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Die besten Kochbücher für mediterrane Küche – 2021

202220212020
Griechenland
Der Deutsche Kochbuchpreis - GOLD

Ø 8.5

Griechenland

Das Kochbuch

Autor/-in: Verlag: Phaidon bei ZS

Dieses Standardwerk zeigt die einfache ursprüngliche Küche Griechenlands mit typischen Produkten und Gerichten aus allen Regionen des Landes. Aus kargen Bergregionen ebenso wie aus fruchtbaren Ebenen und mit den Köstlichkeiten der Küste. Die Rezepte umfassen alle Elemente der griechischen Esskultur: Von Meze über Salate bis zu Rind, Lamm, Kuchen und Süßigkeiten. Mit dabei sind ein Lammbraten mit Weinblättern, Huhn in Filoteig, Artischocken mit Olivenöl und Ackerbohnen, die Zucchini-Bratlinge Kolokithokeftedes und die gefüllten Lauchstangen mit Zitronensauce Prasosarmadakia.

Begründung der Jury:

Ein Kochbuch, ja. Vor allem aber ein Studienband, eine Bibel der griechischen Küche. Umfassend, tiefschürfend. 2009 auf Englisch erschienen, unverständlicher Weise erst jetzt ins Deutsche übersetzt. Hier geht es um alles: ein Land, seine Natur, seine Geschichte, Kultur und Sprache, die Menschen und ihre Lebensmittel zu verstehen. Die Ursprünge und Entwicklungen, die Zusammenhänge. Wunderschön und stimmungsvoll fotografiert. Man möchte sofort wieder nach Griechenland reisen. Und sofort anfangen zu kochen und nicht mehr aufhören, bis man das gesamte Repertoire beherrscht. Wenn ein Buch das schafft, gebührt ihm alle Ehre.
Das Buch ist optisch schön und klar präsentiert, aber seine Gliederung und Sprache wirken etwas lehrhaft. Statt des Seminar-Charakters wünschte ich mir manchmal einen etwas persönlicheren Anstrich. Allerdings ist das Buch in seinem enzyklopädischen Anspruch sehr überzeugend. Die Rezepte für die meist einfache, authentische Länderküche sind präzise und machen hungrig. Für Greichenland-Fans ein absolutes Muss.
Wer denkt, die griechische Küche bestehe nur aus Bifteki mit Pommes, der täuscht sich. Und wird in diesem Buch viel lernen über die Griechen und ihr Land. Denn die Fülle an Rezepten ist umfangreich und kenntnisreich beschrieben. Auf fast 500 Seiten eine wirklich grundlegende Einführung in die Kochkünste der Hellenen mit Saucen, Vorspeisen, Fleisch und Fisch. Ist’s vielleicht schon zu viel an Gerichten und Geschichten? In dieses Kochbuch darf man nicht hineinstolpern. Man sollte es sich mit Zeit und Muße vornehmen. Dann ist „Griechenland“ ein echter Gewinn.
Die Küche der Provence
Der Deutsche Kochbuchpreis - SILBER

Ø 8.4

Die Küche der Provence

Geniessen wie in Südfrankreich

Autor/-in: Verlag: Dorling Kindersley Verlag

Die typischen Gerichte der Provence zeigt dieses Kochbuch. Vorspeisen und kleine Gerichte, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Geflügel, Beilagen, Desserts, Gebäck und Käse. Dazu zählen die Zwiebel-Oliven-Tarte Pissaladière, Kalbskoteletts mit Pinienkernen, Orangen-Tarteletts, Zucchini-Beignets und Madeleines.

Begründung der Jury:

Die Vorfreude auf das Buch hat sich in Ehrfurcht und Experimentier(vor-)freude verwandelt, mit der Gewissheit in allerbesten Händen zu sein. Die Rezepte haben ein große Bandbreite: von kleinen und einfachen, aber dennoch raffinierten Gerichten bis hin zu spannenden Fleisch/Fisch-Rezepten. Dazu kommen tolle Saucen und Gemüse und natürlich - wie es sich für ein französisches Kochbuch gehört - Käse. Das Buch erweitert den kulinarischen Horizont, kommt dabei im Ton unaufgeregt daher und ist doch aufregend.
Erster Eindruck: das Buch ist solide und gut strukturiert. Zweiter Eindruck: die Autoren meinen es wirklich ernst: Die ersten 50 Seiten handeln von Grundlagen und Techniken. Das verleiht dem Buch handwerkliche Tiefe. Die Autoren wollen die überlieferten Rezepte der Provence zum Leben erwecken. Besonders schön – die kleinen Notizen am Rande: „Nicht zu viel Füllung...“, „Reife Tomaten werden samtig, wenn...“ Kniffs und Tricks mit Aha-Effekt. Ein wirkliches Arbeitsbuch, mit wenig Raum für Poesie. Braucht’s auch nicht. Das Gedicht findet sich später auf dem Teller.
Ein solides Buch, das die Mittelmeersehnsucht im Winter stillt. Eine gute Einführung in Land und Küche, mit vielen Basisrezepten und unkomplizierten Klassikern wie gegrillten Lammkoteletts oder gefüllten Tomaten, die auch von Anfänger*innen leicht nachzukochen sind. Die Gestaltung ist gut und übersichtlich, die Fotos nicht überragend. Wer die Küche der Provence nicht schon aus anderen Büchern kennt, für den könnte dieses als Standardwerk ins Regal wandern.
Mittelmeerküche
Der Deutsche Kochbuchpreis - BRONZE

Ø 8.3

Mittelmeerküche

Ein Kochbuch

Autor/-in: Verlag: Dorling Kindersley Verlag

Claudia Roden gilt als eine der Koryphäen der kulinarischen Welt. Die Britin mit Wurzeln in Syrien, der Türkei und Agypten wurde mehrfach für ihre Werke ausgezeichnet. Auch Yotam Ottolenghi und Nigella Lawson sollen zu ihren Fans zählen. Rodens umfassendes Mittelmeerkochbuch erklärt die Esskulturen der Mittelmeer-Anrainer, ihre typischen Produkte und zeigt unkomplizierte Rezepte, die zum Teilen einladen: Lamm mit Honig und Rosmarin; grünes Graupenrisotto mit Erbsen und Spargel; Tomatensalat mit geschmorter Paprika; Mandelpudding mit Aprikosenkompott oder Zwetschgen-Clafoutis.

Begründung der Jury:

Ein Erinnerungsbuch, ein Kochbuch, ein Lesebuch und eines zum Schauen und Staunen, obendrein wunderschön fotografiert. Claudia Roden ist eine Legende, die unendlich viele Geschichten über das Kochen, Länder und Menschen zu erzählen hat. Ohne Claudia Roden kein Ottolenghi. Und vermutlich auch kein Jamie Oliver. Die Rezepte eines langen Lebens mit vielen Reisen und Begegnungen in den Ländern rund ums Mittelmeer finden sich in diesem Best-Of ihrer Lieblingsgerichte. Ein sehr persönliches Buch, denn es sind die Rezepte, die sie privat für ihre Familie und gute Freunde kocht. Vielleicht das größte Kunststück: Die meisten Rezepte sind verblüffend einfach und brauchen nur eine Handvoll Zutaten. Aus diesem Buch scheint die Sonne!
Wie lässt sich die vielfältige Küche des Mittelmeers in nur ein einziges Buch packen? Was haben Couscous und Focaccia gemein? Venedig und Marrakech? Geht das zusammen? Ja, das geht, denn Autorin Claudia Roden hat die spannendsten Rezepte zusammengetragen. Klassiker und weniger bekannte Speisen, solide und bodenständige Kost. Schnelle Küche bei spontan-Besuchen, Aufwendigeres für das Wochenende. Verständlich erklärt. Nur die Bildsprache wirkt manchmal arg beliebig und zusammenhanglos. „Mittelmeerküche“ feiert Geselligkeit und Gastfreundschaft, da wo sich Europa und Afrika berühren – eine Tugend, an die wir uns auch außerhalb der Küche erinnern dürfen.
Die Fotos und das Layout des Buches sind sehr ansprechend, allerdings überzeugt mich die Struktur des Buches nicht ganz, wenn es darum geht die Küche entlang des Mittelmeeres zu dokumentieren. So hätte ich es besser gefunden, die Wandlungen von Orient zu Okzident nachzuvollziehen. Bei vielen Rezepten hat man das Gefühl, sie genau so aus vielen anderen Kochbüchern zu kennen. Ich mochte aber die einleitenden, persönlichen Texte zu den Kapiteln und Rezepten sehr.
Griechenland vegetarisch

Ø 7.5

Griechenland vegetarisch

Eine Reise zu den Rezepten und Geschichten meiner Heimat

Autor/-in: Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag

Elissavet Patrikiou unternimmt in ihrem Kochbuch eine Reise in die Küchen von 18 Frauen, die ihr ihre vegetarischen und bodenständigen Gerichte zeigen – jenseits von Gyros und Souvlaki. Patrikious Gastgeberinnen sind meist Wirtinnen und Hausfrauen von der Insel Kreta. Die Insel bezeichnet Patrikiou in ihrem Vorwort als „die Wiege der fleischlosen Küche“ Griechenlands. Beispiele für die Rezepte sind Auberginen-Eintopf, gefüllte Weinblätter, Nudeln auf kretische Art, zitronige Gemüsesuppe, Milchreis mit Mastix und Vanillecreme, Nuss-Honig-Kuchen mit Joghurt.

Begründung der Jury:

Schon das Inhaltsverzeichnis wirkt frisch wie die Meeresbrise: Zitronige Gemüsesuppe, süßer Kürbis, Hummus aus roter Beete. Hinzu kommen Klassiker wie gefüllte Weinblätter mit Rosinen, Moussaka mit Nüssen, aber auch Ausgefallenes wie Schwarzaugenbohnen-Salat mit Dill oder Traubenmost-Pudding. Das Schöne: fast alle Zutaten finden sich im Supermarkt um die Ecke. Die Gestaltung des Buches ist klassisch, aber so kalorienarm luftig wie die Speisen. Griechenland in blau und weiß, aber mit neuem Farbtupfer: Vegetarisch-grün.
So ehrlich, solide und authentisch wie die Rezepte der Frauen hier sind, kommt auch das Buch daher. Mir gefällt explizit, dass hier nichts in Hochglanz oder optisch in Szene gesetzt ist. Mir macht das Buch Lust auf die griechische Küche. Die Idee, sich auf die vegetarische Hausmannskost, statt Variationen von bekannteren Klassikern zu spezialisieren, finde ich super.
Dieses Buch zeigt, was die angebliche Hausmannskost wirklich ist: eine (Haus-) Frauenküche! Das schöne Konzept, die griechische Küche anhand der vegetarischen und veganen Alltagsrezepte von Frauen auf Kreta zu zeigen und gleichzeitig ein wenig in ihr Leben zu blicken, ist im besten Sinn authentisch. Die Rezepte sind sehr simpel, die Fotografie könnte besser sein.
Schuhbecks Mittelmeerküche

Ø 6.7

Schuhbecks Mittelmeerküche

Gesunde mediterrane Gerichte mit dem Geschmack des Südens

Autor/-in: Verlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe

In Alfons Schuhbeck neuem Begleitbuch zu seiner Kochsendung im BR geht es kreuz und quer durchs Mittelmeer. Von Nord nach Süd und von Ost nach West. Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Kochbuch mit unkomplizierten Rezepten, die mediterrane Klassiker nach Schuhbecks typischer Art abwandeln. Beispiele sind die Mallorquinische Mandel-Knoblauch-Suppe; Bouillabaisse mit Rouille und Baguette; Paella; Lammeintopf mit Safran-Couscous; Crème brulée mit Lavendel; israelischer Käsekuchen und Profiteroles mit Pistaziencreme und Schokoladenguss.

Begründung der Jury:

Die vielseitigen Rezepte des Buches werden detailreich geschildert. Das bringt großen Erkenntnisgewinn, macht sie aber weniger „schnell und einfach“, wie es im Vorwort versprochen wird. Die weiterführenden Tipps am Rande sind für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen wertvoll. Die Begleittexte, etwa zu den Gewürzen sind eher anekdotenhaft und kursorisch. Die Foodfotografie macht Appetit, andere Aufnahmen wirken hingegen zu gestellt. Insgesamt ein gelungenes Buch, das sich vor allem an Hobbyköche richtet.
Alfons Schuhbecks Buch ist sehr abwechslungsreich, wirkt aber auch recht beliebig in der Auswahl seiner Rezepte. Auch die Gliederung in Gänge statt nach Ländern, sodass auf die Bouillabaisse Shakshuka folgt, überzeugt mich nicht. Lieber verweile ich von Vorspeise bis Dessert in einer Region. Allerdings bleibt sich Schubeck treu: Er kann Rezepte gelungen abwandeln und gut beschreiben.
Ein buntes Potpourri von Rezepten aus dem Mittelmeerraum. Vieles davon sind allseits beliebte Gerichte wie Carpaccio, Hummus, Ossobuco und Crème brûlée. Alle Rezepte sind leicht nachkochbar. Geprägt ist das Ganze von einigen Kapiteln zur positiven gesundheitlichen Wirkung der gemüselastigen mediterranen Küche und zu Schuhbecks Lieblingsthema: Gewürzen. Widersprüchlich wirkt, dass die Hauptgerichte sehr fleischlastig sind. Sehr gut fotografierte und arrangierte Gerichte, das Styling wirkt allerdings etwas steril und für den deutschen Geschmack optimiert.