Baking next level mit Roggen
Perfektes Brot mit Roggensauerteig
Autor/-in: Dietmar KapplVerlag: Becker Joest Volk Verlag
Backkunst auf höchstem Niveau – zum Nachbacken!
Selbst renommierte Größen der Backbranche besuchen seine Kurse und Brotliebhaber reisen aus aller Welt an, um ihn und sein Handwerk in der Academy in St. Marien, Österreich, hautnah zu erleben. Dietmar … [weiterlesen]
Preis: € 42,00
Begründung der Jury:
Wo es fachlich so exakt wird, kommt einiges an Equipment auf den Arbeitstisch, das auch gut erklärt wird. Leider werden zum Monsterschwado, Conze-Dampfbackkasten oder zu Backschläuchen keine Bezugsquellen genannt – zumindest habe ich keine gefunden.
Viele Seiten sind textlastig, Step-Fotos sind funktional, aber nicht besonders groß oder ästhetisch gesetzt. Das Layout wirkt teilweise etwas eng, was der Lesbarkeit im Wege steht. Es dominiert eine sachlich-handwerkliche Optik, die zwar Kappls Arbeitsstil widerspiegelt, aber wenig emotionale Zugänglichkeit bietet.
Die Rezeptauswahl ist fokussiert und handwerklich überzeugend, allerdings ist es – wie der Titel vermuten lassen könnte – kein reines Roggen-Backbuch. Es gibt auch viele Rezepte mit hohem Weizenanteil im Hauptteig, wie zum Beispiel Sandwichwecken oder das Französische Landbrot. Das ist jedoch keineswegs ein Kritikpunkt, sondern macht das Buch noch interessanter und vielfältiger. Es ist nur schade, dass bei den sehr exakten Rezepten keine Bäckerprozente aufgeführt werden. Das könnte man in diesem fast schon wissenschaftlich anmutenden Buch durchaus erwarten.
Insgesamt liefert Kappl ein sehr kompetentes Buch: fachlich top und didaktisch anspruchsvoll. Ein Werk für Menschen, die bereits tief im Thema sind und genau diese technische Dichte erwarten.
Gestalterisch setzt das Buch auf eine edle, moderne Inszenierung: Schwarz- und Orangetöne, Anglizismen und Begriffe wie „Brotbackkunst“ erzeugen eine Bildsprache, die sich bewusst vom puristischen Stil des traditionellen Bäckerhandwerks abhebt. Fachlich beeindruckt vor allem der umfangreiche Theorieteil. Selbst erfahrene Hobbybäcker*innen finden darin viel neues, roggenspezifisches Wissen – etwa zu Quellknetung oder Sauerteigführung. Dieses Fachwissen zieht sich konsequent durch alle Rezepte.
Weniger geglückt ist der Abschnitt zur „Umstellung von konventionellem Mehl auf Vollkorn“, der eigentlich den Wechsel von Auszugs- zu Vollkornmehlen beschreibt und dadurch terminologisch etwas irritiert. Die Rezepte selbst sind dagegen vielseitig und inspirierend: von aromatischen Vollkorn- und Mischbroten über Weizenbrote mit Roggensauerteig bis hin zu Kleingebäck. Ergänzt werden sie durch Beiträge der Ambassadeurs du Pain, einer französischen Vereinigung, die sich für den Erhalt und die Förderung des traditionellen Bäckerhandwerks einsetzt.
Eine spannende inhaltliche Ergänzung wäre ein Blick auf ökologisch erzeugtes Getreide und die Vielfalt der Roggensorten gewesen – Themen, die die Bedeutung der Landwirtschaft für die Zukunft des Bäckerhandwerks noch stärker unterstreichen würden. Auch etwas mehr Praxisnähe, etwa in Form von Prozentangaben bei den Rezepturen, könnte das Verständnis zusätzlich vertiefen.
Trotz kleinerer Schwächen liefert „Baking Next Level“ ein beeindruckendes Fachbuch für alle, die die Arbeit mit Roggen fundiert und aus der Perspektive eines erfahrenen Bäckermeisters erlernen möchten.
Kneten, Backen, gut!
Entspannt Brot backen auch ohne Waage. Mit Video-Tutorials
Autor/-in: Lutz GeißlerVerlag: Verlag Eugen Ulmer
Entspannung beim Brotbacken? Ja! Einfach Mehl, Wasser, ein bisschen Salz und Hefe oder Sauerteig in eine Schüssel, kneten, backen – fertig! Lutz Geißler, Deutschlands erfolgreichster Brot-Blogger, zeigt in seinem wohl einfachsten Backbuch, dass Brotbacken … [weiterlesen]
Preis: € 22,00
Begründung der Jury:
Die Rezeptnamen versprühen „Jugendwort-des-Jahres“-Vibes. Titel wie Rizz, Gangsta Bread oder Crazy Butterfly lassen selten Zutaten oder Charakter des Gebäcks erahnen. Handwerklich liefert Geißler jedoch gewohnt solide Arbeit: lange Teigruhen, wenig Hefe, gut strukturierte Abläufe und realistische Ergebnisse. Die Step-Fotos sind klar – und wer es braucht, bekommt zusätzlich ein QR-Code-Video zum Rezept, das auf die Seite des Verlags verlinkt.
Um dem simplen Konzept treu zu bleiben, arbeiten die meisten Rezepte mit Hefe; für die wenigen Rezepte mit Sauerteig wird jedoch auch die Züchtung eines Starters beschrieben. Sehr hilfreich – nicht nur für Anfänger – sind die zehn häufigsten Brotfehler, jeweils mit Beschreibungen, wie man sie erkennt und welche Ursachen und Lösungen infrage kommen. Wer mit den Fancy-Namen im Inhaltsverzeichnis nicht so gut zurechtkommt, findet im Register „Schnell nachgeschlagen“ die Klarnamen und gelangt schnell zum richtigen Rezept oder Thema.
Inhaltlich bleibt das Buch bewusst einfach und gut durchdacht: kurze Erklärungen zu Sauerteig, Hefe und Grundausstattung, klar strukturierte Rezepte mit QR-Videos sowie Anleitungen, die teilweise sogar ohne Waage auskommen. Ungewöhnlich ist die Sprache der Rezepttitel: Namen wie „Gangster-Brot“ oder „Yolo-Dinkel“ wirken eher bemüht jugendlich und könnten schneller „cringe“ als cool wirken.
Trotzdem überzeugt Geißler mit seiner gewohnt hohen Präzision, seinem praxisnahen Ansatz und einer stimmigen Auswahl an Lieblingsrezepten. Ein sympathisches, qualitativ hochwertiges Einsteigerbuch – allein die betont jugendlichen Rezepttitel wirken etwas unpassend.
Die besten Brote der Welt
Backrezepte mit Kultstatus. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen für perfektes Gelingen zu Hause
Autor/-in: Marcel PaaVerlag: Becker Joest Volk Verlag
Die besten Brote der Welt: Originalrezepte mit Kultstatus – Brotbackbuch von Brotsommelier und YouTube-Bäcker Marcel Paa
Backen Sie die berühmtesten Brote der Welt jetzt ganz einfach selbst zu Hause! Dieses Brotbackbuch präsentiert Ihnen authentische … [weiterlesen]
Preis: € 32,00
Begründung der Jury:
Die Struktur überzeugt durch klare Länderkapitel, präzise Schritt-für-Schritt-Fotos und eine klare Linie, die Anfänger wie auch ambitionierte Hobbybäcker abholt. Paa betont ausdrücklich, dass alle Rezepturen in einer „ganz normalen Küche“ funktionieren sollen – ein sympathischer Ansatz, der sich im Aufbau der Anleitungen widerspiegelt. Trotzdem bleibt der professionelle Anspruch spürbar.
Positiv fällt das Backwissen auf, das im hinteren Abschnitt die Grundlagen erklärt: Gare, Teigvorstufen, Dampf, Schneidetechniken, Fehleranalyse und richtige Ofenführung. Auch die Liste der „Lieblingshelfer“ bietet klare Orientierung – von Teigkarte und „Lame“-Messer über Teigwanne bis zur Küchenmaschine.
Der Anspruch, Brote verschiedenster Kulturen möglichst authentisch wiederzugeben, gelingt weitgehend, auch wenn manche Zutaten oder speziellen Formen (z. B. Couronne Bordelaise) ein gewisses Niveau an Erfahrung voraussetzen. Beim Panettone wird zudem nicht erwähnt, dass klassisch eine Lievito Madre zum Einsatz kommt; das Rezept wirkt hier etwas simplifiziert.
Hin und wieder finden sich kleine Ungenauigkeiten: Beim Toast wird ohne Begründung suggeriert, dass Dinkel das Brot gesünder mache als Weizen; im Rezept wird zudem Urdinkel (Type 630) genannt, ohne weitere Erklärung – auch nicht im späteren Kapitel zu Getreidesorten und Mehltypen.
Beim Naan Bread wird Koriandergrün empfohlen und Petersilie als Alternative genannt, auf dem optisch schönen Rezeptfoto ist jedoch krause Petersilie zu sehen.
Auffällig ist außerdem, dass viele Brote recht hell gebacken sind, z. B. beim Frankenlaib oder beim San Francisco Sourdough – eher untypisch.
Im Mittelpunkt stehen klar die Brote selbst, während der theoretische Teil bewusst knapp gehalten ist. Das wirkt etwas widersprüchlich zur Ansprache an Einsteigerinnen: Zwar möchte das Buch vor allem zum direkten Nachbacken motivieren, doch beim Sauerteig und spätestens beim Panettone – dem anspruchsvollsten Rezept – könnten Anfängerinnen schnell an Grenzen stoßen. Ein perfektes Gelingen, wie es Marcel Paa beschreibt, dürfte daher nicht immer realistisch sein.
Die Rezeptauswahl reicht vom deutschen Bauernbrot über schwedisches Knäckebrot und türkisches Somun Ekmek bis hin zu mexikanischen Tortillas. Jedes Rezept wird zunächst kurz kulturell oder historisch eingeordnet und anschließend mithilfe einer klaren Struktur und anschaulicher Schritt-für-Schritt-Fotos erklärt.
Fazit: Für mich vermittelt das Buch keine umfassende Brotweltreise durch Länder, Regionen und Traditionen, da die Auswahl dafür zu begrenzt bleibt. Für Einsteigerinnen ist es nur eingeschränkt geeignet, bietet aber geübteren Hobbybäckerinnen solide Inspiration.
Einfach gutes Brot
30 Teige – über 60 Brote und Brötchen
Autor/-in: Ricardo FischerVerlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Zeit für gutes BrotDer „Brotprofi“ Ricardo Fischer ist Bäckermeister, Brot-Sommelier und einer der beiden größten Brot-Fluencer im deutschsprachigen Raum. Auf TikTok, Instagram und Youtube begeistert er Millionen Brot-Fans, gewährt Einblicke … [weiterlesen]
Preis: € 34,00
Begründung der Jury:
Die Grundlagenkapitel sind umfangreich und gut aufgebaut. Von Sauerteigvarianten über Mehltypen bis zu Vorstufen wie Autolyse, Quell- und Brühstücken lässt das Buch wenig aus. Gut gelungen sind die Abschnitte zu Lievito Madre und Hefewasser sowie die Step-Fotos für Grundtechniken wie Rundwirken und Langwirken. Auch die Brotfehler-Liste ist praxisnah aufgebaut, mit klaren Erkennungsmerkmalen, Ursachen und Lösungen.
Das Kapitel „Kriterien für gutes Brot“ ist dagegen etwas oberflächlich gehalten. Die beschriebenen Merkmale treffen auf kräftige Krustenbrote zu – eine Kruste, die beim Schneiden mit angenehmem Krachen bricht, ist zum Beispiel für ein Brioche kein passendes Kriterium. Ebenso wirkt beim Equipment die Empfehlung einer Feinwaage etwas unterdimensioniert. Für Hefe ist sie sinnvoll, für den restlichen Teig jedoch deutlich weniger praktisch als eine normale Küchenwaage.
Die Rezeptstruktur ist sauber, aber an einer Stelle hätte man – gerade bei einem Autor, der als Bäckermeister und Brotsommelier vom Fach kommt – noch etwas mehr Übersicht schaffen können: die Angabe von Bäckerprozenten. Auch wenn nicht jeder damit rechnet, erleichtern sie das Verständnis der Verhältnisse im Teig und bieten gerade Einsteigern einen schnellen Überblick. Die Rezepte sind dennoch klar aufgebaut: großes Produktfoto, Beschreibung, Zeitplan, Backtemperaturen und Teigkonsistenz, gefolgt von Zutaten, Anleitung und teilweise Step-Fotos.
Schade nur, dass diese nicht in allen Rezepten vorhanden sind. Zum Beispiel beim Leipziger Landbrot, seiner Version des San-Francisco-Sourdough, das als Profibrot gekennzeichnet ist, wären sie gerade beim Vorformen und finalen Formen hilfreich gewesen. Doch insgesamt stimmen bei diesem Buch Struktur, Handwerk und Erklärungen. Kleine Details bei den Utensilien-Empfehlungen und die fehlende Prozentangabe ändern am positiven Gesamtbild wenig.
Das Buch vereint vertraute Brotrezepte aus Bäckereien, internationale Klassiker und regionale Spezialitäten wie die Sächsischen Lossataler – von denen es für meinen Geschmack gerne noch mehr hätte geben dürfen, gerade weil Fischer selbst aus Sachsen stammt. Besonders positiv fallen die zahlreichen handwerklichen Details auf, etwa zu Einschneidetechniken, Stippen oder Einkerben – Aspekte, die in Brotbackbüchern selten so ausführlich behandelt werden.
Die Sprache bleibt insgesamt zugänglich, auch wenn einzelne Fachbegriffe etwas Einarbeitung erfordern. Ein solides, kompetent geschriebenes Buch für alle, die handwerklich geprägte Brotrezepte und klare, praxisnahe Anleitung schätzen.
Sauerteig für alle
Autor/-in: Kenny JakobssonVerlag: Die Gestalten Verlag
Sauerteig neu entdeckt: 50 Rezepte, die das Brotbacken auf ein neues Level heben.
Sauerteigbrot backen vereint Handwerk, Geduld und Kreativität – aus wenigen Zutaten wird etwas Besonderes. Sourdough For All von Kenny Jakobsson ist ein praktischer … [weiterlesen]
Preis: € 35,00
Begründung der Jury:
Der Einstieg in den Sauerteig gelingt ihm über einen klar beschriebenen Acht-Stufen-Ansatz und Hinweise zur Pflege. Sein handwerklicher Weg setzt auf Falten und Autolyse statt viel Kneten, lange Reifezeiten und das Backen im Dutch Oven. Das führt zu guten Ergebnissen, erfordert aber viel Zeit und aktive Präsenz – für ein Einsteigerbuch nicht ganz unkompliziert. Schwarz-weiß gehaltene Step-Fotos unterstützen gut, setzen aber auch den Fokus auf künstlerischen Anspruch und Stimmung. Seine Stärken zeigt das Buch in der Rezeptentwicklung: Der Aufbau von einfachen Grundbroten hin zu Varianten mit Saaten, Getreidebrei oder aromatischen Zusätzen ist logisch und gut nachvollziehbar. Die Übersicht mit Gewichten und Bäckerprozenten ist hilfreich, selbst wenn man nicht mit Prozenten arbeitet. Die Brotauswahl ist breit und kreativ und klar im Fokus.
Einen Sauerteig-Enthusiasten wird eventuell enttäuschen, dass die süßen Rezepte ausschließlich mit Hefe arbeiten. Jakobsson begründet dies mit dem unerwünschten Säurebeigeschmack bei Süßgebäck, was fachlich nachvollziehbar ist, im Kontext eines Sauerteigbuchs jedoch inkonsequent wirkt. Hier hätten Mischführungen oder zumindest einzelne echte Sauerteigvarianten erwartet werden können.
Die Tipps-und-Tricks-Sektion ist dagegen umfassend und praxisnah: Lagerung, Kühlschrankgare, Salzprozente, Mehltypen, Kerntemperaturen – alles wird klar erklärt.
Insgesamt ein schönes, ehrliches Buch mit starker Gestaltung und vielen guten Brotrezepten, aber mit Abstrichen bei der praktischen Anleitung und einem Bruch im Konzept bei süßen Gebäcken.
Der schwedische Bäcker-Autor teilt mit Einsteigerinnen wie Fortgeschrittenen Rezepte, die an einen skandinavischen Urlaub erinnern: Brote mit Früchten, Sauerteig mit Wacholderbeeren, Heidelbeer-Pistazien-Kombinationen, ein festliches Kirschen-und-Zimt-Brot, Getreidebrei-Brote sowie Klassiker wie Baguettes und Focaccia. Obwohl der Titel „Sauerteig für alle“ anderes vermuten lässt, finden sich darunter auch süße Heferezepte – vom Autor mit dem Wunsch nach einer bestimmten Textur und weniger Säure begründet. Bei guter Sauerteigführung erscheint mir dieser Grund allerdings fraglich; für Einsteigerinnen erhöht Hefe sicherlich die Gelingsicherheit.
Die kleinen Mengen lokaler Weizensorten wie Landweizen lassen sich problemlos durch (regionale) Vollkornmehle ersetzen. Insgesamt ist das Buch ein ästhetisch gestaltetes und inspirierendes Werk – besonders für alle, die skandinavisch geprägte Brotrezepte lieben.
Einfach backen mit Sauerteig
60 Rezepte für Brot, Gebäck und Süßes. Von kräftigem Roggenbrot über luftige Zimtknoten bis hin zu knuspriger Sauerteigpizza
Autor/-in: Christina BauerVerlag: Löwenzahn Verlag in der Studienverlag Ges.m.b.H.
Backen mit Sauerteig leicht gemacht
Brote aus Sauerteig sind die besten Begleiter für jeden Tag und perfekt für einen durchgetimten Alltag. Denn: Einmal gebacken bleiben sie lange frisch, schmecken fantastisch und bilden somit eine knusprig-flaumige … [weiterlesen]
Preis: € 29,90
Begründung der Jury:
Die Rezeptaufteilung ist durchdacht, auch wenn nicht jede Zuordnung überzeugt. Warum die Kaisersemmel ausgerechnet unter „Panini, Pizza & Pikantes“ steht und nicht bei „Klein und sauerteigfein“, hat sich mir nicht erschlossen. Ebenfalls hätte ich mir bei der Kaisersemmel die Herstellung mit der im Alpenraum traditionellen Falttechnik gewünscht und nicht die Verwendung eines Stempels.
Formen wie Flechtstränge, Sternbrot oder Sesamringe werden ausführlich in Step-Fotos gezeigt. Dies geschieht häufig über die Einbindung von QR-Codes. Zwar sind die Videos eine echte Hilfe – besonders bei komplexeren Formen wie einem Vierstrang-Striezel –, man wird aber aus dem Buch in die digitale Welt entführt. Insbesondere, wenn die Videos auf YouTube gehostet werden und man im Anschluss eine x-beliebige Doku sieht. Hier wäre ein Link auf den eigenen Blog mit Videos auf eigenen Servern sinnvoller.
Sehr gut gelungen ist hingegen die QR-Code-Zeittabelle: Das Tool berechnet die Zeiten aller Rezepte im Buch präzise auf individuelle Startpunkte um. Das ist funktional und bringt echten Mehrwert.
Die Brotrezepte sind alltagstauglich und ansprechend fotografiert. Vom klassischen Weißbrot bis zum Zucchinibrot gelingt hier eine ausgewogene Mischung aus Basisrezepten und interessanteren Varianten. Bei den süßen Sauerteiggebäcken zeigt sich jedoch eine Schwäche des Buches: Die Teigtemperatur spielt dort eine wesentliche Rolle, wird aber selten bis gar nicht erwähnt. Hinweise wie „lauwarm“ sind für empfindliche süße Sauerteige etwas unpräzise. Dass die Autorin einen sehr starken Starter nutzt, sieht man den Ergebnissen an – ohne klare Zieltemperaturen wird es vielen Lesern schwerfallen, diese Qualität zu reproduzieren. Hier wäre eine präzisere Führung nötig gewesen, auch wenn sie darauf hinweist, dass ein erbsengroßes Stück Hefe zugesetzt werden könnte.
Der Mix aus zeitgemäßen Ideen und österreichischen Spezialitäten zeigt sich auch in den Rezepten. Sauerteig wird vielfältig und durchgängig eingesetzt – von Kaisersemmeln und Himbeerbuchteln über Pausenweckerl, Fladenbrote und Bananenbrot bis hin zu Grissini. Einzig eine kurze persönliche Einführung zu den einzelnen Rezepten fehlt, die dem Buch noch mehr Charakter verliehen hätte.
Sehr gelungen ist der kompakte, praxisnahe Theorieteil, der alle wichtigen Grundlagen für den Einstieg vermittelt. Praktisch sind zudem die online verfügbare Zeittabelle für flexible Backzeiten sowie verschiedene Modelle, je nachdem, wann das Brot fertig sein soll.
Ein sympathisches Einsteiger- und Rezeptbuch, das Lust macht, den nächsten Brotteig anzusetzen.


