ernten und ein Kochbuch schreiben. Dann aber überwiegt die Freude an der sommerlichen, farbenfrohen Aufmachung, an den Rezepten, die nach Obstsorten von Granatapfel bis Zitrone sortiert sind – besonders am Ouzo-Lemon, der den Anis-Schnaps mal von einer ganz anderen Seite zeigt und von dem ich mich gern direkt an dem Pool erfrischen lassen möchte. Und auch wenn es dafür kein Rezept braucht, freue ich mich über den griechischen Bauernsalat, bei dem die Zwiebeln eingelegt sind – dann mag ich die nämlich auch.
„Kaliméra“ ist ein charmantes Kochbuch, das sich ideal für Einsteiger eignet, die unkomplizierte und frische Sommergerichte lieben. Die Rezepte sind klar verständlich, die Zutaten in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich und die Ergebnisse gelingen zuverlässig.
Die Gliederung nach Obstsorten wie Zitrone oder Feige (Ausnahme: Olive) ist ein persönlicher und origineller Ansatz, der auf die Früchte aus dem Garten der Autorinnen zurückgeht. Dies führt jedoch zu einer überwiegend vegetarischen und sehr obstlastigen Auswahl. Die bewusste Fokussierung auf 50 Rezepte macht das Buch übersichtlich, auch wenn man sich angesichts der ansprechenden Gerichte mehr Vielfalt wünschen würde. Die stimmungsvolle, sommerliche Fotografie fängt das griechische Lebensgefühl gut ein, bedient sich dabei aber teils bekannter Ästhetiken.
Während Kochanfänger voll auf ihre Kosten kommen, könnten erfahrene Köche neue Herausforderungen vermissen. Das Buch löst sein Versprechen einer einfachen, modernen griechischen Küche ein und ist eine Bereicherung für alle, die ohne großen Aufwand mediterranes Flair genießen möchten.
Sofra
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 8.1

Sofra

Die neue türkische Gemüseküche

Autor/-in: Verlag: DuMont Buchverlag

Die türkische Küche ist eine bunte Fusionsküche mit mediterranen, orientalischen und asiatischen Einflüssen. Knackiges Gemüse, proteinreiche Hülsenfrüchte, Kräuter wie Petersilie, Dill und Minze, aromatische Gewürze und jede Menge gutes Olivenöl … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Yelda Yilmaz öffnet die Tür zu ihrer türkischen Familienküche und lädt uns ein, am Tisch ihrer Großmutter Platz zu nehmen. Was sie erschafft, ist weit mehr als ein veganes Kochbuch – es ist eine Hommage an das Zusammenkommen, an die Erinnerungen, die am gemeinsamen Tisch entstehen. Die türkische Küche zeigt sich hier als bunter Melting Pot voller Gemüse, Hülsenfrüchte, Kräuter und Gewürze – und man vermisst kein einziges Stück Fleisch. Die veganen Lahmacun sind ein Traum, der Perlcouscoussalat mit Bohnen und Orangenfilets wird zum neuen Repertoire-Favoriten, die Bulgurklöße auf Mangold-Joghurt sind großartig.
Yilmaz’ Rezepte funktionieren für jeden Anlass: für die vegane Enkelin genauso wie für den Großvater, der mehr Gemüse essen sollte. Ihre Fotografie – lässig, warm, einladend – und das verspielte Design machen jede Seite zum Genuss. Sie erklärt die türkischen Namen, erzählt von Einflüssen aus allen Himmelsrichtungen, lässt spüren, was Essen bedeutet: Verbindung, Familie, Heimat.
Die Rezepte sind gelingsicher und unkompliziert, die Zutaten überall erhältlich. Dass dieses Buch rein pflanzlich ist, tritt in den Hintergrund. Im Vordergrund steht die Fülle, die Freude, die Großzügigkeit dieser Küche. Ein Buch, das berührt und begeistert. (Und für wen vegan zu ambitioniert ist, der kann die Rezepturen jederzeit vegetarisch anpassen.)
Sofra eröffnet den Blick auf die pflanzenbasierte Küche der Türkei und zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig sie sein kann. Besonders gelungen sind die persönlichen, zugleich kulturgeschichtlichen Beschreibungen der Zutaten. Die Rezepte sind authentisch und kreativ: Sie wurzeln in der klassischen türkischen Küche, wurden von der Autorin jedoch weiterentwickelt und modern interpretiert. Spannend ist vor allem, wie sie Aromen aus der pflanzlichen Küche einbindet, um die gleiche Würze, Herzhaftigkeit und geschmackliche Erinnerung zu erzeugen wie bei traditionellen Fleischgerichten.
Die ästhetischen Bilder – warm, einladend und mit natürlichem Licht fotografiert – begleiten schnelle wie auch aufwendigere Gerichte. Detaillierte Anleitungen für selbstgemachte Teigwaren ermöglichen je nach Alltagssituation die Wahl zwischen eigener Herstellung und praktischer Abkürzung.
Stellvertretend für die Experimentierfreude und die Vielseitigkeit steht das Dessert-Kapitel: von einer Schoko-Tahin-Karamell-Tarte über No-Churn-Mais-Eiscreme bis hin zu einem Cheesecake mit Sauerkirschsaft-Gelee. Wo soll man da nur anfangen?
Der Titel bedeutet so viel wie: mit Familie und Freunden gemeinsam tafeln und genießen. Das vermittelt Yelda Yilmaz in ihrem türkischen Gemüsekochbuch sehr glaubwürdig. Sie schwelgt in Erinnerungen, nimmt mich mit und vermittelt mir direkt etwas von der Gastfreundschaft, die dort so großgeschrieben wird. Nach einem raschen Blick in die türkische Speisekammer, deren Inhalt mir überwiegend bekannt ist, und den Brot-Basics stürze ich mich auf die Salate und feiere nicht nur den Pfirsich-Gurken-Salat mit Dill (auch wenn mir dieser nicht besonders türkisch vorkommt), sondern auch ihre aromatischen Extras wie den Tomaten-Oliven-Dip, geriebene Tomaten und geröstetes Brot, die sie mir als unverzichtbare Beilagen ans Herz legt. Die Fotos, die persönlichen Worte und die spannenden Rezepte (sind die eigentlich alle zufällig vegan?) finde ich sehr ansprechend und fühle mich freundlich aufgefordert, jetzt selber mal loszulegen. Vielleicht gibt es diesen Advent bei uns Kalburabasti – mit Walnuss gefüllte Plätzchen in Sirup.
„Wirsing“ ist in der türkischen Küche vermutlich nicht landesweit verbreitet oder gängig, aber das ist der Autorin gänzlich egal. Sie macht daraus leckere „Rouladen auf Kürbismus“ oder eine Suppe mit Mais und lädt allein damit schon zum Genießen an einer Tafel (= „Sofra“) ein.
Diese Gemüseküche spielt mit fast allen Gemüsesorten, mit herzhaften Aromen, Farben und Texturen, vor allem aber mit einer ordentlichen Portion Geschmack. „Gefüllte Zwiebeln mit Safran“, „Döner Tacos“ (natürlich mit Pilzen statt Fleisch) oder auch die „Weißen Bohnen mit Artischocken“ sind kleine, schnell zubereitete Aromabomben. Das alles vegan, mit pflanzlichem Joghurt, pflanzlicher Butter oder Milch, aber ohne sonstige Ersatzprodukte.
Übrigens: Zum „süßen Ende“ überrascht Yelda Yilmaz mit einem „Baklava-Semifreddo“ und vielen weiteren Köstlichkeiten. Allein ihr „Milchreis aus dem Ofen“, in Wasser und Pflanzendrink gegart, ist geschmacklich sehr eindimensional.
„Sofra“ vermittelt einen modernen Blick auf die türkische Küche, vor allem durch den konsequent veganen Ansatz der Autorin. Die Zutaten-, Vorrats- und Basis-Teile sind besonders gelungen und liefern sofort umsetzbare Anregungen. Die Rezepte selbst sind solide aufgebaut, verständlich erklärt und sehr zugänglich. Auffällig sind die in vielen Teigen verwendeten sehr hohen Hefemengen, die durch die entsprechend kurze Teigreife für viele Menschen schnell zum Blähbauch führen können – schade! Die Fotografie ist handwerklich sauber, obgleich manche Gerichte naturgemäß wenig attraktiv daherkommen.

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2025