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Die besten Kochbücher für asiatische Küche

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Einfach Bau
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.7

Einfach Bau

Sterneküche für zu Hause. Mit vielen Schritt-für-Schritt-Anleitungen & Profi-Tipps. 64 Rezepte aus der Schatzkiste von Sarah und Christian Bau

Autor/-in: Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley

Echte 3-Sterne-Kochkunst für zu Hause• Gehoben, aber machbar: 64 Rezepte aus der Sterneküche für ambitionierte Hobbyköch*innen• Das erste gemeinsame Kochbuch von 3-Sterne-Koch Christian Bau und seiner Souschefin und Partnerin Sarah Bau• Cook … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Sterneküche für zu Hause – klingt erst mal nach Stress, Schweißperlen und drei verpassten Arbeitsschritten. „Einfach Bau“ zeigt sehr charmant, dass man auch zu Hause mit hohem Anspruch erfolgreich kochen kann.
Auffällig: Die Rezepte kommen erstaunlich unkompliziert daher, die Zutatenlisten sind nicht länger als anderswo auch. Hier weiß jemand, wie man aus einfachen Produkten mehr herausholt.
Die Gestaltung ist modern und hell, saubere Fotos, die zeigen, was möglich ist, wenn man sich ein bisschen traut. Einiges geht schnell, anderes braucht Zeit. Nie habe ich das Gefühl: „Das ist nur was für Profis.“
64 Rezepte sind’s insgesamt, überwiegend asiatisch inspiriert – dazwischen jede Menge Tipps vom Profi, Schritt für Schritt erklärt und fotografisch festgehalten. „Hummer auslösen“, „Seeteufel vorbereiten“. Die Stellen, an denen Bau sein Handwerk erklärt, seine Tricks verrät, sind besonders gut: Texturen, Säure, Garzeiten – lauter Mini-Lektionen. Genau das macht das Buch so wertvoll.
Ein inspirierendes Kochbuch, das die Sterneküche aufs Podest hebt und gleichzeitig von dort herunterholt. Wer mit „Einfach Bau“ kocht, verliert übertriebene Ehrfurcht und gewinnt: Geschmack! Allen empfohlen, die Spaß am Kochen haben und ein bisschen höher greifen wollen. Dieses Buch geb’ ich so schnell nicht wieder her.
Es ist ein überaus anspruchsvolles Unterfangen, Sterneküche nach Hause bringen zu wollen. Zum einen gehen viele Menschen genau deshalb essen, weil sie nicht zu Hause kochen wollen, außerdem fehlt daheim die personelle Entourage – und die Zutaten sowieso. Und dann auch noch asiatisch. Wer nicht schon allein der Idee halber vor den Baus den Hut zieht, tut es beim Blättern. Denn es stellt sich heraus: Vieles kann man lernen. Etwa durch Beiztechniken, durch die Anschaffung eines Sous-vide-Stabs oder mit schlichtweg guten Produkten. Probieren: eine sensationelle Miso-Aubergine mit Erdnuss und die Apfel-Macarons mit Forelle und Wasabi. Nach dieser Lektüre denkt man tatsächlich, man könne Sternekoch werden. Und das muss ein Buch erst einmal schaffen!
Ich persönlich bin keine Köchin, die mit Pinzette und Pipette einen Teller anrichtet. Deshalb ist es umso erstaunlicher, wie sehr mich „Einfach Bau“ angesprochen hat. Die Idee von Sarah und Christian Bau, die Originalrezepte ihres Sternerestaurants „Victor’s Fine Dining by Bau“ für den Heimgebrauch tauglich zu machen, geht in meinen Augen voll auf. Werde ich den Zander à la Bau mit seinen knapp 50 Zutaten jemals zubereiten? Fix nicht. Werde ich seine einzelnen Bestandteile (etwa die Kojyu-Vinaigrette oder das Melanzanipüree) nachkochen und in einem simpleren Setting einsetzen? Sehr wahrscheinlich. Ein Buch, von dem man viel lernen und Inspiration mitnehmen kann.
Wenig ist für die meisten Hobbyküchen so weit weg wie „Kochen wie Christian und Sarah Bau“. Das Drei-Sterne-Restaurant in Perl-Nennig ist eine Ikone mit komplexer Küche, angehimmelt von einer ganzen Branche.
Eine Herausforderung ist es, den enormen Anspruch und die eigene Akribie in ein Buch zu übertragen, das – anders als viele Sterneköche-Bücher – wirklich in die Verwendung am „normalen“ Herd kommen soll. Das Versprechen: Die vielen Rezepte sind abgeleitet aus Restaurantgerichten. Im Vorwort steht: „Im Zentrum unseres Lebens – beruflich wie privat – steht der Genuss, nicht die artistische Höchstleistung.“
Schon an den Vorschaubildern sieht man die gekonnte Ästhetik – samt kleinteiliger, feinsinniger Elemente – und alles davon würde sich auch am heimischen Tisch mit Anspruch sehr gut machen, etwa das wunderschöne Hummergericht, in Dashibutter pochiert, mit Karotten-Ingwer-Püree. Angenehm sympathisch wird gleich zu Anfang Erwartungsmanagement betrieben: „Machen Sie sich keine Sorgen um die Optik – der Geschmack zählt.“
Zweifelsohne ist hier unglaublich viel Zeit in die Konzeption und das Schreiben der Rezepte geflossen, um die unverwechselbare Kombination aus französischer Klassik und der Produktwelt und den Techniken Japans in eine handhabbare Form zu bringen. So ein Hauptgang wie das Lammkarree mit schwarzem Miso und Pimento (und Auberginenkompott und Waffelkartoffeln) kann trotzdem schon mal zwei Seiten einnehmen.
Sehr schön ist neben einem Anhang mit Grundrezepten auch das „Bau-Know-how“ als Sammlung kleiner, gut aufgebauter Kochschulen – etwa wie man Artischocken und Taschenkrebse vorbereitet oder Hummer auslöst, inklusive Step-by-Step-Fotos.
In der Liste der Küchengeräte findet man dann doch das eine oder andere, das eher in der ambitionierten Hobbyküche steht, wie den iSi, den Dörrautomaten oder den Vakuumierer. Und auch bei den Zutaten greift man besser auf den gut sortierten Asia-Markt oder Feinkosthändler zurück. Man sollte schon Lust haben, etwas Zeit zu investieren – dann ist der Aha-Moment beim Nachkochen garantiert, handwerklich wie geschmacklich. Für Festtage oder die Feier der eigenen Kochleidenschaft.
Sarah und Christian Bau versuchen in diesem Buch, die Küche ihres Drei-Sterne-Restaurants so zu übersetzen, dass man sie zu Hause nachkochen kann. Das ist der Anspruch, den sie selbst im Vorwort formulieren – und der auch schon im Titel des Buchs deutlich wird: Einfach Bau. Die Baus versammeln hier tolle Rezepte – aber einfach sind die wenigsten. Es gibt allerdings Ausnahmen, etwa gebratene Udon-Nudeln provençale. Auch die Optik, um die man sich beim Kochen angeblich keine Sorgen machen solle, ist hier viel näher am Sternerestaurant als an einer realistischen Zuhauseküche. Das Buch ist trotzdem eine gute Inspirationsquelle; zum Nachkochen eignet es sich aber nur für Fans, die Lust auf echte Küchenprojekte haben.
The Duc Ngo
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.6

The Duc Ngo

Neue asiatische Küche. Kochbuch mit über 80 Rezepten aus den Restaurants des Kultkochs The Duc Ngo

Autor/-in: Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley

Contemporary Asian Cuisine im Duc-Style für Zuhause!• Exklusive Einblicke in die Küchen des Kultkochs The Duc Ngo – inkl. Signature-Gerichte• The Duc Ngo – feste Größe in der internationalen Gastroszene mit regelmäßigen TV-Auftritten u.a. … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Cooler Typ, cooles Buch. The Duc Ngo kocht, als würde er Asien einmal umkrempeln – das macht dieses Buch so aufregend. Keine Scheu vor Grenzgängen, vorm Verschmelzen, vor der kulinarischen Kollision: Vietnam trifft Japan, Korea flirtet mit Frankreich, und zwischendrin blitzt Berlin auf. Fusion-Küche, die wirklich ihren Namen verdient.
Ein Buch mit Handschrift und Stil. Ehrlich geschrieben. Geschrieben wie gesprochen! Stellenweise fast schnoddrig. Auch optisch: künstlerisch, finde ich. Das Buch wirkt klar, modern, hauptstädtisch urban. Es erinnert an einen Band über Design, Kunst, Architektur. Dabei ist es „nur“ ein Kochbuch!
Was ich besonders mag: Man kann auch wirklich daraus kochen! Die Rezepten sind mutig, aber nicht abgehoben. Vieles ist machbar, manches erfordert ein bisschen Jagd auf besondere Zutaten – aber es lohnt sich.
Ein Buch für alle, die Lust haben, mit Aromen zu spielen und sich nicht sklavisch an Traditionen, Tellerhorizonte und Ländergrenzen klammern. Frisch, frech, sehr eigen – „die Eintrittskarte in ein kulinarisches Universum“, wie The Duc sagt. Genau deshalb ist es so gut.
Nachdem ich vor ein paar Jahren das Vergnügen hatte, bei einem Gastabend von The Duc Ngo im Wiener Restaurant Mochi am Tresen zu sitzen und ihm beim Kochen zuzusehen, hat mich das Konzept seines ersten Kochbuchs in Vorfreude versetzt. Ich habe ein Faible für Restaurantkochbücher, in denen man Signature Dishes und besonders beliebte Gerichte entdecken kann. Zuhause mal das Tatar mit Knochenmark aus dem Golden Phoenix oder Tofu Ca Chua aus dem Madame NGO nachkochen? Großartig! Mich interessieren dabei auch immer die Grundrezepte. Wie macht Duc seine Unagisauce? Oder sein Yuzu-Trüffeldressing? Damit kann man schließlich ganz einfach seine eigenen Gerichte im Duc-Stil verfeinern. Bemerkenswert ist zudem die inhaltliche Vielfalt des Buchs, die den unterschiedlich ausgerichteten Restaurants des Duc-Imperiums geschuldet ist.
Der Autor The Duc Ngo präsentiert in seinem gleichnamigen Buch vielfältige Rezepte aus seinen zahlreichen Restaurants. Diese machen richtig Lust aufs Nachkochen – und sind oft erstaunlich einfach, etwa das Celery Dengaku mit nur fünf Zutaten. Vielleicht haben es ein bisschen zu viele Interieur-Fotos in das Buch geschafft; dadurch wirkt es stellenweise wie Werbung für die Restaurants – aber eine überzeugende. Der Autor tritt insgesamt eher als gastronomischer Mäzen auf denn als Koch. Man sieht ihn erst auf Seite 262 zum ersten Mal kochen, davor nur seine Mitarbeiter. Er ist das Mastermind, das Ideen und Drive liefert. Heraus kommt auch ein ziemlich männliches Buch: Die Grußworte stammen alle von Männern, die Mitarbeiter sind großteils Männer. Aber es gibt eine rührende Hommage an seine Mutter, die viel Zeit in „ihrem“ Laden, dem Magame Ngo, verbringt. Insgesamt ist das Buch nicht nur für Fans der Restaurants eine Bereicherung.
Unklar, um wie viele Restaurants die Duc-Dynastie jedes Jahr wächst, denn die Umtriebigkeit des Kabeljau-Königs auf der Kantstraße ist enorm. Dieses Gericht, seinen „Miso Black Cod“, serviert er etwa im Berliner 893 Ryōtei, nachdem er ihn 1998 zum ersten Mal in New York gegessen hatte. Und mit ihm ist das Gericht in Deutschland bekannt geworden – wie so vieles andere, was Duc Ngo sich auf seiner Reise aus Vietnam nach Berlin einverleibt hat. Dies ist die Erzählung eines Kochs, der anhand von acht seiner Wirkungsstätten zeigt, wer er ist, wie er kocht und tickt. Welche Rolle Familie und Freunde spielen – und glücklicherweise ist das Buch versehen mit etlichen Rezepten. Außerdem verrät er einige seiner Grundrezepte – Duc für daheim, quasi.
The Duc Ngo prägt seit vielen Jahren die Berliner Kantstraße, und das Buch macht deutlich, wie stark seine Gastronomiewelt von dieser Szene getragen ist. Schon die einleitenden Worte anderer Köche und sein eigenes Selbstverständnis setzen den Rahmen: „Ich sehe mich als Meister der Geschmackserlebnisse, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen.“ Der Klappentext spricht sogar von den „Kultgerichten vom König der Kantstraße“. Was er als „neue asiatische Küche“ beschreibt, versteht er als verbindende Linie über all seine Restaurants hinweg – ein Ansatz, der stark mit Berlin und seiner Dynamik verbunden ist.
Die Struktur des Buches folgt dieser Idee: Jedes Kapitel steht für eines seiner Lokale, ergänzt durch kurze Geschichten, Fotos aus den Restaurants und ausgewählte Signature-Gerichte. Darunter Klassiker wie „Bun Bo Nam Bo“ aus dem Madame Ngo, „Tokyo Siu Mai“ aus dem Kuchi, „Miso Black Cod“ aus dem 893 Ryōtei oder „Bun Cha Hanoi“. Ein paar Grundsätze zu Brühen, Fisch und Fleisch bilden den Einstieg, ein kleiner Grundrezepte-Teil schließt das Buch ab.
Die Fotografie bewegt sich zwischen urbanen Berlin-Motiven und sehr farbintensiven, stark ausgeleuchteten Telleraufnahmen – ein Look, der die Energie seiner Restaurants aufgreift. Insgesamt entsteht ein sehr persönlicher Einblick in Ducs Welt: für Fans seiner Lokale sicher reizvoll, für alle anderen ein dokumentarischer Blick auf eine prägende Berliner Gastro-Identität.
Deftig Vegan AsienBlick ins Buch
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 7.5

Deftig Vegan Asien

Traditionelle asiatische Gerichte – Von Japan bis Vietnam

Autor/-in: Verlag: Becker Joest Volk Verlag

Aromatische und authentische vegane Küche für jeden Tag
 
Die Küche wird zur Bühne für verführerische Düfte: Currypaste, Chili, Koriander, Sojasauce, Sesamöl und Limette schaffen ein wahres Fest für die Sinne. Die Rezepte sind unkompliziert, … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Jeder, der mal in Japan, Vietnam, Thailand unterwegs war, weiß, dass es nicht gerade selbstverständlich ist, ohne Fleisch zu essen. Meistens hat sich irgendwo dann doch etwas vom Tier versteckt. „Deftig Vegan Asien“ zeigt uns die Region mal anders und beweist, wie viel Wumms in der Wohlfühlküche steckt – auch ohne Tier.
Was sofort auffällt: Die Rezepte sind verblüffend herzhaft. Viele Klassiker sind veganisiert. Doch dass man denkt, hier fehlt was oder hier wurde etwas ersetzt – dieses Gefühl habe ich nicht. Im Gegenteil: Tofu, Pilze, Nüsse, kräftige Saucen – hier kommt richtig Geschmack in die Bowl.
Gestaltung und Aufbau sind angenehm unkompliziert: klar, luftig, ohne Overkill. Die Zutaten gibt’s in jedem Supermarkt – und wie schön, ohne Schlangestehen an der Fleischertheke. Die Anleitungen sind präzise. Manches Gericht ist so einfach, dass ich mich frage: Warum habe ich das nicht auch schon längst gekocht?!
Ein Buch für alle, die asiatische Küche lieben, aber tierfrei essen – und dabei trotzdem satt und glücklich werden wollen. Glücklich wohl auch über das eigene Kochtalent. Denn dieses Buch macht das Gelingen einfach.
Manche Kochbücher sind reine Inspiration, andere sind dafür gemacht, griffbereit in der Küche zu stehen. Die „Deftig vegan“-Reihe zählt zur zweiten Gruppe. Ich hatte mich schon gefragt, wann es eine Asien-Edition gibt – die Küchen von Korea bis Vietnam bieten sich dafür ja mehr als an. Vorausgesetzt, man findet gute Wege, Fischsauce zu ersetzen – für eine so erfahrene Rezeptkreateurin wie Anne-Katrin Weber aber keine echte Challenge. „Deftig vegan Asien“ erfüllt die Erwartungen, die die Vorgänger geweckt haben: verständliche Rezepte ohne ausufernde Zutatenlisten, kein künstlicher Fleischersatz, keine dramatisch exotischen Lebensmittel und Gerichte, die zum Teil authentisch sind, zum Teil auf landesüblichen Rezepten basieren. Das Buch eignet sich somit für Asien-Fans, die eine kuratierte Auswahl an alltagstauglichem Panasiatischen suchen, aber auch für weniger asienkundige Foodies, die einen guten Einblick gewinnen wollen. Schön: Bei den Non-Food-Impressionen wurde nicht mit Stockbildern gearbeitet, sondern alles aus einem Guss von Wolfgang Schardt fotografiert. Wenn man schon einen Kritikpunkt finden will: Typo und Layout der Rezepte könnten für meinen Geschmack eine kleine Frischekur vertragen.
Auf meinen Reisen durch Asien habe ich selten das Gefühl, dass dort „immer schon vegan“ gekocht wird; zu präsent sind Fleisch, Fischsaucen, Eier und Brühen. „Von Japan bis Vietnam“ ist eine breite Klammer durch die doch sehr unterschiedlichen Länderküchen in diesem Buch – schön aber, dass jedes Rezept einem Land zugeordnet ist, sodass nicht alles in einer einheitlichen Asia-Mischung endet. Viele Rezepte sind „veganisiert“, manches Pflanzliche mit kleinen Mitteln abgeändert – ohne Dogma, eher mit einem praktischen Blick auf Geschmack.
Der übersichtliche Aufbau der Rezepte mit klaren Markern für Zutaten und Schritte macht es sehr praktikabel, das Buch in den Alltag zu integrieren. Die Bildwelt ist passend zum Thema farbenfroh, aber etwas überinszeniert – weniger modern, als man es von einem aktuellen Asien-Titel erwarten würde. Wirklich schön: der kreative und unkomplizierte Zugang und die Umsetzbarkeit, etwa Nigiri mit geräucherter Paprika, Tan Tan Men mit Tofu-Hack, vietnamesische Pho mit Gemüse oder ein cremiges Matcha-Eis mit Sesamkrokant.
Das intuitiv übersichtliche, dabei aber fotografisch ansprechend bebilderte Kochbuch ist zwar in erster Linie eine Rezeptsammlung, doch nimmt Weber sich die Zeit, in die fünf verschiedenen Länderküchen einzuleiten. Das ist auf diesem Raum kaum möglich, doch geht der Leser bereits nach den ersten Seiten mit einem erbaulichen Grundverständnis in die darauf folgenden Rezepte – gegliedert nicht nach Region, sondern nach Art des Gerichts, also etwa Reis, Tofu oder Süßes. Über dem Rezept wird das jeweilige Land angegeben, sodass das Buch perfekt geeignet ist für etwa das Menü eines „asiatischen Abends“. Mit kleinen Tipps ergänzt und atmosphärisch bebildert, macht das Lesen Lust auf einen nächtlichen Spaziergang durch Pekings Street-Food-Märkte.
An diesem Buch gefällt mir gut, dass die Zutaten in den ohnehin schon nummerierten Zubereitungsschritten nochmal gefettet sind, wo sie zum Einsatz kommen. Dadurch sind die Rezepte übersichtlich und man findet beim Kochen schnell die Stelle, an der man gerade weitermachen will. Allerdings werden hier nur fünf Länder in Ost- und Südostasien behandelt; weder Indien noch die Philippinen, weder Sri Lanka noch Indonesien sind dabei. Dann wiederum wird China relativ pauschal behandelt, obwohl sich das Essen dort regional stark unterscheidet. Die Phở wird nur Pho geschrieben, ihre Bedeutung in der vietnamesischen Küche wird sehr oberflächlich erklärt. Wer wirklich etwas über regionale Küchen in Asien erfahren will, ob in Gerichten oder Geschichten, wird hier nicht fündig. Das Label „traditionelle asiatische Gerichte“ auf dem Cover wird nicht eingelöst – es widerspricht ja auch dem Anspruch, alles zu veganisieren. Für die erste Berührung mit asiatischen Rezepten in Ordnung, wenn alles rein pflanzlich sein soll.
Asiaküche

Ø 6.5

Asiaküche

Über 100 einfache Rezepte für jeden Tag – authentische Geschmackserlebnisse mit leicht erhältlichen Zutaten.

Verlag: Dr. Oetker - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe

Bringt den Geschmack Asiens nach HauseDie asiatische Küche liegt voll im Trend. Kein Wunder, denn sie besticht nicht nur durch ihre raffinierte Würze, sondern kommt mit viel Gemüse auch gesund und leicht daher. Zutaten wie Sojasauce, Kokosmilch oder … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Asiaküche von Dr. Oetker, mit „Geling-Garantie“, wie das Cover verspricht! Dass es solche Bücher noch gibt! Ich muss erst schmunzeln. Denn auf den ersten Blick, mit seinem lackglänzenden Einband, fühle ich mich an vergangene Tage erinnert. Aber schon nach den ersten Seiten sitze ich sehr aufrecht an meinem Küchentisch und blättere neugierig und interessiert.
Vor allem freut mich der mutmachende Ton des Buches: „Trauen Sie sich an Wok und Stäbchen!“
Die Rezepte überfordern nicht, weder beim Einkauf noch am Herd. Alles schnörkellos, aber in großer Vielfalt: Sushi, Tofu, Curries, Tempeh-Sticks oder Seitan-Steaks.
Dr. Oetkers Asiaküche richtet sich vielleicht nicht an den Sternekoch – aber an Einsteiger wie Aufsteiger, an die ganze Familie – ein ganz ehrliches, super-solides, kein Coffeetable-Kochbuch, sondern ein echtes Buch zum Kochen. Bravo.
Garam Masala, Fischsauce und Koriander in einem Satz und maximal vermischte Länderküchen – für Asien-Liebhaber ist das hart. Der „asiatische Touch“ der vielen Rezepte im Buch hat allerdings gar keinen Anspruch auf Authentizität – und vielleicht ist das sogar in Ordnung so. Vielseitig und abwechslungsreich kochen kann man ja grundsätzlich mit asiatischen Zutaten und Aromen aller Art – ob gemischt oder nicht.
Die Warenkunde ist sehr ausführlich – und auch sehr basic. Von Reiskochen bis Nudelsorten, von Sushimatte bis Messer. Auch: Wie geht man überhaupt nach Rezept vor? Dr. Oetker nimmt es in Tradition ernst mit dem Kochschulauftrag. Viele Rezepte eignen sich zum Meal Prep wie die Mie-Nudelsuppe oder der Gado Gado, und insgesamt ist das Buch durchaus gemüselastig.
Leider bleibt – bei allem runtergebrochenen Anspruch an Originalrezepte – alles etwas unmodern und lieblos, auch was Foodstyling und Fotografie angeht. Über 100 Rezepte „gelingsicher“ – aber macht man so „unsexy“ wirklich Lust auf Kochen? Ich bin hin- und hergerissen. Für Foodies und Asien-Enthusiasten ist es in meinen Augen nichts. Aber wer einfach nur „asiatisch angehaucht“ kochen will und wenig Vorkenntnisse hat: why not.
Ich habe in den 1990er Jahren mit einem namentlich nicht erwähnenswerten Kochbuch begonnen, die Küche von Thailand, China & Co. zu entdecken, und hege nostalgische Gefühle für das mittlerweile etwas überholte Look & Feel des Buchs, weil es der Beginn einer lebenslangen Liebesgeschichte war. In „Asiaküche“ zu schmökern, erinnert mich stark daran – was in mir für gespaltene Gefühle sorgt, weil es eine Art von Kochbuch ist, der die Seele eines Autors, der mit Namen und Stil für die Gerichte steht, fehlt. Das Buch ist zudem gänzlich mit Stockbildern aus unterschiedlichsten Quellen bebildert, was ebenfalls identitätslos wirkt. Das gesagt habend, kommt ein Aber: Wer im Impressum nachliest, sieht, dass mit Tanja Dusy eine sehr erfahrene Foodautorin hinter den neuentwickelten Rezepten steht. Und der Großteil der Stockbilder ist zumindest stimmig gewählt. Für mich ein eher praktisches als inspirierendes Buch, das definitiv nichts für erfahrene Liebhaber der asiatischen Küche ist. An Asien interessierte Menschen, denen Authentizität weniger wichtig ist und die gerne mal das eine oder andere auf unkomplizierte Art probieren möchten, werden darin aber sicher fündig.
Dieses sehr klassische Kochbuch besteht aus einer kurzen Einleitung in die Aromen sowie die notwendigen Utensilien der asiatischen Küche, worauf Rezepte folgen. Eingeteilt in die gängigen Kategorien fängt es bei leichten und Vorspeisen an und arbeitet sich über Nudeln & Reis, Gemüse & Hülsenfrüchte sowie Fisch & Fleisch bis zu Süßem & Getränken. Dabei liegt der Fokus konsequent auf der Gelingsicherheit. Dankbar ist das Buch für alle, die noch nicht allzu vertraut mit der asiatischen Küche sind, da es die Scheu vor komplizierten Saucen, dem Einkauf der Zutaten oder etwa dem Essen mit Stäbchen nimmt und zum Loslegen ermutigt.
Dieses Buch steckt leider voller Phrasen und Klischees, von „bunte Vielfalt“ bis „das Auge isst mit“. Es kippt immer wieder in eine exotisierende Haltung, dabei bleibt es auch widersprüchlich zwischen der Behauptung von Vielfalt und der gleichzeitigen Verallgemeinerung und Vermischung in einen verwaschenen „Asia-Vibe“. Manches hier ist auch schlicht falsch, wenn etwa behauptet wird, alle Küchen Asiens hätten „Leichtigkeit“ gemeinsam. Auch die Fotografie ist inkonsistent – von appetitlich über werblich bis kitschig, teils mit verrutschten Bildausschnitten. Die Autorinnen und Autoren werden nicht auf dem Cover gewürdigt, sondern im Impressum versteckt. Insgesamt wirkt das Buch leider wie der Teil einer Kochbuchreihe, den man halt auch wollte, ohne zu viel in Expertise zu investieren. Obwohl natürlich zwecks Thema dennoch ein paar Rezepte zu finden sind, die zu schmecken versprechen.

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