China – Das Kochbuch
Autor/-in: Diora Fong Chan • Kei Lum ChanVerlag: Phaidon by ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
China präsentiert mit über 650 authentischen Rezepten und begleitenden Texten einen einzigartigen Einblick in die Kochkultur Chinas. Das chinesische Autorenpaar bereiste ganz China, recherchierte, sammelte und prüfte Rezepte. Ergebnis ist eine bisher … [weiterlesen]
Preis: € 45,00
Begründung der Jury:
Mit Hingabe sind die Autorinnen und Autoren in die chinesische Küche abgetaucht. Nur: Was ist überhaupt „chinesisch“? Dieses Buch zeigt: ein Kompendium aus Hunderten Geschmäckern, Stilen, Regionen.
Vieles ist sehr speziell: fermentierte Bohnenpasten, eingelegte Senfblätter, Hühnerfüße, Schweinebauch in Karamell, Nudeln aus Yunnan, Frühstücksbrei aus Guangdong. Aber wer sich so viele Seiten vornimmt, will es auch wirklich wissen. In „China – das Kochbuch“ wird man vollumfänglich fündig.
Über 700 Seiten – ein Buch wie ein Schinken: so dick und schwer, monumental – vielleicht nicht für jeden Tag, aber ein echtes Standardwerk für alle, die mehr erwarten aus China als kulinarische Klischees.
Das Design allein wäre eine Rezension wert, das Cover wunderschön, viele fein gesetzte Details, die Fotos angenehm echt. Es reiht sich ohne viel Tamtam Rezept an Rezept, aber wer aufmerksam kocht, findet die vielen versteckten, hilfreichen Kniffe.
Zu Letzterem: Es gab tatsächlich noch nie den Fall, dass ich das entsprechende Rezept nicht in „China“ gefunden hätte. Es ist das umfangreichste deutschsprachige Standardwerk zur chinesischen Küche, das ich kenne. Ich sage nur: 650 Rezepte. Verständlich, dass bei dieser Menge der Großteil nicht bebildert ist (auch wenn ich mir das schon oft gewünscht hätte).
Ob ich jemals Gänsedärme in Sojasauce oder Weichschildkröte mit Huhn kochen werde, sei dahingestellt – der überwiegende Teil ist sowieso wesentlich alltagstauglicher.
Dass das Buch übrigens nicht angestaubt oder überfüllt wirkt (wie es bei solch umfangreichen Werken oft der Fall ist), liegt am wunderbar minimalistischen und übersichtlichen Layout.
Das große Handbuch der japanischen Küche
Rezepte, Techniken und Produkte
Autor/-in: Sachiyo HaradaVerlag: Knesebeck
Ein Meisterwerk für alle, die authentisch japanisch kochen und die Vielfalt der asiatischen Küche entdecken möchten
Du liebst Asia-Food und möchtest deine Kochkünste auf ein neues Level heben? Dieses umfangreiche Japan-Kochbuch entführt dich … [weiterlesen]
Preis: € 38,00
Begründung der Jury:
Ein gekonnter Überblick zur japanischen Küche, der nicht zu tief geht, ohne dabei jedoch zu sehr an der Oberfläche zu bleiben. Jede Technik oder Zutat wird knapp beschrieben und mit authentischen Rezepten kombiniert, wodurch man das eben Gelesene gleich kulinarisch umsetzen und verknüpfen kann: vom knusprigen Meeresfrüchtefritter Kakiage über Kabocha no Nimono (ein Schmorgericht mit Huhn und Kürbis) bis zu den in Vinaigrette eingelegten, frittierten Makrelen Nanbanzuke.
Neugierige Japan-Neulinge werden behutsam an die Hand genommen und mittels sorgfältiger Step-by-Step-Fotostrecken verlässlich zum kulinarischen Höhepunkt geführt.
Genauso fröhlich kommen eingefleischte Japan-Fans am Ziel an. Dank zahlreicher Hintergrundinfos oder beim Sich-durch-die-Bentobox-der-Zubereitungsfotos-Kochen entsteht mindestens genauso viel Inspiration.
Die Inhalte sind in übersichtlich portionierte Häppchen gegliedert. Sachlich, aber nie trocken, löst dieses Handbuch mit seinem Bauanleitungs-Charme ein wohliges Gefühl der Sicherheit bei mir aus: Ja, ich kann das auch.
Ein kleines Manko bleibt: die fehlenden japanischen Schriftzeichen. Sie wären nicht nur ästhetisch und inhaltlich bereichernd, sondern erleichterten auch das Zurechtfinden im Asia-Laden.
Zum Glück gibt’s Sachiyo Haradas „Großes Handbuch der japanischen Küche“. Das Buch gibt einem das Gefühl, dieses riesige Küchenuniversum betreten zu können, ohne dass die eigene Kochschürze am Ende zu viele Flecken und Spritzer hat.
Harada arbeitet systematisch. Erst Grundlagen, dann Techniken, dann die Rezepte. Die Produktkunde ist hervorragend und erklärt, warum z. B. ein gutes Dashi die halbe Miete ist. Viele Kochschritte werden so nachvollziehbar erklärt, dass man sich trauen darf, Tempura im eigenen Topf zu brutzeln.
Gestalterisch: das Cover verspielt, alles andere sachlich klar – ein Lehrwerk, aber nie trocken. Sehr anschauliche Fotografien und Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen enorm, das nachzumachen, was man im Restaurant sonst nur staunend beobachten darf.
Unterm Stäbchen – äh, unterm Strich: ein Werkzeugbuch für alle, die japanisch nicht nur essen, sondern verstehen wollen. Ein Gewinn für Anfänger, die mutig sind – und für Fortgeschrittene, die eine gründliche Referenz zur Hand haben wollen. Ein Vergnügen!
Healthy Korea
80 Signature-Gerichte von Kimchi bis Bipimbap. Traditionell. Modern. Gesund. Saisonal.
Autor/-in: Jung Eun ChaeVerlag: Christian
Die Essenz der koreanischen Küche! Jung Eun Chae zeigt, wie alle Zutaten von Grund auf selbst hergestellt werden können – von Sojasauce bis Gochujang – und bietet einen umfassenden Leitfaden zur Kunst des Fermentierens. Mit 80 authentischen Rezepten, … [weiterlesen]
Preis: € 39,99
Begründung der Jury:
Weniger überzeugt mich die Gestaltung: für meinen Geschmack etwas zu bemüht, und die Lesbarkeit wird kategorisch dem Design untergeordnet. Die Fotogestaltung deprimiert mich spätestens ab dem Hauptgang, da tröstet mich das hübsche Cover immerhin gut drüber hinweg. Auch wenn ich nicht die passende Leserin zu sein scheine: Ich mag die Ehrlichkeit, und ich spüre deutlich, wie viel Zeit und Herzblut hier drinsteckt.
Die Idee, im ersten Kapitel Rezepte für sämtliche wichtigen, großteils fermentierten Basiszutaten zu liefern, finde ich wunderbar – die darauf aufbauenden Gerichte ebenfalls. Ich habe mich schon nach dem ersten Durchblättern gleich um ein Eck gesünder gefühlt.
Jung Eun Chae zeigt, wie leicht und aromatisch Korea sein kann: viele Gemüsegerichte, Brühen, leichte Reis- und Nudelgerichte, Gurken-Kohl-Fermentierungs-Power. Manches erscheint einem erst mal fremd oder ungewohnt. Aber die Rezepte sind eingängig erklärt. Vor allem: Sie geben einen frischen Blick auf eine Küche, die zu oft für zu schwer gehalten wird.
Dabei ist das Schwerste an der koreanischen Küche ja oft das Essen selbst: diese metallenen Stäbchen, von denen alles wegglitscht und wegrutscht, ohne die Zunge je zu erreichen. Wer – wie ich – darunter leidet: einfach den Löffel nehmen und eintauchen in eine von Jung Eun Chaes leckeren Suppen, Yukgaejang beispielsweise, pikante Rindersuppe.
Auch bei vielen anderen Rezepten läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Ein Buch für alle, die Koreanisch lieben, aber nicht immer im BBQ-Modus kochen wollen. Gesund, modern, wohltuend – und endlich mal ohne Berge voller Fleisch.
JAPAN, Hokkaidō das kulinarische Paradies
Rezepte von den Feldern, Wäldern und Küsten im Norden - DAS Kochbuch zu Japans kulinarischem Hotspot von Insider Tim Anderson
Autor/-in: Tim AndersonVerlag: Südwest
Willkommen auf Hokkaido!Hokkaido ist die nördlichste Insel Japans und bekannt für hervorragende Lebensmittel und ihre herausragende Essenskultur, die sogar in Japan einmalig ist. Hier vereinen sich europäische Landwirtschaftskultur, traditionelle und … [weiterlesen]
Preis: € 35,00
Begründung der Jury:
Anderson zeigt die nordjapanische Küche ohne Schnickschnack: herzhaft, schlicht, mit viel Gemüse, Fisch und kräftigen Brühen. Alles ist präzise beschrieben, angenehm unaufgeregt und strahlend klar wie der winterblaue Himmel von Hokkaido. Auch die Fotos haben eine kühle Eleganz, die perfekt zum Thema passt.
Ein besonderer Verdienst: Anderson hebt die Küche der Ainu aufs Podest. Selten bekommt man zu dieser indigenen Esskultur so verständliche, respektvolle und alltagstaugliche Einblicke.
Ein kompaktes, sehr zugängliches Buch für alle, die Japans Küche schon ein wenig kennen, Lust auf eine neue Region haben und kulinarische Experimente nicht scheuen.
Ob „Japan Hokkaido“ mithalten kann? Es kann. Hokkaido ist aber eben auch ein sehr dankbares Thema. Ich könnte in die fantastischen Foodbilder von Laura Edwards mit weit geöffnetem Mund hineinspringen; die Illustrationen von Evi O Studio machen ebenfalls Freude. Die Landschafts- und Detailbilder von Tim Anderson selbst holen mich dagegen wesentlich weniger ab.
Dafür sind Andersons Texte unverändert lesenswert, seine Rezepte optimal aufbereitet. Was man wissen sollte: Für viele der Gerichte muss man erst ein Grundrezept vorbereiten (etwa Tare oder Dashi).
Ganz oben auf meiner Nachkochliste: Zangi, also Huhn-Karaage auf Hokkaido-Art, und Supu Kare, das in der Region beliebte Suppencurry.
Weniger überzeugt mich die Gestaltung: für meinen Geschmack etwas zu bemüht, und die Lesbarkeit wird kategorisch dem Design untergeordnet. Die Fotogestaltung deprimiert mich spätestens ab dem Hauptgang, da tröstet mich das hübsche Cover immerhin gut drüber hinweg. Auch wenn ich nicht die passende Leserin zu sein scheine: Ich mag die Ehrlichkeit, und ich spüre deutlich, wie viel Zeit und Herzblut hier drinsteckt.
Oishii!
Authentisch, gemütlich, bunt – Japans Izakayas entdecken
Autor/-in: Stefan BraunVerlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Oishii! – Das Izakaya-Kochbuch für authentischen GenussTauchen Sie ein in die faszinierende Welt der japanischen Izakayas mit „Oishii!“ von Stefan Braun – dem idealen Buch für alle, die die kulinarische Magie Japans erleben möchten. … [weiterlesen]
Preis: € 38,00
Begründung der Jury:
Braun trifft den Ton dieser fröhlichen Welt ziemlich gut: unkompliziert, herzlich, ein bisschen rau, sehr lebendig. Über 230 Seiten – das Buch ist umfangreich. So gibt es zwar viele Rezepte, die Izakaya-Klassiker: Kartoffelsalat, Edamame, Eier in Sojasauce. Aber es bleibt auch Raum für Zwischentöne, viele Fotos, Geschichten, Tokioter Lebenswelten, so reich und bunt wie die Izakaya selbst. Gefällt mir.
Ein Buch, das niemanden überfordert, sich an der japanischen Küche zu versuchen. Im Gegenteil: Es macht Lust, sich die Izakaya nach Hause zu holen – mit ihrem Geschmack und ihrem ganzen Charme.
Umso überraschter war ich beim Lesen. Atmosphärische Bilder, die das rohe, unverblümte Japan fernab jeglicher Kirschblüten- und Teezeremonieromantik zeigen – auf eine ganz eigene Art fesselnd. Fast wirkt es so, als würde es dem Autor Stefan Braun mehr darum gehen, diese unverklärte Seite Japans zu zeigen, als ein Kochbuch zu schreiben.
Die Rezepte sind dementsprechend nicht das Herzstück, eher eine Ergänzung, ein kulinarisches Beiwerk. Auch ok. Die durch die Bank deftigen Gerichte, gepaart mit den Einblicken in Japans Izakayas und Alltag, ergeben eine runde Sache mit Ecken und Kanten.
So weit, so gut.
Dann fange ich an zu stolpern. Die Rezepte sind strukturiert nach Morgens, Mittags, Abends – was hat das Frühstück mit Izakaya zu tun? Die Rezepte sind recht simpel gehalten, statt Gyozateig selbst zu kneten, nimmt man die TK-Dinger. Woher die Dashi-Brühe für meine Pfannkuchen kommt, verstehe ich nicht. Die gibt’s dann wohl zu kaufen? Das kann man so machen, klar, find’ ich aber schade, denn vermutlich nehmen die Izakaya-Köch*innen mehr Mühe auf sich. Ich bleibe hier leider in der oberflächlichen Rolle des Touristen kleben.
Zum Schluss donner ich dann gegen eine Werbeseite von Kikkoman. Oh Mann!


