Alles in die Mitte!
Essen, das verbindet – eine Reise um das Mittelmeer
Autor/-in: Onur Elci • Elissavet PatrikiouVerlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Alles in die Mitte – Ein kulinarisches Erlebnis voller Gemeinschaft und Genuss!Die faszinierende Esskultur des Mittelmeerraums! Dieses inspirierende Kochbuch entführt Dich auf eine geschmackvolle Reise durch die kulinarische Lebensgeschichte von Onur. … [weiterlesen]
Preis: € 40,00
Begründung der Jury:
Elcis Küche spiegelt seine Lebensgeschichte wider: Türkische und spanische Einflüsse prägen das Buch besonders, doch auch Griechenland, Italien, Portugal und die Levante sind vertreten. Unterstützt wurde er von Elissavet Patrikiou, leidenschaftlicher Fotografin und selbst Kochbuchautorin, deren Bilder mediterrane Wärme und Geselligkeit meisterhaft einfangen.
Die Rezepte sind unkompliziert, alltagstauglich und voller Aromen – ideal für die Feierabendküche oder eine große, bunte Tafel zum Teilen. Die Zutatenlisten sind angenehm kurz, fast alles findet man im Supermarkt um die Ecke, was spontanes Nachkochen unglaublich leicht macht.
Ein Buch voller Sonne, Leichtigkeit und Lebensfreude – so köstlich, herzlich und vielfältig wie ein Abend unter Freund*innen an einem Tisch, der für alle offensteht.
Großartig finde ich, dass beim Fleisch auch Stücke wie Lammherz oder Hühnerflügel ihren Platz bekommen. Das wirkt ehrlich und bodenständig. Die Rezepte sind frisch, animierend und machen direkt Lust, etwas daraus zu kochen. Dazu kommt eine spannende Mischung verschiedener Küchen und Kulturen, was aktuell total im Trend liegt, aber hier auch wirklich Sinn ergibt. Es entsteht eine leichte, moderne, glückliche Küche.
Die Fotos sind schön und transportieren genau dieses Gefühl. Auch der Hintergrund – ein türkischer Autor, eine griechischstämmige Fotografinn – trägt zur besonderen Atmosphäre des Buches bei. Es ist ein Buch voller Freude, auch wenn es das Rad nicht neu erfindet. Doch die kleinen Details geben den Gerichten eine eigene Handschrift.
Der Titel ist Programm: Das Buch zelebriert das Miteinander und das Teilen von Speisen, ideal für gesellige Abende mit Freunden. Mit rund 80 Rezepten im Tapas-Stil bietet es eine wunderbare Auswahl für lange Tafeln voller Schüsseln. Die Gerichte sind sommerlich, unkompliziert und aromatisch, mit kurzen Zutatenlisten, die größtenteils im normalen Supermarkt erhältlich sind. Aufwändige Kochtechniken sind nicht erforderlich, was es besonders zugänglich macht.
Die klare Gliederung in vier Hauptkapitel, die verschiedene Regionen des Mittelmeers repräsentieren, ist durchdacht – auch wenn leider Nordafrika fehlt. Die Rezepturen sind einfach, enthalten jedoch nützliche Tipps und Alternativen (z. B. das Entfernen der Kichererbsen-Außenhäutchen verbessert die Hummus-Konsistenz).
Mit einem hohen Anteil an vegetarischen Gerichten spricht das Buch eine breite Zielgruppe an.
Insgesamt funktioniert alles hervorragend und schmeckt lecker, verpackt in einem ansprechend gestalteten Buch. Die großformatigen, farbenfrohen und stimmungsvollen Fotografien von Elissavet Patrikiou erwecken die Gerichte zum Leben und laden zum Nachkochen ein – eine gelungene visuelle Umsetzung, die die gute Laune des Kochens widerspiegelt.
Im Kern stellt das Buch das mediterrane Lebensgefühl in den Mittelpunkt – das Teilen, die gemeinsame Zeit und die Kultur des Miteinandergenießens. Inhaltlich wird dieses Gemeinschaftsgefühl sehr schön getragen. Die sehr moderne, stark kontrastreiche Bildsprache setzt jedoch eigene Akzente, die mich atmosphärisch weniger erreichen; manche Food-Fotos wirken fast hyperreal.
Ein thematisch überzeugendes Kochbuch mit gut eingeordneten Rezepten, dessen moderne, visuell intensive Gestaltung jedoch eine andere Stimmung erzeugt, als man klassischerweise mit mediterraner Wärme verbindet.
Mediterra
Rezepte von den Inseln und Küsten des Mittelmeers. 140 Gerichte aus dem Mittelmeerraum. Wunderschön bebildert und hochwertig ausgestattet
Autor/-in: Ben TishVerlag: DK Verlag Dorling Kindersley
Köstliche Mittelmeerküche • Sehnsucht nach Sommer und Sonne: 140 mediterrane Rezepte von Ben Tish• Von Sizilien bis Marokko, von Südfrankreich bis Griechenland: Gerichte aus dem gesamten Mittelmeerraum• Authentisch und aromatisch: Die Vielfalt … [weiterlesen]
Preis: € 29,95
Begründung der Jury:
Genau diese Stimmung erzeugt Ben Tish schon in der Einleitung dieses Buches. Seine sinnliche Art, die Fülle und Wertigkeit regionaler und saisonaler Zutaten zu beschreiben, lässt einen die Düfte beinahe selbst wahrnehmen. Besonders gelungen ist die klare Struktur nach mediterranen Regionen, begleitet von einführenden Texten voller Besonderheiten, Erinnerungen und persönlicher Eindrücke – ein Kaleidoskop aus Farben, Geschichten und Aromen.
Die Rezepte gehen weit über klassische Mittelmeerassoziationen hinaus: aromatisch tief, kreativ komponiert und überraschend stimmig eröffnen sie neue Geschmackswelten. Die Food-Fotografie gefällt mir sehr; daher wünsche ich mir zu allen Rezepten Bilder. Eine grobe Angabe zu den Zubereitungszeiten würde die Orientierung zusätzlich erleichtern.
Ein Buch voller Atmosphäre und mediterraner Inspiration, das mich sofort die Schürze umbinden und in die Küche gehen lässt. Für mich der klare Favorit in dieser Kategorie.
Die meisten Gerichte sind alltagstauglich, einige benötigen etwas mehr Zeit und Hingabe. Rund ein Drittel der Rezepte ist vegetarisch. Neben Klassikern finden sich viele eigene Kreationen und modern interpretierte Gerichte, stets mit einem klaren Gespür für Balance und Geschmack.
Die Zutaten sind in der Regel problemlos erhältlich; frisches Gemüse, Kräuter und Gewürze findet man auch beim türkischen oder orientalischen Händler. Bei einigen Fischrezepten wird die Beschaffung jedoch zur Herausforderung – das erschwert den spontanen Alltagsgebrauch etwas.
Gestalterisch überzeugt das Buch auf ganzer Linie: Cover, Fotografien, Layout und Text wirken wie aus einem Guss. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Nicht alle Rezepte sind bebildert – gerade bei Backrezepten hätte ich mir das gewünscht.
So ist die geografische Rezepteinteilung zuweilen hölzern, die Gerichte selbst aber mediterran – okay, bis auf den Lachs, der nicht im Mittelmeer schwimmt.
Leider sehr fleischlastige Köstlichkeiten aus der Levante-Küche – und das überrascht – mit sehr viel Kuchen. Auch eine „Pavlova“ (ein Baiser-Kuchen) aus der „Neuen Welt“.
Aber sonst sind die Aromen des Mittelmeers mit Zitrone, Oliven, Tomaten und frischen Kräutern durchweg vorhanden. Es macht Lust auf Genuss am Mittelmeer.
Für den „Godfather of Levante“, Yotam Ottolenghi, ist dieses Buch „einfach, saisonal, herzlich“. Ja, für uns auch.
Bei den Rezepten fehlt mir etwas der Überraschungsmoment. Alles ist solide und hübsch, zum Teil wirken die Rezepte jedoch ein wenig beliebig. Ein paar frische, neue Impulse hätte ich mir gewünscht.
Aromen der Sonne
Eine kulinarische Reise durch den Orient, Nordafrika und das Mittelmeer
Autor/-in: Diana HenryVerlag: ars vivendi
Vereint Zutaten und Gerichte aus dem Orient, Südeuropa und NordafrikaMit über 100 aromatischen RezeptenOb Safran, Lavendel oder Granatapfel – exotische Zutaten sind auch bei uns mittlerweile weitverbreitet und gut erhältlich. In dieser kulinarischen … [weiterlesen]
Preis: € 34,00
Begründung der Jury:
Die Gestaltung überzeugt mit stimmungsvollen Fotografien und einem klaren Layout auf mattem, cremefarbenem Papier. Die Rezepte sind vielseitig, überwiegend alltagstauglich und reichen von einfachen Vorspeisen über aromatische Hauptgerichte bis hin zu feinen Desserts. Wie immer verbindet Diana Henry klassische Aromen mit kreativen Ideen. Besonders neugierig machen die poetischen Kapitelüberschriften – etwa „Weiße Haut & bunte Schale“ (Zitrusfrüchte) oder „Das Meer und sein Salz“ (Bottarga, Sardellen, Bacalao).
Schade ist lediglich, dass nicht jedes Rezept bebildert ist. Das liegt daran, dass es sich um eine Neuauflage ihres Erstlingswerks Crazy Water, Pickled Lemons von 2002 handelt – zugleich ein schönes Zeichen dafür, dass Henrys Rezepte zeitlos gut funktionieren.
Etwas Erfahrung benötigt man bei einigen ungenauen Mengenangaben: Wie dick ist ein Thunfischsteak? Wieviel Gramm Süßkartoffel sind gemeint? Und wie viel ist „etwas Wasser“? (In meinem Fall 250 ml.)
Trotz kleinerer Ungenauigkeiten ist dies ein atmosphärisches Buch mit sehr guten, charaktervollen Rezepten – wie eigentlich alles aus Diana Henrys Feder.
Die Gliederung in poetische Kapitel wie „Der Duft der Erde“ oder „Weiße Haut und bunte Schale“ wirkt atmosphärisch, erschwert aber die Orientierung. Eine klarere Struktur – beispielsweise nach Gerichtstypen – würde die Rezeptsuche erleichtern.
Inhaltlich überzeugt die Autorin mit handwerklich starken, aromatisch tiefen und sehr durchdachten Rezepten. Diese sind jedoch aufgrund teils unbekannter Rezeptbezeichnungen und oftmals fehlender Bilder sowie Erläuterungen, die erst im Rezepttext folgen, schwer zugänglich (beispielsweise „Sabzi Khordan“ oder „Fideuà mit Allioli“).
Das qualitativ schwache Bildmaterial, das unruhige Schriftbild mit wechselnden Schrifttypen sowie teils sehr blumige Zitate und Texte ergeben ein atmosphärisch schwer greifbares, uneinheitliches Gesamtbild.
Für Liebhaber kulinarischer Geschichten ein schönes Buch; mich zieht es jedoch leider nicht in die Küche.
Und die „knallt“ ganz schön! Denn Diana Henry geizt nicht mit Gewürzen, Aromen und am Ende auch Düften. Es wird viel mariniert, geschmort und einfach üppig und farbenfroh aufgetischt. Beispiel? Der „nahöstliche Grillhähnchensalat mit Bulgur und Granatapfelkernen“ oder die „osmanische Lammkeule mit Sultans Entzücken“.
Selbst der „Joghurt-Käsekuchen“ (S. 151) wirkt mit Honig, Pistazien und Orangen in Kardamomsirup nicht überladen, sondern genau richtig.
Ach ja: „Selbst der Wurm in einem Kern isst Kräuter“! Die kleinen Sprichwörter am unteren Rand einzelner Seiten sollte man nicht überlesen!
Aber: Das Original ist von 2002, der Titel wurde übersetzt und neu veröffentlicht. Und genau das finde ich schade. Verlage spielen viel zu oft auf Nummer sicher und bringen lieber Altbekanntes erneut, statt jungen, kreativen Köchinnen und Köchen eine Bühne zu geben. So kommt nichts Neues in die Kochtöpfe, und Rezepte, die inzwischen schon hunderte Male anderweitig publiziert wurden, landen mit den knapp 25 Jahre alten Fotografien einfach nochmal als „neu“ im Regal.
Inhaltlich okay, aber in seiner Wirkung überholt.


