Krautkopf (Erweiterte Neuauflage)
Vegetarisch kochen und genießen
Autor/-in: Yannic Schon • Susann ProbstVerlag: Hölker Verlag
Genussvoll vegetarisch kochen
• Vielfältige vegetarische Rezepte mit saisonalen Zutaten• Erweiterte Neuauflage mit 25 neuen Gerichten• Hochwertige Gestaltung mit einzigartiger Food-Fotografie• Für Genießer, die natürliche und kreative Küche … [weiterlesen]
Preis: € 34,00
Begründung der Jury:
Das Buch beginnt mit Frühlingsrezepten und führt dann durch die vier Jahreszeiten.
Eines der ersten Rezepte ist gleich ein Knaller: Sobanudeln mit gebratenem Tofu. Die Zutaten sind äußerst raffiniert zusammengestellt: Sojahaut, Tamari-Sauce und Gewürze wie Zimt, Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel und Anis. Die Nudeln aus 100 % Buchweizen und Tofu in bester Bio-Qualität runden das Gericht ab.
Einige Zutaten gibt es nur in Großstädten – die Autoren empfehlen daher den Onlinekauf. Hat man alles in der Küche, ist das Rezept schnell gemacht und verdeutlicht bestens die Krautkopf-Philosophie.
Die ganzseitigen Fotos im Urban-Country-Stil, ergänzt durch Landschaftsbilder und Porträts der Autoren, sind sehr ansprechend.
Im Frühsommer-Rezept verbinden sich weißer Spargel, dicke Bohnen, getrocknete Tomaten und geräuchertes Paprikapulver zu einer Fusionküche der Extraklasse.
Eines der ungewöhnlichsten Burger-Rezepte ist der Teriyaki-Burger, dessen Brötchen in einem Bambuskörbchen gedämpft werden. Das Innenleben: Mairübchensalat, Chiliketchup, Teriyaki-Sauce, Erdnusssauce und ein Tofu-Patty.
Suppen wie die Thai-Kokossuppe begeistern ebenso wie die Desserts – authentisch, kreativ und außergewöhnlich, etwa die Dunkle-Beeren-Basilikum-Torte. Das Foto dazu könnte eingerahmt in einer Galerie hängen: Spitzenklasse!
Fazit: Ein großartiges Kochbuch mit Rezepten auf Spitzen-Niveau. Sehr empfehlenswert.
Symbole für vegan, laktosefrei und glutenfrei sowie das nach Zutaten sortierte alphabetische Register erleichtern die Rezeptsuche. Mir gefällt, dass komplett auf weißen Zucker verzichtet wird und ausschließlich frische Zutaten verwendet werden – das alles in großer Vielfalt und ohne dogmatisch rüberzukommen. Ein inspirierendes Buch, das Lust auf gesunde, alltagstaugliche, abwechslungsreiche vegetarische Küche macht und sicherlich auch Nichtvegetarier mit seiner Herangehensweise und Rezeptauswahl überzeugt.
Allen Rezepten gemein ist, dass sie gut strukturiert sind, keine Fragen offenlassen und viele Tipps enthalten – zum Beispiel das Verbrennen von Chilis für ein rauchiges Aroma. Die Bandbreite reicht vom Teriyaki-Burger über Mandelgnocchi alla Romana und klassisches Pilzragout mit Semmelknödeln bis zu Rote-Bete-Ravioli mit Orangen-Walnuss-Butter.
Die Autoren jonglieren dabei gekonnt mit Kräutern und Gewürzen – von Bärlauch bis Szechuanpfeffer. Und zum Dessert gibt es viele tolle Kuchen und Süßspeisen.
Leaf to Root – Express
Von Blatt bis Wurzel. Einfache Rezepte für spezielle Gemüseteile
Autor/-in: Esther KernVerlag: AT Verlag
»Leaf to Root« ist das »Nose to Tail« für Gemüse. Wie beim Fleisch, wo das Filet nicht zwingend das beste Stück ist, eröffnen sich auch beim Gemüse neue Dimensionen abseits der klassischen Teile. Esther Kern, Journalistin und Autorin, vermittelt … [weiterlesen]
Preis: € 39,00
Begründung der Jury:
Fenchelstängel-Chutney, Gurkenkern-Cremolata, Karottenkraut-Pesto (sehr lecker!) – man wird immer wieder überrascht, was alles möglich ist. Und das nicht nur mit Rezepten der Autorin, sondern auch mit Gastrezepten von Kochprofis und Gemüseexpert*innen.
Zu all den innovativen, ohne großen Aufwand umsetzbaren Rezepten erhält man außerdem ausführliche Infos zu Giftigkeit, Pestiziden, Gesundheit – und sogar den unreifen Früchten wird ein Kapitel gewidmet. Ich kam beim Lesen aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Die Aufmachung ist unaufgeregt, klar strukturiert, nach Gemüse- und Obstsorten sortiert, mit wunderschönen schlichten Fotos, die dem Buch eine gewisse Leichtigkeit geben. Wie wohl der Bananenschalenkuchen schmeckt? Ich werde ihn testen. Die Neugier auf eine kulinarische Abenteuerreise ist geweckt.
Ihr erstes Buch zu diesem Thema erschien vor zehn Jahren und war damals ein Vorreiter der No-Waste-Bewegung. In dieser neuen Express-Ausgabe liegt der Fokus stärker auf kurzen, schnellen, einfachen Rezepten.
So wird aus Bananenschalen ein Kuchen, Blumenkohlrippen werden paniert und knusprig gebacken, und die Blätter des Blumenkohls werden zu einem Dip verarbeitet – eine großartige Idee des Zwei-Sterne-Kochs Paul Ivić, die bestimmt auch bei jüngerem Publikum gut ankommt.
Die Foodfotos sind schlicht und etwas eindimensional gehalten; manche Gerichte könnten appetitlicher in Szene gesetzt werden, etwa das Fenchelstängel-Chutney.
Warum hat unsere Gesellschaft verlernt, viele Gemüseteile zu essen? Kohlrabiblätter und -stängel lassen sich beispielsweise schnell zu Chips oder Kohlwickeln verarbeiten. Diese Form der Nachhaltigkeit ist zeitgemäß – und es ist großartig, dass Esther Kern immer wieder darauf hinweist.
Abschließend erklärt sie, welche Inhaltsstoffe giftig bzw. in hohen Mengen gesundheitsschädlich sind und wie viele Pestizide sich auf Blättern, Stielen und Schalen festsetzen können – ein wichtiger Diskurs für unsere Zeit.
Fazit: Ein Buch, das kreativ zeigt, was an Pflanzen und Obst alles essbar ist – ganz im Sinne von Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ein Buch zum Nachdenken über unseren Konsum.
Grün. Warm. Gut.
Vegetarische Rezepte für die Seele
Autor/-in: Sandra MühlbergVerlag: Callwey
Wärmend, sättigend und voller Geschmack – Grün. Warm. Gut. feiert die besten Wohlfühlgerichte der vegetarischen Küche. Ob cremige Suppen, herzhafte Eintöpfe oder neu interpretierte Klassiker wie Lasagne und Curry – dieses Buch beweist, dass … [weiterlesen]
Preis: € 39,95
Begründung der Jury:
Die Nahaufnahmen der Gerichte irritieren kurz, passen aber bei genauer Betrachtung perfekt zu dem quadratischen Buchformat und dem großen, gut lesbaren Schriftbild. Die Zubereitung ist klar strukturiert: kompakt auf einer Seite, sodass man sich ohne Umblättern zügig durch das Rezept arbeiten kann.
Das Austernpilz-Stroganoff war köstlich! Detaillierte Angaben zum Zeitaufwand (es werden sogar Ruhe- und Ziehzeiten angegeben) garantieren perfektes Timing. Und ein Lesebändchen ist zur Orientierung ebenfalls vorhanden. Für erfahrene Köche mag der sich über 20 Seiten erstreckende Theorieteil eher „hinten runterfallen“, für Kochneulinge jedoch bietet er wertvolle Tipps.
Alles in allem hält dieses Buch genau das, was es verspricht: unkomplizierte vegetarische Gerichte, die Körper und Seele wärmen.
Vor den Rezepten gibt es einige Grundlagenkapitel, etwa zur Aufbewahrung von Zutaten, zu den Jahreszeiten, zur Vorbereitung, zur Bedeutung von Käse oder zu Nährwerten – alles gut und übersichtlich erklärt.
Der Rezeptteil startet mit Dips, Pesto und Aufstrichen, also mit Gerichten, die sich gut vorbereiten lassen. Eine clevere Idee.
Im Kapitel Snacks & Fingerfood finden sich sehr raffinierte Rezepte wie die Brokkoli-Nuggets oder das käsige Pilz-Zupfbrot. Viele Rezepte sind ungewöhnlich – eine sehr abwechslungsreiche Sammlung.
Der Bohnensalat etwa wird mit Joghurt, Knoblauch, Gurke, Macadamianüssen und drei verschiedenen Kräutern angemacht: ein klares, leicht nachzumachendes Rezept mit guter Vielfalt.
Auch der gebratene Rosenkohl wird mit Miso, Sesam, Honig und Shoyu zur neuen Delikatesse. Ebenso kreativ ist das Rosenkohl-Curry mit Kichererbsen, Nüssen und Koriander.
Nach Pasta- und Kartoffelgerichten folgen im Kapitel Herzhaft gebacken noch einige gute Brotrezepte, etwa drei Focacce oder ein Jalapeño-Cheddar-Brot.
Alle Rezepte sind mit abwechslungsreich großen Foodfotos ergänzt – mal festlich, mal rustikal.
Fazit: Viele besondere Rezepte, ein toller Einstieg in die vegetarische Küche.
Gerade von Letzteren hätte man sich deutlich mehr gewünscht. Viele Gerichte sind aus meiner Sicht sehr konventionell, spielen kaum mit Garmethoden oder Gewürzen. Für Fertig-Gnocchi mit Champignon-Zwiebelsauce braucht kaum jemand ein Rezept, und für Hummus oder Focaccia gibt es deutlich bessere. Die gute Struktur und Optik reißen aber einiges raus. Ein schönes, solides Buch – vor allem für Anfängerinnen und Anfänger am Herd.
30 Pflanzen pro Woche
Das Kochbuch für ein langes gesundes Leben: Rezepte, die das Darm-Mikrobiom stärken
Autor/-in: Katharina SeiserVerlag: Brandstätter Verlag
Die Mikrobiomforschung zeigt: Es kommt darauf an, viele verschiedene Pflanzen zu essen.
Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Kräuter und Gewürze – essen wir eine möglichst große Vielfalt an Pflanzen pro Woche, tun wir unserem … [weiterlesen]
Preis: € 32,00
Begründung der Jury:
Mein Fazit: Lesenswert, wissenschaftlich fundiert, unaufgeregt und klar strukturiert. Die Rezepte hätte ich mir durchdachter, zeitgemäßer und mit mehr Raffinesse gewünscht – die Fotos übrigens auch. Für Kochanfänger sicherlich interessant, für ambitionierte Hobbyköche eher nicht so spannend.
Entscheidend ist die Vielfalt unserer Nahrung. Daher wird in den Rezepten stets die Anzahl der verwendeten Pflanzen angegeben: Der indische Bauernsalat etwa enthält 13 Pflanzen, die marinierten Beten hingegen nur 6.
Die Kapitel sind unterteilt in kalt, warm und süß – gut gegliedert in Zutaten, Zubereitung und ganzseitiges Foodfoto.
Einige Fotos, wie etwa das des Kartoffel-Kibbeh, wirken spröde und „gesund“. Das Bild des Bulgurpilaws hingegen ist sehr appetitlich.
Das Buch enthält viel theoretisches Wissen, das gut und verständlich vermittelt wird. Die Ernährungstipps sind nachvollziehbar und motivieren dazu, das eigene Essverhalten zu überdenken oder anzupassen.
Dennoch lässt sich der Gesundheitsaspekt nicht völlig abstreifen; manche Rezepte und Foodfotos wirken etwas nüchtern und lassen Kreativität sowie „Süffigkeit“ vermissen.
Fazit: Ein sehr gut recherchiertes Buch über gesunde, vegetarische Ernährung mit vielen Fakten.


