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Die besten Kochbücher für südost-asiatische Küche

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Singapur
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.7

Singapur

Das Kochbuch. 80 unkomplizierte Klassiker aus dem asiatischen Melting Pot der Kulturen

Autor/-in: Verlag: DK Verlag Dorling Kindersley

Kunterbunt und multikulti – Singapur in 80 Rezepten• Nasi Goreng, Laksa, kultige Spaghetti mit Chili und Krabben: Alle Klassiker der singapurischen Küche in einem Buch• Mit nur wenigen Basics aus Supermarkt oder Asialaden easy nachzukochen• Singapur-Feeling … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

80 authentische Rezepte aus nur einer Stadt. So viele? Wo kommen die denn alle her? Jeder, der schon einmal in Singapur war, weiß, was für ein Melting Pot dieser Stadtstaat in Südostasien ist. Alles prallt hier aufeinander: chinesische, malaiische, indonesische, indische, thailändische Einflüsse – und alle bringen ihre eigenen Aromen und Gerichte mit. Nasi Padang, Satay, Soto Ayam – ein Fest für den Gaumen. Und dann gibt es ja noch die inzwischen ureigenen singapurischen Klassiker: Hainanese Chicken Rice, Kaya-Toast, Laksa.
Wer all das will, muss also nicht im Hawker Centre Schlange stehen. Mit diesem Buch holt man sich die Vielfalt der Straßenmärkte in die eigene Küche. Die Rezepte sind erstaunlich zugänglich, vieles ist gar nicht kompliziert. Die meisten Zutaten findet man problemlos im Asialaden um die Ecke. Schritt für Schritt erklärt Shu Han Lee, wie man sich durch die Garküchen Singapurs kocht – klar und nachvollziehbar.
Mir gefällt besonders, wie alltagstauglich viele der Gerichte sind. Ein paar Rezepte verlangen etwas Zeit oder Vorbereitung, aber das ist eher die Ausnahme. Die Gestaltung ist modern, die Fotos machen Lust aufs Nachkochen. Ich mag auch ausgesprochen das sehr persönliche Storytelling von Shu Han Lee – das gibt dem Buch eine gute Atmosphäre.
Ein Kochbuch für Anfänger und Fortgeschrittene, für Neugierige und für alle, die Singapur kulinarisch vermissen. Einzig etwas schade, dass die Namen der Rezepte oft eingedeutscht sind. So klappt zwar das Nachkochen. Aber das Nachessen für alle, die tatsächlich mal nach Singapur reisen, wird dadurch etwas erschwert.
So farbenfroh wie Singapur ist auch seine Küche – und offenbar auch die Bücher darüber. Zumindest dieses: auf dem Cover, den Seiten, den Tellern. Erst in London damit begonnen, sich mit ihrer Landesküche aktiv zu beschäftigen, beginnt die Autorin auch das Buch mit dem sprachlichen, ja zwischenmenschlichen Gefühl für die Küche Singapurs. Das spiegelt sich wider in einer kleinen Sprachkunde. So bedeutet das Wort „agak“ beispielsweise „etwas“, „agak agak“ ist „so ungefähr“. Wieviel Chili in die Pfanne kommt, liegt an der Chili, und zum Abmessen hat ihre Mutter einfach die leere Hälfte eines Eis verwendet. Shu Han Lee indes wird da konkreter: Ihre Gerichte werden jeweils eingeleitet mit einigen Zeilen kultureller Bedeutung, authentisch bebildert und machen vor allem eines: Hunger.
Wenn Meera Sodha (eine meiner liebsten Rezeptkreateurinnen) über ein Buch sagt, sie hätte es gerne selbst geschrieben, werde ich neugierig. Noch dazu, wenn es darin um eine Küche geht, die bisher im deutschsprachigen Raum kaum thematisiert bzw. auf Nasi Goreng und Laksa reduziert wurde.
Somit war mir klar: Hier gibt es etwas zu entdecken.
Fazit: Die meisten singapurischen Gerichte sind angenehm unkompliziert zuzubereiten, dabei überraschend, intensiv aromatisch und farbenfroh. Genau so fühlt sich auch das Buch an. Das bunte Layout, die stimmige Bildsprache und die amüsanten Illustrationen tragen das Ihre dazu bei, dass ich mich mit „Singapur“ richtig gerne beschäftigt habe.
Pluspunkte gibt es für das Kapitel rund um verschiedene Basis-Reisvariationen. Bereits auf meiner Nachkochliste: Omelette mit Fischsauce und geschmortes Tamarindenhuhn.
Die Rezepte von Suh Han Lee bringen die Aromen Singapurs auf den heimischen Tisch – ohne komplizierte Beschaffung, denn sie setzen bewusst auf gut erhältliche Zutaten. Persönliche Alltags- und Kindheitsfotos der Autorin begleiten das Buch und wirken gerade durch ihre Uninszeniertheit angenehm nahbar. Ausprobiert habe ich das Peranakan-Garnelecurry mit Ananas und Kokosnussreis, dazu Satayspieße vom Grill mit Tamarinden-Erdnuss-Sauce. Bei vielen Gerichten steht dabei die Gewürzpaste am Anfang des Rezepts – sie bildet die Grundlage für erstaunlich tiefe Aromen und zeigt, wie sehr dieses Buch zum Experimentieren einlädt. Diese spielerische Offenheit prägt auch das Layout: bunt, lebendig, verspielt und voller Lust am Kochen.
Ich will ja jetzt nicht politisch werden, aber Einwanderung hat einen unbestreitbaren Vorteil: Sie macht alles ein bisschen leckerer.
Ein Beispiel gefällig? Singapur. Nirgendwo sonst in Asien gibt es vermutlich einen so multikulinarischen Ort.
So richtig klar wird einem mit diesem Buch deshalb auch nicht, was singapurische Küche ist – aber sehr wohl, was in Singapur gegessen wird. Tamil, malayisch, indonesisch, chinesisch, indisch: Das Buch ist ein wilder Ritt durch die verschiedenen Küchen, die man im Stadtstaat vorfindet. Diese Vielfalt macht das Erlebnis vor Ort zwar abwechslungsreich und spannend, hier im Buch hat man am Ende aber doch ein etwas willkürliches Gefühl.
Optisch ist es allerdings ein Leckerbissen, vor allem durch den farbenfrohen Einband. Und wer einmal durch Singapurs Hochhausviertel gegangen ist, der weiß: Herausputzen können sie sich.
Thai made easy
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.4

Thai made easy

Einfache Rezepte für jeden Tag

Autor/-in: Verlag: Knesebeck

Die Vielfalt der thailändischen Küche im Nu entdecken
In diesem asiatischen Kochbuch finden Sie über 70 geschmacksintensive und vielseitige Alltagsrezepte der thailändischen Küche. Mit leicht erhältlichen Zutaten, praktischen Shortcuts und hilfreichen … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

„Thai Made Easy“ steht schon seit einigen Monaten in meiner Küche, und ich blättere immer wieder gerne darin. Wie köstlich alles aussieht! Nicht uninteressant: Alles, was ich bisher daraus gekocht habe, ist fantastisch geworden – etwa Pla Nueng See Ew (gedämpfter Fisch mit Ingwer und Sojasauce), der knusprige Garnelentoast Khanom Pang Na Kung oder die pikanten Pfannkuchen Khanom Buang Yuan.
Der Mix aus Informativem und Persönlichem ist perfekt ausbalanciert, die Rezepte sind übersichtlich strukturiert und bei so gut wie jedem Rezept werden Alternativen (Veggie, Vegan etc.) angeboten.
Was ich besonders mag: dass durch Yui Miles’ Großmutter auch die einen oder anderen chinesischen Details in der sonst klassischen Thai-Küche einen Platz gefunden haben und für interessante Twists sorgen.
„Gin khao yung“, hat die gebürtige Bangkokin während ihrer Aufenthalte in Thailand oft gehört, denn das heißt: „Hast du heute schon gegessen?“ Bei der Lektüre dieses Buches besser nicht, denn man möchte direkt mit der Zubereitung einer der Thai-Snacks beginnen, mit denen Miles startet – natürlich nicht, ohne sich ausführlich mit Warenkunde, Würzmitteln und benötigten Utensilien zu beschäftigen. Also den Bambusdämpfer nicht vergessen! Miles' Rezepte bestechen mit der haargenauen Angabe der konkreten Zutaten, ihrer Menge sowie präzisen Anweisungen. Ein weiteres Surplus der Rezeptsammlung sind ihre Hinweise, welche Zutaten einfach durch andere ersetzt werden können. Das macht die Gerichte flexibel, regt beim Kochen die Kreativität an und macht aus einer Speise viele.
Nach kurzer Einführung und einer Liste an Gewürzen, Frischzutaten und Würzmittel, die man sich zulegen sollte, um die Rezepte nachkochen zu können, geht es sofort los: Eine Vielzahl an einfachen, köstlichen Gerichten. Die meisten sind in 30 Minuten fertig und somit super alltagstauglich. Die Rezepte werden von ästhetischen, schönen Bilder begleitet und das Layout gestaltet sich zurückhaltend und angenehm übersichtlich. Die Gebratenen Nudeln mit Garnelen wie auch die gegrillte Aubergine mit Chili und Kokossauce wurden gleich mal auf die Probe gestellt und haben vollends überzeugt – jeder Bissen voller Aromen. Zu vielen Gerichten gehören Palmzucker, Sojasauce und Fischsauce – süß, salzig, sauer, die typischen Aromen der Thai Küche. Und somit überzeugen auch abgewandelte Fleischgerichte in der vegetarischen Variante wunderbar.
Ich finde es immer wieder verblüffend, wie die Köchinnen und Köche Südostasiens mit den weitgehend gleichen Zutaten eine so große, beinahe endlose Vielfalt an Geschmäckern, Aromen und Gerichten zaubern. Die thailändische Küche allein hat so viel zu bieten. Daran erinnert mich Yui Miles’ Kochbuch „Thai Made Easy“.
Einfache Rezepte für jeden Tag, verspricht das Buch. Anfänger ermutigt das, und wer auf etwas Routine zurückgreifen kann, der wird mit Yui Miles tatsächlich gut zurechtkommen.
Das Buch ist übersichtlich aufgebaut und beginnt mit einer kleinen, aber sehr hilfreichen Einführung in Kräuter, Gewürze, Nudelarten und Reissorten sowie die üblichen Küchenutensilien. Viele Gerichte sind alltagstauglich – Pad Krapao, Tom Kha, Papayasalat –, andere verlangen etwas Vorbereitung, etwa eigene Currypasten. Dieses Kapitel hat mir besonders gefallen.
Die Rezepte sind klar ausgeschrieben, die Fotos zeigen gut ausgeleuchtet und ohne Schnickschnack, wie das Ergebnis aussehen soll.
Ein sehr zugängliches Thai-Kochbuch, geeignet für Einsteiger mit Lust auf neue Aromen und für Fortgeschrittene, die ein paar Klassiker perfektionieren wollen oder sich an die Abwandlungen trauen. Ein Minus aus meiner Sicht: gedämpfter Kabeljau mit Ingwer. Ingwer gibt’s ja genug auf der Welt. Aber Kabeljau schwimmt hierzulande kaum noch durchs Meer. Hier möchte ich alle Hobby-Chefs ermutigen, vom Rezeptvorschlag abzuweichen.
Dieser gebratene Reis in einer Ananas – ist das eigentlich wirklich ein thailändisches Ding oder macht man das nur als Spektakel für Touris?
Ein bisschen mehr Spektakel hätte dem Buch auch gutgetan.
Kurze Einführung, kurze Warenkunde, dann Rezepte, die wie versprochen mit nicht zu vielen Arbeitsschritten aufwarten. Das ist durchaus eine Kunst, wie ich aus Erfahrung nach der Bewertung einiger Thai-Kochbücher sagen kann.
Alles nicht verkehrt, aber eben auch ein bisschen: einfach.
Pho. Das große Kochbuch
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 7.7

Pho. Das große Kochbuch

100 Variationen der vietnamesischen Wundersuppe

Autor/-in: Verlag: Christian

Die vietnamesische Suppe Pho erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Wie Sushi oder Ramen ist sie ein Gericht Asiens, das die Welt eroberte. Pho ist ein Kultrezept, sie ist gesund, wärmend und unglaublich aromatisch. Hier sind 100 Rezeptvarianten … [weiterlesen]

Begründung der Jury:

Mit der richtigen Aussprache haben sich ja schon Generationen von Fans der vietnamesischen Küche schwergetan. Wie denn jetzt? Pho wie Po? Oder lieber mit F am Anfang? Mit o am Ende oder doch mit ö? Und wenn allein die Aussprache schon so schwierig ist, wie leicht ist dann erst das Kochen dieser Suppe? Das große Kochbuch macht es einem leicht!
Didaktisch sauber aufgebaut, klar strukturiert, mit hilfreichen Grundlagen zu Brühen, Nudeln, aromatischen Kräutern und Techniken. Die sehr gelungenen Fotos zeigen anfängerfreundlich, wie es aussehen soll.
Die Rezeptpalette reicht von klassischen Rindervarianten über leichte Hühnchen-Pho bis zu modernen (Pho mit Beef Tartar!) und vegetarischen Abwandlungen. Man schmaleckert sich sozusagen einmal von Hanoi nach Saigon, von mild bis scharf. Manche Rezepte sind überraschend simpel, andere verlangen ein bisschen Geduld für eine richtig gute Brühe.
Pho als Wundersuppe, wie der Buchtitel verspricht, ist natürlich hoch gegriffen. Aber Pho hat Generationen von Vietnamesinnen und Vietnamesen satt und glücklich gemacht. Wer Lust hat, sich einmal quer durch diese Suppenkultur zu kochen, ist hier genau richtig.
Und wie wird’s jetzt ausgesprochen, die Pho? Eher ö, haben meine Kolleginnen in Hanoi mir immer geraten, vielleicht ein zartes ä darf mitschwingen, leicht gehaucht, fast stimmlos. So soll es klingen. Keine Sorge: Schmecken tut sie dann, die Pho, dank dieses Buches, von ganz allein.
100 mal Pho: Bei dieser Ansage war ich sofort skeptisch. Gibt die vietnamesische Suppe denn wirklich so viel her, dass man sich ihr in 100 Varianten widmen kann oder soll – also ohne sich laufend zu wiederholen?
Mein Zweifel wandelte sich in Anbetracht der abwechslungsreichen Rezeptvielfalt in leichtes Staunen. Da wird Pho mal mit Enteninnereien zubereitet, mal mit getrockneter Rinderbrust oder auch mit Meeresfrüchten und Zitronengras. Manches geht schnell und unkompliziert, anderes ist ein kleines Projekt.
Authentisches mischt sich in „Pho“ zudem bewusst mit Experimentellem. Für mich fühlen sich allerdings mehrere der Kreationen (vor allem im Kapitel „Pho Euro-Fusion“) ein bisschen gar erzwungen kreativ an (etwa Pho mit Münchner Weißwurst oder Thunfischtatar), aber wer asiatische Suppen und Abwechslung liebt, wird wohl auch daran seine Freude haben.
So holt man eine Phở-Anhängerschaft – und alle, die ihr angehören wollen – ab: in Vietnam. Sirisaeng grast aber nicht, wie so oft, nach Regionen ab, nicht nach fleischlos oder fleischfrei und auch nicht nach Menüfolge. Nach einer pointierten und dennoch umfassenden Einleitung folgen Rezepte der klassischen Phở, der Street-Food-Phở, den kreativen Varianten und – Obacht – der „Phở Elegant“, dann die „Phở Crossing Borders“ und einigen europäisierten Variationen. Visuell imposant sind besonders die eleganten Phởs – beim Anrichten sollte man eine stille Hand bewahren. Wer seine persönliche Phở in diesem Buch nicht findet, ist selbst schuld. Der einzige hier zu findende Haken: Wir Deutschen brauchen doch eine Einführung, wie „Phở“ denn nun narrensicher ausgesprochen wird!
Ein Buch über die vielen Variationen einer Wundersuppe: Es würdigt die klassische Pho – ihre Zubereitung, ihr Servieren und ihr Ritual – und nähert sich zugleich aufmerksam all ihren einzelnen Komponenten. Die Erläuterungen vermitteln Wissen, aber auch Wertschätzung – und öffnen den Horizont dafür, was eine Pho alles sein kann. Die Autorin möchte interpretieren, nicht imitieren: eigene Kreationen entwickeln, ohne das Original aus den Augen zu verlieren. Das habe ich beim Nachkochen des Zitronengras-Pho mit Tempeh schmecken können – eine erfrischende und spannende Abwandlung.
Die wiederkehrende Aufforderung, die Pho vegetarisch umzusetzen, ist zwar nachvollziehbar, jedoch nicht immer einfach, da bestimmte Fleischsorten den charakteristischen Geschmack des Gerichts prägen. Gerade weil das Buch so viel Freiheit für neue Ansätze bietet, hätte ich mir an einigen Stellen noch mehr vegetarische und pflanzliche Variationen gewünscht.
Ich mag Standardwerke. Leider ist hier aber auch die Gestaltung etwas standard: die ersten zig Seiten relativ viel Textwüste, dann Fotos von Reisbandnudelsuppen, die sich naturgemäß alle visuell etwas ähneln.
Das Thema ist aber durchaus interessant. Ich würde dieses Buch eigentlich am liebsten allen vietnamesischen Gastronomen empfehlen, da ich doch immer wieder erstaunt bin, wie in fast jedem vietnamesischen Restaurant Pho mit nahezu identischen Zutaten angeboten wird. Denn das macht das Buch in den Rezepten sehr gut: maximal kreativ mit einem einzelnen Gericht umgehen.

Weitere Kochbücher zum Thema Südostasien aus den früheren Jahren:

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