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Die besten Kochbücher für kreative Suppen-Rezepte

2025
Suppe macht glücklich
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.5

Suppe macht glücklich

Rezepte für jeden Tag

Autor/-in: Verlag: Callwey

SUPPE IST DIE WOHLFÜHLMAHLZEIT FÜR KALTE, REGNERISCHE TAGE. Doch die heißgeliebte (und heiß geliebte) Vorspeise kann so viel mehr. „Suppe macht glücklich“ stellt die Suppe in den Mittelpunkt. Saisonale Rezepte für jede Jahreszeit, ansprechend … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Ich sag’s gleich zu Beginn: Das Beste an diesem Buch ist die Anordnung nach Jahreszeiten. Wie hilfreich im Alltag, wie gut für den Geldbeutel, wie sinnvoll fürs Klima. Danke!
Das Zweite, was dieses Buch wirklich hervorragend schafft: Lust auf Suppe. Die Bilder sind lecker, die Rezepturen gut strukturiert. Jedes Rezept kommt mit einem kleinen Alltagstipp oder einem Hinweis auf (Achtung, neues Lieblingswort): die Möglichkeit zu veganisieren.
Was das Buch nicht so gut kann: Kontext schaffen oder eine echte Ansprache. Wer ist diese Autorin? Wie kommt die Auswahl der Rezepte zustande? Erfahre ich nicht. Am Ende gibt’s noch Rezepte für Ofengemüse. Wie die da reingekommen sind, weiß ich auch nicht.
Trotzdem: Im Buch klemmt jetzt mein Kochlöffel als Lesezeichen – ich bin überzeugt und koche jetzt Suppe. 75 Mal.
Hier wird die Suppe endlich als vollwertige Mahlzeit gefeiert. Suppenfans wissen das natürlich längst, aber es gibt genügend Esser, die sie nur als „vorweg“ akzeptieren: nicht so nach diesem Kochbuch.
Die Rezepte, eingeteilt in Jahreszeiten und quer durch alle Kontinente, überzeugen durch kräftige Aromen, und die Ergebnisse haben meist viel Textur und genug zu beißen.
Falls mal nur klare Fleisch- oder passierte Gemüsebrühen darunter sind – wie eine Tomatensuppe – gibt es gelungene Vorschläge für Toppings, Einlagen und Dips.
Oft steht bei einer Suppe ja die Frage im Raum: „Was dazu essen?“ Auch hier gibt es genug Anregungen, von Ofengemüsen bis Quesadilla.
Interessanterweise verhilft gerade die schön-schlichte Aufmachung und das eher kleine Kochbuchformat der unterschätzten Suppe zu ihrem ganz großen Auftritt.
Suppe ist etwas für Schonköstler: Dieses immer noch weit verbreitete Vorurteil räumt Emily Ezekiel mit ihrem gut 200 Seiten fassenden Kochbuch voller flüssiger, halbflüssiger und im hinteren Teil auch gar nicht so flüssiger Rezepte gründlich aus. Dabei geht sie Kelle für Kelle saisonal vor, lässt sich vom „Wechsel der Jahreszeiten“ und den jeweils „besten Produkten“ inspirieren – klingt erstmal banal, die Rezepte aber sind es überhaupt nicht. Das liegt vor allem an ihrem Talent, aus meist recht schlichten und bekannten Zutaten mit überschaubarem Aufwand ein Maximum an Aromen und Ideen herauszukitzeln. Einen gräulich-grünen Erbseneintopf hat jeder schon einmal gegessen, aber eine knallgrüne Erbsensuppe, getoppt mit Crème fraîche, Minze, geräucherten Schinkenstücken und Sauerteigbrot-Croûtons, vielleicht noch nicht. Die klare Tomatenessenz mit Tortellini und Petersilienöl, der irische Rindfleischeintopf mit Guinness oder die koreanische Kimchi-Suppe mit Tofu und geröstetem Sesam könnte für den einen oder anderen ein neues Suppenversum öffnen. Selbst so profane Küchenhits wie eine klassische Kartoffel-Lauch- oder französische Zwiebelsuppe wirken überraschend außergewöhnlich – die angenehm unaufdringliche, elegante Bildsprache mit perfekt gesetztem, weichem und natürlichem Licht sowie ein überaus stilvolles Geschirr-, Set- und Foodstyling tragen natürlich ihren Teil dazu bei. Verstärkt wird die ästhetische wie inhaltliche Qualität durch ein tolles Bonuskapitel mit Brot und Beilagen sowie vier liebevoll illustrierte Jahreszeitenaufmacher im Saisonkalenderstil und reichlich Knusper und Crunch in Form von Röstzwiebeln, Nüssen, frittiertem Reis, gebackenen Tortilla-Streifen und verschiedensten Spielarten der guten alten Croûtons – weil eine gute Suppe auch texturelle Spannung braucht.
Das Buch startet mit einer ungewöhnlich knapp gehaltenen Einleitung. Die Grundausstattung wirkt zunächst erfreulich übersichtlich – man hat das Gefühl, mit wenig auszukommen. Im Verlauf zeigt sich jedoch, dass für viele Gerichte doch weitere Gewürze, Brühen, Kräuter etc. benötigt werden. Auch die erwähnten Hülsenfrüchte fehlen in der Übersicht; hier wäre eine umfassendere Ausstattungsempfehlung zu Beginn hilfreich. Besonders gelungen sind die schöne Food-Fotografie und die liebevoll illustrierten Gemüseübersichten zu den jeweiligen Jahreszeiten. Viele Gerichte sind zudem schnell gemacht – die Zubereitungszeit liegt oft bei nur zehn Minuten. Sehr alltagstauglich!
Gleich ausprobiert: die Selleriecremesuppe mit Haselnüssen und Salbei – und schon beim ersten Versuch hat sie an unserem Tisch zahlreiche Fans gewonnen.
Gerade jetzt, wo in der Herbstdüsternis draußen Böen beißen und Regen eisig in den Nacken perlt, wächst die Sehnsucht nach heißer Suppe, die wärmt und tröstet. Diese Sehnsucht stillt Emily Ezekiel mit einem Buch, das Kontraste reizvoll ausspielt – kreativ denkt, klug komponiert und mit Rezepten, die so fix gemacht sind, dass man selbst nach Feierabend noch zu kochen beginnt.
Dabei hat sie die Gefahr galant umschifft, ein eintopfgewordenes Buch zusammenzurühren, in dem nur längst bekannte Klassiker landen – noch einmal aufgewärmt. Manche lässt sie ganz weg – Tom Kha Gai, Borschtsch, serbische Bohnensuppe. Dafür serviert sie Pho mit Zitronengrashuhn, Ramen mit Miso und Ingwer, Karottensuppe mit Harissa, Lammfleischbällchen mit gerösteter Fregola. Ihre Rezepturen zeigen, wie virtuos Ezekiel Aromen und Texturen austariert – zwischen süß, sauer, salzig, scharf, bitter und umami.
Schön: Kleine, grafisch feine Doppelseiten widmen sich saisonalem Gemüse und Zubereitungstipps zum Improvisieren. Wo die Gestaltung so viel Sinn fürs Detail zeigt, bleibt die Autorin erstaunlich zurückhaltend. Kein persönlicher Ton, keine Geschichten, warum sie Suppe liebt, was sie inspiriert, welche Erinnerungen sie tragen. Auch den Suppen aus aller Welt – von chinesischer Congee über mexikanische Elote bis zu italienischer Ackerbohnenbrühe – hätten ein paar Hintergrundgeschichten zusätzliche Tiefe verliehen.
Ein durchdachtes Buch – raffiniert, alltagstauglich, mit klarer Ästhetik. So macht „Suppe macht glücklich“ glücklich – aber nicht selig.
Suppe – eine Liebeserklärung
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.3

Suppe – eine Liebeserklärung

Klassische und moderne Rezepte für Leib und Seele

Autor/-in: Verlag: AT Verlag

»Suppe kochen ist wie ein Bild malen: Zeit, Muße und Geduld sind dabei entscheidend. Ab und an einen Schritt zurückzutreten, um das Bild zu betrachten, oder aber den Deckel auf den Suppentopf zu legen und sie vor sich hin brodeln zu lassen, wirkt sich … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Dieses Buch hätte ich fast übersehen. Das Cover zwar schön, aber unscheinbar. Keine lauten Bilder, kein pompöser Text. Nicht ein einziges Foto – oh je.
Dachte ich. Und dann habe ich mich drauf eingelassen. Irgendwo im Vorwort bin ich dann versunken in einer wohlig warmen Suppe aus Lebenserinnerungen des Autors (Maurice Maggi ist zwei Monate vor dem Erscheinen des Buches verstorben) und sanftem, sehr bekömmlichem Lobsang auf die Suppe und ihre unaufdringliche Bedeutsamkeit in der Menschheitsgeschichte.
Die erwarteten Suppen sind alle da: Kartoffelsuppe, Borschtsch, Hühnerkraftbrühe, klar. Aber eben auch die anderen: Kopfsalatsuppe, Olivensuppe, Basler Mehlsuppe. Die Rezepte – genau wie das Buch – ein „gemächliches Auslöffeln der erdenden Suppe“. Bodenständig, vielseitig und wärmend.
Das Buch ist wirklich ganz einfach das, was es vorhatte zu sein: eine echte Liebeserklärung. Und das ist schön.
Man spürt die Liebe zur Suppe in jeder Zeile dieses Buches. Klassische Rezepte treffen auf einfache Zubereitung – stets mit eigenem Stil. Die Karottensuppe mit Einlage der in Ingwer marinierte Ananas ist überraschend und harmoniert hervorragend mit den unterschiedlichen Aromen – der Süße und der Schärfe – und ist sehr schnell zubereitet!
Erfrischend ist auch der Mut, ein Kochbuch ohne vollseitige Food-Fotografie zu veröffentlichen – ein Konzept, das perfekt zu Maurice Maggi und seiner Philosophie passt. Er zeigt, wie wichtig es ist, das zu nutzen, was uns zur Verfügung steht. Einfach kann oft besser sein.
Das hochwertige Layout beweist, dass gutes Design keine inszenierten Bilder braucht. Das Buch führt die Lesenden durch verschiedene Zeiten und Lebensphasen und möchte weit mehr sein als nur eine Rezeptsammlung. Selbst Haferschleim und Mehlsuppe finden hier ihren verdienten Platz.
Ein persönliches, liebevoll gestaltetes Werk über die Kulturgeschichte der Suppe.
Ein Liebhaber-Buch, wie schön. Vor allem aber: ein Buch. Rezeptanleitungen in Erinnerungen und Liebeserklärungen – Nostalgie statt Trends, Worte (und einige Illustrationen) statt Foodfotografien. So ein Suppenkompendium passt einfach perfekt zu jemandem, der mit Nachnamen Maggi heißt bzw. hieß. Dass der Verlag dem Zürcher Koch, Autor und Guerilla-Gärtner damit posthum ein Denkmal setzt, finde ich sehr berührend. Für die Würze ist selbstverständlich eine hausgemachte Bouillon verantwortlich: Kraft-, aka Knochen-, oder auch Gemüsebrühe. Weil hier zumindest teilweise noch nach alter Schule gekocht wird, findet man Lehrstücke der klassischen Suppenküche, die ich schon fast vergessen hatte – etwa Binden mit Fett und Mehl oder wie man mit Eigelb und Suppe legiert. Das hat – so wie die handgeklöppelten Backerbsen, die Basler Mehlsuppe oder die Suppe mit „Spatz“ nach einem Rezept der Schweizer Armee – fast schon musealen Charakter, hält aber die Fahne des kulinarischen Erbes hoch. Was mir gut gefällt – auch wenn es in den Kapiteln selbst manchmal etwas verwirrt – ist die ungewöhnliche Kapitelstruktur, aufgeteilt in Gegensatzpaare, etwa Günstig & Exklusiv, Traditionell & Modern oder Kalt & Wärmend. Bei „Vichyssoise“, „Olivensuppe“, „Tintenfischfond“, „Al Sud“, „bulgarische Wildkräutersuppe“, „weißes Pfirsichsüppchen“ und vielen weiteren Rezepten setze ich einen Marker, bei „Brotsuppe mit Kohl und Kümmel“ und „Haferschleimsuppe“ eher nicht. Wer für Suppe kein oder nur ein halbes Herz hat und zum Kochen visuelle Leitplanken braucht, wird mit diesem zwischen modernen Rezepten und Gastronomie der alten Schule pendelnden Büchlein nicht ganz so viel anfangen können; in meinem Regal nimmt es seinen Platz direkt neben den emaillierten Suppentöpfen ein.
Wenn Maurice Maggi hungrig wurde, ging er gern auf den Friedhof. Nicht, um an Gräbern zu trauern, sondern um – am liebsten für Suppe – Wildpflanzen zu pflücken. 40 Jahre lang verstreute er nachts heimlich Saatgut auf Spaziergängen und verschönerte seine Heimatstadt Zürich mit wilden Malven und Mohn. Seine „Blumen-Graffiti“ waren ein poetischer Akt des Widerstands gegen das Betongrau der Moderne, eine leise Rebellion gegen die Hast. Der „Guerillagärtner“ entdeckte Schönes in kleinen Dingen, nahm sich Zeit in einer hektischer werdenden Welt.
„Suppen zu kochen ist für mich wie ein Bild zu malen. Zeit, Muße und Geduld sind dabei entscheidend“, schrieb er in seinem letzten Buch „Suppe – eine Liebeserklärung“. Er starb mit 70 Jahren, sechs Wochen vor der Veröffentlichung.
Seine Philosophie: Kochen ist Geduld, Zuwendung, Hingabe. So wird dieses von der Cucina povera inspirierte Buch zu einem stillen Manifest für die Wiederentdeckung der Langsamkeit. Es ist ein zutiefst persönliches Werk, eine Ode an ein Gericht, das seit Jahrtausenden Teil menschlicher Kultur ist – Sinnbild von Fürsorge. Zwischen den Rezepten finden sich Erinnerungen und kleine Erzählungen, die dem Buch eine Tiefe verleihen, die weit über das Kulinarische hinausgeht.
Geschickt bringt er dabei Gegensätze ins Gespräch – günstig und exklusiv, fleischig und vegan, süß und scharf, kalt und wärmend. So entsteht eine Dramaturgie, die zeigt, dass das Einfache und das Erlesene denselben Ursprung haben: Achtsamkeit. Diese Haltung zeigt sich in den Rezepten selbst. Da treffen Safran- und Champagnersüppchen oder Crèmesuppe mit Schweizer Edelkrebs auf Reduziertestes wie Basler Mehlsuppe, Haferschleim oder Brennnesselsuppe. Seine Weiterentwicklung der Vichyssoise zur Malven-Kaltschale oder Kürbis-Quitten-Suppe steht neben großen Suppen der Welt, von Avgolemono bis Pho Bo, von Pot-au-feu bis Tom Kha Gai.
Und doch: Dieses Buch ist sperrig. Monochrom in Blau und Weiß gehalten, ist es Reduktion aufs Wesentliche – das knappe Rezept, die kleine Geschichte dazu, viel Raum. Fast paradox, wo Maggi doch voller Wärme schreibt und denkt. Nur hier und da brechen wunderschöne Aquarelle von Mira Gisler die Monochromie auf. Die Strenge ist konsequent, doch sie nimmt dem Buch Sinnlichkeit. Sinnliche Fotos, in denen es blüht und Wildkräuter die farbenfrohen Suppenschalen umwuchern, hätten noch eine andere Erlebbarkeit geschenkt. So bleibt ein ganz besonderes Buch – aber eher meditative Liebeserklärung als sinnlicher Rausch.
Maurice Maggis Suppenbuch beginnt großartig: Der Abriss über die Geschichte der Suppe, deren Erfindung auch auf die Armut und die Zahnprobleme der frühen Menschheit zurückgeführt wird, ist sehr lesenswert.
Allerdings geht es dann etwas langweilig mit sehr didaktisch präsentierten Basics weiter.
Die Illustrationen sind zwar sehr schön, aber viel zu wenige. So fehlt bei den Rezepten der optische Anreiz, der zum Nachkochen verleitet.
Meine Hauptkritik ist jedoch die Kapitelzusammenstellung, bei der mit Kontrasten wie günstig & exklusiv, süß & scharf oder kalt & warm operiert wird.
In der Theorie eine interessante Idee, funktioniert das in der Praxis beim Durchblättern nicht, weil es die Geschmackssinne verwirrt.
Ständig wird man hin- und hergeworfen; direkt von der Kürbis-Quitten-Suppe zur spanischen Spinatsuppe zu springen, macht einfach keinen Appetit.
Warum in dieser Rubrik im Jahr 2025 nur zwei Bücher nominiert sind, steht hier.

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2025