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Die besten Kochbücher für italienische Küche – 2021

202220212020
Toskana in meiner Küche
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.5

Toskana in meiner Küche

Autor/-in: Verlag: Dorling Kindersley Verlag

Cettina Vicenzino hat von ihrem Trip durch die Toskana eine Mischung aus Rezeptsammlung und Reisebericht mitgebracht. Nach ihrer eigenen Schilderung ist Vicenzino bewusst nicht als Insiderin, sondern als Beobachterin gereist, die die Region, ihre Menschen und Gerichte selbst erst kennenlernt. Die 70 Rezepte sind daher eine Mischung aus „eingesammelten“ authentischen Gerichten und eigenen Kreationen, für die sie die Produkte und Zubereitungsweisen der Toskana adaptiert hat. Beispiele sind Toskanisches Fladenbrot mit Olivenöl; Süßes Traubenbrot mit Rosmarin; Pici mit Knoblauch-Tomatensauce; Panzanella; Testaroli mit Wildschweingulasch; Bistecca alla Fiorentina und Pappardelle mit Entenragout.

Begründung der Jury:

Es fällt schwer, dieses Buch zu lesen, wenn man aufgrund der Corona-Pandemie seinen Toskanaurlaub stornieren musste. Wenn man sich damit jedoch abgefunden hat, so hält man einen echten Kochbuch-Schatz in den Händen. Er enthält viele schön geschriebene Informationen zu Land, Leuten und der Küche. Die Rezepte sind gut beschrieben und machen Lust auf die Küche der Toskana. Die kurzen Erklärungen zu den Gerichten helfen, die Besonderheiten der Region zu verstehen. Die Autorin schafft es, konstant atmosphärische Italo-Kochbücher zu schreiben, die nie beliebig sind.
Der stumme innere Einwand „Nicht schon wieder ein Toskana-Buch“ wird gekontert von der amüsanten Einleitung, die genau das aufgreift und das Trotzdem erklärt. Ähnlich selbstironisch ist der Rest des Buchs gehalten, die Fotos stammen teilweise vom Handy der Autorin. Der Titel passt in diesem Fall punktgenau (wenngleich auch der Titel ihres Vorgängerbuchs, „Sizilien in meiner Küche“, punktgenau passt): Cettina Vicenzino maßt sich nicht an, die Toskana endgültig zu erklären, sondern erkundet sie (als Sizilianerin) wie ein interessantes Insekt, das einem irgendwie bekannt vorkommt, aber eigentlich, nein eigentlich kennt man es nicht.
Beim Lesen dieses Buches bekomme ich das Gefühl, in Italien auf einer Veranda zu sitzen, während mir Cettina Vicenzino bei etwas Schinken und einem Glas Wein von ihrer kulinarischen Reise durch die Toskana erzählt. Ihr Kochbuch besticht durch regionale Rezepte und kleine Anekdoten von den Einheimischen, welche sie unterwegs kennengelernt hat. Mir sind die Rezepte teilweise etwas zu lang formuliert. Dieser Umstand und das Buchcover, welches gegenüber den tollen Fotos im Inneren des Buches etwas abfällt, sind die einzige kleine Kritik, die ich zu äußern habe.
Zu Tisch mit Freunden
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.3

Zu Tisch mit Freunden

Gemeinsam genießen wie in Italien

Autor/-in: Verlag: Knesebeck

Im Zentrum dieses Kochbuches steht das italienische Lebensgefühl. Mit Gerichten zum Teilen an einer langen Tafel, zwanglos, unbeschwert und heiter. Etwa das Feigencarpaccio mit Lardo, Honig und Rosmarin; Tagliatelle mit Gorgonzola, Birne und Walnüssen; Burrata mit eingelegten Zitronen, Minze und Chili oder die Mascarpone-Tarte mit frischen Früchten. Autorin Skye McAlpine lebt die meiste Zeit in Venedig, wo sie unter anderem für internationale Publikationen wie die Sunday Times, Guardian, Vanity Fair, Condé Nast Traveler und Corriere della Sera schreibt.

Begründung der Jury:

Ein Buch, was man auf den ersten Blick mag und bei jeder weiteren Seite immer mehr lieben lernt. Seine gesamte Aufmachung ist sehr ansprechend und sympatisch, man möchte gern von der Autorin eine eine Einladung zum Essen bekommen! Die Rezepte sind authentisch italienisch, gut gegliedert und leicht verständlich formuliert. Das Foodstyling ist wunderschön und macht wirklich Lust die Gerichte nachzukochen. Die saisonalen Menü-Vorschläge und auch die Gliederung nach Zeitaufwand im hinteren Teil des Buches gefallen mir ebenfalls sehr und sind sicherlich hilfreich bei der Planung des nächsten Essens mit Familie oder Freunden. Einige Tipps zur Auswahl bester Zutaten hätten dem Buch noch gutgetan.
Vorspeisen sind überbewertet, den Abwasch unbedingt auf den Morgen danach verschieben und den Tisch einfach mit Brot dekorieren: Mit diesem Buch soll der Leserschaft das Einladen schmackhaft gemacht werden. Das gelingt einerseits gut, mit mediterran geprägten Rezepten wie kalter Mandelsuppe oder Schoko-Maronen-Kuchen, die wenig Arbeitszeit in der Küche bedeuten oder auf anderem Wege simpel sind. Andererseits beginnt man sich irgendwann angesichts des ausgeklügelt nachlässigen Foodstylings (mit vermutlich großem Shabby-Chic-Fundus) zu fragen, wie das wohl auf dem eigenen Tisch aussehen würde, wenn man einfach, nur keine Hemmungen, ein bisschen vorhandenes Geschirr zusammenwürfeln würde…
Dies ist ein besonders atmosphärisches Kochbuch. Seine Gestaltung und Bilder vermitteln ein italienisches Lebensgefühl. Die Rezepte sind perfekt für den gemütlichen Kochabend mit Freunden oder der Familie. In Italien isst man nämlich nicht alleine und genau das sagt das Buch auch aus! Es sind hier nicht nur die hier bekannten Klassiker der italienischen Küche aufgelistet, sondern auch Gerichte, die man nicht direkt auf dem Zettel hat.
Pasta Fantastica
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 8.1

Pasta Fantastica

Spektakuläre Nudeln einfach selber machen. Selbstgemachte Pasta wie in Italien

Autor/-in: Verlag: Knesebeck

Beste Pasta selbst machen – Mateo Zielonka, der von seinen 200.000 Instagran-Fans auch „The Pasta Man“ genannt wird, zeigt mit seinem Kochbuch, wie das geht. Mit 40 Rezepten für verschiedene Pasta-Teige und -formen, die er klar und strukturiert aufgeschrieben hat. Mal klassisch italienisch, mal mit eigener Note. Beispiele sind Pappardelle mit Cavolo Nero und Burrata; Tagliatelle in Gorgonzolasauce; Ravioli mit Kürbis und Walnüssen; Triangoli mit dicken Bohnen, Ricotta und Minze und Cappelletti mit Gorgonzola-Birnen-Füllung und brauner Butter.

Begründung der Jury:

Die italienische Küche ist nach einigen Jahren wieder unglaublich hip. Zum einen liegt das an der Zugänglichkeit der Gerichte, zum anderen ist die Küche einfach unfassbar lecker und meist schnell zubereitet. Mit dem Buch von Mateo Zielonka erhalten wir die Möglichkeit, unsere Italo-Skills auf das nächste Level zu heben. Denn darin finden sich neben den gut erklärten Basiks zu Hardware und Zutaten unterschiedlichste Teigarten, Formen und vor allem Farben von Pasta. Die Rezepte der jeweiligen Sugi sind kurz und knackig formuliert, die Zutatenlisten übersichtlich. Da für die richtige Verarbeitung ab und an auch ein bewegtes Bild hilfreich sein kann, sollte man sich unbedingt auch die Social Media Accounts von „The Pasta Man” ansehen...
Man sieht den Fotos an, dass Mateo Zielonkas Pasta auf Instagram gut ankommt (was, nota bene, wertfrei gemeint ist). Ein Buch mit Sepia-Polkadot-Ravioli, großflächigen Unterarmtattoos und Detailfotos von altmodischen Gerätschaften trifft den Zeitgeist zweifellos. Der „Pasta-Man“ hat offenbar wirklich Ahnung von Pasta, was sowohl an den Handgriffen – in Nahaufnahme zu begutachten – ablesbar ist als auch an der Erwähnung von Begriffen wie „la scarpetta“ (einem Stück Brot zum Auftunken der Sauce).
Der bekannte Pasta-Koch Mateo Zielonka präsentiert in seinem Buch verschiedene Teige und Formen, um die ganze Vielfalt der Pasta-Herstellung aufzuzeigen. Klar gestaltete Seiten und Rezepte geben einen schnellen Überblick und regen zum Nachkochen an. Mir fehlt bei einigen Rezepten aber ein Foto des fertigen Gerichts. Mir ist das wichtig, da ich gerne wissen möchte, worauf ich hinarbeite. Insgesamt aber ein spannendes Buch für Pasta-Freaks, die mehr kennenlernen wollen als die altbekannten Sorten.
Pasta-Codex

Ø 7.5

Pasta-Codex

1001 Rezepte

Autor/-in: Verlag: Callwey

700 Seiten und 1001 Rezepte – dieser besonders umfangreiche Band versammelt Pasta-Rezepte aus ganz Italien. Die Gerichte kombinieren die Pasta mit Gemüse, Milchprodukten, Eiern, Fisch, Geflügel, Lamm, Rind, Schwein und Wild. Teilweise wird auf getrocknete Nudeln zurückgegriffen, teilweise gehört die Fertigung der jeweiligen Pasta-Sorte zum Rezept dazu. Geschrieben hat das Kochbuch Vincenzo Buonassisi, der Kulinarik-Autor für den Corriere della Sera war und später u.a. für La Stampa und Rai Uno arbeitete, wo er mehrere Kochsendungen entwickelte.

Begründung der Jury:

1001 Rezepte! Solche quantitativen Versprechen wirken auf mich zunächst abschreckend. Sie klingen nach Masse statt Klasse. Es handelt sich bei dem Wälzer jedoch um ein wunderschönes Kochbuch vom alten Schlag. Gezeichnete Grafiken ohne hippes Foodstyling, kein bearbeiteter Foodporn aus dem Photoshop, sondern das Rezept in seiner ursprünglichen Form. Die Gerichte sind gut gegliedert und bieten eine enorme Bandbreite. Teilweise gibt es lesenswerte Informationen zu ihrer Geschichte. Eines muss man angesichts der puristischen Gerichte jedoch bedenken: Die italienische Küche lebt von der Güte ihrer Zutaten. Bei einer 4-5 Komponenten Pasta entscheidet die Auswahl der Tomaten, Kräuter oder gar dem Olivenöl über Hochgenuss oder belanglose Nudeln. Mit etwas Leidenschaft für gutes Essen und Erfahrung in Bezug auf gute oder gar sehr gute Lebensmittel wird man mit diesem unaufgeregten Buch aber wahre Schätze bergen.
Gleich die erste (bewusste) Sorgfalts-Stichprobe ergibt: Culurzones (öfter: Culurgiones) sind falsch geschrieben, nämlich Cullurzones, und wie man diese zopfartige sardische Form faltet, wird nicht erklärt. Wollen wir nicht kleinlich sein, es gibt Google und wir haben 1000 weitere Pastarezepte (1973 erstmals auf Italienisch erschienen, 2020 auf Englisch, 2021 auf Deutsch – aber aus dem Englischen übersetzt!). Süffig und erhellend zu lesen der historische Teil rund um Honigsauger, frittierte Teigstreifen und drei Stunden Kochzeit. Eine Fundgrube ist der Rezeptteil mit Linguine mit Traubenhyazinthen, Spaghetti-Kroketten, Quadrucci in Bries-Suppe… Was als Ergänzung der Originalversion bitter nötig wäre: ein Rezeptverzeichnis nach Zutaten.
Ganze 1001 traditionelle Pasta Rezepte sind in diesem Buch niedergeschrieben.
Für mich hätten es aber eher 101 Rezepte sein können - gerne mit Fotos (es gibt im Buch nämlich gar keine) und einer etwas lockereren Aufmachung. Das Buch ist folglich eher als Enzyklopädie oder Rezeptsammlung statt als klassisches Kochbuch zu verstehen.
Pura Passione

Ø 7.0

Pura Passione

Kochen mit amore

Autor/-in: Verlag: AT Verlag

Claudio del Principe, Autor vieler ausgezeichneter italienischer Kochbücher und Vorjahresgewinner dieser Rubrik, hat die Original-Rezepte zweier italienischer Mamas aufgeschrieben, die bislang immer nur mündlich von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Die über 100 Rezepte sind echte italienische Hausmannskost. „Italienisches Soulfood“, wie Claudio del Principe es nennt. Beispiele sind die gefüllten Zucchini-Blüten, Parmesan-Crème, Lasagne, Salsiccia-Ragout, Auberginen-Parmigiana, Gemüseomelett, Ravioli mit Ricotta und Spinat und Fleischbällchen in Tomatensauce.

Begründung der Jury:

Auf Claudio del Principes Verlässlichkeit ist Verlass. Seine Rezepte überzeugen durch entscheidende Details, ohne deshalb anstrengend detailliert zu sein. Für dieses Buch hat er die Rezepte zweier italienischer Mütter nachgekocht, fotografiert und notiert, darunter Wolfsbarsch im Geschirrtuch und Schaumiges Eigelb für Kinder. Kürzeste Kochanleitung: „In eine Caffè-Bar gehen und bestellen.“ (Das Frühstück nämlich.) Wer Klassiker wie Pasta cacio e pepe oder eine Parmigiana noch nie perfekt hinbekommen hat, könnte es mit diesem Buch versuchen.
Dieses Buch schafft eine familiäre Atmosphäre mit italienischem Augenzwinkern (Rezepte für Katzen!). Die übersichtlich geordneten Rezepte bestehen aus nie zu viel aber auch nicht zu wenigen Zutaten. Man findet bekannte Klassiker der italienischen Küche, ein paar Rezepte wirken wie schon mal gelesen, der Italiener erfindet sich halt ungern neu. Die extra Tipps und Varianten von Mamma Luisa und Lina gefallen mir daher sehr - ohne sie hätte mich der Titel „Geheimrezepte“ irritiert. Das Buch eignet sich für Liebhaber der italienischen Küche und solche, die es werden wollen.
Das Buch verspricht die leidenschaftliche Küche zweier italienischer Mammas, welche mit uns ihre streng gehüteten Rezepte teilen. Die Idee ist gut, jedoch nichts neues, es sei denn die Rezepte sind richtig gut. Den Ansatz, für die Umsetzung Claudio del Principe mit ins Boot zu holen, ist eigentlich eine gute Idee. Doch das Buch ist insgesamt in meinen Augen sehr beliebig und kaum eines der Rezepte weckt in mir das echte „Cucina della mamma -Gefühl”. Die bewährte Bildsprache von Claudio del Pricipe ist ästhetisch-schlicht, könnte allerdings auch 1:1 aus einem seiner letzten Bücher kopiert worden sein und einfach nicht mutti-mäßig genug! Die Hintergrundinformationen zu den Rezepten sind gut, aber ich vermisse hier den echten „Aha-Effekt”. Die Rezepte selbst bieten von kleinen Antipasti über Pasta bis hin zu Sekondi die üblichen Klassiker. Bei Dolce geht den Mammas nach 2 Kuchen leider schon die Luft aus. Das ist in Summe also alles nicht schlecht, die im Titel beschrieben Passione spühre ich bei dem Buch jedoch leider nicht…