Natürlich vegan
Köstliche & ursprüngliche plantbased Rezepte aus aller Welt. Über 90 vegane traditionelle Gerichte von Julius Fiedler (@hermann)
Autor/-in: Julius FiedlerVerlag: DK Verlag Dorling Kindersley
Schon immer vegan: Plantbased Rezepte aus aller Welt• Über 90 pflanzenbasierte Gerichte von Food-Content-Creator Julius Fiedler• Inspiriert von traditionellen Küchen weltweit: von indischen Dosa bis zu zitronigen Koftesi aus der Türkei• Authentische … [weiterlesen]
Preis: € 29,95
Begründung der Jury:
Das Layout ist mit Zeichnungen und gedeckten Farben überaus gelungen, die Fotos sind stimmungsvoll und dürfen teilweise sogar doppelseitig ganz für sich allein stehen. Nur einige wenige erklärende Abschnitte sind etwas bleiwüstig geraten. Auch die Rezeptseiten sind eher voller, weil immer auch noch Erklärungen oder ein Tipp beigefügt sind – grundsätzlich eine nette Idee.
Zutaten wie türkische rote Paprikapaste oder Weizengluten sind in Großstädten zu bekommen, darüber hinaus etwas schwieriger. Grundsätzlich sind die Rezepte aber absolut gut nachkochbar.
Sein Umgang mit Veganismus bleibt angenehm unaufdringlich. Im Mittelpunkt steht gutes Essen, nicht eine Mission. Gut gelungen sind die Abschnitte zu den Ursprüngen des veganen Lebensstils, in denen er Klima- und Religionsthemen fachkundig und kompakt erklärt. Die Doppelseite zu Hülsenfrüchten überzeugt ebenfalls: klare Zubereitungszeiten, präzise Hinweise und der praktische Verweis auf den Schnellkochtopf, der etwas aus der Mode geraten ist, aber für Linsen, Kichererbsen und Bohnen ein echter Gamechanger sein kann.
Die Rezepte sind fließend geschrieben, verlangen teilweise durch viele Unterrezepte und Querverweise jedoch gelegentlich mehr Aufmerksamkeit – etwa beim Pide mit Falafel. Das erhöht den Anspruch leicht, bleibt für geübte Hobbyköche aber gut machbar.
Das Layout gefällt mit ästhetischen Skizzen und passenden, stilistisch bodenständigen Food-Fotos.
Trotz kompakter Größe bietet es eine bemerkenswerte Informationsfülle. Alles wirkt aufwändig recherchiert und schlüssig aufgebaut. Ein sachlich starkes, angenehm vielfältiges Kochbuch, das kulinarisch wie kulturell überzeugt.
Die kulinarische Reise ist dabei so durchdacht wie zugänglich. Die Rezepte sind anspruchsvoll genug, um Fortgeschrittene nicht zu langweilen, überfordern aber dank klarer Anleitungen auch Einsteiger nicht. Dass für authentische Rezepte aus aller Welt auch mal eine Zutat nicht im Supermarkt um die Ecke zu finden ist, gehört zum Abenteuer dazu – und wird oft durch Alternativen abgefedert.
Auch optisch ist das Buch ein Genuss. Kunstvolle Fotografie, stilsichere Illustrationen und ein klares Layout zeugen von einer modernen Eleganz, die man sich gerne ins Regal stellt. Einziger Wermutstropfen in der ansonsten makellosen Gestaltung: Die Kombination aus zierlicher Schrift und cremefarbenem Papier schmeichelt zwar dem Auge, erweist sich in der Küchenpraxis jedoch als kleine Lesehürde. Inhaltlich bereichert eine erhellende Abhandlung zur Geschichte des Veganismus das Werk, während ein kurioser Fauxpas im Grundlagenteil – etwa der veraltete Tipp zu (keinem) Salz im Kochwasser von Hülsenfrüchten – als liebenswerte Petitesse durchgeht.
„Natürlich vegan“ ist ein Kochbuch, das sein spannendes Thema nahezu perfekt umsetzt. Es ist eine Inspiration für alle, die authentisch, pflanzlich und global kochen möchten, und überzeugt dabei nicht nur den Gaumen, sondern auch den Intellekt und den Schönheitssinn. Ein rundum gelungenes Werk.
Vegan Fine Dining
Saisonale Kochkunst mit Stil
Autor/-in: Sebastian Copien • Andreas Leib • Hansi HeckmairVerlag: Ventil Verlag
Gehobene vegane Küche für die eigenen vier Wände.
In den letzten Jahren ist Gemüse in der gehobenen Küche immer mehr zum eigentlichen Star aufgestiegen. Saisonale Kreationen, die das Beste aus pflanzlichen Zutaten herausholen, sind dabei, die … [weiterlesen]
Preis: € 49,90
Begründung der Jury:
Fest steht, veganes Fine Dining ist eine Kategorie für sich, der sich nur wenige Spitzenköch:innen widmen. Laut Klappentext sollen die Rezepte aber durchaus zu Hause nachkochbar sein. Also kein Coffeetable-Book aus der Sternegastronomie, wenn auch die hochwertige Aufmachung in diese Richtung geht. Trotzdem ist das Buch natürlich nichts für Anfänger:innen. Die Rezepte benötigen eine vorangestellte Gebrauchsanweisung, um sich bei den komplexen Arbeitsschritten zurechtzufinden. Zutaten und Werkzeuge sind entsprechend nicht in jeder Küche und jedem Standardsupermarkt zu finden. Trotzdem geben sich die Autoren viel Mühe, ihre Gerichte anschaulich aufzubereiten – beispielsweise mit Thumbnail-Fotos im Inhaltsverzeichnis, die bereits einen Vorgeschmack geben, ohne an Menükarten in Restaurants touristisch hochfrequentierter Urlaubsdestinationen zu erinnern. Überhaupt sind die Foodfotos mit ihrem entsättigten Look, der trotzdem ausdrucksstark bleibt, hervorzuheben. Dazu passt das ästhetische Layout mit wechselnden Typografien, die aber ein harmonisches Gesamtbild ergeben.
Hier braucht es keine Brigade: Die Rezepturen sind so genial konzipiert, dass eine Person sie stressfrei umsetzen kann, unterstützt durch ein kluges Timingsystem, das die Planung gut machbar macht. Der Horizont erweitert sich hier fast von selbst – nicht nur für Veganer, sondern für jeden Gourmet. Wer hätte gedacht, dass süß eingelegte Kiefernzapfen das nächste Highlight im Grundzutaten-Repertoire werden?
Ein kleiner Wermutstropfen ist die optische Präsentation. Die verspielte Schreibschrift-Typografie der Überschriften wirkt wie ein Fremdkörper und bricht mit dem sonst so edlen Anspruch. Auch die Fotografie, oft zu nah am Motiv, lässt die opulenten Gerichte nicht atmen und beraubt sie ihrer beeindruckenden Gesamtwirkung. Dem Layout fehlt es an der Strahlkraft, die den Rezepten innewohnt.
Ein Buch, das man wegen seines brillanten Inhalts lieben wird, auch wenn das Äußere nicht ganz mithalten kann. Das Zeug zum Standardwerk hat es – dieses Urteil fällen am Ende aber zum Glück die Köchinnen und Köche, nicht der Verlag.
Als Fine-Dining-Buch erfüllt es viele Erwartungen, die Laien mit dieser Küchenform verbinden: aufwendiges Plating, punktgenaue Pürees, hochkonzentrierte Essenzen und visuell makellose Teller. Die Autoren benennen selbst, dass Fine Dining eher einem präzise inszenierten Theaterstück gleicht und in der Realität eine Teamleistung aus Küche und Service ist. Diesen Anspruch kann ein Buch naturgemäß nur ausschnitthaft abbilden. Mit seiner Struktur aus Jahreszeiten, Gemüseporträts, Menüvorschlägen, Empfehlungen zu Geschirr, Weinbegleitung und spezialisiertem Equipment gelingt jedoch ein solides Einstiegspaket in diese Welt.
Die Gerichte sind vielteilig. Wer ein komplettes Menü nachkochen möchte, braucht trotz hilfreicher QR-Codes viel Erfahrung und Zeit. Sehr gut funktionieren hingegen die Einzelkomponenten: Viele Rezepte enthalten starke Grundlagen für neue vegane Küche, etwa der Kartoffelkäse.
Dass es schwer wird, die Fotos so perfekt zu reproduzieren, zeigt sich, wenn man den Anrichte-QR-Code der Pfannkuchensuppe scannt: Im Video zerläuft der zuvor aufwendig mit zwei Ringen angerichtete Pfannkuchenkranz. In einer Fine-Dining-Situation richtet man zudem oft mehr als einen Teller an und muss das Gericht anschließend unbeschadet zum Tisch bringen – hier wäre das kaum möglich. Unplausibel ist auch, dass die Essenz auf dem Foto für eine Essenz untypisch schaumig wirkt, im Video jedoch nicht.
Positiv hervorzuheben sind die Einkaufsempfehlungen für vegane Ersatzprodukte, die klar strukturierten Rezepte sowie die Rubrik zur Weinbegleitung, die korrekt auf tierische Klärmittel hinweist. Zeitgemäß wäre allerdings eine zusätzliche Auswahl alkoholfreier Pairings gewesen, die in der gehobenen Gastronomie inzwischen selbstverständlich sind und sich hervorragend mit einer gesundheitsbewussten veganen Küche verbinden.
Ein anspruchsvolles, visuell starkes Buch, das viel Fine Dining zeigt, zugleich aber auch die Grenzen des Mediums offenlegt.
Plantiful Cooking
Über 100 vegane Rezepte für jeden Tag und special days! Unwiderstehliche vegane Rezepte aus Maya Leinenbachs Küche für jeden Anlass
Autor/-in: Maya LeinenbachVerlag: DK Verlag Dorling Kindersley
Das Fitgreenmind-Kochbuch für alle Fälle• Über 100 vegane Rezepte von Fitgreenmind-Creatorin Maya Leinenbach• Von der schnellen Single-Küche bis zum leckeren Dinner für Familie & Freunde: Kreative Gerichte für jeden Anlass• Bunt, international … [weiterlesen]
Preis: € 24,95
Begründung der Jury:
Besonders gelungen ist das Salat-Baukastensystem, das Kochanfänger zum kreativen Kombinieren ermächtigt. Positiv hervorzuheben ist der konsequente Verzicht auf hochverarbeitete Ersatzprodukte. Stattdessen vermittelt ein eigenes Kapitel, wie sich veganer Parmesan, Sahne oder Feta u. v. m. aus natürlichen Zutaten herstellen lassen – ein klarer qualitativer Mehrwert. Die Optik des als hochwertiges Hardcover gestalteten Buches überzeugt: Das klare Layout wird durch eine Typografie mit charmantem Augenzwinkern aufgelockert. Die authentischen, nahbaren Fotografien setzen die Gerichte und die Autorin sympathisch in Szene.
Ein kleiner Kritikpunkt ist die breite Definition des Küchenstils als Fusion aus asiatischer, indischer, Levante-, italienischer und deutscher Küche. Diese umfassende Ausrichtung lässt eine prägnante kulinarische Handschrift etwas vermissen.
Ein unaufgeregtes, sympathisches und charmantes Einsteigerkochbuch, das sein Versprechen voll und ganz einlöst. Es holt seine Zielgruppe ohne Überforderung ab und liefert alltagstaugliche, kreative Ideen für die moderne vegane Küche.
Aufwendiger, aber gut nutzbar, sind die thematischen Kapitel wie „Mezze“ oder „Currynight“, die sich für vegane Dinnerabende eignen und auch Gäste abholen, die nicht ausschließlich vegan essen. Zwischen den Kapiteln stehen immer wieder kurze, brauchbare Module wie „Quick Pickles“, der Salatbaukasten oder die Stir-Fry-Formel, mit der sich Reste effizient verwerten lassen.
Ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln zieht sich positiv durch das gesamte Buch und dürfte bei der anvisierten Zielgruppe gut ankommen. Die Fotos sind stimmungsvoll und passen zum lockeren Layout, zeigen jedoch häufiger die Atmosphäre als das fertige Gericht.
Ein zugängliches, alltagstaugliches veganes Kochbuch mit sinnvoller Struktur, klaren Grundlagen und vielen Bausteinen, die jungen Menschen den Einstieg in eine pflanzliche Küche erleichtern.
spice up
Vegane & würzige Rezepte – mit Aromen aus aller Welt
Autor/-in: Pascal HaagVerlag: AT Verlag
Wie gelingt es, dass vegane Gerichte raffiniert und köstlich schmecken? Die Lösung liegt im Würzen. In »spice up« nimmt Pascal Haag uns mit auf eine spannende Reise in die faszinierende Welt der Gewürze. Er verrät, mit welchen Zutaten Gewürze … [weiterlesen]
Preis: € 38,00
Begründung der Jury:
Der Titel verweist auf den Ansatz des Pflanzenküche-Profis, Gewürze als zentrale Herausforderung beim veganen Kochen in den Fokus zu stellen. Das ist originell, ein echter USP sogar, der konsequenterweise mit einer Warenkunde eingeführt wird, bevor es mit den Rezepten losgeht. Hier finden weniger Fortgeschrittene Neuentdeckungen, ohne dass es zu experimentell wird. Praktisch ist das Schlagwortverzeichnis, das die einzelnen Gewürze mit den Rezepten verknüpft.
Im Vorwort rechtfertigt Haag seine Entscheidung für fleischlose Küche. Hier wäre mehr Selbstbewusstsein wünschenswert gewesen. Wer ein Buch wie “Spice up” kauft, muss nicht mehr überzeugt werden.
Die schlanke Aufteilung in Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide & Pseudogetreide, Tofu, Tempeh & Seitan und Süßes sowie ein Kapitel zu Grundrezepten machen das Buch zugänglich. Ebenso die Länge der Rezepte, die zum Großteil kurz und übersichtlich sind und trotzdem mehr als nur Basics bieten. Schon allein für Kombinationen wie weißer Spargel, Mohn, Tonka und Dill verdient Haag Applaus.
Schade ist die Entscheidung für mattes Papier, das bei den Fotos für eine unvorteilhafte Entsättigung sorgt, die an 70er-Jahre-Ästhetik erinnert.
Zu Beginn steht eine kompakte Gewürzkunde, die die wichtigsten Einzelgewürze und traditionellen Gewürzmischungen erklärt. Dazu gibt es praktische Verarbeitungstipps sowie passende Kombinationen mit Gemüse, Hülsenfrüchten und kompletten Gerichten. Wie auch die Hinweise zum richtigen Würzen, ist alles eher knapp, aber ausreichend formuliert.
Die Rezepte selbst sind kurz gehalten, was hier funktioniert, da sie selten aus mehreren Unterrezepten bestehen. Trotz der Kürze besitzen sie ein hohes Maß an inspirierender Qualität. Die farbintensiven Fotos unterstützen den Ansatz eines bunten, gewürzbetonten Kochens sehr gut.
Positiv fällt auf, dass der Autor weitgehend auf industrielle Fleischersatzprodukte verzichtet. Verarbeitet werden ausschließlich solche, die bereits traditionell etabliert sind – Tofu, Tempeh und Seitan haben sogar ein eigenes Kapitel. Am Ende finden sich hilfreiche Grundrezepte, mit denen man etwa ein Seitan-Geschnetzeltes problemlos selbst herstellen kann.
Ein überzeugendes veganes Kochbuch, das Gewürze gekonnt einsetzt, ohne ein Gewürzbuch sein zu wollen.
Außerdem mag er satte Farben – besonders Grün und Gelb –, denn das sind die im Buch beherrschenden Farben. Und Kurkuma: sein Lieblingsgewürz, weil viel vorhanden ist.
Wir, die jetzt ein Geschmacks-, Aromen- oder gar Gewürzfeuerwerk erwarteten, wurden enttäuscht. Die recht trockenen „Orecchiette mit Belugalinsen“ mit Kurkuma und Anis waren uns zu eindimensional, der „Chicorée mit Bulgursalat“ überladen mit „nur“ Tomate und Sumach. Dafür knallt das „Karottentatar mit Dörraprikosen“ durch Senfsaat und viele Aromen ganz schön am Gaumen.
Die Einteilung der Rezepte in „Gemüse“, „Hülsenfrüchte“, „Getreide“, „Pseudogetreide“, „Tofu…“ ist – weil am Ende doch alles durchmischt ist – seltsam.
Wir hätten uns von Haag, der auch Rezeptentwickler ist, mehr erwartet – ja, auch mehr Leidenschaft beim Würzen.


