Singapur
Das Kochbuch. 80 unkomplizierte Klassiker aus dem asiatischen Melting Pot der Kulturen
Autor/-in: Shu Han LeeVerlag: DK Verlag Dorling Kindersley
Kunterbunt und multikulti – Singapur in 80 Rezepten• Nasi Goreng, Laksa, kultige Spaghetti mit Chili und Krabben: Alle Klassiker der singapurischen Küche in einem Buch• Mit nur wenigen Basics aus Supermarkt oder Asialaden easy nachzukochen• Singapur-Feeling … [weiterlesen]
Preis: € 26,95
Begründung der Jury:
Wer all das will, muss also nicht im Hawker Centre Schlange stehen. Mit diesem Buch holt man sich die Vielfalt der Straßenmärkte in die eigene Küche. Die Rezepte sind erstaunlich zugänglich, vieles ist gar nicht kompliziert. Die meisten Zutaten findet man problemlos im Asialaden um die Ecke. Schritt für Schritt erklärt Shu Han Lee, wie man sich durch die Garküchen Singapurs kocht – klar und nachvollziehbar.
Mir gefällt besonders, wie alltagstauglich viele der Gerichte sind. Ein paar Rezepte verlangen etwas Zeit oder Vorbereitung, aber das ist eher die Ausnahme. Die Gestaltung ist modern, die Fotos machen Lust aufs Nachkochen. Ich mag auch ausgesprochen das sehr persönliche Storytelling von Shu Han Lee – das gibt dem Buch eine gute Atmosphäre.
Ein Kochbuch für Anfänger und Fortgeschrittene, für Neugierige und für alle, die Singapur kulinarisch vermissen. Einzig etwas schade, dass die Namen der Rezepte oft eingedeutscht sind. So klappt zwar das Nachkochen. Aber das Nachessen für alle, die tatsächlich mal nach Singapur reisen, wird dadurch etwas erschwert.
Somit war mir klar: Hier gibt es etwas zu entdecken.
Fazit: Die meisten singapurischen Gerichte sind angenehm unkompliziert zuzubereiten, dabei überraschend, intensiv aromatisch und farbenfroh. Genau so fühlt sich auch das Buch an. Das bunte Layout, die stimmige Bildsprache und die amüsanten Illustrationen tragen das Ihre dazu bei, dass ich mich mit „Singapur“ richtig gerne beschäftigt habe.
Pluspunkte gibt es für das Kapitel rund um verschiedene Basis-Reisvariationen. Bereits auf meiner Nachkochliste: Omelette mit Fischsauce und geschmortes Tamarindenhuhn.
Ein Beispiel gefällig? Singapur. Nirgendwo sonst in Asien gibt es vermutlich einen so multikulinarischen Ort.
So richtig klar wird einem mit diesem Buch deshalb auch nicht, was singapurische Küche ist – aber sehr wohl, was in Singapur gegessen wird. Tamil, malayisch, indonesisch, chinesisch, indisch: Das Buch ist ein wilder Ritt durch die verschiedenen Küchen, die man im Stadtstaat vorfindet. Diese Vielfalt macht das Erlebnis vor Ort zwar abwechslungsreich und spannend, hier im Buch hat man am Ende aber doch ein etwas willkürliches Gefühl.
Optisch ist es allerdings ein Leckerbissen, vor allem durch den farbenfrohen Einband. Und wer einmal durch Singapurs Hochhausviertel gegangen ist, der weiß: Herausputzen können sie sich.
Thai made easy
Einfache Rezepte für jeden Tag
Autor/-in: Yui MilesVerlag: Knesebeck
Die Vielfalt der thailändischen Küche im Nu entdecken
In diesem asiatischen Kochbuch finden Sie über 70 geschmacksintensive und vielseitige Alltagsrezepte der thailändischen Küche. Mit leicht erhältlichen Zutaten, praktischen Shortcuts und hilfreichen … [weiterlesen]
Preis: € 28,00
Begründung der Jury:
Der Mix aus Informativem und Persönlichem ist perfekt ausbalanciert, die Rezepte sind übersichtlich strukturiert und bei so gut wie jedem Rezept werden Alternativen (Veggie, Vegan etc.) angeboten.
Was ich besonders mag: dass durch Yui Miles’ Großmutter auch die einen oder anderen chinesischen Details in der sonst klassischen Thai-Küche einen Platz gefunden haben und für interessante Twists sorgen.
Einfache Rezepte für jeden Tag, verspricht das Buch. Anfänger ermutigt das, und wer auf etwas Routine zurückgreifen kann, der wird mit Yui Miles tatsächlich gut zurechtkommen.
Das Buch ist übersichtlich aufgebaut und beginnt mit einer kleinen, aber sehr hilfreichen Einführung in Kräuter, Gewürze, Nudelarten und Reissorten sowie die üblichen Küchenutensilien. Viele Gerichte sind alltagstauglich – Pad Krapao, Tom Kha, Papayasalat –, andere verlangen etwas Vorbereitung, etwa eigene Currypasten. Dieses Kapitel hat mir besonders gefallen.
Die Rezepte sind klar ausgeschrieben, die Fotos zeigen gut ausgeleuchtet und ohne Schnickschnack, wie das Ergebnis aussehen soll.
Ein sehr zugängliches Thai-Kochbuch, geeignet für Einsteiger mit Lust auf neue Aromen und für Fortgeschrittene, die ein paar Klassiker perfektionieren wollen oder sich an die Abwandlungen trauen. Ein Minus aus meiner Sicht: gedämpfter Kabeljau mit Ingwer. Ingwer gibt’s ja genug auf der Welt. Aber Kabeljau schwimmt hierzulande kaum noch durchs Meer. Hier möchte ich alle Hobby-Chefs ermutigen, vom Rezeptvorschlag abzuweichen.
Ein bisschen mehr Spektakel hätte dem Buch auch gutgetan.
Kurze Einführung, kurze Warenkunde, dann Rezepte, die wie versprochen mit nicht zu vielen Arbeitsschritten aufwarten. Das ist durchaus eine Kunst, wie ich aus Erfahrung nach der Bewertung einiger Thai-Kochbücher sagen kann.
Alles nicht verkehrt, aber eben auch ein bisschen: einfach.
Pho. Das große Kochbuch
100 Variationen der vietnamesischen Wundersuppe
Autor/-in: Angkana SirisaengVerlag: Christian
Die vietnamesische Suppe Pho erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Wie Sushi oder Ramen ist sie ein Gericht Asiens, das die Welt eroberte. Pho ist ein Kultrezept, sie ist gesund, wärmend und unglaublich aromatisch. Hier sind 100 Rezeptvarianten … [weiterlesen]
Preis: € 39,99
Begründung der Jury:
Didaktisch sauber aufgebaut, klar strukturiert, mit hilfreichen Grundlagen zu Brühen, Nudeln, aromatischen Kräutern und Techniken. Die sehr gelungenen Fotos zeigen anfängerfreundlich, wie es aussehen soll.
Die Rezeptpalette reicht von klassischen Rindervarianten über leichte Hühnchen-Pho bis zu modernen (Pho mit Beef Tartar!) und vegetarischen Abwandlungen. Man schmaleckert sich sozusagen einmal von Hanoi nach Saigon, von mild bis scharf. Manche Rezepte sind überraschend simpel, andere verlangen ein bisschen Geduld für eine richtig gute Brühe.
Pho als Wundersuppe, wie der Buchtitel verspricht, ist natürlich hoch gegriffen. Aber Pho hat Generationen von Vietnamesinnen und Vietnamesen satt und glücklich gemacht. Wer Lust hat, sich einmal quer durch diese Suppenkultur zu kochen, ist hier genau richtig.
Und wie wird’s jetzt ausgesprochen, die Pho? Eher ö, haben meine Kolleginnen in Hanoi mir immer geraten, vielleicht ein zartes ä darf mitschwingen, leicht gehaucht, fast stimmlos. So soll es klingen. Keine Sorge: Schmecken tut sie dann, die Pho, dank dieses Buches, von ganz allein.
Mein Zweifel wandelte sich in Anbetracht der abwechslungsreichen Rezeptvielfalt in leichtes Staunen. Da wird Pho mal mit Enteninnereien zubereitet, mal mit getrockneter Rinderbrust oder auch mit Meeresfrüchten und Zitronengras. Manches geht schnell und unkompliziert, anderes ist ein kleines Projekt.
Authentisches mischt sich in „Pho“ zudem bewusst mit Experimentellem. Für mich fühlen sich allerdings mehrere der Kreationen (vor allem im Kapitel „Pho Euro-Fusion“) ein bisschen gar erzwungen kreativ an (etwa Pho mit Münchner Weißwurst oder Thunfischtatar), aber wer asiatische Suppen und Abwechslung liebt, wird wohl auch daran seine Freude haben.
Die wiederkehrende Aufforderung, die Pho vegetarisch umzusetzen, ist zwar nachvollziehbar, jedoch nicht immer einfach, da bestimmte Fleischsorten den charakteristischen Geschmack des Gerichts prägen. Gerade weil das Buch so viel Freiheit für neue Ansätze bietet, hätte ich mir an einigen Stellen noch mehr vegetarische und pflanzliche Variationen gewünscht.
Das Thema ist aber durchaus interessant. Ich würde dieses Buch eigentlich am liebsten allen vietnamesischen Gastronomen empfehlen, da ich doch immer wieder erstaunt bin, wie in fast jedem vietnamesischen Restaurant Pho mit nahezu identischen Zutaten angeboten wird. Denn das macht das Buch in den Rezepten sehr gut: maximal kreativ mit einem einzelnen Gericht umgehen.


